Boletus satanas

Ewald Wittmeier, (vor 9740 Tagen)

Ich wollte grade mal was über Boletus satanas, also den Satanspilz, sagen, da ich den unter den giftigen Schwammerln gesehen hab. Dieser Pilz ist, wie alle Röhrenschwammerl, nur ROH giftig, gekocht aber eßbar!

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Feines Ragout von Satansröhrlingen?

Leonie, (vor 9740 Tagen) @ Ewald Wittmeier

Ich wollte grade mal was über Boletus satanas, also den Satanspilz, sagen, da
ich den unter den giftigen Schwammerln gesehen hab. Dieser Pilz ist, wie
alle Röhrenschwammerl, nur ROH giftig, gekocht aber eßbar!

Lieber Ewald,
futterst Du die Satansröhrlinge dann wie unsereins Steinpilze oder Maronen? Wie
schmecken die denn?

Die Angaben zur essbarkeit in Pilzbüchern stimmen häufig nicht! Es gibt ja Bücher, in denen sind Flockis und Perlpize giftig!!!

Gruß!
Leonie

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Satansröhrlinge futtern - Oh Gott !!

Harry, (vor 9740 Tagen) @ Ewald Wittmeier

2 Gründe dagegen. Der Satanspilz gehört nicht nur zu den schönsten Boleten die wir kennen, sondern auch zu den seltensten.Obwohl Boletus satanas in der Regel nicht zu Speisezwecken gesammelt wird,gilt diese Art als "vom Aussterben bedroht" (RL 2).Das starke zurückgehen dieses Pilzes liegt zum einen an seiner Bindung an wärmebegünstigte Eichen,- Buchenwälder die zusehens durch artenarme Nadelwälder ersetzt werden.Auch spielt zum andern die zunehmende Oberflächenversauerung der oben genannten Wälder dem Satansröhrling übel mit. Boletus satanas ist nun einmal streng an Kalk gebunden,und ein Absinken des PH-Wertes bereits in den Neutralbereich bedeutet das Absterben des Satanasmycels. Bei dem Gedanken,das es sogenannte Pilzfreunde gibt, die diesen Pilz trotz seines hohen Gefährdungsgrades zu Speisezwecken sammeln,sträuben sich mir die Nackenhaare. Der zweite Grund ist natürlich seine Giftigkeit.Sicherlich gilt der Satanspilz nur im Rohzustand als giftig,doch hat diese Art auch im gegarten Zustand nicht selten Unverträglichkeitsreaktionen ausgelößt.Diese aüßern sich oft in heftigen Brechdurchfällen. Gut,tödlich wirkt sich das nicht aus, aber äußerst unangenehm ist es allemal.Das bisher unbekannte Toxin scheint sich bei der Zubereitung nicht ganz zu verflüchtigen und nur Zeitgenossen mit den robustesten Mägen könnten ihn schadlos verzehren. Wenn Du das Glück hast dieser großen Seltenheit zu begegnen,erfreue Dich seines herrlichen Anblickes,schieß ein paar gute Fotos,aber in der Pfanne sollte er auf keinem Fall landen.Es wäre ganz einfach frevelhaft. Bye Harry

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Re: Satansröhrlinge futtern - Oh Gott !!

Leonie, (vor 9739 Tagen) @ Harry

2 Gründe dagegen. Der Satanspilz gehört nicht nur zu den schönsten : Boleten die wir kennen, sondern auch zu den seltensten.Obwohl Boletus : satanas in der Regel nicht zu Speisezwecken gesammelt wird,gilt diese Art : als "vom Aussterben bedroht" (RL 2).Das starke zurückgehen : dieses Pilzes liegt zum einen an seiner Bindung an wärmebegünstigte : Eichen,- Buchenwälder die zusehens durch artenarme Nadelwälder ersetzt : werden.Auch spielt zum andern die zunehmende Oberflächenversauerung der : oben genannten Wälder dem Satansröhrling übel mit. Boletus satanas ist : nun einmal streng an Kalk gebunden,und ein Absinken des PH-Wertes bereits : in den Neutralbereich bedeutet das Absterben des Satanasmycels. Bei dem : Gedanken,das es sogenannte Pilzfreunde gibt, die diesen Pilz trotz seines : hohen Gefährdungsgrades zu Speisezwecken sammeln,sträuben sich mir die : Nackenhaare. Der zweite Grund ist natürlich seine Giftigkeit.Sicherlich : gilt der Satanspilz nur im Rohzustand als giftig,doch hat diese Art auch : im gegarten Zustand nicht selten Unverträglichkeitsreaktionen : ausgelößt.Diese aüßern sich oft in heftigen Brechdurchfällen. Gut,tödlich : wirkt sich das nicht aus, aber äußerst unangenehm ist es allemal.Das : bisher unbekannte Toxin scheint sich bei der Zubereitung nicht ganz zu : verflüchtigen und nur Zeitgenossen mit den robustesten Mägen könnten ihn : schadlos verzehren. Wenn Du das Glück hast dieser großen Seltenheit zu : begegnen,erfreue Dich seines herrlichen Anblickes,schieß ein paar gute : Fotos,aber in der Pfanne sollte er auf keinem Fall landen.Es wäre ganz : einfach frevelhaft. Bye Harry Hallo Harry! Ich finde es zwar auch Irrsin, den Satanspilz zu verspeisen, allerdings ganz profan, weil es doch verdammt viel bessere Speisepilze gibt. Immerhin ist es ein ziemlich exotisches Speisevergnügen und viele Leute müssen ja unbedingt alles haben. Naja, ich habe leider noch nie einen Satansröhrling zu Gesicht bekommen, obwohl sie nach dem Kriegelsteiner hier irgendwo vorkommen sollen. :-) Allerdings dachte ich, es herrscht Einigkeit darüber, das Pilze normalerweise durch vernünftiges Absammeln nicht zum Austerben gebracht werden - wir verspeisen ja nur den Fruchtkörper nicht das Mycel. Der Satanspilz ist jedenfalls durch Biotopvernichtung und Umweltverschmutzung, nicht durch menschlichen Konsum so selten. Also ist es doch kein Frevel ihn mal zu verspeisen. Vielleicht Masochismus? Naja, sie sollten an die schaurige Nacht des Doktor Lenz denken. Gruß! Leonie

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Re: Ansichtssache

Harry, (vor 9739 Tagen) @ Leonie

Hallo Harry! Ich

finde es zwar auch Irrsin, den Satanspilz zu verspeisen, allerdings ganz
profan, weil es doch verdammt viel bessere Speisepilze gibt. Immerhin ist
es ein ziemlich exotisches Speisevergnügen und viele Leute müssen ja
unbedingt alles haben. Naja, ich habe leider noch nie einen
Satansröhrling zu Gesicht bekommen, obwohl sie nach dem Kriegelsteiner
hier irgendwo vorkommen sollen. :-) Allerdings dachte ich, es herrscht
Einigkeit darüber, das Pilze normalerweise durch vernünftiges Absammeln
nicht zum Austerben gebracht werden - wir verspeisen ja nur den
Fruchtkörper nicht das Mycel. Der Satanspilz ist jedenfalls durch
Biotopvernichtung und Umweltverschmutzung, nicht durch menschlichen Konsum
so selten. Also ist es doch kein Frevel ihn mal zu verspeisen. Vielleicht
Masochismus? Naja, sie sollten an die schaurige Nacht des Doktor Lenz
denken. Gruß! Leonie

Hi Leonie,

du hast schon Recht,durch vernünftiges Sammeln ist noch keine Pilzart
ausgerottet worden. Nur leider Gottes wird diese Erkenntnis von vielen sogenannten Pilzfreunden vorgeschoben, um sich auch die seltesten Pilze in die
Pfanne zu hauen.Darunter befinden sich zu meinem Bedauern auch hochrangige
Mykologen,die in Fachzeitschriften schon allerlei über Pilz.- und Artenschutz
geschrieben haben, sich aber in freiem Feld ganz anders verhalten.
Ich bin der Meinung das seltenste Speisepilze am Standort verbleiben sollen.
Wenn ich ständig junge Fruchtkörper dieser Arten absammele,ihnen keine
Gelegenheit gebe ihre Sporen zur Reife zu bringen,können sie sich auch nicht
weiterverbreiten.Oder? Die Aussage das genügend Fruchtkörper zur Arterhaltung
im Wald verbleiben trifft meiner Ansicht nach nur auf häufig vorkommende
Speisepilzarten zu.
Bei mir kommen jedenfalls keine seltenen Pilzarten in die Pfanne.Ich freue
mich wenn ich welche finde, mache ein paar Fotos und lasse sie stehen.
Alles andere würde meiner Haltung zum Pilz.- und Artenschutz entgegenlaufen.
Und außerdem wäre das ein ziemliches Armutszeugnis wenn ich auf den Verzehr
solcher Pilzarten angewiesen wäre.Als Pilzfreund sollte man doch über
genügend große Artenkenntnis verfügen um sich eine Pilzmahlzeit zu sichern,
ohne das man z.B. den Korb mit Kaiserlingen oder Königsröhrlingen füllt.

Bye Harry

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Der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach :-)

Leonie, (vor 9739 Tagen) @ Harry

Uhhhh, bei Kaiserlingen würde ich wohl schwach werden. :-) Gott sei Dank gibs die ja bei uns nicht. Die Boletopsis leucomensis habe ich letztes Jahr aus Unkenntnis ganz läßig verspeißt! Waren übrigens sehr edel, die Japaner haben schon recht!

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Artenschutz macht hungrig!

Thomas Pruß, (vor 9739 Tagen) @ Leonie

Uhhhh, bei Kaiserlingen würde ich wohl schwach werden. :-) Gott sei Dank : gibs die ja bei uns nicht. Die Boletopsis leucomensis habe ich letztes : Jahr aus Unkenntnis ganz läßig verspeißt! Waren übrigens sehr edel, die : Japaner haben schon recht! Moin zusammen, Du hast vollkommen recht Leonie, aber Harrys Haltung ist auch richtig. Ich hatte den Fall jetzt im Winter, als ich bei uns im Dorf eine Riesenkolonie Erdmuschelseitlinge (s. Pilzgalerie) gefunden habe. Im Bestimmungsbuch steht, dass sie selten seien, also hab ich sie stehen gelassen. Nun ergab es sich aber, dass ich da so jeden zweiten Tag dran vorbei musste. Die Pilze wurden immer praller und schöner und mehr, und ich hab’ sie immer noch stehen gelassen – bis zum bitteren Ende. Jetzt sind sie weg, verblüht, verwelkt, und mein Magen ist leer! Es fuchst einen schon sehr, wenn man eine neue, essbare Pilzart entdeckt hat, die auch mal auszuprobieren. Andererseits sage ich mir: Was solls? Ich habe die TK voll mit Pilzen, da brauche ich nicht jedem Pilz hinterherzurennen, auch im Winter nicht! Gruß Thomas

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Re: Artenschutz macht hungrig!

hansuwe, (vor 9730 Tagen) @ Thomas Pruß

Uhhhh, bei Kaiserlingen würde ich wohl schwach werden. :-) Gott sei Dank : : gibs die ja bei uns nicht. Die Boletopsis leucomensis habe ich letztes : : Jahr aus Unkenntnis ganz läßig verspeißt! Waren übrigens sehr edel, die : : Japaner haben schon recht! Moin zusammen, Du hast vollkommen : recht Leonie, aber Harrys Haltung ist auch richtig. Ich hatte den Fall : jetzt im Winter, als ich bei uns im Dorf eine Riesenkolonie : Erdmuschelseitlinge (s. Pilzgalerie) gefunden habe. Im Bestimmungsbuch : steht, dass sie selten seien, also hab ich sie stehen gelassen. Nun ergab : es sich aber, dass ich da so jeden zweiten Tag dran vorbei musste. Die : Pilze wurden immer praller und schöner und mehr, und ich hab’ sie immer : noch stehen gelassen – bis zum bitteren Ende. Jetzt sind sie weg, : verblüht, verwelkt, und mein Magen ist leer! Es fuchst einen schon sehr, : wenn man eine neue, essbare Pilzart entdeckt hat, die auch mal : auszuprobieren. Andererseits sage ich mir: Was solls? Ich habe die TK : voll mit Pilzen, da brauche ich nicht jedem Pilz hinterherzurennen, auch : im Winter nicht! Gruß Thomas Moin Moin Thomas, der Bandwurmsatz liest sich online ziemlich teuer. Der Zeilenumbruch ist tückisch. Aber: hatten wir nicht von vielen Beiträgen im Forum gelernt, dass die Pilze nicht dadurch aussterben, dass wir die Fruchtkörper mitnehmen und unserem Pilzgenusstrieb frönen? Es ist doch sicher so, dass die begehrten Fruchtkörper Millionen von Sporen ausschleudern, bevor wir diese Objekte unserer Begierde verspeisen. Also, lauf doch nicht frustriert an den Leckerbissen vorbei! Hau sie in die Pfanne bevor irgendein anderes wildes Schwein sie frisst oder zertrampelt! Pizgrüsse hansuwe P.S.: Die Vorschau lässt wieder ein scrollintensives Lesen erwarten. Was kann man dagegen tun? Die Checkbox hilft wohl nicht.