Heute im Rothaargebirge

Frank H., (vor 8435 Tagen)

Hallo Pilzler,

heute, nach ca. fünf Stunden bergauf, bergab im Rothaargebirge gefunden und identifiziert:

Fliegenpilz (Unmengen)
Falscher Pfifferling (ebenfalls Unmengen)
Steinpilze ( ca. 5 Kilo)

sowie in kleineren Mengen
Sommersteinpilz (?!)
Marone
Parasol
Flockenstieliger Hexenröhrling
Netzstieliger Hexenröhrling
Wiesenchampignon
Birkenpilz
Fichtenreizker
Flaschenstäubling
Schopftintling
Rotschuppiger Rauhkopf
Löwengelber Rauhkopf
Hallimasch
Rehbrauner Dachpilz
Rotfußröhrling
Körnchenröhrling
Rotkappe
Buckeltäubling
Kohlentrichterling

und noch etliche weitere Arten.

Dazu einige Anmerkungen.
Ich war in vier, mir als pilzreich bekannten, von der Beschaffenheit recht identischen Waldstücken im Umkreis von ca. 15 km. Davon waren zwei wie leergefegt, die anderen zwei wiesen einen erstaunlichen Pilzreichtum auf. Bei uns überwiegt weitestgehend Buchen-/Fichtenmischwald. Warum mal so und mal so ? Keine Ahnung !
Steinpilze findet man bei uns z.Zt. wirklich nur an bemoosten und sehr feuchten Waldwegen, dort aber in Massen und in bester Qualität. Das hat Stefan (Bayerwald) ja ebenso festgestellt. Allerdings hatte ich heute drei Stück mit Maden. Die werden doch wohl nicht ein Comeback feiern.
Im Laubwald ist fast überhaupt nichts zu finden, im Nadelwald meist nur an den Rändern und Wegen. Kommt man ein Stückchen in den Wald hinein, nimmt die Pilzpopulation stark ab, sei es im Jungfichtendickicht mit Nadelstreu oder aber im lichten Fichtenwald mit Nadelstreu oder Gras. Das heißt, bislang gibt es Pilze nur auf Böden, die die relativ wenige Feuchtigkeit gut speichern konnten.

Alles in allem aber ein gelungener Tag in einem an Besonderheiten reichen Pilzjahr. Oder, wie meint Ihr ?

Gruß, Frank

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Re: Heute im Rothaargebirge

Mison, (vor 8435 Tagen) @ Frank H.

hallo frank,

also, ich bleibe neidisch auf die steinpilzfunde, aber der neid verfliegt recht schnell, nachdem ich heute zum ersten mal seit langem meinen korb auch wieder nennenswert füllen konnte, und zwar mit hallimasch. traumhaft schön bewachsene baumstümpfe (jemand meinte im forum vor ein paar tagen: wie angebaut), von denen ich immer nur ein drittel junge ex. geerntet habe und nach einer guten stunde trotzdem einen vollen korb hatte, so dass die krause glucke kaum noch drauf passte - kam aber auch noch mit.

und damit zu den von dir angesprochenen besonderheiten: ich glaube, dass die extremwitterung dieses sommers in den wäldern, in denen ich in den letzten wochen gucken war, für das fast vollständige fehlen einiger sonst gut vertretenen arten gesorgt hat; leider gehören boletus edulis und b. reticulatus dazu. in rauen mengen hier bei uns nur: hallimasch, kahler krempling, falscher pfifferling, vor zwei wochen noch waldfreundrübling. hier und da kommen jetzt mal ein paar parasole und safranschirmlinge, schopftintlinge, fl. hexenröhrlinge (offenbar gerade erst seit wenigen tagen), vereinzelte täublinge, knollenblätterpilze und perlpilze (noch nicht EIN fliegenpilz!)...

der vorteil, den ich persönlich an dieser relativen arten-armut entdecke, ist, dass ich nicht immer nur den korb im visier habe, sondern mich öfter mal schon im wald hinsetze, um einen unbekannten pilz zu bestimmen. im moment kommt an jedem waldtag mindestens einer dazu...

schönen gruß an alle,
ein heute ziemlich pilz-zufriedener simon