Porlings-Show - Teil 3, von Kazuya *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8484 Tagen)

HALLO,

Weiter gehts mit dem Zimtfarbenen Weichporling (Hapalopilus nidulans), ein Saprobiont abgestorbener Laubholzäste. Bevorzugt werden unberindete Stämme und Äste von Hasel, Eiche oder Buche. Der ganze Fruchtkörper ist einheitlich orangebraun bis freudig orangegelblich gefärbt. Oberseits ist er feinsamtig bis filzig, auf der Unterseite befinden sich orangefarbene Röhren mit feinen, rundlichen Poren. Der ganze Fruchtkörper ist biegsam und wird einjährig. Die Art ist verbreitet und in manchen Gegenden sicher recht häufig.
HAPALOPILUS NIDULANS
[image]
Häufiger noch als die vorangenannte Art ist der Wurzelschwamm (Heterobasidium annosum). Zusammen mit dem Hallimasch ist er einer der gefährlichsten Schadpilze in künstlich entstandenen Fichtenforsten. Die Fruchtkörper werden pileat gebildet und erreichen eine Breite von bis zu 20 cm. Oberseits sind sie kastanienbraun, wobei hier der weiße Rand besonders auffällt. Unterseits befinden sich recht feine, rundliche und weiße Poren, die bei Berührung etwas bräunlich flecken. Die Art besiedelt in parasitischer resp. saprophytischer Lebensweise lebende resp. tote Fichten bzw. Fichtenstrünke und Stämme.
HETEROBASIDIUM ANNOSUM (zusammen mit Amylostereum areolatum)
[image]
Gut bekannt und gut verbreitet bis häufig ist der Schwefelporling (Laetiporus sulphureus). Ebenso wie der Wurzelschwamm befindet sich auch diese Art in einer monotypischen Gattung und bildet orangegelbliche, pileat wachsende Fruchtkörper von bis zu 20 cm Breite. Oberseits sind sie feinfilzig bis glatt und meist stark runzelig/uneben sowie freudig orange- bis schwefelgelb gefärbt. Auf der Unterseite befinden sich zitronengelbe Röhren und mäßig feine, rundliche Poren. Der ganze Fruchtkörper ist elastisch, wird im Alter jedoch kreideartig brüchig. In den meisten Pilzbüchern einiget man sich auf "jung essbar". Roh soll die Art jedoch giftig sein. Sie lebt meist parasitisch an noch stehenden Stämmen von Prunus avium, Quercus oder seltener auch von anderen Laubbäumen.
LAETIPORUS SULPHUREUS
[image]
Bekannt ist die Gattung Phellinus, Feuerschwamm. Eine etwas seltenere Art ist hier der Muschelförmige Feuerschwamm (Phellinus conchatus), habe ich ihn doch in 4 Jahren in meinem Gebiet nur einmal nachgewiesen. Die Fruchtkörper werden mehr effuso-reflex als pileat gebildet und bilden demzufolge nur kleine Hutkanten, die oberseits dunkelbraun gefärbt sind und nach kurzer Zeit meist von Moosen und Algen bewachsen sind. Die Röhrenschicht läuft deutlich am Substrat herab und ist rostbraun gefärbt. Dieser Pilz wird mehrjährig und befällt parasitisch, oft aber auch saprophytisch teils noch stehende Stämme diverser Laubbäume.
PHELLINUS CONCHATUS
[image]
Beste Grüße,
Kazuya

Fortsetzung folgt...

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Porlings-Show - Teil 3, von Kazuya

Karl Keck ⌂, (vor 8484 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Kazuya,
Du schreibst:

Weiter gehts mit dem Zimtfarbenen Weichporling (Hapalopilus nidulans), ein
Saprobiont abgestorbener Laubholzäste. Bevorzugt werden unberindete Stämme
und Äste von Hasel, Eiche oder Buche. Der ganze Fruchtkörper ist
einheitlich orangebraun bis freudig orangegelblich gefärbt. Oberseits ist
er feinsamtig bis filzig, auf der Unterseite befinden sich orangefarbene
Röhren mit feinen, rundlichen Poren. Der ganze Fruchtkörper ist biegsam
und wird einjährig. Die Art ist verbreitet und in manchen Gegenden sicher
recht häufig.

Im Zimtfarbenen Weichporling, Hapalopilus nidulans, wurde in neuerer Zeit das Gift Polyporsäure entdeckt. Nach relativ langer Latenzzeit (ca. 12 Stunden) sind nach dem Genuss dieses Pilzes (vermutlich Verwechslung mit dem jung und gebraten essbaren Schwefelporling) folgende Symptome aufgetreten: Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Mattigkeit, Violettfärbung des Urins, Störungen der Leber- und Nierenfunktion.
Siehe dazu auch den Beitrag von Walter Pätzold auf den "Gelben Seiten" der "Zeitschrift für Mykologie" (Dez. 1996):
http://www.dgfm-ev.de/www/de/publikationen/gs_962_fortbildung.php3

Grüße, Karl
P.S.: Deine Fotos sind Spitze!

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Porlings-Show - Teil 3, von Kazuya

Kazuya, (vor 8481 Tagen) @ Karl Keck

hallo Karl,
danke erstmal, dass du die Bilder toll findest. Das der Zimtfarbene Weichporling giftig sein soll, wuste ich zwar, aber da ich etaige Speisezwecke sowieso im Hintergrund lasse und mich grundsätzlich mit den Beschreibungen abgebe, habe ich die Giftigkeit des Hapalopilus nidulans wegfallen lassen.
Gruß,
Kazuya

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Porlings-Show - Teil 3, von Kazuya

Gerd-A, (vor 8478 Tagen) @ Notizbrettbildservice

HALLO,

wieder einmal tolle Aufnahmen.

-------------
Zu HAPALOPILUS NIDULANS wäre (sofern man zufällig eine Lauge (z.B KOH)zur Hand hat) noch über eine interessante Farbreaktion zu berichten: Per Pilz verfärbt sich beim Betupfen mit Lauge lebhaft violett.
- Und was den Namen angeht: Der wurde umgetauft in H. rutilans. Nach Prio-Prinzip verständlich:
-- H. rutilans(Pers.1798: Fr. 1821) Karsten 1899

vs.
-- H. nidulans (Fr. 1821) Karsten

------------
Zu HETEROBASIDIUM ANNOSUM
Nach BW-Atlas in Europa der einzige Vertreter der nicht monotypischen Gattung. Denn weltweit gibt es noch eine weitere Art.

-----------
Zum Schwefelporling (Laetiporus sulphureus).
- Trotz der Größe (kann durchaus auch bis zu 50 cm werden) nur einjährig.

- Die Art bevorzugt Laubbäume (Eiche, Weide, Apfel-, Birn-, Pflaumenbaum, Robinie, Pappel u. a.); nach JAHN (1979) wächst der Pilz in den Alpen, sowie in der nördlichen Nadelwaldzone Osteuropas und Sibiriens häufig an Lärchen (Larix), weniger häufig an Fichte (Picea).

Als mit weitem Abstand häufigster Wirt wird Eiche (Quercus) angegeben. G. J. KRIEGLSTEINER (tel. 29.11.92) teilte mir folgendes mit:
- Nur alte Eichen werden infiziert, der überwiegende Anteil der Fundmeldungen stammt von Stümpfen. Betrachtet man nur die Fruchtkörperbildung an lebenden Bäumen, so wird Quercus durch Apfel-, Birnbaum, Weide u. a. (die bereits in mittlerem Alter infiziert werden) von der Spitzenposition verdrängt.

Viele Grüße
Gerd

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Heterobasidion-Art

EricS ⌂, (vor 8474 Tagen) @ Gerd-A

------------
Zu HETEROBASIDIUM ANNOSUM
Nach BW-Atlas in Europa der einzige Vertreter der nicht monotypischen
Gattung. Denn weltweit gibt es noch eine weitere Art.

Ja, das ist Heterobasidion insulare, heimisch im ostasiatischen Raum (Japan, Taiwan etc.).

Hier gibts auch ein Bild, leider ist die Seite auf dersprachediemanintaiwanspricht (Taiwanesisch??).

http://www.tfri.gov.tw/book/sp98/sp98i409.htm

Viele Grüße,

Eric

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Heterobasidion-Art

Gerd-A, (vor 8474 Tagen) @ EricS

Ja, das ist Heterobasidion insulare, heimisch im ostasiatischen Raum (Japan,
Taiwan etc.).
Hier gibts auch ein Bild, leider ist die Seite auf
dersprachediemanintaiwanspricht (Taiwanesisch??).
http://www.tfri.gov.tw/book/sp98/sp98i409.htm
Viele Grüße,
Eric

-----------------

Hallo Eric,

danke, endlich mal ein Bild von diesem Exoten.

Nur leider, da geht's mir wohl wie Dir.

"ggg", habe gerade mein Wörterbuch verlegt

Viele Grüße
Gerd

Eintrag gesperrt
14 Aufrufe

Re: Heterobasidion-Art / Taiwan

Karl Keck ⌂, (vor 8472 Tagen) @ EricS

leider ist die Seite auf der sprache die man in taiwan spricht (Taiwanesisch??).

Danke für den Link, Eric.
In Taiwan spricht man Chinesisch. Ja, ja, ich weiß, es gibt nicht nur e i n Chinesisch ... Vielleicht nennt man das dort Taiwan-Chinesisch.
Grüße, Karl