Y2K, Lothar und 3 Pilze

Georg Müller, (vor 9796 Tagen)

Hallo Leute,
ich bin wieder zurück aus dem Schwarzwald, wo ich Weihnachten und den Jahreswechsel verbracht habe.

Ein gutes neues Jahr und viele Pilze allen Pilzfreunden.

Ich habe festgestellt, dass das Forum einen kleinen Jahr2000-Fehler hat. Ist aber mittlerweile
behoben (hoffe ich). Sorry for that.
Sollten weiterhin irgendwelche Probleme auftauchen, bitte Mail an mich. Dann installiere ich eine neue
Forumssoftware.

Was mich zur Zeit aber am meisten beschäftigt, sind die Folgen des Weihnachtsorkans 'Lothar' in meiner Heimat bei
Oberkirch/Schwarzwald. Viele der Wälder in der Umgebung des Hauses meiner Eltern sind stark beschädigt oder
komplett zerstört worden. Darunter auch einige meiner besten Pilzreviere. Es tut weh sich die teilweise für mich
in dieser Form bisher unvorstellbaren Schäden anzuschauen. Die Landschaft, in der ich
aufgewachsen bin, mit der mich viele Erinnerungen verbinden, in der ich viel meiner Freizeit verbrachte,
auf Jahrzehnte hinaus verändert. Ganze Berghänge kahlrasiert, nicht nur Fichten-Monokulturen, auch alte Eichen,
Kastanienwälder, Mischwälder. Die Gewalt des Sturms war einfach zu stark und ist wohl in den letzten paar Jahrhunderten
ohne Beispiel.
Bleibt zu hoffen, dass ökologisch sinnvolle Wiederaufforstungen durchgeführt werden, bzw der natürlichen
Verjüngung eine Chance gegeben wird.

Pilzfunde habe ich daher nur wenige zu vermelden, da zudem auch längere Zeit Schnee lag:

Gemeiner Trompetenschnitzling (Tubaria furfuracea)
Puppenkernkeule (Cordyceps militaris); die ist diesen Herbst/Winter wohl häufig, schon 3 Funde.
Trompetenpfifferling (Cantharellus tubaeformis)

Georg

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Re: Y2K, Lothar und 3 Pilze

Pilzfee, (vor 9796 Tagen) @ Georg Müller

Hi, Georg,

schön, daß Du wieder da bist.

War mir ja völlig klar, daß du das Datumsproblem auf Anhieb in den Griff kriegst.

Das mit den niedergemähten Wäldern sieht bestimmt deprimierend aus. Wir sind hier oben glücklicherweise verschont geblieben. Ich wünsche Deinen Wäldern und Dir gutes Nachwachsen.

Pilzfee

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Re: Y2K, Lothar und 3 Pilze

Thomas Pruß, (vor 9796 Tagen) @ Georg Müller

Moin Georg,
da hast Du ja „Loddar“ aus erster Hand abbekommen. Aber tröste Dich damit: Wenn bei Euch im Süden ’ne Million Festmeter Holz umfällt, dann sieht das zwar dramatisch aus, aber Ihr hab ja genügend Ausweichwälder.
Als „Anatol“ über NF fegte, da sind insgesamt 100.000 Festmeter umgekippt. Das war den Husumer Nachrichten eine Meldung auf der Seite 1 wert. Hört sich ja auf den ersten Blick absolut lächerlich an. Aber SH ist das waldärmste Bundesland, und dazu sind 90 % der Wälder nicht älter als 40 Jahre. Da tun 100.000 Fm schon ganz schön weh.
Ich habe mir die Chose im Drelsdorfer Forst angeschaut: Fast alle umgekippten Bäume, überwiegend Fichten, lagen im Waldinnern. Die Bäume am Waldrand dagegen sind größtenteils stehen geblieben. Im Schwabstedter Wald, der aus einer interessanten Mischung aus Buchen, Eichen, Föhren, Lärchen, Fichten und Eschen besteht, ist gar nichts passiert. Und das, obwohl er sich etwa 10 m über den Meeresspiegel erhebt, in unserer platten Landschaft also mehr als exponiert ist.
Zum Thema Aufforsten: Wir haben zwar einen ziemlich unfähigen Umweltminister (Pallas, Nationalpark Wattenmeer etc), aber dennoch hege ich Hoffnung, das der Knilch es mal fertig bringt, die weggefegten Ecken nicht mit Nadelgehölz, sondern mit gescheitem Mischbesatz wieder aufforsten zu lassen.
Sinnigerweise sind bei „Anatol“ die oft uralten Pappeln entlang der Eider kaum zu Schaden gekommen (bis auf die, die von den Kormoranen „totgeschissen“ wurden). Dabei sind Pappeln ja so ziemlich das Brüchigste, das man kennt.
Egal, der Windbruch wird uns in den nächsten Jahren voraussichtlich eine ganz nette Hallimasch-Schwemme liefern, und darauf freue ich mich.
Gruß
Thomas

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Re: Y2K, Lothar und 3 Pilze

Bruno, (vor 9796 Tagen) @ Georg Müller

hallo Georg,

19100 fand ich aber chic :-)
Bruno

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Re: Y2K, Lothar und 3 Pilze

Bruno, (vor 9795 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,
falls nichts übrig ist bei Dir da oben im Frühling etc.:
fahr doch mal die A1 Richtung Bremen, Abfahrt RADE. Dann auf der B3 Ri Süden, so ca 12 km. Fängt ein riesiges Wald- und Heidegebiet an. Ich hatte dort gewohnt für 3 Jahre. Pilze, Pilze, Pilze. Die bedingungen da sind nicht schlecht. Es ist sogar ein gehege im Wald eingezäumt, das der beobachtung von Pilzen vorbehalten ist. Irgendwas mit Forschung und so.Bei Handeloh in der Nähe. Irgendwann werde ich die schöne Gegend wieder besuchen...
Bruno

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Grün ist die Heide

Thomas Pruß, (vor 9795 Tagen) @ Bruno

Hallo Bruno,
mittenmang in die Heide. Da kommst Du also her. Stark, stark. Die Gegend kenne ich auch ein wenig, denn als ich noch in Niedersachsen wohnte, in Vierhöfen, genau zwischen WL und LG, da bin ich da auch des öfteren rumgerutscht. Dies sepzielle Waldrevier habe ich zwar nicht heimgesucht, doch im engeren und weiteren Umkreis konnte ich mich dort schon des öfteren besacken.
Dann stellte ich fest, dass sich in dem Kiefernwald zwischen meiner Haustür und LG ein gewaltiges Mischwaldareal verbarg, das ich zu Fuß erreichen konnte. So konnte ich die Stoßdämpfer meines Pnadas schonen, obwohl es auch ganz nett war, mit ihm über die Sandpisten zu tanzen.
Pilze gibt es in der Heide ja in absolut gewaltigen Mengen, und ich möchte behaupten, das sie das beste Pilzsammelgebiet Deutschlands ist, wenn ich sie vergleiche mit der Eifel, dem Sauerland, der Schwäbischen Alb und ihrem Vorland oder auch dem Allgäu (wetten, dass jetzt was kommt? ;-))
Gruß Thomas

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Re: Grün ist die Heide

Pilzfee, (vor 9795 Tagen) @ Thomas Pruß

Das ist ja interessant! Ich hab die Pilze bisher immer nur im Wald gezielt gesucht. Obwohl, jetzt wo Ihr das so sagt: Als ich mal auf dem Pestruper Gräberfeld (das ist Heide) war, da standen massenweise Fliegenpilze. Aber da war ich noch nicht bewußt an Pilzen interessiert.

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Re: Grün ist die Heide

Bruno, (vor 9794 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Bruno,
mittenmang in die Heide. Da kommst Du also her. Stark, stark. Die Gegend kenne ich auch ein wenig, denn als ich noch in Niedersachsen wohnte, in Vierhöfen, genau zwischen WL und LG, da bin ich da auch des öfteren rumgerutscht. Dies sepzielle Waldrevier habe ich zwar nicht heimgesucht, doch im engeren und weiteren Umkreis konnte ich mich dort schon des öfteren besacken.
Dann stellte ich fest, dass sich in dem Kiefernwald zwischen meiner Haustür und LG ein gewaltiges Mischwaldareal verbarg, das ich zu Fuß erreichen konnte. So konnte ich die Stoßdämpfer meines Pnadas schonen, obwohl es auch ganz nett war, mit ihm über die Sandpisten zu tanzen.
Pilze gibt es in der Heide ja in absolut gewaltigen Mengen, und ich möchte behaupten, das sie das beste Pilzsammelgebiet Deutschlands ist, wenn ich sie vergleiche mit der Eifel, dem Sauerland, der Schwäbischen Alb und ihrem Vorland oder auch dem Allgäu (wetten, dass jetzt was kommt? ;-))
Gruß Thomas

Thomas!
Ich war nur Aushilfsheidjer . Dieses Volk aus Schützenvereinsmitgliedern soll mal hübsch unter sich bleiben. Nein. Sie sind ganz lieb und ich habe die Zeit dort genossen. Die Heide hat mich, ich sags immer wieder, zu den Pilzen geführt. Ich fands einfach phänomenal damals. Zum Sammeln f. d. Kochtopf mußten wir unser Grundstück eigentlich garnicht verlassen.Ab Ende August konntest Du ja garnicht mehr anders als vom kleinsten Spaziergang mit 15, 20 Arten nach Hause kommen..
Sie gehört sicherlich zu einem der besten Gebiete, so wie Du schreibst. Das schöne ist, dass die verdammten Buckel (=Berge, Hügel etc) stöhn und hochkeuch nicht so ausgebildet sind wie zB hier und man mehr Kilometer schaffen kann (Luftlinie als auch Strecke).Der Sand klebt nicht so am Geläuf wie in manch anderer Lehm-Gegend und und und.
Schwelg
Bruno

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Re: Grün ist die Heide

Thomas Pruß, (vor 9794 Tagen) @ Pilzfee

Das ist ja interessant! Ich hab die Pilze bisher immer nur im Wald gezielt gesucht. Obwohl, jetzt wo Ihr das so sagt: Als ich mal auf dem Pestruper Gräberfeld (das ist Heide) war, da standen massenweise Fliegenpilze. Aber da war ich noch nicht bewußt an Pilzen interessiert.

Hallo Pilzfee,
Also, wenn man im Kerngebiet der Heide, dort wo alles unter Naturschutz steht (sogar die Leute, die da wohnen ;-)) Pilze suchen würde, müsste man wohl glatt mit der physischen Vernichtung durch irgendwelche Naturspinner rechnen.
Aber die Heide besteht heute gottseidank wieder zum großen Teil aus Wald, und da ich nichts von Geheimnistuerei halte, was meine Pilz-Suchgebiete angeht, merke Dir (und alle, die dies lesen) mal folgende Bereiche:
1. Der Wald und die Baggerseen zwischen Vierhöfen und Westergellersen, beiderseits der Straße: Kiefernwald, und wenn man die Baggerseen auf der linken Straßenseite (von Vierhöfen aus gesehen) ansteuert und den „Berg“ hochgeht, Buchenmische: Steinpilze, Täublinge, Anischampignons, Parasolpilze, Rotkappen, Pfifferlinge, div. Röhrlinge
2. Einemhof: Försterei zwischen Vierhöfen und Radbruch: wie 1.
3. Der Kiefernwald zwischen Salzhausen und Winsen/Luhe: viele Röhrlinge (Sand-, Ziegenlippen, Krause Glucken)
4. Das Waldgebiet zwischen Luhmühlen und Westergellersen (Zufahrt über Westergellersen): Perlpilze, Birkenpilze, Täublinge, Boviste, Lacktrichterlinge
5. Die Wälder zwischen Luhmühlen und Putensen und zwischen Putensen, Oerzen und Südergellersen: wie 4.
6. Entlang des „Heide-Suez“ (Elbe-Seitenkanal im Raum Lüneburg): viele Röhrlinge.
7. Die Waldgebiete entlang der Ilmenau bis Uelzen: wilde Mischung, da hier Flußniederung und Sandboden.
8. Die Göhrde, ein riesiges Waldgebiet östlich von LG und Bad Bevensen. Hier kann man sich ziemlich leicht verirren, und so viel ich weiß, läuft hier auch noch der Göhrde-Mörder frei herum. Aber Pilze gibt es hier…!!!!
Meine Pilzgebiete in Nordfriesland lohnen sich nicht, hier großartig erwähnt zu werden. Wir haben zu wenig Wald, und nach NF kommt man, um zu angeln, nicht zum Pilze suchen ;-)
Viel Spaß beim Tourenplanen
Thomas

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Re: Grün ist die Heide

Pilzfee, (vor 9794 Tagen) @ Thomas Pruß

Hi, Thomas,

Du bist ein Schatz.

da werden mein Liebster und ich uns in der nächsten Pilzsaison mal ein paar nette Touren basteln. ich werde dann die Erfolge natürlich berichten.

Danke

Pilzfee

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Re: Y2K, Lothar und 3 Pilze

MHeidenreich, (vor 9793 Tagen) @ Georg Müller

Hallo !

Ist an der Zeit,daß ich auch mal wieder was im
Pilzeforum schreibe, wo in der letzten Zeit
anscheinend eher weniger zum Thema Pilze gepostet
wurde.

Die Stürme Martin und Lothar gehören, wie der Wald
und die Pilze mit zur Natur, dafür ist auch kein
menschengemachter Treibhauseffekt verantwortlich.

Jeder Baum wird in seinem langen Leben wahrscheinlich
einen oder mehrere Orkane überstanden haben, und sollte
es ein (in Deutschland leider selten geowrdenener)
natürlich aufgewachsener Mischwald sein, bleibt selbst
nach den stärksten Orkan immer noch etwas stehen.
Und diese Bäume, die eben durch eine besondere
Widerstandsfähigkeit gekennzeichnet sind, sorgen
für die Nachsaat im Wald, und nur durch diesen
Ausleseprozess konnten die Waldbäume ihren heutigen
Entwicklungsstand erreichen, tatsächlich fallen ja
selbst bei einem Orkan nur wenige Bäume, zumindest
gilt das für solche, die natürlich aufgewachsen sind.

Anders ist das bei den Holzeinschlägen durch Menschenhand.
Hier werden vor allem die gesunden und hochgewachsene Bäume
entfernt, in unserem Wald ging das sogar so weit,
daß selbst junge Buchen ausgeholzt werden.

Der Wald, der bis zum Herbst eigentlich ein gutes Pilzrevier war,
ist heute kaum wiederzuerkennen, der Boden ist flächendeckend
zerfahren, überall liegen Baumkronen, und viele
der großen Bäume stehen nicht mehr.

Bei sturmbedingtem Waldbruch bleibt zumindest das Holz liegen
und bildet die Grundlage für neuen Bewuchs, zuerst auch vor allem
für eine Schwemme von Holzpilzen.

Hoffen wir, daß alle Wälder, die durch Anatol und Lothar
niedergerissen wurden, mit Mischwald wieder aufgeforstet werden,
oder noch besser: der natürlichen Selbstaussaat überlassen werden.

Gruß MH