Spielplatz *PIC*

Alis ⌂, (vor 3742 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

als ich gestern an "meinem" Spielplatz vorbeigelaufen bin, hörte ich eine Mutter sagen: "ein Pilz, der ist giftig". Ich war schon ein Stück vorbei und nahm an, dass sie die alten Porlinge an der hölzernen Sandkasteneifassung meinte. Schließlich herrscht bei uns große Dürre und ich habe zuletzt nur Exsikkate von Tiegelteuerlingen und eben besagte Porlinge gesehen, welche ich bisher im Vorbeilaufen als Zaunblättling abgetan habe.
Beim Rückweg war da tatsächlich ein Pilzstiel, der unter dem Rundholz hervorkam und nicht weit davon ein Pilzhut. Die Lamellen noch fast weiß, aber doch klar ein Dachpilz. Ich fühlte mich bemüßigt der Frau zu erklären, dass nicht alle unbekannten Pilze giftig sind. Nee, der ist giftig, das sieht man an den Streifen! Womit die Lamellen gemeint waren. Die Frau stammt aus Tschechien, spricht aber ansonsten gut deutsch und hat in ihrer Heimat wohl auch schon Pilze aus dem Wald gegessen. Ich habe dann nicht näher nachgebohrt, schließlich ist es kein Fehler, bei Freiblättlern mit hellen Lamellen vorsichtig zu sein.
Aber damit war die "essbarkeit" noch nicht geklärt. Den graugrünen habe ich noch nicht gesehen. Mit Hakenzystden und ohne Schnallen bin ich erst mal bei P_petasatus gelandet. Damit endet auch meine Pluteus-Weisheit. Ich weiß auch nicht, ob sich die Spezialisten hier über die Arten einig sind.
Erstaunt war ich nur, wie das Teil über Nacht auf meinem Fensterbrett gereift ist.
Gestern gab es kaum Sporen.

Schöne Sonntag noch
Alis

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und der Porling *PIC*

Alis ⌂, (vor 3742 Tagen) @ Alis

tja, der bedarf noch weiterer Studien...
In meinem Fall auf frische Fruchtkörper warten.
Dafür habe ich ein neues Wort in meinem Wortschatz: "daedaloid"
Und ein hübsches Bild dazu. Aber das Teil wiedersetzt sich meinen Mikroskopierbemühungen genauso wie die Huthaut des Dachpilzes.
Heute hat es mal wieder einigermaßen geregnet

viele Grüße
Alis

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Re: Spielplatz

Beorn, (vor 3742 Tagen) @ Alis

Hallo, Alis!

Mit so einem braun befaserten Stiel, dazu mit Hakenzystiden und ohne Schnallen: Was würde denn gegen Pluteus cervinus (Rehbrauner DP) sprechen?

Von dem Porling kannst du ruhig - wenn vorhanden - mal mehr Bilder zeigen. ich glaube fast, daß man den auch so schon makroskopisch lösen kann.

LG, Pablo.

Re: Spielplatz *PIC*

Alis ⌂, (vor 3742 Tagen) @ Beorn

Hallo, Alis!
Mit so einem braun befaserten Stiel, dazu mit Hakenzystiden und ohne
Schnallen: Was würde denn gegen Pluteus cervinus (Rehbrauner DP) sprechen?

Na dass er eben nicht rehbraun ist. Ob die auch so hell daherkommen dürfen, weiß ich nicht.

Von dem Porling kannst du ruhig - wenn vorhanden - mal mehr Bilder zeigen.
ich glaube fast, daß man den auch so schon makroskopisch lösen kann.

die sind schon recht betragt und quetschen sich so aus den Stammritzen, vermutlich Fichte, heraus. Das Bild ist etwas aufgehellt.
Für mich ist G_trabeum mal ein möglicher Kandidat

Gruß Alis

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Re: Spielplatz

Helmut, (vor 3742 Tagen) @ Alis

Servus Alis,

ein Erkennungsmerkmal des Rehbraunen im Feld ist der Geruch: Ähnlich den Rettich-Helmling, i. d. R. schwächer. Die Art ist optisch sehr vielgestaltig.

Gruß

Helmut

Re: Spielplatz

Beorn, (vor 3742 Tagen) @ Alis

Hallo, Alis!

Unten (bezogen auf das Bild) ist das Holz und oben, die kleinen fächerförmigen Gestalten sind die Fruchtkörper? Ein wenig näher müsste man ran, denke ich. Aber ein Blättling (Gloeophyllum) ist schon gut möglich.
Dann müsste man die Messkala noch mal an der Unterseite anlegen und gucken, wie viele Poren / Lamellen man so auf einem Zentimeter abzählen kann (am Hutrand).

LG, Pablo.

Re: Spielplatz *PIC*

Alis ⌂, (vor 3740 Tagen) @ Helmut

Servus Alis,
ein Erkennungsmerkmal des Rehbraunen im Feld ist der Geruch: Ähnlich den
Rettich-Helmling, i. d. R. schwächer. Die Art ist optisch sehr
vielgestaltig.

Hallo Helmut,

das würde gegen den Rehbraunen sprechen.
Ich habe den Geruch als angenehm pilzig in Erinnerung.
Es hat auch Nachwuchs gegeben, aber der darf die Nacht noch im Freien verbringen.
Hoffe, dass er nicht wieder zerstört wird und reifen darf.

Gruß Alis

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Re: Spielplatz

Alis ⌂, (vor 3740 Tagen) @ Beorn

Hallo, Alis!
Unten (bezogen auf das Bild) ist das Holz und oben, die kleinen
fächerförmigen Gestalten sind die Fruchtkörper? Ein wenig näher müsste man
ran, denke ich. Aber ein Blättling (Gloeophyllum) ist schon gut möglich.
Dann müsste man die Messkala noch mal an der Unterseite anlegen und gucken,
wie viele Poren / Lamellen man so auf einem Zentimeter abzählen kann (am
Hutrand).

Hallo Pablo,
auf dem Bild zeigt die Hutkante zum Lineal. Es gibt etwa 3 Poren/Schlitze pro Millimeter, egal ob am Rand oder weiter davon weg.
Das Ganze gummiartig-zäh. Bekomme kaum ein brauchbares Präparat hin. Sporen fand ich bisher keine. Die einzelnen könnten auch Fremdsporen gewesen sein. Scheint wohl unreif vertrocknet zu sein. Nach Basidien musste ich auch suchen, habe kaum welche gefunden. Zwei deutlich, die hatten nur zwei Sterigmen.
Hyphen lang und dünn (monomitisch?). Habe Schnallen gesucht, aber schon kaum Septen gefunden (kopfkratz). Meine aber, Schnallen gesehen zu haben. Ist ja nicht so, dass ich noch nie Schnallen gesehen hätte, aber mit dem Zeug habe ich echt Mühe. In meiner Antwort an Helmut sieht man einen Fruchtkörper. Auf der anderen (süd-)Seite hatte es mehr. Mal sehen, ob der Regen was frisches bringt.

Gruß Alis

Re: Spielplatz

Beorn, (vor 3739 Tagen) @ Alis

Hallo.

Ich gehe jetzt mal davon aus, daß Trama (Fleisch der Röhrenschicht) und Kontext (Fleisch zwischen Röhrenschicht und Hutkruste) jeweils nicht weiß, cremefarben, blassgelb oder so sind, sondern schon deutlich pigmentiert (braun, ocker oder sowas) und mit KOH schwarz bis schwarzbraun werden.

Dann kann man die Mikroskopie nämlich getrost beiseite schieben, dunkelfleischige Porlinge mit solchem (lamellig-gewundenem bis deutlich daedaloidem Hymenium) gibt es gar nicht so schlimm viele (in Mitteleuropa) und normalerweise sind die ohne Mikroskopie gut anzusprechen.

Was gewisse Vorteile hat, denn Porlinge sind ohnehin mit das Undankbarste bei mikroskopischen untersuchungen und zudem oft steril.

Also nach dem, was ich bei deinem Fund vom Gesamteindruck so erahnen kann, ist das ein Blättling und zwar eine der dünnen Arten. Mit ~30 Poren/cm am Hutrand müsste das eigentlich Gloeophyllum trabeum sein, wobei ich die Art doch etwas anders kenne, im Wuchs (mehr fächerförmig als so breit konsolig mit der Tendenz zu eher fleischigen Fruchtkörpern) und in der Färbung, aber ich kenne sie auch nicht besonders gut.

Optisch hätte ich von der Ansicht von oben eher an Gloeophyllum sepiarum gedacht, aber mit 30Poren/cm, das haut nicht hin für die Art.
Wie zählst du die denn ab? ich zähle immer einen Zentimeter durch, mache ich bei allen Porlingen so (außer bei Zeug wie extrem feinporigen Antrodiella und Skeletocutis - Arten).

LG, Pablo.

Re: Spielplatz *PIC*

Alis ⌂, (vor 3738 Tagen) @ Beorn

Hallo Pablo,

Ich gehe jetzt mal davon aus, daß Trama (Fleisch der Röhrenschicht) und
Kontext (Fleisch zwischen Röhrenschicht und Hutkruste) jeweils nicht weiß,
cremefarben, blassgelb oder so sind, sondern schon deutlich pigmentiert
(braun, ocker oder sowas) und mit KOH schwarz bis schwarzbraun werden.

so sieht es aus
...

Wie zählst du die denn ab? ich zähle immer einen Zentimeter durch, mache ich
bei allen Porlingen so (außer bei Zeug wie extrem feinporigen Antrodiella
und Skeletocutis - Arten).

also wenn du es nicht weitererzählst:
ich habe noch nie wirklich ernsthaft Poren gezählt. Bei sepiarium schon mal die Lamellen so flüchtig um abietinum auszuschließen, bzw. endlich mal zu sehen.
In diesem Falle Stereolupe 20fach und ein Lineal. Im Durchschnitt 3 pro Millimeter. Heute mal zu Übung mehrmals einen Zentimeter abgezählt und bin auf 25 bis 30 gekommen. Ohne dass dies nun ein exakter Durchschnittswert sein muss.
Und ich weiß auch nicht, ob nun jede kleine Ecke mitzuzählen ist..

Gruß Alis

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Re: Spielplatz

Beorn, (vor 3738 Tagen) @ Alis

Moin.

Ja, so ist das nachvollziehbar. Wenn ich auf 5mm abzähle komme ich auf 13, also auch auf 26 pro cm. Jetzt wäre noch die Frage, ob sich da vielleicht was durch das Trocknen zusammengezogen hat, aber bei meine Exsikaten dieser Arten gab es da eigentlich keine relevanten Differenzen zwischen frisch und trocken.

Ich mag mich in diesem Fall ohne Pilz in Hand nicht letztgültig festlegen, aber nach den gängigen Schlüsseln wird's wohl G. trabeum sein.

LG, Pablo.