Trüffelrezept für die Speisepilzfraktion

Angela, (vor 8474 Tagen)

Schade, schade, soviele haben meine Frage gelesen und keine Antwort. Deshalb hier für alle,die Trüffel mögen (selbstgesammelt oder nicht) ein Rezept:

2 möglichst fette reife Camenberts quer durchschneiden, dick mit Mascarpone oder einem anderen fetthaltigem Frischkäse bestreichen. Einpaar tropfen trüffelöl oder gutes Olivenöl drauf. Dann Trüffel in Scheiben drauf. Wieder zusammenklappen, in Alufolie wickeln und ab in den Kühlschrank. 2 Tage drin lassen, mehrere Stunden vorm genussvollen Verzehr rausnehmen. Schmeckt wunderbar zu Ciabatta (normales oder auch mit Walnüssen.Ein Chianti Classico passt prima.

Cheers

Angela

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Re: Trüffelrezept für die Speisepilzfraktion

Gerd-A, (vor 8474 Tagen) @ Angela

Zitat: Schade, schade, soviele haben meine Frage gelesen und keine Antwort.
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Hallo Angela,

hier ein Auszug mit Rezept aus folgender Quelle:
H. Schmid & W. Helfer: PILZE, wissenswertes aus Ökologie, Geschichte und Mythos (1995, IHW-Verlag, ISBN 3-930167-14-X, Preis ca. 20,-- EUR
-- Einfach köstlich; sollte jeder, der sich für Pilze interessiert besitzen --

...
Allerdings ist auch die Sommertrüffel alles andere als anspruchslos, und es hat wenig Sinn, einfach im nächstgelegenen Wald nach ihr zu suchen. Kalkgebiete müssen es sein, und hier suche man sonnenexponierte Laubwälder mit flachgründiger, kalksteindurchsetzter Schwarzerde an Weg- und Waldrändern nach „verbranntem Boden“ ab. „Wo es in Mitteleuropa Laubwälder auf Kalkböden gibt, leben auch Speisetrüffeln“, so ermutigt der deutsche Trüffelexperte GERHARD GROß. Wer ernsthaft die Suche aufnehmen will, der lese zuvor dessen sehr detaillierte und dazu amüsant verfaßte Ratschläge, die er 1975 in der Zeitschrift für Mykologie veröffentlicht hat.
War einem schließlich Erfolg beschieden, so dankt man es dem Autor darüber hinaus besonders, daß er am Ende des Artikels auch seine Gattin mit einigen erprobten Konservierungshinweisen und Rezepten zu Wort kommen läßt. Vielleicht dürfen wir Ihnen mit einem davon etwas den Mund wäßrig machen:

Trüffeln nach Art der gräflichen Küche:
Frische oder in Weißwein konservierte Trüffeln werden in kleine Stücke geschnit ten. Ein Topf wird mit dünnen Scheiben von rohem Schinken oder magerem Dörrfleisch - Menge und Größe löffelgerecht entsprechend den Trüffeln - ausgelegt. Darauf kommen 1 Lorbeerblatt, 1 Teelöffel Thymian, wenig Salz, grob gemahlener schwarzer Pfeffer, etwas Knoblauch und die Trüffelscheiben mit einem Stück Butter, eventuell noch eine Prise Zucker. Man gießt soviel (nicht zu sauren!) Weißwein darüber, daß alles schwimmt (etwa 1/4 bis 1/2 Liter bei einer Trüffelmenge von 120-150 Gramm, ausreichend als Vorspeise für 4-6 Personen). Nimmt man in Weißwein konservierte Trüffeln, so kann man natürlich auch diese Flüssigkeit verwenden. Im verschlossenen Topf muß das Ganze 30 Minuten (konservierte Trüffeln 15 Minuten) kochen. Mit frischem Weißbrot oder Toast werden die Trüffeln mitsamt der Brühe gegessen.

Viele Grüße
Gerd

PS.: Auf den zitierten GROß - Artikel mit einigen Beiträgen zur Trüffel-Küche komme ich in einem Folgebeitrag noch zurück.

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Re: Trüffelrezept für die Speisepilzfraktion

Gerd-A, (vor 8474 Tagen) @ Angela

Hallo Angela,

und hier der angekündigte Folgebeitrag:

Folgende in Schmid & Helfer zitierte Quelle sollte sich jeder Trüffelsucher beschaffen:

G. Groß: Die Sommertrüffel (Tuber aestivum Vitt.) und ihre Verwandten im mittleren Europa (1)
Zeitschrift für Pilzkunde, Band 41, Heft 1-2, 1975

- In Teil (1)wird beschrieben, wo und wie man in Mitteleuropa Speisetrüffeln auch ohne Schwein und Hund, speziell die Sommertrüffel (Tuber aestivum Vitt.), sucht und findet. Erfreulich auch die Hinweise, wie man potenzielle Standorte außerhalb der Fruktifikationszeit auskundschaften kann.
- Es folgen aktuelle, erprobte Rezepte für die Konservierung (Madeira, Wein etc.) und Zubereitung (6 Vorschläge) der Sommertrüffeln (U. G r o ß). , u. a. der von Schmid zitierte, eine Groߒsche Variante von „Frische Trüffeln auf andere Art“, vgl. DAVIDIS-HOLLE 1897)

Der Artikel schließt mit folgenden Worten:
„Soweit meine Hausfrau. — Jedes dieser Rezepte ist mehrfach von uns ausprobiert und überarbeitet worden; manche andere Zubereitung hat nicht gehalten, was wir uns davon versprochen hatten. Als generelle Regel wollen wir festhalten: In den älteren Rezepten ersetze man den fetten Speck durch mageres Dörrfleisch oder rohen Schinken; besser frische Butter zusetzen. Man ersetze auch die schweren Rotweine durch Weißweine, am besten durch Rieslinge nicht zu nördlicher Herkunft; wir bevorzugen die vorzüglichen und noch preiswerten Rieslinge aus der benachbarten Pfalz, die — wie vielleicht auch ein Sylvaner — das Trüffelgericht begleiten sollten. — Wohl bekomm‘s!“
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Die Fortsetzung (2) erschien in Band 41, Heft 3-4 (eher etwas für Mykologen als für Mykophagen):
- Hier wird ein kurzer Überblick auf die neuere Trüffelliteratur gegeben.
- Eine Aufschlüsselung der europäischen Sippen der Gattung Tuber Mich. ex Fr. nach den Sporenmerkmalen ergänzt die Bestimmungsschlüssel der mykologischen Handliteratur.
- Zusätzlich werden die Beziehungen zwischen einigen Sippen insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Polykaryotie diskutiert. Dazu wurde vor allem die Methode des Vergleichs der mittleren Sporenvolumina benutzt.

Viele Grüße
Gerd
PS.:
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