strohballenkultur fungizidbelastet?

martin, (vor 8510 Tagen)

dieses jahr versuchte ich austernpilze auf strohballen zu kultivieren. die selbst gezogene brut war so wachstumswütig, daß sie sogar in einem vergessenen einmachglas durch den deckel fruktizierte.
die zwei beimpften strohballen zeigten anfangs kaum wuchs, jetzt ist das myzel vollkommen verschwunden.
da ich umweltfaktoren wie zuviel oder zuwenig feuchtigkeit, starke sonneneinstrahlung o.ä. ausschließen kann, geht mein verdacht auf eine mögliche fungizidbelastung der strohballen. der nachbar, von dem ich die ballen habe, vermutet bereits ähnliches, da er es als einstreu für seine pferde benutzt. über den winter, wo die pferde auch sehr viel stroh fressen, werden diese regelmäßig krank.
hat jemand von euch erfahrungen damit, speziell birgit beschäftigt sich ja häufiger mit stroh wegen ihren pferden? eigentlich dürfte eine belastung ja nicht vorkommen, da wochen vor der strohernte nicht mehr gespritzt werden dürfte.

mir ist noch die idee gekommen, aus einem strohsud nährböden herzustellen und das wachstum von aupimyzel im vergleich zu einer kultur auf normalen nährböden zu beobachten. gegebenenfalls treten unterschiede auf, die auf eine fungizidbelastung hinweisen können.

viele grüße
martin

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Re: strohballenkultur fungizidbelastet?

Iris, (vor 8510 Tagen) @ martin

Hallo Martin,
ich habe auch schon einige male Austernseitlinge (Rosa Austernseitling) auf Stroh kultiviert. Dabei habe ich immer Stroh aus "konventionellem" Anbau verwendet. Das hat den Pilz nicht gestört. Kann es sein, dass Deine Kultur(en) schon zu alt waren? Ich habe die Erfahrung gemacht, das Kulturen die schon Primordien/Fruchtkörper gebildet hatten, länger gebraucht haben um sich auf Stroh zu etablieren. Allerdings hat keine das Wachstum komplett eingestellt.

Die Idee mit dem Nährboden aus Strohsud ist nicht schlecht. Allerdings kann es sein, dass beim Autoklvieren die möglichen Fungizidreste zerstört werden.
Ich hoffe ich konnte Dir helfen. Viele Grüße
Iris

dieses jahr versuchte ich austernpilze auf strohballen zu kultivieren. die
selbst gezogene brut war so wachstumswütig, daß sie sogar in einem
vergessenen einmachglas durch den deckel fruktizierte.
die zwei beimpften strohballen zeigten anfangs kaum wuchs, jetzt ist das
myzel vollkommen verschwunden.
da ich umweltfaktoren wie zuviel oder zuwenig feuchtigkeit, starke
sonneneinstrahlung o.ä. ausschließen kann, geht mein verdacht auf eine
mögliche fungizidbelastung der strohballen. der nachbar, von dem ich die
ballen habe, vermutet bereits ähnliches, da er es als einstreu für seine
pferde benutzt. über den winter, wo die pferde auch sehr viel stroh
fressen, werden diese regelmäßig krank.
hat jemand von euch erfahrungen damit, speziell birgit beschäftigt sich ja
häufiger mit stroh wegen ihren pferden? eigentlich dürfte eine belastung
ja nicht vorkommen, da wochen vor der strohernte nicht mehr gespritzt
werden dürfte.
mir ist noch die idee gekommen, aus einem strohsud nährböden herzustellen und
das wachstum von aupimyzel im vergleich zu einer kultur auf normalen
nährböden zu beobachten. gegebenenfalls treten unterschiede auf, die auf
eine fungizidbelastung hinweisen können.
viele grüße
martin

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Re: strohballenkultur fungizidbelastet?

martin, (vor 8510 Tagen) @ Iris

hallo iris,
ich denke auch, das es auf stroh eigentlich immer funktionieren müsste mit dem anbau von pilzen, deswegen suche ich nun nach ursachen für die mißglückte kultivierung. dabei kam der gedanke an das fungizid auf.
die brut war ok, sehr frisch selbst gezogen.

ob das mit den nährböden funktioniert, habe ich mich auch schon gefragt. wie du sagst könnten sich durch den dampfdruck beim sterilisieren die chemischen stoffe so verändern, so daß der versuch nicht mehr aussagekräftig ist. da müsste man einen chemiker fragen.

aber trotzdem danke für dein mitdenken!

grüße
martin

Hallo Martin,
ich habe auch schon einige male Austernseitlinge (Rosa Austernseitling) auf
Stroh kultiviert. Dabei habe ich immer Stroh aus
"konventionellem" Anbau verwendet. Das hat den Pilz nicht
gestört. Kann es sein, dass Deine Kultur(en) schon zu alt waren? Ich habe
die Erfahrung gemacht, das Kulturen die schon Primordien/Fruchtkörper
gebildet hatten, länger gebraucht haben um sich auf Stroh zu etablieren.
Allerdings hat keine das Wachstum komplett eingestellt.
Die Idee mit dem Nährboden aus Strohsud ist nicht schlecht. Allerdings kann
es sein, dass beim Autoklvieren die möglichen Fungizidreste zerstört
werden.
Ich hoffe ich konnte Dir helfen. Viele Grüße
Iris

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Halmverkürzer

Birgit, (vor 8510 Tagen) @ martin

hallo Martin,

da du mich ja schon direkt angesprochen hast, antworte ich jetzt mal, obwohl ich von einer Fungizidbelastung im Srtoh nichts weiß. Unsere beiden Ponies bekommen kein/kaum Stroh als EInstreu eben aus dem Grund weil sie sonst wohl mindestens im Winter jeden Tag zusätzlich zum Heu einen Ballen Stroh fressen würden, dann wären wir bald arm ;-). Das macht aber nix, weil sie auch im WInter lieber draußen im Schnee schlafen, der Stall wird jetzt eher im Sommer als Mücken- und Hitzeschutz genutzt. Nun bin ich aber genug abgeschweift ;-). Was früher immer mal im Gespräch war, weil es eben auch Krankheiten und wohl auch Allergien bei Pferden verursachen kann, sind die Mittel, die zur Halmverkürzung bei Getreide gespritzt werden (vermutlich Weizen und Roggen), dies sollte zumindestens dein Nachbar mal überprüfen lassen (wie diese Mittel auf Pilzmyzel wirken weiß ich nicht). Für Pferde am geeignetsten ist Haferstroh, was für die Pilzzucht am besten ist, weiß ich nicht. Die unterschiedlichen Stroharten haben durchaus verschiedene Energiegehalte etc. pp., vielleicht hst du ja was ungeeignetes erwischt? Was man evtl. auch mal überprüfen sollte ist die Qualität des Strohs, schön goldgelb oder grau und unansehnlich, weil evtl. schlecht bzw. feucht gelagert und daher schon ordentlich mit Schimmelpilzsporen geimpft? Das muß aber eigentlich jeder der Pferde hat selbst beurteilen können, sonst werden die rasant krank.

Hoffe ich konnte dir wenigstens ein bißchen helfen.

Liebe Grüße

Birgit