Pilzresümee, von Thomas (11 Bilder) *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8423 Tagen)

Moin zusammen,
das Pilzjahr ist zwar noch nicht ganz rum, aber jetzt, im Oktober kann ich mal versuchen, zumindest für Nordfriesland und dem westlichen Kreis Schleswig-Flensburg ein Resümee zu ziehen.
Wie fast überall in Deutschland war auch bei uns im hohen Norden der Sommer viel zu trocken. Wer Details dazu wissen will, kann sich mal bei Georgs Wetterzentrale-Forum umhören.
Den Pilzen hat diese Trockenheit nicht gut getan. Röhrlinge? – Fehlanzeige, Pfifferlinge dito, Täublinge? Allerhöchstens Spuren. Und so könnte ich ad lib. aufzählen – überall herrschte Flaute.
Nur für die holzbewohnenden Pilze scheint 2003 ein kurzes, dafür aber heftig gutes Jahr geworden zu sein.
Hallimasch, Schwefelköpfe jeder Couleur, Riesen- und sonstige Porlinge (vor allem Riesenporlinge). Ich habe es wohl schon mal gepostet: Wahrscheinlich schicken diese Pilze ihr Myzel mit den alten Wurzeln der Bäume in die Tiefe und gelangen so immer an genügend Feuchtigkeit.

Die „Highlights“ im Einzelnen
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Buchenschleimrüblinge gab’s in Massen. Sie traten gehäuft Ende September auf

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Auch die Grünblättrigen Schwefelköpfe hatten dieses Jahr eindeutig ein Maximum. Daneben traten in geringerer Zahl Graublättrige und Ziegelrote Schwefelköpfe auf.

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Dieser Zeitgenosse hat den Wald in diesem Jahr flächenweise überwuchert. Ich habe wirklich noch nie so viele Hallimasch in unseren Wäldern gefunden wie in diesem Jahr

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Unter der abgeplatzten Rinde eines Baumes fand ich dann auch die dazu passenden Rhizomorphen.

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Mehr als reichlich fand ich den Riesenporling. Wie groß dieser Pilz hier ist, kann man ermessen, wenn man weiß, dass der Buchenstumpf einen Durchemsser von gut 60 cm hatte.

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Diese leckeren Gesellen würde ich gerne öfter finden. Das war in diesem Jahr der Fall. Wiesenchampignons gab’s und gibt’s reichlich. Aber dennoch sollte man ihn – zumindest für Schleswig-Holstein – auf die Rote Liste setzen (in NF RL 2). Die Bauern güllen ihn einfach tot!

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Doch, einen Röhrling fand ich dennoch: den Pappelraufuß. Er wuchs im benachbarten Süderstapel in einer „Sandkiste“ (ehem. Kiesgrube).
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Das Detail zeigt sehr schön die für die Pappelraufüße typische, überstehende Huthaut.

Jetzt kommen ein paar Pilze, bei deren bestimmung ich mir nicht ganz sicher bin. Vielleicht kann mir da jemand helfen:
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Ist das der Heftel-Nabeling? Diese Itzibitziminiwinzwürg-Pilzchen wuchsen wie gesät im Buchenwald aus dem abgefallenen Buchenlaub hervor. Auf dem Bild sehr schon zu erkennen: Die Pilzchen besiedeln schwarmweise einzelne Buchenblätter.

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Diesen Pilz habe ich mal ganz keck als Rosshaarschwindling identifiziert. Aber es kann auch was ganz anderes sein. Vom Geruch her schieden der Stinkschwindling und der Knoblauchschwindling jedenfalls aus.

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Ein Stummelfüßchen? Ich glaube noch nicht so recht daran, weil diese Pilze ja eigentlich erst später im Jahr erscheinen.

Alle Fotos wurden Ende September/Anfang Oktober in den Wäldern bei Bergenhusen, Schwabstedt und Ostenfeld gemacht. Kamera war die gute alte Olympus Camedia 2500 CL.

Grüsslis
Thomas

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Re: Pilzresümee, von Thomas (11 Bilder) *PIC*

Boletus ⌂, (vor 8423 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Thomas

Ist das der Heftel-Nabeling? Diese Itzibitziminiwinzwürg-Pilzchen wuchsen wie
gesät im Buchenwald aus dem abgefallenen Buchenlaub hervor. Auf dem Bild
sehr schon zu erkennen: Die Pilzchen besiedeln schwarmweise einzelne
Buchenblätter.

Kein Heftelnabeling, dies ist ein Marasmius (Schwindling) vermutlich so um M. epiphyllus herum. Es gibt verschiedene kleine u. kleinste Schwindlinge auf Blättern die da in Frage kommen könnten. Aufgrund des Kollars um das Stielchen habe ich auch an den Halbandschwindling, M. rotula, gedacht, weiss aber nicht ob die auch auf Blättern fruktifizieren.
Ein Heftelnabeling sieht so aus:

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Blaustieliger Heftelnabeling, Rickenella swartzii

Es gibt aber auch noch die Variante mit orangen Farbtönen Rickenella fibula, den Orangefarbenen H.n., übrigens wunderhübsche Pilzchen!
Leider werden nicht alle Bilder angezeigt :-(

Beste Grüsse
Sepp

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Re: Pilzresümee, von Thomas (11 Bilder)

Huperzia ⌂, (vor 8423 Tagen) @ Boletus

Kein Heftelnabeling, dies ist ein Marasmius (Schwindling) vermutlich so um M.
epiphyllus herum. Es gibt verschiedene kleine u. kleinste Schwindlinge auf
Blättern die da in Frage kommen könnten. Aufgrund des Kollars um das
Stielchen habe ich auch an den Halbandschwindling, M. rotula, gedacht,
weiss aber nicht ob die auch auf Blättern fruktifizieren.
Ein Heftelnabeling sieht so aus:

Hallo ihr zwei,

Ich würd auf Marasmiuzs buillardii tippen, das "Käsepilzchen". Der hat einen Collar und wächst auf Blättern. Ist aber nur ein Tip.

Viele Grüße,

Tanja p.s.: das Stummelfüßchen sehe ich leider nicht

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Das Bild vom Stummelfüßchen *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8423 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Pilzfreunde,
da hat doch der Umlautteufel wieder mal zugeschlagen.
Hier nochmal das Bild vom "Stummelfüßchen"
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Re: Das Bild vom Stummelfüßchen

Matthias, (vor 8423 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Pilzfreunde,
da hat doch der Umlautteufel wieder mal zugeschlagen.
Hier nochmal das Bild vom "Stummelfüßchen"

Hallo Joachim,
das Bild funktioniert immer noch nicht und die Raufußröhrlinge auch nicht, vielleicht liegt es ja auch noch am "ß",
viele Grüsse
Matthias

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Re: Das Bild vom Stummelfüßchen

Notizbrettbildservice, (vor 8423 Tagen) @ Matthias

Hallo Matthias,
natürlich hast du Recht, es liegt am "ß". Das blöde ist das manche die Bilder sehen können, Andere aber leider nicht.
Mit lieben Grüßen
Joachim

Hallo Joachim,
das Bild funktioniert immer noch nicht und die Raufußröhrlinge auch nicht,
vielleicht liegt es ja auch noch am "ß",
viele Grüsse
Matthias

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Als Nachtrag die Bilder vom Raufußröhrling *PIC*

Notizbrettbildservice, (vor 8423 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Hallo Pilzfreunde,
da hat doch der Fehlerteufel noch mal zugeschlagen.
Hier nochmal die Bilder vom "Raufußröhrling"
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Beim nächsten mal lass’ ich sämtliche Umaute weg! *oT*

Thomas Pruß, (vor 8423 Tagen) @ Notizbrettbildservice

- kein Text -

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Das sieht eher nach... *PIC*

Jürgen, (vor 8423 Tagen) @ Notizbrettbildservice

Leccinum scabrum ss. str. aus (siehe z. B. http://home.att.net/~a.kuznik/Leccinum_scabrum.htm).

Vom Pappelraufuß L. duriusculum hatte ich schon mal ein Bild gepostet, hier ist es zum Vergleich noch mal:

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Die makroskopische Bestimmung ist manchmal etwas problematisch, wenn Birken und Pappeln durcheinander stehen. L. scabrum kann ziemlich robust sein. Er unterscheidet sich von duriusculum v. a. durch das nur schwache oder ganz fehlende Röten des Fleisches. Der Pappelraufuß wird im Schnitt grauviolett (ähnlich wie die Rotkappen) und ist an der Stielbasis oft türkis gefärbt.

Gruß, Jürgen

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Der Vollständigkeit halber

Jürgen, (vor 8423 Tagen) @ Jürgen

sollte ich noch anmerken, dass auch die extrem nahe mit L. scabrum verwandten, aber stärker rötenden Arten Leccinum roseofractum oder L. pulchrum in Frage kommen, die aber beide selten sind.

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Pappelraufuß

Thomas Pruß, (vor 8422 Tagen) @ Jürgen

Moin Jürgen,
die Botschaft hör’ ich wohl…
Ich würde den Pilz aber trotzdem unter „Pappelraufuߓ einordnen, wuchs er doch in einem Jungpappelhain, der in der Kiesgrube entstanden ist. Die nächsten Birken stehen rund 20 m entfernt. Aber man ist ja nie vor Überraschungen sicher. Mal sehen, was demnächst die Sporen „sagen“.
Grüsslis
Thomas

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Re: Pappelraufuß

Jürgen, (vor 8422 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Thomas,

Sporen und evtl. Huthaut mikroskopieren wird nicht viel bringen, weil die Unterschiede zwischen scabrum und duriusculum da zu gering sind.

Das beste Unterscheidungsmerkmal ist - neben dem Standort - die Fleischverfärbung (s. o.). Schneide doch mal einen frischen Frkp. durch und lass ihn ca. 20 Minuten liegen. Wenn er deutlich grauviolett anläuft und in der Stielbasis grüne Zonen aufweist, ist es duriusculum.

Was mich eher zur scabrum-Gruppe bringt, sind die freudig braune Hutfarbe und das tendenzielle Röten der Stieloberfläche. Und mit 20 Metern wäre die Birke noch nicht so extrem weit weg... Aber speziell beim rechten Ex. kann man, zugegeben, durchaus an hellen duriusculum denken.

Gruß, Jürgen

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Mal was ganz anderes (3Bilder) *PIC*

Matthias, (vor 8414 Tagen) @ Jürgen

Hallo Zusammen,
es gibt auch unter Birken "Braunhütige Rotkappen" mit deutlich überhängender Huthaut, gefunden am 20.09.2002 bei Weismain MTB5933/2,
ich hatte leider keine Kamera dabei und habe die Bilder dann später gemacht.

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viele Grüsse
Matthias

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Re: Mal was ganz anderes (3Bilder)

Jürgen, (vor 8414 Tagen) @ Matthias

Hallo Matthias,

über grau- bzw. in deinem Fall braunhütige Birkenrotkappen habe ich mal vor zwei Jahren in der Südwestdt. Pilzrundschau geschrieben. Ich habe meine "Graukappen" damals als Farbformen von Leccinum versipelle interpretiert, zumal die jung graubraunen beim Reifen doch wieder gelb- bis gelborange Töne angenommen haben. Leider finde ich die Teile nur ganz, ganz selten.

Bei Dir scheint der Fall zwar etwas anders zu liegen, weil die auch alt überhaupt nicht gelb oder gar orange werden. Aber ich denke trotzdem, dass die noch zu Leccinum versipelle im weiteren Sinn gehören. L. duriusculum würde ich hier ausschließen. Mal abgesehen vom "falschen" Begleitbaum: Dein Fund verfärbt am Stielanschnitt viel stärker, ganz so wie versipelle, und auch die Anordnung der Stielschuppen ist typisch Birkenrotkappe (bei duriusculum sitzen die eher längsrillig, v. a. zur Stielspitze).

Die Hutschuppen würden ganz gut zu Leccinum calltrichum passen, eine vor kurzem abgetrennte Art. Aber die sollte hellere, beigeockere Hutfarbe haben.

Sieht auf jeden Fall interessant aus.

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Re: Mal was ganz anderes (3Bilder)

Matthias, (vor 8414 Tagen) @ Jürgen

Hallo Matthias,
über grau- bzw. in deinem Fall braunhütige Birkenrotkappen habe ich mal vor
zwei Jahren in der Südwestdt. Pilzrundschau geschrieben. Ich habe meine
"Graukappen" damals als Farbformen von Leccinum versipelle
interpretiert, zumal die jung graubraunen beim Reifen doch wieder gelb-
bis gelborange Töne angenommen haben. Leider finde ich die Teile nur ganz,
ganz selten.
Bei Dir scheint der Fall zwar etwas anders zu liegen, weil die auch alt
überhaupt nicht gelb oder gar orange werden. Aber ich denke trotzdem, dass
die noch zu Leccinum versipelle im weiteren Sinn gehören. L. duriusculum
würde ich hier ausschließen. Mal abgesehen vom "falschen"
Begleitbaum: Dein Fund verfärbt am Stielanschnitt viel stärker, ganz so
wie versipelle, und auch die Anordnung der Stielschuppen ist typisch
Birkenrotkappe (bei duriusculum sitzen die eher längsrillig, v. a. zur
Stielspitze).
Die Hutschuppen würden ganz gut zu Leccinum calltrichum passen, eine vor
kurzem abgetrennte Art. Aber die sollte hellere, beigeockere Hutfarbe
haben.
Sieht auf jeden Fall interessant aus.

Hallo Jürgen,
den Artikel in der Südestdeutschen Pilzrundschau kenne ich, deine jungen Exemplare sehen ja ähnlich aus, aber wenn die Hutfarbe sich wieder geändert hat scheint es vielleicht doch die "normale Birkenrotkappe" zu sein. Ich habe meinen Fundplatz dieses Jahr einige Male besucht, aber wurde bisher nicht wieder fündig. Als direkter Begleitpilz stand dort noch Leccinum brunneogriseolum, die Rotkappen sind mir erst aufgefallen als sie bei einem Bekannten im Korb gelegen sind.
Die Belege von meinen "Rotkappen" habe ich Christoph Hahn zukommen lassen
viele Grüsse
Matthias