Hilfe gesucht zu Speise- und Spitzmorcheln!

josy, (vor 8570 Tagen)

Hallo liebe Morchelgemeinde, insbesondere Elfi!

Ich war dieses Frühjahr ziemlich häufig auf Morchelsuche, das Ergebnis war mehr als mager! Bei etwa 10 Suchgängen hab' ich insgesamt nur zwei Speisemorcheln und keine einzige Spitzmorchel gefunden! Jetzt frag' ich mich, ob ich wirklich zu doof dazu bin mehr zu finden, ob ich vielleicht an den falschen Stellen gesucht habe oder ob es ganz einfach zu wenig geregnet hat?

Gesucht habe ich auf die Tips von Elfi hin an folgenden Biotopen: Unter Eschen und Erlen an kleinen Bachläufen bzw. in feuchten Laubwäldern/Erlenbruchwäldern, vielfach mit Lerchensporn, Taubnesseln, Schlüssel- und Sumpfdotterblumen, Giersch, Aronstab oder auch Bärlauch bewachsen, insbesondere im westlichen Teil der Fränkischen Schweiz! Des weiteren suchte ich auch noch in alten Streuobstbeständen! Überall eigentlich nichts (von den genannten zwei Exemplaren abgesehen).

Zum Wetter: Das diesjährige Frühjahr war hier im Raum Ost-Mittelfranken bzw. West-Oberfranken extrem trocken. Es gab eigentlich seit Februar kein einziges mal wirklich nennenswerte Regenfälle oder Gewittergüsse. Über die genaue Regenmenge weis ich nichts, allerdings war (und ist!) es wirklich "unter aller Kanone". Ich kann mich nicht erinnern jemals hier ein so trockenes Frühjahr erlebt zu haben.

Was mich nur stutzig macht: An den wirklich feuchten Stellen, an denen ich gesucht habe, dürfte doch der mangelnde Regen kaum etwas ausgemacht haben, oder?

Also, nun bin ich gespannt was ihr dazu sagt und woran mein Mißerfolg gelegen haben könnte!

Bin für jegliche Hilfen und Tipps dankbar!

Könnte eigentlich nach einem heftigen Regenguss noch einmal "was kommen"?

Johannes

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Re: F1 Hilfe!

elfi ⌂, (vor 8570 Tagen) @ josy

Hallo Johannes,

einmal ist zu Deinem Jammer zu sagen, dass dieses Jahr auf grund des Wassermangels ein extrem schlechtes Morcheljahr war.

Dazu bin ich der Meinung, dass gerade die Morchel eine ganz bestimmte Feuchtigkeit im Boden will, mal ganz abgesehen von den Pflanzen die sie will und der Bodenbeschaffenheit die sie braucht. Wenn die Morcheln ihr optimales Umfeld haben ist noch nicht gesagt, dass sie wächst, mal ein paar Beispiele:

Eschenwald am Hang, dicht mit Bingelkraut bewachsen, die Speise-Morcheln wachsen wie in Streifen über den Hang herunter, man kann am Fuß des Berges Wasseraustritt ausmachen, also wachsen die Morcheln über der Wasserader, dazwischen gibt es kein Stück. Da wo sich das Wasser staut wachsen sie auch nicht!

Fichtenwaldstraße: Straßengraben, Bewuchs: Huflattich, Gras, Brombeeren, Pestwurz, Erdbeeren, Seggen, es sieht überall gleich aus. Ist das Wetter trocken, also es läuft kein Wasser im Graben, kann man an der tiefsten Stelle 1-3 Spitzmorcheln finden. Das Wetter liegt im Durchschnitt, dann meiden die Pilze den Grabenboden und ziehen die Böschung hoch. Sollte es eine verregnete Morchelzeit sein, stehen die Morcheln zu Massen am Straßenrand oder gegenüber am höher gelegenen Waldrand (In diesem Fall ein ca. 100-jähriger Fichetenwald).

Auwald: Jede Menge Anemonen, Eschen, eingestreute Fichten, Buchen, Bingelkraut, Seggen, Brennnessel, Hartriegelgewächse: Die Spitzmorchel zieht je nach Feuchtigkeit den natürlichen Damm hoch, mal weiter unten mal weiter oben, die Speisemorchel steht immer bei den dicksten Eschen, die das meiste Laub unter sich haben, besonders liebt sie es, wenn sich Buchenblätter in das Eschenlaub mischen.
Ich habe dicke Eschen da hole ich schon seit 20 Jahren meine Speisemorcheln, mal mehr mal weniger, je nach Witterung, aber ohne Pause!
Die Käppchenmorcheln stehen meistens in den dichtesten Brennnesselbüschen, aber nur wenn es sehr, sehr nass ist, das siehst Du an den Holunderbüschen, gerne da wo die Rinde abgeplatzt ist, die sind dann üppig voll mit Judasohren!
(Dieses Jahr habe ich ein einziges vor sich hinsiechendes Käppchenmorchelchen gefunden, wenn es ein kühles verregentes Frühjahr ist, kann ich dort 1.000 Stück finden!)
Dazu kommt noch, das sich die Morcheln immer ihrer Umgebung anpassen, also tarnen, ich bin der Meinung sie haben geradezu ein Verlangen danach, sich ihrer Umgebung in Färbung und Gestalt anzupassen, daher kommen auch die Meinungen über viele Arten. Höchstwahrscheinlich sind es nur Umgebungsanpassungen.

Die Spitzmorcheln in Kieferwäldern, wohlgemerkt nur an Wegrändern! sind meist sehr dunkel, auch die unter Erlen, sie passen sich den Zapfen an. Im Fichtenwald haben sie eher ein lichtes Braun, ala Fichtenzapfen.

An der Iller habe ich auf einer Sandbank vor 2 Jahren fast 100 kleine Käppchenmorcheln gefunden, die ich vor näherem Hinsehen allesamt für Erlennüsschen gehalten habe, die es da zu Mengen gab.

Ich sage immer wieder Morchelsuche ist eine Sache des Hinschauens.
Meine ersten Speisemorcheln habe ich gefunden, weil ich mir vorstellte ich müsse Badeschwämme finden, die genauso braungelb und löchrig sind.

Zum Zeitlimit, kann ich nur sagen, dass ich bei uns die Pilzsaison für beendet erklärt habe. Sollte noch was wachsen, ist es unter dem Unterbewuchs, speziell im Auwald nicht mehr ausmachbar. Das Ende geht bei uns mit der Blühte der Lichtnelke einher und die blüht wie besessen, in irren Mengen wie alles in diesem Frühjahr.
Leider wird Zorro keinen zweiten Schub auf dem Mulch erleben, allenfalls einige Riesenexemplare, die bestimmt durch den kalten Regen übernässt wurden, die sehen gut aus und stinken elend.

Aber Rindenmulchmorcheln sind eh ein eigenes Völkchen...!
Bei uns gab es in diesem Jahr keine "Rimumos" wegen Wassermangel!

Ach ja, da gibt es noch die Bergwiese voller brauner Tupfen, kein Baum kein Strauch nur Kuhweide und ...Spitzmorcheln!

Ich hoffe, Johannes, Dir und anderen Forumsteilnehmern für die nächste Morchelsaison ein wenig geholfen zu haben!

Morchelige Grüße
elfi

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Re: F1 Hilfe!

Harald Andres Schmid, (vor 8569 Tagen) @ elfi

Dazu kommt noch, das sich die Morcheln immer ihrer Umgebung anpassen, also
tarnen, ich bin der Meinung sie haben geradezu ein Verlangen danach, sich
ihrer Umgebung in Färbung und Gestalt anzupassen, daher kommen auch die
Meinungen über viele Arten. Höchstwahrscheinlich sind es nur
Umgebungsanpassungen.
Die Spitzmorcheln in Kieferwäldern, wohlgemerkt nur an Wegrändern! sind meist
sehr dunkel, auch die unter Erlen, sie passen sich den Zapfen an. Im
Fichtenwald haben sie eher ein lichtes Braun, ala Fichtenzapfen.

hallo, Elfi
wie schaffen denn das die Morcheln? Haben sie Unterricht bei Chamäleons? ;-)
Lieben Gruss, Harald Andres

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Zur Info leider ein mieses Bild... *PIC*

elfi ⌂, (vor 8570 Tagen) @ josy

Leider ist das Bild sehr unscharf, es soll nur zur Info
sein, wie die Spitzmorcheln in den Bergen wachsen!
[image]
Interessant dabei ist, dass die Morcheln auf dieser
Buckelwiese immer auf den "Buckeln" wachsen, nicht in
den "Tälern" dazwischen!
elfi

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Re: Hilfe

Manfred, (vor 8569 Tagen) @ josy

Hallo liebe Morchelgemeinde, insbesondere Elfi!

Hallo Johannes

Bei Sumpfdotterblumen habe ich noch nie eine Morchel gefunden. Sumpfböden sind sauer, oder Böden mit Wasserstau wie Elfi sagt. In den Niederungen meiner Heimat im Kanton Bern auf ca. 480 NN war bei den Spitzmorcheln (dieses Jahr kamen keine) auch Lungenkraut und Waldmeister zu finden, Pestwurz dagegen nicht (die kommt eher in höheren Lagen).
In Ergänzung zu Elfis Begleitbäumen für Speisemorcheln kann ich Dir noch die Ulme empfehlen, und unter Obstbäumen habe ich früher oft auch Speisemorcheln gefunden, besonders an Wegböschungen. Der Boden darf aber nicht gedüngt sein.
Speisemorcheln scheinen Apfelbäume zu bevorzugen, wogegen ich unter Kirsch- und Birnbäumen schon Käppchenmorcheln gefunden habe. Begleitpflanzen bei Eschen an Bachläufen oft Scharbockskraut und Aronstab, aber auch Brennnessel, im Eschen-Buchen-Mischwald mehr Bingelkraut.
Für dieses Jahr ist es in den Niederungen gelaufen, und bei mir wars wohl die schlechteste Saison aufgrund des Wetterverlaufs (keine einzige Spitzmorchel).
Doch gehe ich am Freitag ins Berner Oberland auf 1000-1400 NN auf Spitzmorchelsuche, und wer weiss...
Zum Schluss: schau Dir doch auch noch die Beiträge von Gerald an, er hat "seinen" Morchelberg doch in der fränkischen Schweiz und kann Dir sicher auch Tips geben. Dort kommen die Spitzis sehr früh und profitieren noch von der Feuchtigkeit der Schneeschmelze. (s. Beiträge vom 2.3., 19.3. und 30.3.)

Grüssli
Manfred

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Re: Hilfe gesucht zu Speise- und Spitzmorcheln!

Saarländer, (vor 8569 Tagen) @ josy

Hallo,

ich stand diesen Frühling genau wie Du sehr oft mit leeren Händen da, wenn ich auf Morchelsuche war. Am 1.Mai war ich dann bei meiner Mutter zum Essen eingeladen und fand in ihrem Vorgarten auf 1 Jahr altem Rindenmulch 14 prächtige Speise- und Spitzmorcheln.
Zwei Tage später rief mich ein Freund an, der weiß, daß mein Hobby Pilze sind und berichtete mir, daß in seinem Garten auf Mulch einige Morcheln wachsen würden. Die Ausbeute in seinem Garten waren nochmal 17 Morcheln.
Nach dieser Erfahrung würde ich behaupten, daß frisch gemulchte Plätze ein optimales Substrat für Morcheln sind

Gruß

Saarländer

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Re: Hilfe gesucht zu Speise- und Spitzmorcheln!

42, (vor 8569 Tagen) @ Saarländer

Essen eingeladen und fand in ihrem Vorgarten auf 1 Jahr altem Rindenmulch
14 prächtige Speise- und Spitzmorcheln.

SPEISE-Morcheln (Morchella rotunda/esculenta) auf Mulch halte ich
für unwahrscheinlich.

Nach dieser Erfahrung würde ich behaupten, daß frisch gemulchte Plätze ein
optimales Substrat für Morcheln sind

Ja, allerdings scheint es auch sehr davon abzuhängen, woraus der Mulch
besteht (Nadel- oder Laubholz).

Gruß
Thomas

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Re: Hilfe gesucht zu Speise- und Spitzmorcheln!

amanita, (vor 8569 Tagen) @ 42

SPEISE-Morcheln (Morchella rotunda/esculenta) auf Mulch halte ich
für unwahrscheinlich.
Ja, allerdings scheint es auch sehr davon abzuhängen, woraus der Mulch
besteht (Nadel- oder Laubholz).
Gruß
Thomas

Leider hatte ich dieses Jahr keine einzige Morchel gefunden aber die Morchelgöttin hatte Mitleid mit mir und schickte mir per Post ein Säckchen mit schönen Morcheln.Auch auf diesem Weg nochmals vielen Dank
Amanita

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Re: Hilfe gesucht zu Speise- und Spitzmorcheln!

Gerald, (vor 8569 Tagen) @ josy

Hallo liebe Morchelgemeinde, insbesondere Elfi!
Ich war dieses Frühjahr ziemlich häufig auf Morchelsuche, das Ergebnis war
mehr als mager! Bei etwa 10 Suchgängen hab' ich insgesamt nur zwei
Speisemorcheln und keine einzige Spitzmorchel gefunden! Jetzt frag' ich
mich, ob ich wirklich zu doof dazu bin mehr zu finden, ob ich vielleicht
an den falschen Stellen gesucht habe oder ob es ganz einfach zu wenig
geregnet hat?
Gesucht habe ich auf die Tips von Elfi hin an folgenden Biotopen: Unter
Eschen und Erlen an kleinen Bachläufen bzw. in feuchten
Laubwäldern/Erlenbruchwäldern, vielfach mit Lerchensporn, Taubnesseln,
Schlüssel- und Sumpfdotterblumen, Giersch, Aronstab oder auch Bärlauch
bewachsen, insbesondere im westlichen Teil der Fränkischen Schweiz! Des
weiteren suchte ich auch noch in alten Streuobstbeständen! Überall
eigentlich nichts (von den genannten zwei Exemplaren abgesehen).
Zum Wetter: Das diesjährige Frühjahr war hier im Raum Ost-Mittelfranken bzw.
West-Oberfranken extrem trocken. Es gab eigentlich seit Februar kein
einziges mal wirklich nennenswerte Regenfälle oder Gewittergüsse. Über die
genaue Regenmenge weis ich nichts, allerdings war (und ist!) es wirklich
"unter aller Kanone". Ich kann mich nicht erinnern jemals hier
ein so trockenes Frühjahr erlebt zu haben.
Was mich nur stutzig macht: An den wirklich feuchten Stellen, an denen ich
gesucht habe, dürfte doch der mangelnde Regen kaum etwas ausgemacht haben,
oder?
Also, nun bin ich gespannt was ihr dazu sagt und woran mein Mißerfolg gelegen
haben könnte!
Bin für jegliche Hilfen und Tipps dankbar!
Könnte eigentlich nach einem heftigen Regenguss noch einmal "was
kommen"?
Johannes

Hallo Josy,
neben all den Hilfen und Tipps könnt ich dir noch ein Angebot machen : in den nächsten Tagen schaue ich nach der Arbeit noch nach Spitzmorcheln( Speisem. werden jetzt madig) und falls ich fündig werde kannst du sie gerne haben wenn dir Nürnberg nicht zu weit weg ist. Falls Interesse besteht melde dich oder lass mich wissen wie ich dich telefonisch erreichen kann.
Gruß
Gerald