Wochenendfunde

Sven, (vor 9697 Tagen)

Hallihallo!
Endlich ist die (fast) pilzfreie Zeit vorbei, ein Grund mal wieder hier auf der Seite vorbeizuschauen! Bin am Wochenende im Wald gewesen und wollte eigentlich nach Morcheln suchen hier im hohen Norden, war aber (wie bisher fast immer) Fehlanzeige, mir fehlt wohl noch die richtige Stelle. Auwälder sind hier halt selten! Dafür habe ich einige andere interessante Dinge gefunden, vor allem massenhaft Frühjahrslorcheln in einem Kiefernwald knapp 80 Meter über NN an der Steilküste. Insgesmat wohl fast 30 Exemplare an zwei Stellen. Sonst kenne ich sie nur vereinzelt, ich war doch recht erstaunt. Was ist eigentlich daran daß man die Dinger nach Abbrühen oder Trocknen essen kann? Ich habe das jetzt schon von mehreren Leuten gehört und zweifele langsam daran ob das mit der Giftigkeit so wie ich das kenne wirklich richtig ist. Bei Riesenlorcheln glaube ich das eher aber bei Frühjahrslorcheln???

Ferner habe ich einen durchscheinende, weißlichgelben Becherling auf verrottenden Strohballen gefunden, der mir noch nie begnet ist. Er ist durchscheinend, geruchlos und brüchig, kam in Büscheln auf dem Stroh vor, Durchmesser zwischen 2 cm und 10 cm. Kann mir jemand eventuell einen Tipp geben was das sein kann???

Auf den gleichen Ballen war auch eine Art "Tintling" (zumindest dem Aussehen nach, ist sonst recht schwer zu beschreiben) zu finden. Es waren vier Pilze, Durchmesser der Kappe ca. 6cm, am Rand hochgebogen die wie Tintlinge blauschwarz zerflossen. Die ursprüngliche Farbe war wohl weiß. Die Kappe war mit gräulichen Schuppen besetzt. Auch hier läßt mich mein Wissen im Stich, ich wäre für Bestimmungshilfe sehr dankbar.

Viel Erfolg beim Suchen

Sven

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Re: Wochenendfunde

KARL, (vor 9695 Tagen) @ Sven

Hallo Sven,

zu Deinem Becherling:

Ferner habe ich einen durchscheinende, weißlichgelben Becherling auf
verrottenden Strohballen gefunden, der mir noch nie begnet ist. Er ist
durchscheinend, geruchlos und brüchig, kam in Büscheln auf dem Stroh vor,
Durchmesser zwischen 2 cm und 10 cm. Kann mir jemand eventuell einen Tipp
geben was das sein kann???

Ich tippe auf den Blasigen Becherling, Peziza vesiculosa.
Vielleicht findest Du eine Abbildung in Deinem Pilzbuch (z. B. Gerhardt).
Grüße aus dem Süden (60 km nördlich des Bodensees)
Karl

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Re: Wochenendfunde

Andreas ⌂, (vor 9691 Tagen) @ Sven

Hallihallo!
Auf den gleichen Ballen war auch eine Art "Tintling" (zumindest dem
Aussehen nach, ist sonst recht schwer zu beschreiben) zu finden. Es waren
vier Pilze, Durchmesser der Kappe ca. 6cm, am Rand hochgebogen die wie
Tintlinge blauschwarz zerflossen. Die ursprüngliche Farbe war wohl weiß.
Die Kappe war mit gräulichen Schuppen besetzt. Auch hier läßt mich mein
Wissen im Stich, ich wäre für Bestimmungshilfe sehr dankbar.
Sven

Hallo Sven,

kaum möglich, die Tintlingsart sicher zu bestimmen, aber es spricht einiges für C. cinereus bzw. macrorhizus (sind synonym), den Struppigen Tintling. Er wird recht groß, und ist jung dicht mit graulichen, eher spinnwebartigen Flocken besetzt, die sich auch im Alter während dem Zerfließen noch hie und da halten können (ungewöhnlich für Tintlinge, dass das Velum so beständig ist!). Der Struppige Tintling zeichnet sich in den meisten Fällen durch eine kleine bis sehr deutliche wurzelartige Verlängerung des Stieles aus, falls du das an ev. noch vorhandenen Exemplaren überprüfen willst/kannst.
Abb.: Pilze d. Schweiz Bd. 4, Nr. 269 ; Bon/Lohmeyer: Pareys Buch der Pilze ; Hennig-Kreisel Bd. 4, Nr. 299 ; Moser-Jülich 3 Coprinus 9 ; Bolets de Catalunia Nr. 64.
Für die glücklichen die solche Werke besitzen bzw. einsehen können: Bresadola Nr. 879 ; Konrad/Maublanc Nr. 35 ; Lange 158G.
Die Tafel 21.7 bei Ricken ist vermutlich eine andere Art, nicht C. cinereus.

herzliche Grüße,
Andreas