Re: Pilze "fressen"

Georg, (vor 8693 Tagen) @ Helmut

Hi Helmut,

anstatt Fotosynthese zu betreiben wie richtige Pflanzen. Sie ernähren sich
von totem oder lebendem organischem Material und bauen dieses ab. Somit
nehmen sie in der Ökologie die Funktion wahr, die sonst den Tieren
vorbehalten ist. Dabei "fressen" sie alles, Pflanzen wie Tiere
(z. B. Puppen-Kernkeule, Gewöllhornpilz etc.).

Der entscheidende Unterschied ist aber, dass Pilze ihre Nahrung nicht umschliessen
und intern verdauen wie Tiere, sondern extern durch enzymatischen Aufschluss.
Diese spezielle Art der Nahrungsaufnahme führte zur Ausbildung der myzelialen
Struktur als beste Anpassung um Substrate weiträumig effizient zu erschließen.

Als eine Verbindung zum
Tierreich könnte man die Schleimpilze ansehen, die einen Teil ihres Lebens
als sich fortbewegendes "Tier" verbringen, einen anderen als
sich durch Sporen fortpflanzender "Pilz". Die Bezeichnung
Schleim"pilz" ist aber m. E. nicht ganz richtig. Die Organismen
gehören eher zum Tierreich.

Es sind eindeutig Amöben, also tierische Einzeller, die sich organisieren
können. Die 'Fruchtkörper' die sie bilden sind durch konvergente
Evolution entstanden und ähneln daher sehr pilzlichen Fruchtkörpern.

Da sich die echten Pilze aber i. d. R. nicht fortbewegen, werden sie
gemeinhin als Pflanzen betrachtet. Ist aber nicht diese eine Kriterium der
Mobilität nicht ein etwas schwaches Argument im Vergleich zu Lebensweise,
Ökologie und Ernährung?

Ein sehr schwaches sogar. Siehe oben. Zudem zeigen DNA-Analysen eindeutig, dass
Pilze nur sehr entfernt mit Pflanzen verwandt sind, dagegen aber viel
näher mit Tieren.

Die Einordnung der Mykologie als eigene Disziplin neben Botanik und Zoologie
ist also nicht nur eine Spinnerei überzogener Pilzfreunde.

Genau.

Georg

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

gesamter Thread: