Brunos Salzsäure

Leonie, (vor 9707 Tagen)

Hi!
ich habe mal Brunos Tip mit der Salzsäure ausprobiert, um festzustellen ob Kalk im Boden ist. Ist ganz offensichtlich Kalk im Substrat vorhand (Wegschotter) entstehen auch die gewünschten Bläschen. Doch gibt man die Salzsäure auf Waldboden in offensichtlich kalkhaltigen Gelände (Felsbrocken und zeigepflanzen) passierte bei mir nichts. Hätte also auch saurer Boden sein können? Ist die 7%ige Konzentration zu gering? Sollte ich tiefer buddeln? (Oberflächenversauerung?) Oder doch besser Zeigerpflanzen studieren? Gut meinstens weiß man ja eh, ist das Kalk oder Sauer - bei uns dominiert der Wesersandstein, also sauer.

Gruß!

Leonie

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Brunos Salzsäure

gudrun, (vor 9707 Tagen) @ Leonie

Hi!
ich habe mal Brunos Tip mit der Salzsäure ausprobiert, um festzustellen ob
Kalk im Boden ist. Ist ganz offensichtlich Kalk im Substrat vorhand
(Wegschotter) entstehen auch die gewünschten Bläschen. Doch gibt man die
Salzsäure auf Waldboden in offensichtlich kalkhaltigen Gelände
(Felsbrocken und zeigepflanzen) passierte bei mir nichts. Hätte also auch
saurer Boden sein können? Ist die 7%ige Konzentration zu gering? Sollte
ich tiefer buddeln? (Oberflächenversauerung?) Oder doch besser
Zeigerpflanzen studieren? Gut meinstens weiß man ja eh, ist das Kalk oder
Sauer - bei uns dominiert der Wesersandstein, also sauer.
Gruß!
Leonie

Also das ist ja die Härte, HCl im Wald ausleeren! Wir entsorgen HCl über einen
Entsorger und Ihr kippt es in den Wald? Wie wärs mit pH-Papier?
So nicht
Gruss Gudrun

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Brunos Salzsäure

Leonie, (vor 9707 Tagen) @ gudrun

Also das ist ja die Härte, HCl im Wald ausleeren! Wir entsorgen HCl über
einen
Entsorger und Ihr kippt es in den Wald? Wie wärs mit pH-Papier?
So nicht
Gruss Gudrun

Von ausleeren oder gar kippen würde ich nicht gerade sprechen! Nehme doch ne Pipette. Kann ja die Pröbchen mit Heim nehmen und in den Hausmüll schmeißen.

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Brunos Salzsäure

Wolfgang F, (vor 9706 Tagen) @ gudrun

Also das ist ja die Härte, HCl im Wald ausleeren! Wir entsorgen HCl über
einen
Entsorger und Ihr kippt es in den Wald? Wie wärs mit pH-Papier?
So nicht
Gruss Gudrun

An Gudrun: Aus Deinem Auto kommt ein Vielfaches an Salpetersäure (aus den Stickoxiden) in den Wald, gemessen an einem Tropfen Test-säure aus der Pipette. HCl ist in konzentrierter Form ätzend, aber verdünnt recht unschädlich - deine Magensäure ist auch nix anderes. Aber für Puristen: nie in den Wald kotzen!

An Leonie: 7% müßte gehen, noch konzentrierter ist zwar noch besser for den Test, aber dann raucht's auch schon bald aus der Flasche. Wenn Du Zeigerpflanzen kennst, kriegst Du meines Achtens ein zutreffenderes Bild vom tatsächlichen Kalkgehalt des Bodens. Gerade wenn Fichten aufgeforstet wurden, ist der Boden auch über Kalk manchmal total versauert (und nur noch Oxalis als Unterwuchs). Aber wenn Du dann im Gestein richtig Kalk findest, weißt Du wenigstens "hier könnten Schleierlinge, Dickröhrlinge, ... gedeihen, wenn's die standortgerechten Bäume gäbe...". Schöner Trost, oder?

Wolfgang F

Eintrag gesperrt
ein View

Gypsi Acid Queen

Leonie, (vor 9706 Tagen) @ Wolfgang F

HCl ist in konzentrierter Form ätzend, aber verdünnt recht
unschädlich - deine Magensäure ist auch nix anderes. Aber für Puristen:
nie in den Wald kotzen!
Gerade wenn Fichten aufgeforstet
wurden, ist der Boden auch über Kalk manchmal total versauert (und nur
noch Oxalis als Unterwuchs). Aber wenn Du dann im Gestein richtig Kalk
findest, weißt Du wenigstens "hier könnten Schleierlinge,
Dickröhrlinge, ... gedeihen, wenn's die standortgerechten Bäume
gäbe...". Schöner Trost, oder?
Wolfgang F

Da bin ich ja erstmal beruhigt, hatte schon gedacht ich begehe einen fiesen Umweltfrevel.

Habe mir jetzt hier Buchen und Eichenwälder auf Kalk zeigen lassen, keine 10 Km von mir zu Hause entfernt, in denen auch Orchidedeen wachsen sollen. Sind auch Südhänge! Vielleicht finde ich ja die letzten seltenen Rotparer des Weserberglandes!

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Gypsi Acid Queen

MHeiden, (vor 9706 Tagen) @ Leonie

Da bin ich ja erstmal beruhigt, hatte schon gedacht ich begehe einen fiesen
Umweltfrevel.
Habe mir jetzt hier Buchen und Eichenwälder auf Kalk zeigen lassen, keine 10
Km von mir zu Hause entfernt, in denen auch Orchidedeen wachsen sollen.
Sind auch Südhänge! Vielleicht finde ich ja die letzten seltenen Rotparer
des Weserberglandes!

Ne ganze Menge wilder Orchideen findet man auch auf Lichtungen im Lappwald,
westlich von Grasleben bei Helmstedt. Sollte jemand hinkommen, nicht zerstören,
es gibt dort sogar noch einen unbegradigten Bachlauf mit Sumpf und Salamandern
:-)

Gruß Michael

Eintrag gesperrt
2 Aufrufe

Re: Brunos Salzsäure

gudrun, (vor 9706 Tagen) @ Wolfgang F

Hey Leute,
nehmts doch nicht so tragisch,
ich wollte nur ein bisschen in Leonis
Stil antworten. Weiterhin viel Spass im
Wald.
Gruesschen
Gudrun

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Brunos Salzsäure

Bruno, (vor 9706 Tagen) @ gudrun

Also das ist ja die Härte, HCl im Wald ausleeren! Wir entsorgen HCl über
einen
Entsorger und Ihr kippt es in den Wald? Wie wärs mit pH-Papier?
So nicht
Gruss Gudrun

Hallo Gudrun,
so aber auch nicht:-)!. Mein Vorschlag, mit 10 ml Salzsäure in den Wald zu ziehen, ist kein Aufruf zur massiven Verseuchung der Wälder Mitteleuropas - zunächst Mal- mit Chlor, sondern ist der minimalste Vorschlag zur Unterscheidung eines kalkhaltigen Lesesteins von einem kalkfreien, oder Lößlehm/Löß oder sonstwas.

Dein Vorschlag pH Stäbchen zu benutzen, ist aber auch nicht ohne und führt weiter. Die zeigen zwar keinen Kalk an, könnten aber Auskunft geben, ob eine Bodenschicht zB trotz unterlagerndem Kalkgestein noch gut gepuffert ist oder sich ein zB saures Milieu eingestellt hat.
Das geht dann so : Leonie, Du packst Deinen Koffer. Du nimmst mit die HCl und destilliertes Wasser, eine kleine Schale, Meßbecher und ein gutes Schätzgefühl und die pH-Stäbchen. Fragliches Substrat verdünnst Du im Gelände mit dest. Wasser ( am besten wäre eine Calciumchloridlösung DIN 19684,Teil 1, Gudrun)) und verrührst das ganze im Verhältnis ca 1 Teil Boden /2,5 Teile Wasser. Stäbchentest und schon weißt Du, aha, wenn die Stäbchen halbwegs genau sind und ich nicht zuviel Kohlendioxid im Boden (Bodenluft) habe und nicht zuviel aus der Luft beim Rühren eingetragen habe, habe ich den und den pH-Wert. Mit Deinem Spaten gräbst Du Dich dann anschließend durch die Litterschicht (alleroberste Blätter/NadelFraktion) und den A-Horizont (achte mal drauf, ob er vorwiegend organische Substanz enthält oder kalkangereichert ist oder lessiviert : durch Tonverlagerung entstanden oder oder oder). Im B-Horizont kriegst Du dann mit etwas Glück ( so es einer ist überhaupt) den durch "eingewaschenene" Stoffe aus darüber und Verwitterung veränderten, darunter liegenden C-Horizont mit, der das eigentliche Ausgangsgestein darstellt. Geschickt verdecken zB in "bergigen" Gegenden dabei eiszeitliche Fließerden oder Schuttströme dabei noch das wirkliche Untendrunter.Und immer auf die Feuchtigkeitsverhältnisse achten: Grundwasserstand hoch oder tief, Quellhorizont in der Nähe?

Alle hauptamtlichen Bodenkundler bitte ich um Verzeihung wegen der verkürzten Darstellung!

Hallo Leonie, damit Deine Investition nicht ganz umsonst war :
HCl- und Steinchen/Substrat-Reaktion:

gar keine Reaktion, null : 0 % carbonat
sehr schwach, gerade noch vorstellbar: < 5 %
schwach 0,5 bis 2%
braust auf, aber nur kurz : 2 bis 10%
(kleine Bläschen : 2-4; deutliche Bläschen,4-7, starkes Brausen, Aufschäumen 7-10)
stark, anhaltend mehr als 10.

ein Wort an Gudrun: Laborsalzsäure ist meist mit so viel anderem Mist verunreinigt, dass sich eine Aufarbeitung bei dem geringen Rohstoffpreis nicht lohnt. Man "entsorgt" sie dann grob so: suche eine genauso verunreinigte Lauge und vermische die beiden ("Neutralisation") in einer "Chemisch-Physikalischen Anlage" genannten Stelle soweit, dass für die Brühe die örtlichen Einleitwerte in die öffentliche Kanalisation unterschritten werden.Die entstehenden Schlämme versucht der Entsorger dann als Zusatzstoff in einer Ziegelei unterzubringen, Mit etwas Glück triffst Du sie dann in Deinen eigenen 4 Wänden wieder.
Und noch ein Vergleich (siehe AutofahrerBeitrag): mehr Chlorid als durch den HCl-Test setzt Du frei beim Abkochen eines Pfundes Nudeln.

Hallo Birgit,
die Erkundung der Bodenverhältnisse durch die von Dir favorisierte Methode der Zeigerpflanzen erscheint dann doch als die sanfteste, oder?
Also werfe ich hier noch ein paar Arten ein :

1. trockene Standorte
sauer und zumindest ab und zu austrocknend: Heidekraut

schwach sauer, trockener bis mäßig trockener Wald : Maiglöckchen

schwach sauer bis neutral, ganz leicht alkalisch ab und zu : Salomonssiegel nickendes Leimkraut und Pfirscicbblättrige Glockenblume, Bärenschote

kalkhold: Steinsame, Schwalbenwurz, Blaugras,Blut-Storchscnabel,

2. eher frische Standorte
sauer(st): Heidelbeere, Wiesenwachtelweizen,Gewöhnliches Besenmoos; in Fichtenwäldern Großes Besenmoos, in Kiefernwäldern Wellenblättriges Besenmoos

sauer: Waldgeißblatt und Besenginster (der Besenginster wächst in meiner Heimat auf einer furztrockenen leicht kalkigen Düne:-( )

Ringelkraut und Haselwurz, Sanikel, Türkenbund und Lungenkraut liebens basisch/ karbonatreich.

Muß jetzt leider aufhören, die Arbeit ruft.

Bis dann
Bruno

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Brunos Salzsäure

Thomas Pruß, (vor 9706 Tagen) @ Bruno

Hallo Bruno,
irgendwie erinnert mich das an meine Bodenkunde-Seminare in Hohenheim. Leider ist nicht so viel davon hängen geblieben, wie ich mir wünsche. Zu Deiner Bemerkung weiter oben: Ja, man muss das alles wissen. Für mich zumindest macht das Wissen einen Gutteil des sinnlichen Naturerlebens aus. Ausserdem fällt es wesentlich leichter, ein unbekanntes Gelände pilztechnisch richtig einzuordnen. Sonst wäre ich seinerzeit mein Lebtag nicht drauf gekommen, dass ich Schwabstedter Wald z. B. nach Steinpilzen und Pfifferlingen suchen könnte.
Aber mal eine andere Frage: Die Eidermarschen bestehen aus Kleiboden. Der ist ziemlich zäh, weich, hat eine graue Färbung und wenn ich mit dem Panda darauf gerate, muss ich ihn mit einem Trecker rausziehen lassen. Ist der Klei gleichbedeutend mit dem Gley? Und was ist nochmal der Unterschied zwischen Gley und Paragley?
Schöne Grüße
Thomas

Eintrag gesperrt
ein View

Re: Brunos Salzsäure

Bruno, (vor 9704 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Bruno,
irgendwie erinnert mich das an meine Bodenkunde-Seminare in Hohenheim. Leider
ist nicht so viel davon hängen geblieben, wie ich mir wünsche. Zu Deiner
Bemerkung weiter oben: Ja, man muss das alles wissen. Für mich zumindest
macht das Wissen einen Gutteil des sinnlichen Naturerlebens aus. Ausserdem
fällt es wesentlich leichter, ein unbekanntes Gelände pilztechnisch
richtig einzuordnen. Sonst wäre ich seinerzeit mein Lebtag nicht drauf
gekommen, dass ich Schwabstedter Wald z. B. nach Steinpilzen und
Pfifferlingen suchen könnte.
Aber mal eine andere Frage: Die Eidermarschen bestehen aus Kleiboden. Der ist
ziemlich zäh, weich, hat eine graue Färbung und wenn ich mit dem Panda
darauf gerate, muss ich ihn mit einem Trecker rausziehen lassen. Ist der
Klei gleichbedeutend mit dem Gley? Und was ist nochmal der Unterschied
zwischen Gley und Paragley?
Schöne Grüße
Thomas

Hallo Thomas,
Dich erinnert´s an die Seminare, mich erinnern Deine Fangfragen an das Vordiplom.:-)
Klei ist nämlich ein Marschenboden, es gibt einige verschiedene davon. Der Name ist volkstümlich (und hängt vielleicht auch mit den Äußerungen zusammen, mit denen meine plattdeutschsprachigen Freunde ihr besonderes Interesse an etwas ausdrückten?).
Gley ist russisch und leider gibt es keinen Para-Gley, nur einen Pseudo-Gley.
Ein Gley ist ein von Grundwasser beeinflußter Boden in Niederungen und Senken (Profil : A, Go, Gr ; o-oxidiert, r: reduziert). Der Pseudogley heißt wohl so, weil er so ähnlich strukturiert ist, aber von Stauwasser beeinflußt ist.

Zum ersten Teil: wenn Du alles weißt, ist der Zauber vorbei. Für mich ist es interessant, was Neues dazu zu entdecken oder lernen- und ich ärgere mich auch nach einem Winter masochistisch gern, wenn ich wieder den Unterschied zwischen dieser und jener Art vergessen habe und neu anfangen muß.
Zur Zeit studier ich grad mal wieder die Molche im Gartenteich, habe mich seit langem nicht mehr um Amphibien gekümmert und mit jeder Bestimmung fühle ich mich auch erinnert an die Zeit, als ich mit meinen Natur-cracks durch die Felder streifte.
Wenn ich für mich spreche, dann stelle ich eben fest, dass mir die Feldbiologie natürlich einen Heidenspass macht, aber ich muß meine Arbeit- die damit nüscht zu tun hat- ja auch erledigen. Und den SPIEGEL schaff ich schon lang nicht mehr. Deswegen habe ich mich mit dem Weg des kleinen Glücks abgefunden und dem Mut zur Lücke. Glücklicherweise habe ich während des Studiums gelernt, wo ich was nachschlagen muß (leider ist sowas praktisches kein Prüfungsfach,was ich nicht versteh). Und ich hoffe, dass auch hier der eine oder die andere meine Fragen beantworten kann.Das war doch kürzlich eine exzellente Leistung von Harry bezüglich der Morcheln! Und Karl Keck und Andreas Gminder sind doch anbetungswürdig. Sie kennen Pilze beim Vornamen, die ich nicht mal ignoriere.

Was den Panda betrifft: warte doch einfach das nächste Mal ab, bis ihn das Gras heraushebt:-)

Bruno

Eintrag gesperrt
3 Aufrufe

Re: Brunos Salzsäure

Thomas Pruß, (vor 9707 Tagen) @ Leonie

Hallo Leonie,
Den HCl-Test mit Waldboden zu machen, funktioniert auch nicht. Humus ist sauer und Säure mit Säure nachzuweisen, geht nicht. Du musst das schon am Gestein ausprobieren.
Gruß
Thomas