Winzling, v. Harald Andres *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8646 Tagen)

Hallo, zusammen
Beim Spazierengehen stieg ich über einen umgefallenen Birkenstamm und sah:
[image]
Der Pilz ist gerade mal zwei Zentimeter gross.
Seine Färbung auf der Unterseite ist nicht ganz typisch.
Der Baum ist auch nicht, wie sonst typisch bei Befall mit diesem Pilz, beim
Umfallen gleich in mehrere Teile zerbrochen.
Ich denke, ihr habt ihn schon erkannt?
In vielen Büchern wird er als "jung essbar" angegeben.
Ich habe das schon mit vorherigem Abkochen und alles versucht.
Der Pilz schmeckt schrecklich und hat einen übelkeiterregenden, bitteren
Nachgeschmack.
In der guten Küche kann man ihn also wohl kaum schätzen...
Gruss, Harald Andres

Eintrag gesperrt
10 Aufrufe

Auflösung

Harald Andres Schmid, (vor 8642 Tagen) @ Notizbrettbildservice

hallo,
Es handelt sich trotz der ungewöhnlichen Färbung um Piptoporus betulinus, den Birkenporling. Meist sind die Farbtöne mehr ins Graue spielend.
Er verursacht eine heftige Braunfäule.
Das braunfaule Holz der gefallenen Birken wurde von der Schweizer Uhrenindustrie als Politur verwendet.
Früher nagelte man auch Streifen des getrockeneten Pilzes an die Wand, um Rasierklingen zu schärfen.
"Ötzi" trug einen Birkenporling auf sich, als er mit gehöriger Verspätung von 5300 Jahren nach seinem Tode endlich aufgefunden wurde.
Die Wissenschaft streitet sich nun, wozu.
Die einen denken, er habe damit Pfeilspitzen geschärft.
Andere denken, er habe den Pilz, getränkt mit Urin, als Zunder benutzt.
Andere denken, er habe es als blutstillendes Mittel benutzt.
Andere denken, er habe es als Abführmittel benutzt. Ötzi hatte Würmer. Ein Befall mit Trichuris trichiura wurde nachgewiesen.
Leicht antibiotische Wirkung wird dem Birkenporling auch nachgesagt.
Gruss, Harald Andres