Allergie auf Steinpilze?

Mischi, (vor 8688 Tagen)

Fall 1: Letzten Sommer ging ich mit einem Kollegen, der mich schon lange bestürmt hatte, in die Steinpilze. Unter den Buchen finden wir dann auch einige schöne Exemplare und freuen uns über die schöne Beute. Ich muss, wie ich mir halt so angewöhnt habe, einen kleinen Bissen der schönen, frischen Steinpilze herunterschlucken. Kurz danach wird mein Magen, oder besser gesagt die Speiseröhre von einem drückenden Schmerz ergriffen, so etwa wie wenn ewas stecken bleiben würde! Nach etwa 1 Stunde ist der Spuk vorbei. (Am Abend versuche ich es nochmals und es tritt wieder auf, nur diesmal viel weniger heftig).

Fall 2: Bei Freunden zum Mittagessen eingeladen gibt es Risotto mit geschnittenen Steinpilzen.
Das Menue ist aus gefrorenen Pilzen zubereitet. Nach ein paar Gabeln erfasst mich eine plötzliche Übelkeit, und ich meine ich müsse mich augenblicklich übergeben. Zum Glück kann ich mich zurückhalten, doch den Rest der Mahlzeit lasse ich auf dem Teller.

Fall 3: Eine aus getrockneten chinesischen Steinpilzen zubereitete Rahmsauce, lässt mich das vorgängig beschriebene nochmals erleben, nur mit einem dazu kratzendem Gefühl im Rachen. Auch das anschliessende herunterspülen hilft nichts. Nur schon der Geruch der Sauce bewirkt bei mir einen Brechreiz, obwohl ich den Geschmack der Sauce als sehr angenehm empfinde.

Hat jemand von Euch schon etwas ähnliches erlebt? Oder gibt es dazu passende Literatur?

Schade, muss wohl die nächsten Steinpilze verschenken....(oder nur mit den Augen betrachten)
Gruss, Mischi

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Re: Allergie auf Steinpilze?

Markus S, (vor 8688 Tagen) @ Mischi

Hallo Mischi

Dein Problem hast Du ja bereits letzte Saison im Verein angesprochen. Es tut mir leid für Dich, aber ein für DICH nützliches "Rezept" kann ich Dir leider auch nicht anbieten.

Ich hätte jedoch trotzdem eine gute Idee, wie das "Problem" doch noch zu einem guten Ende kommt:
Der Pilzverein Zug und Umgebung kann sicher noch Steinpilze (getrocknet, gefroren oder während der Saison auch frisch) für das jährliche am eidg. Dank-, Buss und Bettag durchgeführte öffentliche Pilzrisotto gebrauchen.

Falls Du die "Ablieferadresse" brauchst, so melde Dich bei mir oder einem Vorstandsmitglied ;-))

Liebe Grüsse und spätestens bis zur GV am 1. Februar 2003

Markus S

Fall 1: Letzten Sommer ging ich mit einem Kollegen, der mich schon lange
bestürmt hatte, in die Steinpilze. Unter den Buchen finden wir dann auch
einige schöne Exemplare und freuen uns über die schöne Beute. Ich muss,
wie ich mir halt so angewöhnt habe, einen kleinen Bissen der schönen,
frischen Steinpilze herunterschlucken. Kurz danach wird mein Magen, oder
besser gesagt die Speiseröhre von einem drückenden Schmerz ergriffen, so
etwa wie wenn ewas stecken bleiben würde! Nach etwa 1 Stunde ist der Spuk
vorbei. (Am Abend versuche ich es nochmals und es tritt wieder auf, nur
diesmal viel weniger heftig).
Fall 2: Bei Freunden zum Mittagessen eingeladen gibt es Risotto mit
geschnittenen Steinpilzen.
Das Menue ist aus gefrorenen Pilzen zubereitet. Nach ein paar Gabeln erfasst
mich eine plötzliche Übelkeit, und ich meine ich müsse mich augenblicklich
übergeben. Zum Glück kann ich mich zurückhalten, doch den Rest der
Mahlzeit lasse ich auf dem Teller.
Fall 3: Eine aus getrockneten chinesischen Steinpilzen zubereitete Rahmsauce,
lässt mich das vorgängig beschriebene nochmals erleben, nur mit einem dazu
kratzendem Gefühl im Rachen. Auch das anschliessende herunterspülen hilft
nichts. Nur schon der Geruch der Sauce bewirkt bei mir einen Brechreiz,
obwohl ich den Geschmack der Sauce als sehr angenehm empfinde.
Hat jemand von Euch schon etwas ähnliches erlebt? Oder gibt es dazu passende
Literatur?
Schade, muss wohl die nächsten Steinpilze verschenken....(oder nur mit den
Augen betrachten)
Gruss, Mischi

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Re: Allergie auf Steinpilze?

Harald Andres Schmid, (vor 8688 Tagen) @ Mischi

Hallo Mischi

Es gibt individuelle Unverträglichkeiten bei verschiedenen Menschen auf unterschiedliche Pilzsorten. Damit müssen wir leben.

Hier einige Vermutungen zu den geschilderten Fällen:

Zu Fall 1:
Heute wird generell der Rat gegeben, Pilze nicht roh zu verspeisen. Die meisten Menschen vertragen zwar z.B. rohe Zuchtchampignons, viele vertragen den Steinpilz und die meisten Täublinge (Ausnahme z.B. rotstieliger Ledertäubling), bei den Maronenröhrlingen bekommen schon viele bei Rohgenuss Probleme, und bei einem Hexenröhrling oder Perlpilz fast alle.

Fall 2
Ich könnte mir bei der plötzlichen Übelkeit schon nach ein paar Gabeln höchstens vorstellen, dass dein Körper von vorangegangenen Fällen weiss, dass er den Pilz nicht verträgt und sofort reagiert.

Fall 3
Trockenpilze aus Asien werden z.T. von Kindern gesucht, auf Zeitungspapier an der Sonne zum Trocknen ausgelegt und ohne Kontrolle verpackt. Ein Kollege von mir ist jetzt für eine grosse Schweizer Warenhauskette mit der Kontrolle der entsprechenden Trockenware aus China betraut und hat mir chinesische Bücher gezeigt, in denen steinpilzähnliche Pilze abgebildet sind, die zum Teil Bitterstoffe enthalten oder leichte Giftstoffe, und die es bei uns nicht gibt.
Wir haben mal ein Billig-Pack Trockenpilze aus einem Warenhaus geholt und den Test gemacht, an den einzelnen Stücken ein wenig herumzulutschen. Ein grosser Teil war bitter! Von wegen Steinpilze! In dieser Hinsicht tut sich allerdings einiges in Sachen Qualitätskontrolle. Die guten chinesischen Pilze werden auf Holzkohle getrocknet. (Daher der oft zu beobachtende Rauchwurstgeschmack...)
Gruss, Harald

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Re: Allergie auf Steinpilze?

Mischi, (vor 8687 Tagen) @ Harald Andres Schmid

Hallo Harald,

Danke für Deine Antwort.
Das mit der allmählichen Sensibilisierung auf gewisse Allergene ist ja hinreichend bekannt und ich denke auch gut dokumentiert

Doch: Beruflich bedingt habe ich in den letzten Jahren häufig mit der Qualitätsprüfung von Trockenpilzen aus den Verkaufsregalen zu tun.- Deine Beobachtungen und insbesondere die Bemerkung Deines Freundes habe ich auch gemacht. Unter diesen Importpilzen aus dem Osten (insbes. China) ist eine wilde Vielfalt an Röhrlingen, die ich wohl auch im frischen Zustand nicht sauber bestimmen könnte (fehlende Literatur). Da hat es nebst Lamellenpilzen und Porlingen allerlei Undefinierbares darin, Hauptsache es schmeckt nach Pilz!

Nun bin ich ebenfalls daran mich zu informieren, wie das mit der schweizerischen Lebensmittelgesetzgebung vereinbar sein sollte. Es sind da eigentlich nur: Boletus aereus (Schwarzer S.), aestivalis (Sommer S.), appendiculatus (Gelber Bronze-R.), edulis (Herren S.), erythropus (Schusterpilz), marmorensis (Marrokanischer S.) sowie pinicola (Kiefern S.) als Dickbauchröhrlinge im Handel erlaubt! Wie sieht das aber mit all den chinesischen zum Teil unbekannten Arten aus? Für mich ist die Antwort eigentlich klar, sind wären bei uns nicht für den Markt erlaubt!

Obwohl diese Pilze ja nicht unbedingt ungeniessbar sein müssen, funktioniert die Qualitätskontrolle (oder besser Qualitätssicherung oder einfacher ausgedrückt Pilzkontrolle) in diesen Ländern ungenügend bis gar nicht und das ist meineserachtens völlig unverantwortlich! Dabei liegt die Beweispflicht eindeutig bei den Händlern. Man kann doch nicht irgend etwas auf den Markt bringen und schauen wie die Konsumenten darauf reagieren! Sind wir denn eigentlich Versuchskanninchen?
Eigentlich sollte die Positivliste der Speisepilze so abgeändert werden, dass es hiesse: Alle Röhrlinge mit einem Netz auf dem Stiel dürfen als Steinpilze verkauft werden (inkl. B.satanas und T.felleus und weitere Bitterröhrlinge)
Da sich jedoch niemand darüber äussert, bleibt dieser Misstand unbeachtet, man sagt halt man vertrage die Pilze nicht, oder man habe zuviel davon gegessen.

Eigentlich sollte ich mich hüten, so wilde Vermutungen zu äussern, denn ich denke da werden jährlich so einige Tonnen dieser Pilze umgesetzt........

Klar, haben diese Beobachtungen primär nichts mit der von mir beschriebenen Allergie zu tun, doch ganz ausschliessen möchte ich es nicht. Wir Pilzinteressierten sollten Erfahrungen austauschen, ob es weitere, ähniche Fälle von Steinpilz-Unverträglichkeiten gibt.

Mit lieben Grüssen,

Michel

Noch eine Bitte:

Kannst Du herausfinden, welche Boletus-Arten in Deuschland als Steinpilze vermarktet werden dürfen, gibt es überhaupt eine Liste der zugelassenen Pilze?

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Re: Allergie auf Steinpilze?--_OPERAB__-rNp/v3IHsH

Ich bin kein Berliner!--_OPERAB__-rNp/v3IHsHEPak2f, (vor 8686 Tagen) @ Mischi

.....ich habe bei einer (sehr) raschen Suche auch nicht allzuviel
wissenschaftliches gefunden, aber allenfalls muss man im
Zusammenhang mit einer Allergie etwas tiefer suchen. Hast Du die
Symptome nur beim Verzehr von Steinpilzen oder Röhrlingen
allgemein?

Food allergy to spinach and mushroom.

AU: Herrera-I; Moneo-I; Caballero-ML; Paz-S-de;
Perez-Pimiento-A; Rebollo-S

PY: 2002

SO: Allergy-; 57 (3) 261-262, 6 ref.

DT: Journal-Article

AB: The case of a 31-yr-old woman who suffered allergic
reactions following consumption of spinach and mushrooms is
described. Prick-by-prick tests with raw and

boiled spinach, raw beet and chard were positive, while
immunoblotting of spinach, mushroom, chard and beet extracts
showed the strongest recognition against

spinach extracted with boiling water. Using the patient's serum,
immunoblotting of the spinach extract revealed 4 bands (18-35
kDa), while that of a mushroom extract

revealed a 22 kDa band, a broad zone from 16-18 kDa and a
faint band of approx. 15 kDa. Mushroom and chard extracts
inhibited recognition of spinach allergens,

while spinach and chard extracts caused either complete or partial
inhibition of the mushroom bands. It is concluded that spinach and
mushrooms may have common

epitopes responsible for the cross-reactivity observed.
___________

Allergic asthma to shiitake and oyster mushroom.

AU: Senti-G; Leser-C; Lundberg-M; Wuethrich-B

PY: 2000

SO: Allergy-; 55 (10) 975-976, 6 ref.

DT: Journal-Article

AB: This report describes the case of a 48-yr-old truck driver who
exhibited asthma due to the transportation of shiitake and oyster
mushrooms. Prick-to-prick tests were

positive for shiitake gills and oyster mushrooms, but negative for
shiitake stalks, while CAP results for shiitake and oyster mushrooms,
and for their spores were

dose-dependently positive. Forced vital capacity was reduced
from the normal value of 4240 ml/s to 3870 ml/s. Other cases of
occupational allergic reactions to shiitake

and oyster mushrooms are discussed, as are methods which can
be implemented to minimize these reactions.
________

Blenford-DE

PY: 1993

SO: International-Food-Ingredients; No. 6, 23-26, 6 ref.

DT: Journal-Article

AB: Food allergies and food intolerance are examined in relation to
causes, incidence, treatment and remedies. Allergy, in this context, is
defined as a hypersensitive

reaction to allergens with no clear symptoms; intolerance is the
inability to absorb or metabolize a nutrient causing highly debilitating
reactions. Allergies and

intolerances may be hereditary or stimulated by environmental
conditions; the most common foods and food ingredients causing a
reaction include milk allergens,

lactose, gluten, chocolate, nuts and additives. Problems in
identifying the prevalence of food reactions and the range of foods
concerned are considered; gluten

intolerance has the highest reported level in Europe and the UK.
The most common reported reaction to foods is hyperactivity.
Reactions to foods have also been

reported for people working in the following industries: fish
processing; baking and milling; agriculture (soybeans, mushrooms);
brewing; and processing of spices, garlic,

tea and mustard. In the case of food proteins, modification of the
offending allergen can reduce the allergenic reactivity of materials.
_________

AN: 83-06-J0915

TI: A study on the growth potential of Staphylococcus aureus in
Boletus edulis, a wild edible mushroom, prompted by a food
poisoning outbreak.

AU: Lindroth-S; Strandberg-E; Pessa-A; Pellinen-MJ

PY: 1983

SO: Journal-of-Food-Science; 48 (1) 282-283

AB: A dish of Boletus edulus in vinegar caused staphylococcal
food poisoning in 13 of 35 diners in a restaurant. Enterotoxicosis
was confirmed by detection of toxins A

and D in the dish. Staphylococcus aureus growth potential in B.
edulis was studied by inoculating fresh, frozen and thawed bolete
with S. aureus strains VTTE 530, 757,

793 and 805 and storing for 3 days at 15 degree and/or 21 degree
C. Essentially no staphylococcal growth was observed in frozen and
thawed mushrooms contaminated

with strains 530, 793 or 805. In fresh B. edulis the same strains
showed slight growth at 21 degree C. Frozen and thawed bolete
inoculated with strains 530 and 757

(isolated from mushroom soup, nonenterotoxigenic) supported
staphylococcal growth in 2 days at 21 degree C from a level of
4.8x10-4 and 5.4x10-3 to 2.0x10-6 and

7.0x10-7 colony forming units/g, resp. Enterotoxin was not
detected in these samples.

_________

AN: 83-03-J0477

TI: [Cd/Zn ratio in edible fungi and its toxicological significance.]

AU: Torija-Isasa-ME; Masoud-TA; Martinez-Para-MC

PY: 1982

SO: Anales-de-Bromatologia; 33 (1) 149-154, 9 ref.

AB: Cd and Zn were determined in 12 spp. of edible wild fungi
(Agrocybe aegerita, Boletus edulis, Helvella lacunosa, Laccaria
laccata, Lepista nuda, Lepista personata,

Macrolepiota procera, Marasmius oreades, Melanoleuca
melaleuca, Suillus luteus, Tricholoma flavovirens, and T. terreum).
Data are given for Cd and Zn concn. (mean

values and ranges, fresh and dry wt. basis), and Cd/Zn ratios. The
max. recorded Cd concn. was 1.92 p.p.m. (fresh basis) in M.
melaleuca; max. Zn concn. was 46.20

p.p.m. (fresh wt. basis), also in M. melaleuca. Cd/Zn ratio (fresh
wt. basis) ranged from 0.003 (Helvella lacunosa) to 0.089
(Tricholoma terreum). It is concluded that these

fungi present no significant health hazard.

____________

Alle Literaturhinweise uas der Datenbank FSTA (Food Science and
Technology Abstracts), über wlches eigentllich jedes gute
Lebensmittelinpsektorat verfügen sollte - die Lebensmittelindustrie
verfügt jedenfalls grösstenteils darüber. Die Datenbank wird auch an
der ETH eingesetzt (für "Private" mit Preisen ab 6500.- (pro Jahr)
wohl zu teuer)

Gruss

Stefan

Hallo Harald,
Danke für Deine Antwort.
Das mit der allmählichen Sensibilisierung auf gewisse Allergene ist ja
hinreichend bekannt und ich denke auch gut dokumentiert
Doch: Beruflich bedingt habe ich in den letzten Jahren häufig mit der
Qualitätsprüfung von Trockenpilzen aus den Verkaufsregalen zu tun.- Deine
Beobachtungen und insbesondere die Bemerkung Deines Freundes habe ich auch
gemacht. Unter diesen Importpilzen aus dem Osten (insbes. China) ist eine
wilde Vielfalt an Röhrlingen, die ich wohl auch im frischen Zustand nicht
sauber bestimmen könnte (fehlende Literatur). Da hat es nebst
Lamellenpilzen und Porlingen allerlei Undefinierbares darin, Hauptsache es
schmeckt nach Pilz!
Nun bin ich ebenfalls daran mich zu informieren, wie das mit der
schweizerischen Lebensmittelgesetzgebung vereinbar sein sollte. Es sind da
eigentlich nur: Boletus aereus (Schwarzer S.), aestivalis (Sommer S.),
appendiculatus (Gelber Bronze-R.), edulis (Herren S.), erythropus
(Schusterpilz), marmorensis (Marrokanischer S.) sowie pinicola (Kiefern
S.) als Dickbauchröhrlinge im Handel erlaubt! Wie sieht das aber mit all
den chinesischen zum Teil unbekannten Arten aus? Für mich ist die Antwort
eigentlich klar, sind wären bei uns nicht für den Markt erlaubt!
Obwohl diese Pilze ja nicht unbedingt ungeniessbar sein müssen, funktioniert
die Qualitätskontrolle (oder besser Qualitätssicherung oder einfacher
ausgedrückt Pilzkontrolle) in diesen Ländern ungenügend bis gar nicht und
das ist meineserachtens völlig unverantwortlich! Dabei liegt die
Beweispflicht eindeutig bei den Händlern. Man kann doch nicht irgend etwas
auf den Markt bringen und schauen wie die Konsumenten darauf reagieren!
Sind wir denn eigentlich Versuchskanninchen?
Eigentlich sollte die Positivliste der Speisepilze so abgeändert werden, dass
es hiesse: Alle Röhrlinge mit einem Netz auf dem Stiel dürfen als
Steinpilze verkauft werden (inkl. B.satanas und T.felleus und weitere
Bitterröhrlinge)
Da sich jedoch niemand darüber äussert, bleibt dieser Misstand unbeachtet,
man sagt halt man vertrage die Pilze nicht, oder man habe zuviel davon
gegessen.
Eigentlich sollte ich mich hüten, so wilde Vermutungen zu äussern, denn ich
denke da werden jährlich so einige Tonnen dieser Pilze umgesetzt........
Klar, haben diese Beobachtungen primär nichts mit der von mir beschriebenen
Allergie zu tun, doch ganz ausschliessen möchte ich es nicht. Wir
Pilzinteressierten sollten Erfahrungen austauschen, ob es weitere, ähniche
Fälle von Steinpilz-Unverträglichkeiten gibt.
Mit lieben Grüssen,
Michel
Noch eine Bitte: Kannst Du herausfinden, welche Boletus-Arten in Deuschland
als Steinpilze vermarktet werden dürfen, gibt es überhaupt eine Liste der
zugelassenen Pilze?

--_OPERAB__-rNp/v3IHsHEPak2f4jvT+q

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Re: Allergie auf Steinpilze?--_OPERAB__-rNp/v3IHsH

Ich bin ein Schweriner, (vor 8686 Tagen) @ Ich bin kein Berliner!--_OPERAB__-rNp/v3IHsHEPak2f

und hier die "freien" Infos:

http://www.evergreen.edu/mushrooms/introm/s27.htm

http://www.sinohost.com/yunnan_pages/mushrooms/boletuschina.html

.....ich habe bei einer (sehr) raschen Suche auch nicht allzuviel
wissenschaftliches gefunden, aber allenfalls muss man im
Zusammenhang mit einer Allergie etwas tiefer suchen. Hast Du die
Symptome nur beim Verzehr von Steinpilzen oder Röhrlingen
allgemein?
Food allergy to spinach and mushroom.
AU: Herrera-I; Moneo-I; Caballero-ML; Paz-S-de;
Perez-Pimiento-A; Rebollo-S
PY: 2002
SO: Allergy-; 57 (3) 261-262, 6 ref.
DT: Journal-Article
AB: The case of a 31-yr-old woman who suffered allergic
reactions following consumption of spinach and mushrooms is
described. Prick-by-prick tests with raw and
boiled spinach, raw beet and chard were positive, while
immunoblotting of spinach, mushroom, chard and beet extracts
showed the strongest recognition against
spinach extracted with boiling water. Using the patient's serum,
immunoblotting of the spinach extract revealed 4 bands (18-35
kDa), while that of a mushroom extract
revealed a 22 kDa band, a broad zone from 16-18 kDa and a
faint band of approx. 15 kDa. Mushroom and chard extracts
inhibited recognition of spinach allergens,
while spinach and chard extracts caused either complete or partial
inhibition of the mushroom bands. It is concluded that spinach and
mushrooms may have common
epitopes responsible for the cross-reactivity observed.
___________
Allergic asthma to shiitake and oyster mushroom.
AU: Senti-G; Leser-C; Lundberg-M; Wuethrich-B
PY: 2000
SO: Allergy-; 55 (10) 975-976, 6 ref.
DT: Journal-Article
AB: This report describes the case of a 48-yr-old truck driver who
exhibited asthma due to the transportation of shiitake and oyster
mushrooms. Prick-to-prick tests were
positive for shiitake gills and oyster mushrooms, but negative for
shiitake stalks, while CAP results for shiitake and oyster mushrooms,
and for their spores were
dose-dependently positive. Forced vital capacity was reduced
from the normal value of 4240 ml/s to 3870 ml/s. Other cases of
occupational allergic reactions to shiitake
and oyster mushrooms are discussed, as are methods which can
be implemented to minimize these reactions.
________
Blenford-DE
PY: 1993
SO: International-Food-Ingredients; No. 6, 23-26, 6 ref.
DT: Journal-Article
AB: Food allergies and food intolerance are examined in relation to
causes, incidence, treatment and remedies. Allergy, in this context, is
defined as a hypersensitive
reaction to allergens with no clear symptoms; intolerance is the
inability to absorb or metabolize a nutrient causing highly debilitating
reactions. Allergies and
intolerances may be hereditary or stimulated by environmental
conditions; the most common foods and food ingredients causing a
reaction include milk allergens,
lactose, gluten, chocolate, nuts and additives. Problems in
identifying the prevalence of food reactions and the range of foods
concerned are considered; gluten
intolerance has the highest reported level in Europe and the UK.
The most common reported reaction to foods is hyperactivity.
Reactions to foods have also been
reported for people working in the following industries: fish
processing; baking and milling; agriculture (soybeans, mushrooms);
brewing; and processing of spices, garlic,
tea and mustard. In the case of food proteins, modification of the
offending allergen can reduce the allergenic reactivity of materials.
_________
AN: 83-06-J0915
TI: A study on the growth potential of Staphylococcus aureus in
Boletus edulis, a wild edible mushroom, prompted by a food
poisoning outbreak.
AU: Lindroth-S; Strandberg-E; Pessa-A; Pellinen-MJ
PY: 1983
SO: Journal-of-Food-Science; 48 (1) 282-283
AB: A dish of Boletus edulus in vinegar caused staphylococcal
food poisoning in 13 of 35 diners in a restaurant. Enterotoxicosis
was confirmed by detection of toxins A
and D in the dish. Staphylococcus aureus growth potential in B.
edulis was studied by inoculating fresh, frozen and thawed bolete
with S. aureus strains VTTE 530, 757,
793 and 805 and storing for 3 days at 15 degree and/or 21 degree
C. Essentially no staphylococcal growth was observed in frozen and
thawed mushrooms contaminated
with strains 530, 793 or 805. In fresh B. edulis the same strains
showed slight growth at 21 degree C. Frozen and thawed bolete
inoculated with strains 530 and 757
(isolated from mushroom soup, nonenterotoxigenic) supported
staphylococcal growth in 2 days at 21 degree C from a level of
4.8x10-4 and 5.4x10-3 to 2.0x10-6 and
7.0x10-7 colony forming units/g, resp. Enterotoxin was not
detected in these samples.
_________
AN: 83-03-J0477
TI: [Cd/Zn ratio in edible fungi and its toxicological significance.]
AU: Torija-Isasa-ME; Masoud-TA; Martinez-Para-MC
PY: 1982
SO: Anales-de-Bromatologia; 33 (1) 149-154, 9 ref.
AB: Cd and Zn were determined in 12 spp. of edible wild fungi
(Agrocybe aegerita, Boletus edulis, Helvella lacunosa, Laccaria
laccata, Lepista nuda, Lepista personata,
Macrolepiota procera, Marasmius oreades, Melanoleuca
melaleuca, Suillus luteus, Tricholoma flavovirens, and T. terreum).
Data are given for Cd and Zn concn. (mean
values and ranges, fresh and dry wt. basis), and Cd/Zn ratios. The
max. recorded Cd concn. was 1.92 p.p.m. (fresh basis) in M.
melaleuca; max. Zn concn. was 46.20
p.p.m. (fresh wt. basis), also in M. melaleuca. Cd/Zn ratio (fresh
wt. basis) ranged from 0.003 (Helvella lacunosa) to 0.089
(Tricholoma terreum). It is concluded that these
fungi present no significant health hazard.
____________
Alle Literaturhinweise uas der Datenbank FSTA (Food Science and
Technology Abstracts), über wlches eigentllich jedes gute
Lebensmittelinpsektorat verfügen sollte - die Lebensmittelindustrie
verfügt jedenfalls grösstenteils darüber. Die Datenbank wird auch an
der ETH eingesetzt (für "Private" mit Preisen ab 6500.- (pro Jahr)
wohl zu teuer)
Gruss
Stefan
--_OPERAB__-rNp/v3IHsHEPak2f4jvT+q

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Re: Allergie auf Steinpilze?--_OPERAB__-rNp/v3IHsH

Mischi, (vor 8686 Tagen) @ Ich bin ein Schweriner

Super diese Links

Habe einige wichtige Informationen gefunden, Danke!

Michel

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Re: Allergie auf Steinpilze?

Harald Andres Schmid, (vor 8685 Tagen) @ Mischi

Hallo Harald,
Danke für Deine Antwort.
Noch eine Bitte: Kannst Du herausfinden, welche Boletus-Arten in Deuschland
als Steinpilze vermarktet werden dürfen, gibt es überhaupt eine Liste der
zugelassenen Pilze?

hallo,
Ich habe als Schweizer leider keine Ahnung, wie das bei euch in Deutschland läuft.
Bei uns läuft im Moment alles schief, die offizielle Kontrolle wurde ganz abgeschafft, Wirte z.B. müssen selbstgesammelte Pilze nicht mehr kontrollieren lassen, wenn sie sie in ihrem Lokal anbieten! Sie sind einfach zur Qualitässicherung verpflichtet. Was das für jeden einzelnen heisst, ist ihm überlassen...
Schreckliche Zustände!
Gruss, Harald Andres

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Behandlung

Rudi, (vor 8688 Tagen) @ Mischi

Nahrungsmittelallergien gibt es ja häufig. Allergische Reaktionen auf Pilze, wie du sie schilderst, sind auch gar nicht selten- es gibt übrigens auch sehr häufig Allergien auf Pilzsporen- und nicht nur auf die bekannten Schimmelpilze!
Die beste Behandlung bei nahrungsmittelausgelösten Allergien ist sicher das vermeiden- Du wirst bestimmt nicht nur in der Schweiz freundliche Helfer finden!
Es gibt ja noch etliche andere Schwammerl, die Du bestimmt verträgst und die kulinarisch vielleicht noch interessanter sind.
Natürlich gibt es auch einige Behandlungsmethoden, teils aus der Schulmedizin, teils mit Naturheilverfahren- insbesondere die klassische Homöopathie hat da ihre Möglichkeiten.
Aber, wie gesagt, das beste ist : Steinpilze verschenken!
Grüße rudi

Fall 1: Letzten Sommer ging ich mit einem Kollegen, der mich schon lange
bestürmt hatte, in die Steinpilze. Unter den Buchen finden wir dann auch
einige schöne Exemplare und freuen uns über die schöne Beute. Ich muss,
wie ich mir halt so angewöhnt habe, einen kleinen Bissen der schönen,
frischen Steinpilze herunterschlucken. Kurz danach wird mein Magen, oder
besser gesagt die Speiseröhre von einem drückenden Schmerz ergriffen, so
etwa wie wenn ewas stecken bleiben würde! Nach etwa 1 Stunde ist der Spuk
vorbei. (Am Abend versuche ich es nochmals und es tritt wieder auf, nur
diesmal viel weniger heftig).
Fall 2: Bei Freunden zum Mittagessen eingeladen gibt es Risotto mit
geschnittenen Steinpilzen.
Das Menue ist aus gefrorenen Pilzen zubereitet. Nach ein paar Gabeln erfasst
mich eine plötzliche Übelkeit, und ich meine ich müsse mich augenblicklich
übergeben. Zum Glück kann ich mich zurückhalten, doch den Rest der
Mahlzeit lasse ich auf dem Teller.
Fall 3: Eine aus getrockneten chinesischen Steinpilzen zubereitete Rahmsauce,
lässt mich das vorgängig beschriebene nochmals erleben, nur mit einem dazu
kratzendem Gefühl im Rachen. Auch das anschliessende herunterspülen hilft
nichts. Nur schon der Geruch der Sauce bewirkt bei mir einen Brechreiz,
obwohl ich den Geschmack der Sauce als sehr angenehm empfinde.
Hat jemand von Euch schon etwas ähnliches erlebt? Oder gibt es dazu passende
Literatur?
Schade, muss wohl die nächsten Steinpilze verschenken....(oder nur mit den
Augen betrachten)
Gruss, Mischi

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Re: Steinpilze allergie

Piero, (vor 8686 Tagen) @ Rudi

Mischi
I would like to remember that the first cases of allergy to Boletus edulis have been reported by Torricelli and others in the Journal Allergy ,vol.52,number 7, pages 747-751, 1997.
Herewith you can find the abstract:

Authors Torricelli R. Johansson SG. Wuthrich B.
Institution Department of Dermatology University Hospital, Zurich, Switzerland.
Title Ingestive and inhalative allergy to the mushroom Boletus edulis.
Allergy. 52(7):747-51, 1997 Jul.

Abstract This is the first report on inhalative and ingestive allergy to the common edible mushroom Boletus edulis (Be) (English, edible boletus; German, Steinpilz; French, bolet; Italian, porcino or boleto) belonging to the class Basidiomycetes. Four cases observed in our allergy unit are presented, showing different clinical manifestations of this rare allergy: as an occupational problem or life-threatening anaphylactic reactions after eating Be. In all cases, skin prick-to-prick tests with raw Be were strongly positive: in three cases, specific IgE against Be could be found. The symptoms were reproducible after an inhalation challenge test. It is noteworthy that not only can Basidiomycetes cause airborne allergy but also that edible mushrooms from this class can cause inhalative and intestinal allergy. The two patients with strong anaphylactic reactions demonstrate that Be may have great allergenic potential.
Best regards.
Piero

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Re: Allergie auf Steinpilze?

Andreas 2, (vor 8688 Tagen) @ Mischi

Hallo Mischi,

in meiner Studentenzeit hatte ich einen Kommilitonen, dem ging es wie dir.
Wir, damals noch jung an Jahren, wollten an diese von ihm erzählte Allergie
spez. gegen Steinpilze nicht glauben und haben, an ein nur für ihn
zubereitetes "steinpilzfreies" Pilzgericht einen kleinen Steinpilz
untergeschmuggelt. So schnell wie er von diesen Pilzen gegessen hatte waren
sie auch wieder draußen. Er hatte dann noch den ganzen Abend mit starken
Bauchschmerzen, Brechanfällen und Durchfall zu kämpfen, was sich dann aber
nach ca. 3h gegen Mitternacht wieder beruhigte. Uns war es damals nicht
wohl in unserer Haut und waren froh, als er sich wieder besser fühlte. Das
ein Steinpilz die Ursache war, mussten wir ihm auch nicht beichten, er
wusste sofort Bescheid. Bei gelegentlichen Seminargruppentreffen können
wir heute wieder gemeinsam darüber Lachen, aber an Steinpilze kann er
immer noch nicht ran.

Gruß A2