der Artbegriff ....
.... ist doch sowieso etwas künstliches - die Natur kennt solche Schubladen nicht die wir hier mit unserer Systematik produzieren. Ab welcher Abweichung von einer Population zur nächstähnlichen von "Art" oder "Varietät" gesprochen wird, liegt IMMER im Bemessen des Betrachters. Drum ist es eigentlich völlig müßig, sich darüber zu echauffieren, was wer in dieser Beziehung macht. Lass doch jedem seine eigene Auffassung, die du ja nicht teilen musst. Ich würde erst mal davon ausgehen, dass 99% der Mykologen versuchen ihren Job so gut als möglich zu machen. Ob du die Artauffassung tgeilst oder nicht, welche Merkmale du wichtiger findest, ob du kryptische Taxa anerkennst oder nicht - das ist alles dir persönlich überlassen. VORSCHREIBEN zu wollen, was sinnvoll ist und was nicht, hielte ich für ziemlich arrogant (was ich dir nicht unterstelle!!!)
Insofern hilft eigentlich immer nur: Lest Euch die betreffende Arbeit dazu durch, versucht sie anhand eigenem Material nachzuvollziehen, und dann kann man sich mit der Zeit eine eigene Meinung bilden, die aber eben auch wiederum nur für den eigenen Erfahrungsschatz und -radius aussagekräftig ist.
beste Grüße,
Andreas
Hallo Andreas,
mich wundert ein wenig, wieso als einzige morphologische Unterscheidung die
Hutfarbe herhalten muß (volemus versus subvolemus). Das hätte sogar ich
schon vor Jahren als Artdifferenzierung belächelt. Forma vielleicht. Aber
Art???
Nur durch irgendeine Sequenzdifferenz wird jetzt zusätzlich zur Hutfarbe
gleich eine Artbeschreibung möglich? Macht das wirklich Sinn?
Kann man dann nicht lieber eine Varietät oder eben Forma beschreiben, wenn
sonst alles gleich ist? Sonst denkt noch jemand, die anderen
"neuen" Arten könnte man nicht essen...)
Ich weiß nicht, wo das hinführen soll. Die Taxonomie sollte doch eigentlich
ein Hilfmittel sein, die Arten, Gattungen usw. einzuordnen und
evolutionäre Schlüsse ziehen zu können. Letzteres traue ich der Genetik
viel eher zu. Das wird aber doch durch solche Artbeschreibungen ad
absurdum geführt. Hutfarbe?? Und dann steht da noch, dass es
Überschneidungen der Hutfarbe gibt. Ob da womöglich noch eine Art
dazwischen steht???? (Ironie)
Wenn irgendwer den Artikel für mich hat?(Fungal Biology - Volume 120, Issue
1, Pages 1-124 (January 2016) Er intersssiert mich. Die Diskussion zur
Artabgrenzung fände ich spannend. Huthaarlänge hier und Farben dort. Dann
sollte man ja im Umkehrschluß dauernd neue Arten beschreiben. Irgendwo
wird man (zur Not später mal) schon einen Sequenzabschnitt finden, der ein
paar evolutionär alte und eben die Differenz der zeitnahen Gene zeigt.
Dieter hat im Nachbarforum gezeigt, wie und wo man solange rummanipuliert,
bis man mit seinen Sequenzen etwas anfangen kann. Und das ist bestimmt
nicht der einzige Weg, fehlende Abschnitte oder zu kurze Abschnitte
aufzuhübschen.
Wieso legt man nicht fest, das neue Arten erst ab signifikanten Differenzen
für diese Gattung geltend, gültig beschrieben werden dürfen.
LG, Jens
P.s.: Ich bin ja eigentlich ein Freund von Statistik(Stochiastik), aber die
bei der Sequenzierung angewandten Methoden halte ich für nicht besonders
aussagestark. Aber ich weiß auch noch nicht alles darüber...
)