Fragen zum Pilzvorkommen...

ajuga, (vor 8562 Tagen)

Hallo mal wieder...

Ich würde gerne etwas genauer wissen, an welchen Stellen ihr Sommersteinpilze (Eichensteinpilze) findet. Sind Eichen dafür zwingend erforderlich oder ist der Pilz eher nicht ganz so wählerisch und wächst vielleicht auch in Buchen und Hainbuchenwäldern oder unter anderen Bäumen? Kommt er im dichten Wald oder eher auf/unter Lichtungen/einzelnen Bäumen vor?

(Georg hatte ja schon berichtet, einige Exemplare unter Esskastanien gefunden zu haben...)

Des weiteren würde mich interessieren, ob jemand einen Basidiomyceten kennt, der eine Mykorrhiza mit Ahörnern (Acer) eingeht.

Vielen Dank schon mal im Vorraus.

ajuga

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen... *PIC*

Matthias, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Hallo mal wieder...
Ich würde gerne etwas genauer wissen, an welchen Stellen ihr Sommersteinpilze
(Eichensteinpilze) findet. Sind Eichen dafür zwingend erforderlich oder
ist der Pilz eher nicht ganz so wählerisch und wächst vielleicht auch in
Buchen und Hainbuchenwäldern oder unter anderen Bäumen? Kommt er im
dichten Wald oder eher auf/unter Lichtungen/einzelnen Bäumen vor?
(Georg hatte ja schon berichtet, einige Exemplare unter Esskastanien gefunden
zu haben...)
Des weiteren würde mich interessieren, ob jemand einen Basidiomyceten kennt,
der eine Mykorrhiza mit Ahörnern (Acer) eingeht.
Vielen Dank schon mal im Vorraus.
ajuga

Hallo Ajuga,
der Sommersteinpilz kommt nicht nur unter Eichen vor, ich finde ihn auch regelmäßig unter Rotbuchen, meist an lichten Stellen im Wald oder recht häufig an den Waldrändern. An solchen Stellen wie auf dem Bild finde ich den Sommersteinpilz öfter.
[image]
Gruss
Matthias

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Birgit, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Hallo ajuga,

Ich würde gerne etwas genauer wissen, an welchen Stellen ihr Sommersteinpilze
(Eichensteinpilze) findet. Sind Eichen dafür zwingend erforderlich oder
ist der Pilz eher nicht ganz so wählerisch und wächst vielleicht auch in
Buchen und Hainbuchenwäldern oder unter anderen Bäumen? Kommt er im
dichten Wald oder eher auf/unter Lichtungen/einzelnen Bäumen vor?

Meine wenigen Sommersteinpilzfundstellen sind zum Teil auch unter Rotbuche, meist an lichten Stellen. Apropos auch FIchtensteinpilze können unter Eichen wachsen ;-), z.B. in der Mannheimer Gegend.

Des weiteren würde mich interessieren, ob jemand einen Basidiomyceten kennt,
der eine Mykorrhiza mit Ahörnern (Acer) eingeht.

Soweit mir bekannt, gibt es keine Ektomykorrhizapilze von Ahorn. Anders sieht es mit VA-Mykorrhiza (endotroph, d.h. Pilzhyphen dringen in die Zellen ein, Vertreter davon sind die Glomeromycota) aus, da stellt sich eher die Frage welche Pflanze keine hat.

Gruß

Birgit

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Kazuya, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Hallo,
also, ich kann da nur aus eigener Erfhrung sprechen. Ich hab den Eichensteinpilz bei mir in der Eifel zweimal nachweisen können. Die Standorte glichen sich aber überhaupt nicht, außer dass bei beiden evtl. +/- steinige Böden festgestellt wurden. Beim einen Fund waren ausschließlich Eichen in der Nähe, beim anderen waren zwei Eichen und mehrere Hainbuchen anwesend. Der Eichensteinpilz mag eher offene, oft auch grasige Stellen auf eigentlihen fast allen Bodenarten.
Viele Grüße,
Kazuya

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Huperzia und Andreas, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Hallo ajuga,

Hallo mal wieder...
Ich würde gerne etwas genauer wissen, an welchen Stellen ihr Sommersteinpilze
(Eichensteinpilze) findet. Sind Eichen dafür zwingend erforderlich oder
ist der Pilz eher nicht ganz so wählerisch und wächst vielleicht auch in
Buchen und Hainbuchenwäldern oder unter anderen Bäumen? Kommt er im
dichten Wald oder eher auf/unter Lichtungen/einzelnen Bäumen vor?

Ich(Huperzia) kenne Sommersteinpilze regelmäßig nur von einer Stelle, allerdings in Niedersachsen: ein Garten am Waldrand mit kurzem, da stark bemoostem Rasen unter einigen schönen großen Eichen.

Ich übergebe das Wort an Andreas:

Ich (Andreas) kenne den Sommersteinpilz aus Baden-Württemberg wirklich gut, er ist bei uns eigentlich Massenpilz in den Eichen-Hainbuchenwäldern, aber immer nur kurze Zeit im Jahr - und leider praktisch immer alle madig. Danach nur noch vereinzelt, aber bis in den Oktober hinein.

Finden tut man ihn unter Eichen und Buchen.
Hainbuche kann ich zwar nicht ausschließen, aber ich kenne persönlich keinen Standort wo er wirklich NUR unter Hainbuchen wächst. Dagegen kenne ich einen Platz in einer Fichtenaufforstung (ehemals Eichen-Hainbuchenweald).
Die Daten für Ba.-Wü. geben folgende Mykorrhizapartner: Fagus (35x), Quercus robur (12x), Q. petraea (1x), Q. rubra (1x) Q. spec. (12x), Laubbaum ohne nähere Angaben (18x) und Picea abies (4x).
Nach der Niedersachsen-Flora: Vorwiegend Betula, Carpinus, Fagus, Quercus, Salix repens, Tilia und Pinus. Meiner Meinung nach sind bei einigen dieser Wirte jedoch weitere Steinpilzsippen/-arten mit im Spiel, vor allem was Betula und Pinus betrifft.
Für mich ist die Art eigentlich ein Säure- bis maximal Neutralzeiger, auch wenn in der Literatur immer wieder anderes zu lesen ist. Er kommt bei uns ausschließlich in den Eichen-Hainbuchenwäldern vor, nicht jedoch auf Muschelkalk. An den wenigen Stellen auf Kalkboden (dann in Parks) stehen die Fruchtkörper stets in unmittelbarer Baumnähe (Eiche), so dass ich in diesen Fällen von einer kleinräumigen Versauerung des Bodens ausgehe, entstanden durch an der gerbsäurehaltigen Eichenrinde herablaufendes Regenwasser. Dies wird auch unterstrichen durch die Tatsache, dass ich in den allermeisten Fällen an den Standorten auch kleinere Polster von Polytrichum formosum finde, ein Zeichen für beginnende Versauerung. Assoziierte Pilzarten sind in Parks unter Eichen z.B. Russula parazurea, virescens und vesca, im Ei.-HBu.-Wald auf Lehmboden Boletus regius, rhodoxanthus, Xerocomus moravicus oder auch Amanita phalloides.
Dis mag aber in nördlicheren Gebieten anders sein, oftmals gleichen wärmeliebende Pilzarten den nördlicheren Standort durch vermehrten Kalkgehalt des Wuchsortes aus. Meiner Meinung nach gehört allerdings der Sommersteinpilz nicht zu den wärmeliebenden Arten.
Ich war lange der Meinung, dass es möglicherweise zwei Sommersteinpilzarten gibt: eine dunkle, dem pinophilus ähnliche Sippe die nie aufreißt und innerhalb der Wälder wächst sowie eine hellhütige, die gerne in Parks oder zumindest an Waldrändern wächst und im Hut gerne aufreißt (was wohl eher auf exponiertes Wachstum zurückzuführen ist). Christoph hat mir allerdings erklärt, dass er keinerlei mikroskopische Unterschiede finden kann. Lediglich die unterschiedliche Färbung der Fruchtkörper ist mir als Trennmerkmal selbst "nur" von Varietäten zu schwach auch wenn ich die beiden Farbvarianten eigentlich immer problemlos unterscheiden konnte. So muss ich wohl oder übel akzeptieren, dass doch alles ein und dasselbe ist ..... oder ich finde doch noch ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ;-)

(Georg hatte ja schon berichtet, einige Exemplare unter Esskastanien gefunden
zu haben...)

Esskastanie verhält sich bzgl. der Mykorrhizapartner identisch mit Eiche, ebenso was Saprobionten betrifft. Alles was an/auf Eiche vorkommt kann auch an/auf Esskastanie vorkommen.

Des weiteren würde mich interessieren, ob jemand einen Basidiomyceten kennt,
der eine Mykorrhiza mit Ahörnern (Acer) eingeht.

Bisher sind soweit mir bekannt ist keine Ektomykorrhizapartner mit Acer bekannt, auch nicht aus Amerika wo es ja wesentlich mehr Ahornarten gibt als bei uns. Mir hat mal jemand eine Erklärung gegeben,warum Ahorn gar keine Mykorrhiza ausbilden kann bzw. dies sehr unwahrscheinlich ist. Leider weiß ich nicht mehr was das für Gründe waren. Vielleicht jemand anderes? (Hallo Christoph??)

Viele Grüße,

Tanja und Andreas

P.S.: Gestern waren im Pennickental noch drei Speisemorcheln da, allerdings total überaltert und zwei davon schon am Boden liegend!

ajuga

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Piwo, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Hallo mal wieder...
Ich würde gerne etwas genauer wissen, an welchen Stellen ihr Sommersteinpilze
(Eichensteinpilze) findet. Sind Eichen dafür zwingend erforderlich oder
ist der Pilz eher nicht ganz so wählerisch und wächst vielleicht auch in
Buchen und Hainbuchenwäldern oder unter anderen Bäumen? Kommt er im
dichten Wald oder eher auf/unter Lichtungen/einzelnen Bäumen vor?
(Georg hatte ja schon berichtet, einige Exemplare unter Esskastanien gefunden
zu haben...)
Des weiteren würde mich interessieren, ob jemand einen Basidiomyceten kennt,
der eine Mykorrhiza mit Ahörnern (Acer) eingeht.
Vielen Dank schon mal im Vorraus.
ajuga

Hallo Ajuga,
ich finde den Sommersteinpilz alljährlich u.a. auf dem Gießener Friedhof unter Linden und weit und breit keine Eiche. Im Wald habe ich ihn bis jetzt immer bei Eichen gefunden.
Gruß Piwo

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Joel ⌂, (vor 8562 Tagen) @ Matthias

Hi,
scheint mir aber doch eine Eiche zu sein im Vordergrund.
Ich mein ja nur, Du wolltest doch beweisen dass sie auch an
Eichenfreien Plätzen vorkommen.
Gruss Joel

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Matthias, (vor 8562 Tagen) @ Joel

Hi,
scheint mir aber doch eine Eiche zu sein im Vordergrund.
Ich mein ja nur, Du wolltest doch beweisen dass sie auch an
Eichenfreien Plätzen vorkommen.
Gruss Joel

Hallo Joel,
einen Eichen freien Standort wollte ich mit dem Bild nicht belegen, weil da ja Eichen mit drauf sind,
Gruss
Matthias

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Joachim, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Hallo ajuga,
ich finde Sommersteinpilze im vorderen Odenwald nur im Buchenwald, meist ab Mitte Mai bis Juli. Am gleichen Standort sehe ich auch den Düsteren Röhrling, Strubbelkopf, Perlpilze und Pfifferlinge.
Mit freundlichen Grüßen Joachim

Hallo mal wieder...
Ich würde gerne etwas genauer wissen, an welchen Stellen ihr Sommersteinpilze
(Eichensteinpilze) findet. Sind Eichen dafür zwingend erforderlich oder
ist der Pilz eher nicht ganz so wählerisch und wächst vielleicht auch in
Buchen und Hainbuchenwäldern oder unter anderen Bäumen? Kommt er im
dichten Wald oder eher auf/unter Lichtungen/einzelnen Bäumen vor?
(Georg hatte ja schon berichtet, einige Exemplare unter Esskastanien gefunden
zu haben...)
Des weiteren würde mich interessieren, ob jemand einen Basidiomyceten kennt,
der eine Mykorrhiza mit Ahörnern (Acer) eingeht.
Vielen Dank schon mal im Vorraus.
ajuga

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Jens ⌂, (vor 8562 Tagen) @ Matthias

Hallo Joel,
einen Eichen freien Standort wollte ich mit dem Bild nicht belegen, weil da
ja Eichen mit drauf sind,
Gruss
Matthias

Hallo,

ich kann zwar im Moment kein Bild dazu liefern, aber Matthias voll bestätigen.
In der Dübener Heide wächst der Sommersteinpilz im reinen Rotbuchenwald.

Gruß Jens

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Symbiosepartner des Sommersteinpilzes

Christoph ⌂, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Hi ajuga,

Hauptpartner sind Fagaceae, sprich Fagus (Buche), Quercus (Eiche), Castanea (Esskastanie).
Ferner wächst Bol. aestivalis auch mit Tilia (Linde)sowie im reinen Fichtenwald (!) - definitiv, ist aber eher die Ausnahme, sowie einmal unter Kiefer (waren aber auch junge Eichen dabei, zumindest in der Nähe). Ich würde daher mal nichts ausschließen wollen, also auch Funde mit Birke wären da nicht so überraschend. Fagaceae sage ich mal sind wohl so zu 95% der Wirt.

Zum Ahorn. Wie Birgit schon schrieb, sind für die Gattung Acer bislang nur VA-Mykorrhizen bekannt, also Vertreter der Glomeromycota. Ich weiß aber nicht, welche Gattungen involviert sind (Glomus? Gigaspora? etc.) - man weiß es, ich aber nicht ;-)

Jegliche Meldungen von Ektomykorrhizapilzen unter Acer sind anzuzweifeln (z.B. Meldungen von Bol. luridus + Acer). Gleiches gilt auch z.B. für die Rosskastanie (nur VA bekannt). Manche Bäume machen VA-Mykorrhiza und zudem Ektomykorrhizen (z.B. die Linden, oder Bäume in den Tropen wie manche Nyctaginaceae, Caesalpiniaceae etc.).
VA-Mykorrhiza haben die meisten Grünpflanzen (z.B. alle Poaceae). Ektomykorrhiza bilden viel weniger Pflanzen.

Wer was über VA-Mykorrhizen nachlesen will, findet hier Infos (auf Englisch):

http://invam.caf.wvu.edu/index.html

Grüße
Christoph

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

ajuga, (vor 8562 Tagen) @ Huperzia und Andreas

Hallo ajuga,
Ich(Huperzia) kenne Sommersteinpilze regelmäßig nur von einer Stelle,
allerdings in Niedersachsen: ein Garten am Waldrand mit kurzem, da stark
bemoostem Rasen unter einigen schönen großen Eichen.
Ich übergebe das Wort an Andreas: Ich (Andreas) kenne den Sommersteinpilz aus
Baden-Württemberg wirklich gut, er ist bei uns eigentlich Massenpilz in
den Eichen-Hainbuchenwäldern, aber immer nur kurze Zeit im Jahr - und
leider praktisch immer alle madig. Danach nur noch vereinzelt, aber bis in
den Oktober hinein.
Finden tut man ihn unter Eichen und Buchen.
Hainbuche kann ich zwar nicht ausschließen, aber ich kenne persönlich keinen
Standort wo er wirklich NUR unter Hainbuchen wächst. Dagegen kenne ich
einen Platz in einer Fichtenaufforstung (ehemals Eichen-Hainbuchenweald).
Die Daten für Ba.-Wü. geben folgende Mykorrhizapartner: Fagus (35x), Quercus
robur (12x), Q. petraea (1x), Q. rubra (1x) Q. spec. (12x), Laubbaum ohne
nähere Angaben (18x) und Picea abies (4x).
Nach der Niedersachsen-Flora: Vorwiegend Betula, Carpinus, Fagus, Quercus,
Salix repens, Tilia und Pinus. Meiner Meinung nach sind bei einigen dieser
Wirte jedoch weitere Steinpilzsippen/-arten mit im Spiel, vor allem was
Betula und Pinus betrifft.
Für mich ist die Art eigentlich ein Säure- bis maximal Neutralzeiger, auch
wenn in der Literatur immer wieder anderes zu lesen ist. Er kommt bei uns
ausschließlich in den Eichen-Hainbuchenwäldern vor, nicht jedoch auf
Muschelkalk. An den wenigen Stellen auf Kalkboden (dann in Parks) stehen
die Fruchtkörper stets in unmittelbarer Baumnähe (Eiche), so dass ich in
diesen Fällen von einer kleinräumigen Versauerung des Bodens ausgehe,
entstanden durch an der gerbsäurehaltigen Eichenrinde herablaufendes
Regenwasser. Dies wird auch unterstrichen durch die Tatsache, dass ich in
den allermeisten Fällen an den Standorten auch kleinere Polster von
Polytrichum formosum finde, ein Zeichen für beginnende Versauerung.
Assoziierte Pilzarten sind in Parks unter Eichen z.B. Russula parazurea,
virescens und vesca, im Ei.-HBu.-Wald auf Lehmboden Boletus regius,
rhodoxanthus, Xerocomus moravicus oder auch Amanita phalloides.
Dis mag aber in nördlicheren Gebieten anders sein, oftmals gleichen
wärmeliebende Pilzarten den nördlicheren Standort durch vermehrten
Kalkgehalt des Wuchsortes aus. Meiner Meinung nach gehört allerdings der
Sommersteinpilz nicht zu den wärmeliebenden Arten.
Ich war lange der Meinung, dass es möglicherweise zwei Sommersteinpilzarten
gibt: eine dunkle, dem pinophilus ähnliche Sippe die nie aufreißt und
innerhalb der Wälder wächst sowie eine hellhütige, die gerne in Parks oder
zumindest an Waldrändern wächst und im Hut gerne aufreißt (was wohl eher
auf exponiertes Wachstum zurückzuführen ist). Christoph hat mir allerdings
erklärt, dass er keinerlei mikroskopische Unterschiede finden kann.
Lediglich die unterschiedliche Färbung der Fruchtkörper ist mir als
Trennmerkmal selbst "nur" von Varietäten zu schwach auch wenn
ich die beiden Farbvarianten eigentlich immer problemlos unterscheiden
konnte. So muss ich wohl oder übel akzeptieren, dass doch alles ein und
dasselbe ist ..... oder ich finde doch noch ein weiteres
Unterscheidungsmerkmal ;-)

Ich weiß nicht, ob ich jemals einen Sommersteinpilz gefunden habe. Da gibt es eine Stelle in Sachsen-Anhalt. Dort wachsen an einem Wegrand schöne alte Stieleichen (Quercus robur). Umgeben sind sie aber von Kiefernschonungen die bis unmittelbar an die Eichen heranreichen. Unter diesen Eichen finde ich im Spätsommer/Herbst immer einzelne Steinpilze, die ich bisher aber nicht wirklich vom Boletus pinophilus unterscheiden konnte!

Esskastanie verhält sich bzgl. der Mykorrhizapartner identisch mit Eiche,
ebenso was Saprobionten betrifft. Alles was an/auf Eiche vorkommt kann
auch an/auf Esskastanie vorkommen.

Tja. Es hat wohl damit zu tun, dass Eichen, Buche und auch die Esskastanie eine Familie darstellen - die Fagaceen. Aufgrund dieser Verwandschaft ist wahrscheinlich Mykorrhiza-mäßig alles ähnlich, so dass der Sommersteinpilz korrekt Fagaceen-Steinpilz heißen sollte im Gegensatz zu den Picea-(B. edulis) und Pinus-(B. pinophilus) Steinpilzen!!

Bisher sind soweit mir bekannt ist keine Ektomykorrhizapartner mit Acer
bekannt, auch nicht aus Amerika wo es ja wesentlich mehr Ahornarten gibt
als bei uns. Mir hat mal jemand eine Erklärung gegeben,warum Ahorn gar
keine Mykorrhiza ausbilden kann bzw. dies sehr unwahrscheinlich ist.
Leider weiß ich nicht mehr was das für Gründe waren. Vielleicht jemand
anderes? (Hallo Christoph??)
Viele Grüße,
Tanja und Andreas
P.S.: Gestern waren im Pennickental noch drei Speisemorcheln da, allerdings
total überaltert und zwei davon schon am Boden liegend!

Rein zufällig war ich auch gestern Nachmittag im Pennickental. Außer Waldmeister und schönen Orchideen habe ich aber nichts spannendes gefunden. Dafür habe ich mehreren Käfern (darunter ein Lederlaufkäfer - der größte einheimische Laufkäfer, natürlich unter Naturschutz) aus einer leeren Flasche verholfen, die so blöd am Hang lag, dass Käfer und Wasser hinein, aber nicht wieder hinaus konnten. Die Flasche war bereits mit einer faulenden Käfermasse zu 1/4 gefüllt. Immerhin konnte ich etwa 10 Käfer vor dem Tod retten!

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VA-Mykorrhiza

ajuga, (vor 8562 Tagen) @ Christoph

Für die, die es nicht wissen.

Beim weit verbreitesten Typ der Endomykorrhiza, der VAM, wird der Pilz etwas "aufdringlicher" und wächst in die Pflanze (Wurzel) hinein (nicht so bei der der Ektomykorrhiza). In den Pflanzenzellen bildet der Pilz sogenannte Vesikel und Arbuskel (daher VA-Mykorrhiza). Diese Vesikel bleiben jedoch von einer Membran der Pflanzenzelle umgeben, so dass aus Pilz und Pflanze natürlich nicht "ein Organismus" wird. Allerdings ist der Stoffaustausch an diesen Stellen denkbar einfach.

Es gibt noch einen zweiten Typ der Endomykorrhiza bei Orchideen.

Nach neuesten Erkenntnissen, induziert jede Mykorrhiza in der Pflanze die Genaktivierung von Proteinen für den Phosphor-Transport, was einer der Hauptvorteile der Pflanze bei dieser Symbiose ist...! Bekannt war das schon länger, aber jetzt weiß man, wie es auf molekularer Ebene funktioniert.

ajuga

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Re: VA-Mykorrhiza

Christoph ⌂, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Beim weit verbreitesten Typ der Endomykorrhiza, der VAM, wird der Pilz etwas
"aufdringlicher" und wächst in die Pflanze (Wurzel) hinein
(nicht so bei der der Ektomykorrhiza). In den Pflanzenzellen bildet der
Pilz sogenannte Vesikel und Arbuskel (daher VA-Mykorrhiza).

Ja, zumindest so ungefähr. Oft werden nur Arbuskel gebildet, odre nur Vesikel, manche bilden beides.

Diese Vesikel

bleiben jedoch von einer Membran der Pflanzenzelle umgeben

ja, dem Plasmalemma.

, so dass aus
Pilz und Pflanze natürlich nicht "ein Organismus" wird.
Allerdings ist der Stoffaustausch an diesen Stellen denkbar einfach.
Es gibt noch einen zweiten Typ der Endomykorrhiza bei Orchideen.

Orchideen nehmen Basidiomyceten, teils sogar Ektomykorrhizapilze wie Sebacina (bei Neottia nachgewiesen, der Pilz hängt per Ektom. an der Buche und versorgt direkt die Orchidee per Orchideenmykorrhiza). Und noch weitere, bzw. sogenannte ektendotrophe Mykorrhizen (z.B. Ericaceen-Mykorrh., Monotropoide Mykorrh. etc.). Monotropoide Mykorrh. werden auch teils von Ektomykorrhizapilzen gebildet. Ericaceen-Mykorrhizen z.B. von Hymenoscyphus.

Und es gibt noch Pyrolaceen-typische Mykorrhizen, dann den Arbutus-Typ (soweit ich weiß nimmt der "typische" Ektomykorrhizapilze, aber als Ektendotrophe Mykorrh.). Und es gibt noch die Leccinum-Ektomykorrhiza... Nirkenpilze dringen zumindest an manchen Stellen etwas in die Wirtszellen ein; ungewöhnlich für ansonsten typische Ektomykorrhizen mit Mantelbildung etc.).

Grüße
Christoph

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Christoph ⌂, (vor 8562 Tagen) @ ajuga

Ich weiß nicht, ob ich jemals einen Sommersteinpilz gefunden habe. Da gibt es
eine Stelle in Sachsen-Anhalt. Dort wachsen an einem Wegrand schöne alte
Stieleichen (Quercus robur). Umgeben sind sie aber von Kiefernschonungen
die bis unmittelbar an die Eichen heranreichen. Unter diesen Eichen finde
ich im Spätsommer/Herbst immer einzelne Steinpilze, die ich bisher aber
nicht wirklich vom Boletus pinophilus unterscheiden konnte!

Naja, da gibts aber doch deutliche Unterschiede... ;-)

Tja. Es hat wohl damit zu tun, dass Eichen, Buche und auch die Esskastanie
eine Familie darstellen - die Fagaceen.

Bingo. Aber eben nicht zu 100%, es gibt auch Nadelwaldfunde.

Aufgrund dieser Verwandschaft ist

wahrscheinlich Mykorrhiza-mäßig alles ähnlich,

was meinst du damit? Mykorrhizamäßig ähnlich?!

Gruß
Christoph

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Matthias, (vor 8561 Tagen) @ ajuga

Tja. Es hat wohl damit zu tun, dass Eichen, Buche und auch die Esskastanie
eine Familie darstellen - die Fagaceen. Aufgrund dieser Verwandschaft ist
wahrscheinlich Mykorrhiza-mäßig alles ähnlich, so dass der Sommersteinpilz
korrekt Fagaceen-Steinpilz heißen sollte im Gegensatz zu den Picea-(B.
edulis) und Pinus-(B. pinophilus) Steinpilzen!!

Hallo Ajuga,
auch der Boletus edulis wächst unter Eichen und Buchen, er kommt oft in reinem Laubwald vor. Bei meinen Boletus pinophilus Funden war immer die Kiefer mit in der Nähe das da die Verbindung zwischen beiden eindeutig ist,
Gruss
Matthias

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Georg, (vor 8561 Tagen) @ Christoph

Hi Christoph,

Bingo. Aber eben nicht zu 100%, es gibt auch Nadelwaldfunde.

Genau. Ich kenne eine Stelle in einem reinen, mäßig sauren Fichten-Tannen-Forst,
in dem fast jedes Jahr im Juli Sommersteinpilze wachsen. Die Bäume sind mindestens
30 oder 40 Jahre alt. Begleitpilze sind u.a. Russula amoena, R. turci, Boletus
erythropus und B. calopus.

Georg

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Orchideen und Ektomykorrhiza

Georg, (vor 8561 Tagen) @ Christoph

Hi Christoph,

Orchideen nehmen Basidiomyceten, teils sogar Ektomykorrhizapilze wie Sebacina
(bei Neottia nachgewiesen, der Pilz hängt per Ektom. an der Buche und
versorgt direkt die Orchidee per Orchideenmykorrhiza).

Gibt es irgendwo eine Zusammenstellung welche Orchidee mit welchem Pilz
Mykorrhiza bildet? Das wäre mal interessant, da z.B. die angesprochene Nestwurz immer
an bestimmten Stellen im Wald gehäuft vorkommt und vielleicht ein
Zusammenhang mit in der Nähe stehenden Pilzen herzustellen ist.

Georg

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

ajuga, (vor 8561 Tagen) @ Christoph

Naja, da gibts aber doch deutliche Unterschiede... ;-)
Bingo. Aber eben nicht zu 100%, es gibt auch Nadelwaldfunde.
Aufgrund dieser Verwandschaft ist
was meinst du damit? Mykorrhizamäßig ähnlich?!

Na dass der Sommersteinpilz überwiegend mit Fagaceen eine Symbiose eingeht und weniger mit anderen...

ajuga

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Mykorrhiza

ajuga, (vor 8561 Tagen) @ Christoph

Habe das Gefühl, hier wird um die Wette geschlaumeiert...
Aber weiter...

Selbst Familien wie Brassicacea haben eindeutig Interaktionen mit Pilzen. Aber Mykorrhiza darf man es nicht nennen... Warum eigentlich?
Denen fehlt doch nur so eine Rezeptor-Kinase, glaube ich. Wo ist die Grenze zwischen einer Interaktion und der speziellen Form der Symbiose, der Mykorrhiza?

In Jena haben wir Arabidopsis thaliana (Brassicacea) mit Piriformosporus indica untersucht. Ergebnis: Die Pflanzen mit Pilz hatten eine deutlich stärker verzweigte Wurzel und wurden im Vergleichszeitraum deutlich größer. Eine Untersuchung ergab, dass sich vor allem das Frischgewicht unterschied, weniger das Trockengewicht. Lässt darauf schließen, dass der Pilz zumindest die Wasseraufnahme der Pflanze deutlich verbessert. Phosphorgehalt oder ähnliches hatten wir nicht untersucht. P. indica ermöglicht in Indien Pflanzen in extrem trockenen Gebieten das Überleben... Ich vermute mal, dass auch hier beide Partner einen Nutzen von dieser Interaktion/Symbiose haben...

ajuga

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

josy, (vor 8561 Tagen) @ ajuga

Hallo,

also der Sommersteinpilz wächst definitiv auch unter Rotbuchen, allerdings war ich unter Eichen stets deutlich erfolgreicher. Unter Rotbuchen fand ich seltsamerweise immer nur "kapitale" Einzelexemplare und kaum einmal mehr als drei Fruchtkörper auf einmal! Keine Ahnung warum. Geht es hier den anderen Teilnehmern genauso?

Zudem scheint der Sommersteinpilz in den Monaten Mai bis Juli wie bereits erwähnt grasige Stellen ohne Unterbewuchs (z.B. Blaubeersträucher), an Lichtungen, Waldrändern, Weiherdämmen und Seeufern zu bevorzugen. M.E. wegen der dort höheren Luftfeuchtigkeit.

Ab Ende Juli/August bis Oktober finde ich den Sommersteinpilz aber auch mitten im Wald, insbesondere auf mit Eichen gesäumten Waldwegen und ganz besonders in "jungen" Eichenschonungen, häufig auch zusammen mit Eichenrotkappen!

Mein besserer Erfolg unter Eichen kann vielleicht auch daran liegen, dass in meiner Gegend diese deutlich häufiger als Rotbuchen sind. Von Funden unter Hainbuchen kann ich eigentlich nichts berichten

Esskastanien gibt es in Mittelfranken leider so gut wie keine.

Grüße

Johannes

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Re: Fragen zum Pilzvorkommen...

Andreas ⌂, (vor 8560 Tagen) @ josy

Hallo,

also der Sommersteinpilz wächst definitiv auch unter Rotbuchen, allerdings
war ich unter Eichen stets deutlich erfolgreicher. Unter Rotbuchen fand
ich seltsamerweise immer nur "kapitale" Einzelexemplare und kaum
einmal mehr als drei Fruchtkörper auf einmal! Keine Ahnung warum. Geht es
hier den anderen Teilnehmern genauso?

Kann ich von meinen Funden her nicht behaupten, es gab keine Unterschiede in der Fruchtkörpergröße.

Zudem scheint der Sommersteinpilz in den Monaten Mai bis Juli wie bereits
erwähnt grasige Stellen ohne Unterbewuchs (z.B. Blaubeersträucher), an
Lichtungen, Waldrändern, Weiherdämmen und Seeufern zu bevorzugen. M.E.
wegen der dort höheren Luftfeuchtigkeit.

Ich denke, dass man die Art (wie auch andere Röhrlinge, Täublinge etc.) gerne an Waldrändern, Böschungen oder unter Solitärbäumen findet, weil dort das Regenwasser von den Bäumen abtropft und deshalb an solchen Stellen deutlich höhere Nierderschlagsmengen sein müßten. Im Wald bleibt es oft völlig trocken, während Weg- und Waldränder erstens Regen direkt abbekommen und zweitens von den Bäumen her nachtropft.

Ab Ende Juli/August bis Oktober finde ich den Sommersteinpilz aber auch
mitten im Wald

Das ist allgemein zu beobachten, zumindest was Mykorrhizaplze angeht: Die Pilzsaison beginnt AUßERHALB des Waldes an offeneren Stellen (Parks, Gärten, Wald- und Wegränder, sehr lichte Baumbestände) und zwar im Laubwald und zieht erst ab späteren Sommer ins Waldesinnere hinein und endet IM Wald und dort in den Nadelwäldern (Ausnhame sind Moorwälder, wo auch schon recht früh Pilze zu finden sind).

insbesondere auf mit Eichen gesäumten Waldwegen und ganz
besonders in "jungen" Eichenschonungen, häufig auch zusammen mit
Eichenrotkappen!

Eichenrotkappen sind meiner Meinung nach ebenfalls Säurezeiger .....

Beste Grüße
Andreas