Endlich Regen ??+ Frage

Frank S., (vor 8465 Tagen)

Hallo zusammen,

auch bei uns im Ruhrgebiet ist der Wald staubtrocken und es ist wirklich
nicht ein einziger Pilz zu finden. Wenn man so durch den Wald geht, sieht
es teilweise wirklich beängstigend trocken aus, und manche Bäume werfen
schon ihre Blätter weg, um Wasser zu sparen.
Ein so lange Trockenzeit habe ich bisher noch nie erlebt !!

Allerdings soll ja am Wochenende der lang ersehnte Regen endlich
eintreffen.(hoffentlich). Hierzu würde mich jetzt interessieren; wie
lange der Boden braucht um sich halbwegs von der Trockenheit zu erholen
oder anders gefragt; wann besteht die Hoffnung, nach ein paar Tagen mit
ausreichenden Regenmengen, wieder etwas brauchbares im Wald zu finden.

Ich will ja nicht hoffen, dass die Pilzzeit diese Jahr wegen Trockenheit
ausfällt !!

Viele Grüße aus dem Ruhrgebiet

Frank

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Re: Endlich Regen ??+ Frage

Joachim, (vor 8465 Tagen) @ Frank S.

Hallo Frank,
Das wird sicherlich je nach Pilzart unterschiedlich lange dauern bis nach einem längeren Regen die ersten Fruchtkörper wachsen. Nach meiner Erfahrung wird es sich frühestens nach einer Woche lohnen nach Pilze zu schauen. Allerdings ist dieser Sommer ein Ausnahmesommer und es gibt keine Erfahrung wie sich die Natur nach einer so extremen Hitze und Trockenheit verhält.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

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Re: Endlich Regen ??+ Frage

Kazuya, (vor 8465 Tagen) @ Frank S.

hallo,
kommt gan drauf an, wie OFT es in den nächsten Tagen/Wochen regnen wird. Wenns zunächst an einem Tag richtig heftig regnet, dann wird der Boden zumindest oberflächlich feucht, das gilt leider auch für die Laubschicht innerhalb von Wäldern. Dies dauert wesentlih länger, da die Feuchtigkeit erst durch die Laubschicht durchkommen muss.

Da gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder es regnet tagelang richtig durch, oder es regnet an vereinzelnden Tagen heftig, damit der Boden Stück für Stück angefeuchtet wird. An offenen Plätzen wie auf Wiesen und Weiden kann man nach den ersten Regenfällen durchaus einige Alltagspilze wie Marasmius rotula oder - bulliardii finden, ebenso auch Rindenpilze sowie Ascomyzeten, denen die Trockenheit eher wenig auszumachen scheint.

Ich glaube, es sollte in den nächsten Tagen recht viel regnen, ist zumindest vorhergesagt worden. Die "richtigen" Pilzarten wie Parasol oder Steinpilz (evtl. auch Pfifferling oder Champignons) sollten erst in ein/zwei Wochen zu erwarten sein, wenns vorher mindestens an 5 oder mehr Tagen durchgeregnet hat.

Ein weiterer Vorteil ist die Bedeckung der Sonne durch Wolken: Es ist nun wesentlich kühler und der Boden dürfte nach Regenfällen nicht mehr so schnell austrocknen.

Ich habe die Mykoflora kurz nach den letzten Regenfällen an Grasflächen überprüft und habe Arten wie Marasmius bulliardi, Hypholoma spec. (cf. ericaeoides), Phellinus igniarius sowie Ascobolus cf. carbonarius auf offener Brandstelle nachweisen können. Alle Fruchtkörper waren im "Normalzustand", d.h. sie zeigten keine Anzeichen von Vertrocknung.

Innerhalb von Wäldern konnten nur relativ wenige "Blattbecherlinge" gefunden werden, der sonst so übermäßig häufige Incrucipulum ciliare war nur sehr verstreut vorzufinden. Die Laubschicht istnur obeflächlich angefeuchtet, wenn man aber reinpackt, so ist alles knochentrocken.

Also, einmal Regen ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Es muss schon mehrfach (evtl. dauerhaft) regnen, dann wird es vielleicht doch noch ein "happy-end" geben :-)

Beste Grüße,
Kazuya

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Re: Endlich Regen ??+ Frage

Huperzia ⌂, (vor 8465 Tagen) @ Kazuya

Hallo Frank,

Wie´s dies Jahr wirklich wird, kann keiner sagen. Aber ich denke,überleben werden wir es wohl irgendwie ;-).

und Weiden kann man nach den ersten Regenfällen durchaus einige
Alltagspilze wie Marasmius rotula oder - bulliardii finden, ebenso auch
Rindenpilze sowie Ascomyzeten, denen die Trockenheit eher wenig
auszumachen scheint.
überprüft und habe Arten wie Marasmius bulliardi, Hypholoma spec. (cf.
ericaeoides), Phellinus igniarius sowie Ascobolus cf. carbonarius auf
offener Brandstelle nachweisen können.
Innerhalb von Wäldern konnten nur relativ wenige "Blattbecherlinge"
gefunden werden, der sonst so übermäßig häufige Incrucipulum ciliare war

Hallo Kazuya,

Ich kann mir vorstellen, daß es allgemein wünschenswert wäre, wenn auf weniger wissenschaftliche Fragen auch diedeutschen Pilznamen genannt würden. Unter Halsbandschwindling, Schwefelkopf, Feuerschwamm und weiterem kann man sich meist schon etwasvorstellen, während die lateinischen Namen schnell ein Gefühl "*schnief* ich kann das alles nicht" hinterlassen. Selbst, wenn es dem Laien völlig unbekannte Pilze sind, so regen doch deutsche Namen oder auch nur der Anhang "kleiner haariger weißer Becherling" die Neugierde an,sich weiter schlau zu machen, vielleicht mal etwas nachzufragen oder ähnliches.
Nur wissenschaftliche schrecken eher ab und lassen den Leser vielleicht den Schreiber bewundern "oh, was der alles weiß", bringen ihm selbst aber oft nicht viel mehr als das Gefühl "ich versteh das eh alles nicht".

Viele Grüße,

Tanja

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Re: Endlich Regen ??+ Frage

matt, (vor 8465 Tagen) @ Huperzia

Hallo Frank, Hallo Tanja,

Nur wissenschaftliche schrecken eher ab und lassen den Leser vielleicht den
Schreiber bewundern "oh, was der alles weiß", bringen ihm selbst
aber oft nicht viel mehr als das Gefühl "ich versteh das eh alles
nicht".

Genauso ging es mir! Bei den deutschen Bezeichnungen kann ich mir als 'interessierter Laie' wenigstens etwas vorstellen, für die wissenschaftlichen Bezeichnungen bin ich längst nicht bereit und mein Schul-Latein liegt viel zu lange zurück!

Matt

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Re: Endlich Regen ??+ Frage

Maik, (vor 8465 Tagen) @ matt

Mir ging es ebenfalls so. Viel bessere und mit mehr Lerneffekt finde ich, daß die deutschen Pilznamen genannt werden und die lateinischen Fachbegriffe dahinter in Klammern gesetzt werden.

Gruß

Maik