Silbrigglänzende Schirmchen + Pilzfamilien *PIC*

Sabine aus Freiburg, (vor 8423 Tagen)

Liebe Pilzfreunde,

diese geriffelten, silbrig glänzenden Schirmchen hab ich am Wochenende
in unserem Wald fotografiert:

[image]
Lässt sich bei denen sagen, was das ist?

Für die Feststellung der Familienzugehörigkeit bin ich schon sehr dankbar!

BTW: Eigentlich möchte ich meine Pilzfotos nach Familien sortieren,
hab aber sowohl in Büchern als auch im Net nur ziemlich chaotische
und voneinander unterschiedliche Sortierungen gefunden.

Ist das Einordnen der Arten in Familien schwieriger
als bei Wildblumen? Für mich auf jeden Fall erstmal!

Habe für meine virtuelle Pilzsammlung bisher folgende Namen für
die Familien zusammenstellen können:

#Agaricaceae|Egerlingsartige Wiesenchampignon, Anisegerling
#Amanitaceae|Blätterpilze Fliegenpilz, Safran-Schirmling (?)
#Bolbitiaceae|Mistpilzartige
#Boletaceae|Röhrlinge Steinpilz, Maronenröhrling
#Cantarellaceae|Stoppelpilze Semmelstoppelpilz
#Clavariaceae|Keulenpilze Geweihförmige Holzkeule
#Clavulinaceae|Korallenpilze Ziegenbart
#Coprinaceae|Tintlingsartige Schopftintlinge
#Cortinariaceae|Schleierlinge
#Entolomataceae|Rötlinge
#Plutaceae|Dachpilzartige
#Fistulinaceae|Reischlingsartige
#Hydnangiaceae|deutsch?
#Hygrophoraceae|Wachsblätter
#Lycoperdaceae|Bauchpilze, Stäublingsartige
#Marasmiaceae|deutsch?
#Morchellaceae|Morcheln Echte Speisemorchel, Stinkmorchel
#Nidulariaceae|Nestpilze
#Pezizaceae|Becherlingsverwandte Judasohr, Orangeroter Becherling
#Phallaceae|Rutenpilze
#Pholiota (?)|Schüpplinge Hallimasch, Stockschwämmchen
#Pleurotaceae|Austerlinge, Seitlinge Austern-Seitling
#Polyporaceae|Porlinge Schillerporling, Schwarzfuß-Porling
#Ramariaceae|Korallenartige Goldgelbe Koralle
#Russulaceae|Sprödblättler
#Schizophyllaceae|Spaltblättlinge
#Sparassidaceae|Glucken Krause Glucke
#Strophariaceae|Träuschlinge
#Tricholomataceae|Ritterlinge Violetter Ritterling, Helmling

Ist diese Aufteilung überhaupt so richtig?

Ich habe nicht die geringste Vorbildung bei den Pilzfamilien,
möchte das aber sehr gerne lernen.

Wenn jemand also eine Buchempfehlung, Internetlinks o.a. zu dem
Thema für mich hat, bin ich sehr dankbar!

Lieber Gruß
aus Freiburg
von Sabine

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Silbrigglänzende Schirmchen + Pilzfamilien

Huperzia ⌂, (vor 8423 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hallo Sabine,

Bei den Pilzfamilien ist fast ständig irgendwasim Fluß und es gibt unendlich verschiedene Auffassungen.

#Coprinaceae|Tintlingsartige Schopftintlinge

zu denen gehört dein Bild - das ist ein Tintling. Allerdings wird diese Familie auch wohl jetzt eher Psathyrellaceae heißen ....und einiges an Arten wird hin und her geschoben.

Viele Grüße,

Tanja

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Silbrigglänzende Schirmchen + Pilzfamilien

Sabine aus Freiburg, (vor 8423 Tagen) @ Huperzia

Hallo Tanja,

Bei den Pilzfamilien ist fast ständig irgendwasim Fluß und es gibt unendlich
verschiedene Auffassungen.

Das ist mir allerdings auch aufgefallen!

zu denen gehört dein Bild - das ist ein Tintling. Allerdings wird diese
Familie auch wohl jetzt eher Psathyrellaceae heißen ....und einiges an
Arten wird hin und her geschoben.

Trotzdem vielen Dank schon mal für die Tintlingszuordnung!

Ich hab die Pilze erst einmal mit dem Namen "Silber-Schirmchen" versehen,
Coprinus spec., und bei den Coprinaceae aufgenommen :-)

Lieber Gruß
von Sabine

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Silbrigglänzende Schirmchen + Pilzfamilien

Kazuya, (vor 8423 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

hallo,

analysieren wir mal:

#Agaricaceae|Egerlingsartige Wiesenchampignon, Anisegerling (richtig!!)
#Amanitaceae|Blätterpilze Fliegenpilz, (Safran-Schirmling (?) => falsch!)
#Bolbitiaceae|Mistpilzartige (richtig!)
#Boletaceae|Röhrlinge Steinpilz, Maronenröhrling (gut!)
#Cantarellaceae|Stoppelpilze Semmelstoppelpilz => falsch!)
#Clavariaceae|Keulenpilze (Geweihförmige Holzkeule => falsch!!!)
#Clavulinaceae|Korallenpilze (Ziegenbart => falsch!)
#Coprinaceae|Tintlingsartige Schopftintlinge (richtig!!)
#Cortinariaceae|Schleierlinge (gut!)
#Entolomataceae|Rötlinge (rötlingsartige)
#Plutaceae|Dachpilzartige ==> Pluteaceae
#Fistulinaceae|Reischlingsartige (sehr gut!!)
#Hydnangiaceae|deutsch? (Heide)-Trüffelartige
#Hygrophoraceae|Wachsblätter (richtig!)
#Lycoperdaceae|Bauchpilze, Stäublingsartige (richtig!)
#Marasmiaceae|deutsch? ==> gibts nicht, Marasmius zählt zu Tricholomataceae!
#Morchellaceae|Morcheln Echte Speisemorchel, (Stinkmorchel => falsch)
#Nidulariaceae|Nestpilze (gut!)
#Pezizaceae|Becherlingsverwandte (Judasohr => falsch), Orangeroter Becherling
#Phallaceae|Rutenpilze
#Pholiota (?)|Schüpplinge (Hallimasch = Tricholomataceae), (Stockschwämmchen = Stophariaceae)
#Pleurotaceae|Austerlinge ?? (gibts nicht!!), Seitlinge, Austern-Seitling
#Polyporaceae|Porlinge (Schillerporling ==> falsch!), Schwarzfuß-Porling
#Ramariaceae|Korallenartige Goldgelbe Koralle (richtig!)
#Russulaceae|Sprödblättler (richtig!)
#Schizophyllaceae|Spaltblättlinge (sehr gut!!)
#Sparassidaceae|Glucken Krause Glucke (richtig!), aber Sparassidiaceae
#Strophariaceae|Träuschlinge (richtig!)
#Tricholomataceae|Ritterlinge Violetter (Holz)-Ritterling, Helmling

es freut mich, dass sich mal einer für die Taxonomie der Pilze interessiert und diese lernen möchte. Wenn du möchtest, könnte ich dir dabei behilflich sein, dass tue ich immer wieder gerne. Ich verweise hier auch auf meine eigenen Beiträge, in denen ich unter "Statistiken" immer wieder auch auf die Taxonomie achte, d.h. ich erstelle ein taxonomisches Gerüst, so z.B.:
Basidiomycetes (Ständerpilze) - Agaricales (Lamellenpilze) - Tricholomataceae (ritterlingsartige) - Mycena (Helmlinge).

Deine Fehler waren:

--Safran-Schirmling (Macrolepiota) ==> gehört zu Agaricaceae
--Semmelstoppelpilz (Hydnum) ==> gehört zu Hydnaceae
--Geweihförmige Holzkeule = ein Schlauchpilz, gehört zu Sphaeriaceae (ist schwer, dass muss man nicht unbedingt wissen)
--Ziegenbart, damit meinst du wohl Koralle, hier kommt es auf die Gattung an. Als Ziegenbart wird normalerweise eine Art der Gattung Ramaria bezeichnet. ==> gehört also zu Ramariaceae (Clavulinaceae wäre z.B. Clavulina)
--Stinkmorchel ==> hier hast du wieder Schlauch- mit Ständerpilzen verwechselt :-)
macht aber nix, das passiert, wenn die deutschen Namen gleich sind (Morchel)
==> gehört zu Phallaceae (hast du später erwähnt)
--Judaohr, gleiches wie bei Stinkmorchel, ist ein Ständerpilz ==> gehört zu Auriculariaceae (muss man nicht wissen)
--Schüppinge und Stockschwämmchen gehören zu Strophariaceae, Hallimasch zu den Tricholomataceae
--es gibt keine Austerlinge
--Schillerporling zu Hymenochaetaceae (muss man auch nicht wissen...)

Ich möchte dich hier nur berichtigen, abernatürlich keine Kritik austeilen. Deine Auflistung mit den taxonomischen Stellungen war schon recht gut, und aus Fehlern lernt man bekanntlich. Ich hatte damit anfangs auch meine Probleme, und auch heute hab ich nicht unbedingt alles im Kopf, als dass ich jetzt sofort jede Gattung in die richtige Familie einordnen könnte. Wie gesagt, ich biete dir Hilfe hierzu an...

Beste Grüße,
Kazuya

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Pilzfamilien

Sabine aus Freiburg, (vor 8423 Tagen) @ Kazuya

Hallo Kazuya,

ganz ganz herzlichen Dank!

analysieren wir mal: es freut mich, dass sich mal einer für die Taxonomie der
Pilze interessiert und diese lernen möchte. Wenn du möchtest, könnte ich
dir dabei behilflich sein, dass tue ich immer wieder gerne.

Sehr gern nehme ich deine Hilfe an, auch wenn (oder vielleicht gerade weil)
mich die vielen Namen und Familien erst mal ziemlich verwirrt haben.

Ich verweise
hier auch auf meine eigenen Beiträge, in denen ich unter
"Statistiken" immer wieder auch auf die Taxonomie achte, d.h.
ich erstelle ein taxonomisches Gerüst, so z.B.: Basidiomycetes
(Ständerpilze) - Agaricales (Lamellenpilze) - Tricholomataceae
(ritterlingsartige) - Mycena (Helmlinge).

Das finde ich sehr gut. Mir hilft es besonders, wenn ich die
deutschen Namen habe (die es natürlich nicht zu jeder Familie gibt),
aber fürs menschliche Gehirn prägen sich die Namen so
einfach besser ein :)

Deine Fehler waren: --Safran-Schirmling (Macrolepiota) ==> gehört zu
Agaricaceae
--Semmelstoppelpilz (Hydnum) ==> gehört zu Hydnaceae
....

Na da bin ich jetzt erst mal mit Korrigieren meiner Daten beschäftigt :-)

Bis später!

Lieber Gruß
von Sabine

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Pilzfamilien oder: "Alles ist Ansichtssache ..."

Andreas ⌂, (vor 8423 Tagen) @ Kazuya

Hallo Kazuya,

also Dein "Fehler" ist, dass Du so tust als ob Dein Wissen das einzig richtige ist. Du hast Deine Meinung (die auch meistens richtig oder wenigstens vertretbar ist), aber Du solltest durchaus auch klarstellen, dass es verschiedene Ansichten in der Mykologie gibt und dass keine davon richtig oder falsch ist und dass das nur "DEINE" Interpretation der Dinge ist.
gerade Systematik ist etwas sehr bewegliches und vieldiskutiertes.
Und zu sagen "Ich hatte damit anfangs auch meine Probleme" bedeutet wohl, Du hast jetzt keine mehr oder kaum welche damit! Herzlichen Glückwunsch, damit bist du vermutlich der einzige auf der Welt ....

analysieren wir mal:

analysiere ich also auch mal:

Zunächst: Wenn Du das sehr enge Familienkonzept von Jülich übernimmst (das recht umstritten ist übrigens), dann solltest Du gleiches auch für die Blätterpilze anwenden. Damit käme müßte man dann auch konsequenterweise die Familien Strobilomycetaceae, Marasmiaceae, Lyophyllaceae, Dermolomataceae, Lepiotaceae, Psathyrellaceae berücksichtigen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Ich schreibe mal ein paar Anmerkungen in fett/kursiv dazwischen, als Alternative gedacht, ohne zu behaupten, dass das eine oder das andere das "richtigere" oder bessere" wäre.

[...]

Deine Fehler waren: --Safran-Schirmling (Macrolepiota) ==> gehört zu
Agaricaceae

Safran-Schirmlinge gehören nach VELLINGA zur Gattung Chlorophyllum. Manche Mykologen erkennen eine Familie Lepiotaceae an[/b]

--Semmelstoppelpilz (Hydnum) ==> gehört zu Hydnaceae
--Geweihförmige Holzkeule = ein Schlauchpilz, gehört zu Sphaeriaceae (ist
schwer, dass muss man nicht unbedingt wissen)

Oder Xylariaceae[/b]

--Ziegenbart, damit meinst du wohl Koralle, hier kommt es auf die Gattung an.
Als Ziegenbart wird normalerweise eine Art der Gattung Ramaria bezeichnet.
==> gehört also zu Ramariaceae (Clavulinaceae wäre z.B. Clavulina)

Oder Clavariaceae, z.B. Wiesenkorallen etc.[/b]

--Stinkmorchel ==> hier hast du wieder Schlauch- mit Ständerpilzen
verwechselt :-)
macht aber nix, das passiert, wenn die deutschen Namen gleich sind (Morchel)
==> gehört zu Phallaceae (hast du später erwähnt)
--Judaohr, gleiches wie bei Stinkmorchel, ist ein Ständerpilz ==> gehört
zu Auriculariaceae (muss man nicht wissen)
--Schüppinge und Stockschwämmchen gehören zu Strophariaceae, Hallimasch zu
den Tricholomataceae
--es gibt keine Austerlinge
--Schillerporling zu Hymenochaetaceae (muss man auch nicht wissen...)
#Agaricaceae|Egerlingsartige Wiesenchampignon, Anisegerling (richtig!!)
#Amanitaceae|Blätterpilze Fliegenpilz, (Safran-Schirmling (?) => falsch!)

Wenn man die Schirmlinge nicht in eine eigene Familie stellt (was wohl eher wenig sinnvoll erscheint), dann gehören sie in die Agaricaceae, nicht in die Amanitaceae[/b]

#Bolbitiaceae|Mistpilzartige (richtig!)
#Boletaceae|Röhrlinge Steinpilz, Maronenröhrling (gut!)

nach Meinung vieler (u.a. Ainsworth/Bisby) beinhalten die Röhrlinge (Boletales) neben den Boletaceae auch die Familien Gomphidiaceae, Gyrodontaceae, Paxillaceae, Strobilomycetaceae und Xerocomataceae[/b]

#Cantarellaceae|Stoppelpilze Semmelstoppelpilz => falsch!)

Cantharellaceae beinhalten bei den meisten Autoren nur die Pfifferlinge, aber manche ziehen auch Arten der Tricholomataceae mit Karotinoiden hierher (z.B. Haasiella)![/b]

#Clavariaceae|Keulenpilze (Geweihförmige Holzkeule => falsch!!!)
#Clavulinaceae|Korallenpilze (Ziegenbart => falsch!)
#Coprinaceae|Tintlingsartige Schopftintlinge (richtig!!)

ziemlich sicher falsch. Nach einigen Untersuchungen mit unterschiedlichem Ansatz stellte sich immer wieder heraus, dass der Schopftintling zu den Agaricaceae gehört . Die restlichen Tintlinge ergeben dann zusammen mit Psathyrella die neue Familie Psathyrellaceae. Eine Familie Coprinaceae wird es zukünftig nicht mehr geben[/b]

#Cortinariaceae|Schleierlinge (gut!)

Und Risspilze, Fälblinge, etc.. Die Familie Crepidotaceae wird von vielen als eigenständig abgetrennt, aber nicht von allen)[/b]

#Entolomataceae|Rötlinge (rötlingsartige)
#Plutaceae|Dachpilzartige ==> Pluteaceae
#Fistulinaceae|Reischlingsartige (sehr gut!!)
#Hydnangiaceae|deutsch? (Heide)-Trüffelartige
#Hygrophoraceae|Wachsblätter (richtig!)

wird von vielen nicht anerkannt[/b]

#Lycoperdaceae|Bauchpilze, Stäublingsartige (richtig!)
#Marasmiaceae|deutsch? ==> gibts nicht, Marasmius zählt zu Tricholomataceae!

gibt es nach manchen Mykologen doch! Schwindlingsartige wäre ein deutscher Name dafür[/b]

#Morchellaceae|Morcheln Echte Speisemorchel, (Stinkmorchel => falsch)
#Nidulariaceae|Nestpilze (gut!)
#Pezizaceae|Becherlingsverwandte (Judasohr => falsch), Orangeroter Becherling
#Phallaceae|Rutenpilze
#Pholiota (?)|Schüpplinge (Hallimasch = Tricholomataceae), (Stockschwämmchen = Stophariaceae)
#Pleurotaceae|Austerlinge ?? (gibts nicht!!), Seitlinge, Austern-Seitling
#Polyporaceae|Porlinge (Schillerporling ==> falsch!), Schwarzfuß-Porling
#Ramariaceae|Korallenartige Goldgelbe Koralle (richtig!)
#Russulaceae|Sprödblättler (richtig!)
#Schizophyllaceae|Spaltblättlinge (sehr gut!!)
#Sparassidaceae|Glucken Krause Glucke (richtig!), aber Sparassidiaceae
#Strophariaceae|Träuschlinge (richtig!)
#Tricholomataceae|Ritterlinge Violetter (Holz)-Ritterling, Helmling

wird vielfach weiter aufgeteilt in diverse Familien (Marasmiaceae, Lyophyllaceae, Dermolomataceae, u.a.)[/b]

Wie gesagt, es gibt aber noch unendlich viele weitere Familien, die hier nicht aufgeführt sind. Alleine bei JÜLICH (1984) sind wohl so an die 60 aufgeführt, für die Ascomycotina (Schlauchpilze) sind es nach ERIKSSON & Hawksworth (1987) nicht weniger als 233 in 46 Ordnungen !!
Aber auch dass sind natürlich nur die Systeme DIESER Autoren,andere mögen da weitaus andere Aufteilungen haben.

Ich möchte dich hier nur berichtigen, abernatürlich keine Kritik austeilen.
Deine Auflistung mit den taxonomischen Stellungen war schon recht gut, und
aus Fehlern lernt man bekanntlich. Ich hatte damit anfangs auch meine
Probleme, und auch heute hab ich nicht unbedingt alles im Kopf, als dass
ich jetzt sofort jede Gattung in die richtige Familie einordnen könnte.
Wie gesagt, ich biete dir Hilfe hierzu an...

Ich möchte dagegen nicht unbedingt berichtigen, sondern Kritik dagegen austeilen, dass so vieles als fixe Wahrheit oder Tatsache angesehen wird. Das ist es in vielen Fällen nicht.
Am besten man sucht sich IRGENDEIN System heraus, benutzt das dann aber konsequent. Bei den Universitätsmykologen genießt meines Wissens das von AINSWORTH & BISBY im "Dictionary of Fungi" publizierte viel Anerkennung.

Beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Korrigierte und erweiterte Fassung :-)

Sabine aus Freiburg, (vor 8423 Tagen) @ Kazuya

Hallo Kazuya,

jetzt habe ich die Korrekturen eingebaut, das sieht nun so aus:

#Agaricaceae|Egerlingsartige z.B. Safran-Schirmling, Wiesenchampignon, Anisegerling
#Amanitaceae|Blätterpilze z.B. Fliegenpilz
#Auriculariaceae|Ohrlappenpilzartige z.B. Judasohr
#Bolbitiaceae|Mistpilzartige
#Boletaceae|Röhrlinge z.B. Steinpilz, Maronenröhrling
#Cantarellaceae|Stoppelpilze
#Clavariaceae|Keulenpilze
#Clavulinaceae|Korallenpilze
#Coprinaceae|Tintlingsartige z.B. Schopftintlinge, Spechttintlinge
#Coriolaceae|deutsch? z.B. Rotrandiger Baumschwamm ? Schmetterlingstramete?
#Cortinariaceae|Schleierlinge
#Entolomataceae|Rötlingsartige
#Fistulinaceae|Reischlingsartige
#Hydnaceae|Stoppelpilzartige z.B. Semmelstoppelpilz
#Hydnangiaceae|Trüffelartige
#Hygrophoraceae|Wachsblätter
#Hymenochaetaceae|Feuerschwammartige z.B. Schillerporling
#Lycoperdaceae|Bauchpilze z.B. Flaschenstäubling, Riesenbovist?
#Morchellaceae|Morcheln z.B. Echte Speisemorchel
#Nidulariaceae|Nestpilze
#Pezizaceae|Becherlingsverwandte z.B. Orangeroter Becherling
#Phallaceae|Rutenpilze z.B. Stinkmorchel
#Pleurotaceae|Seitlinge z.B. Austern-Seitling
#Pluteaceae|Dachpilzartige
#Polyporaceae|Porlinge z.B. Schwarzfuß-Porling
#Ramariaceae|Korallenartige z.B. Goldgelbe Koralle, Ziegenbart
#Russulaceae|Sprödblättler
#Schizophyllaceae|Spaltblättlinge
#Sparassidiaceae|Glucken z.B. Krause Glucke
#Sphaeriaceae|Schlauchpilze z.B. Geweihförmige Holzkeule
#Strophariaceae|Träuschlinge Pappelschübbling, Stockschwämmchen
#Tricholomataceae|Ritterlinge Violetter (Holz)-Ritterling, Helmling, Hallimasch

Und das hier wären weitere Familien?

# ??|Schirmlinge Parasol
# ??|Leistenpilze Pfifferling, Trompetenpfifferling
# ??|Kraterellen Herbsttrompete
# ??|Wulstlinge Knollenblätterpilz, Perlpilz, Scheidenstreifling
# ??|Täublinge
# ??|Schnecklinge
# ??|Schwefelköpfe
# ??|Ellerlinge
# ??|Risspilze, Faserköpfe

Herzlicher Gruß
von Sabine

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Uuups, ist das schwierig !

Sabine aus Freiburg, (vor 8423 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,

auch dir ganz herzlichen Dank für deine Ausführungen!
Uff, das ist ja wirklich schwierig und verwirrend mit den Familien...

In den letzten Jahren hab ich ein paar Dutzend Pilzarten fotografiert,
die ich einigermaßen in eine Ordnung bringen möchte.

Mir ist schon aufgefallen beim Recherchieren im Netz, dass es
*furchtbar* viele Unterfamilien und Nebenordnungen und Meinungen etc. gibt.

Mein Ziel:
Dennoch die Pilze in eine kleine, übersichtliche Ordnung zu bekommen.

Ich stellte mir das so ähnlich vor wie bei meinen Wildpflanzen: http://nafoku.de/flora/familien.htm

(Die Familien hab ich dort einfach alphabetisch nach wissenschaftlichen Namen sortiert).

ziemlich sicher falsch. Nach einigen Untersuchungen mit unterschiedlichem
Ansatz stellte sich immer wieder heraus, dass der Schopftintling zu den
Agaricaceae gehört . Die restlichen Tintlinge ergeben dann zusammen mit
Psathyrella die neue Familie Psathyrellaceae. Eine Familie Coprinaceae
wird es zukünftig nicht mehr geben

Okay, letzteres hat mir Huperzia auch schon gesagt.
Das werde ich nochmal korrigieren. Danke.

Und Risspilze, Fälblinge, etc.. Die Familie Crepidotaceae wird von vielen
als eigenständig abgetrennt, aber nicht von allen)
wird von vielen nicht anerkannt
gibt es nach manchen Mykologen doch! Schwindlingsartige wäre ein deutscher
Name dafür
wird vielfach weiter aufgeteilt in diverse Familien (Marasmiaceae,
Lyophyllaceae, Dermolomataceae, u.a.)

Da bin ich leider erstmal völlig überfordert mit, aber ich werde
mich weiter mit beschäftigen...

Wie gesagt, es gibt aber noch unendlich viele weitere Familien, die hier
nicht aufgeführt sind.

Ich möchte, *weil* es eine solche Fülle ist, erst mal
nur die Familien lernen, von denen ich Beispiele kenne
oder Fotos habe...

Am besten man sucht sich IRGENDEIN System heraus, benutzt das dann aber
konsequent. Bei den Universitätsmykologen genießt meines Wissens das von
AINSWORTH & BISBY im "Dictionary of Fungi" publizierte viel
Anerkennung.

Das schau ich mir mal an.

Danke!
Lieber Gruß
von Sabine

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Ein unerträglicher Beitrag

Werner2, (vor 8423 Tagen) @ Andreas

Tut mir leid, Andreas,

aber mir hat es bei Deiner Kritik schlichtweg die Sprache verschlagen.
Ich habe selten etwas Vergleichbares ´hier im Forum gelesen.
Wer soll das, was Du hier erläuterst und kritisierst, überhaupt noch nachvollziehen. Wem ist es denn überhaupt möglich, jede aktuelle Veröffentlichung und Neu-Orientierung innerhalb der Systematik der Pilzkunde zeitnah zu erfahren, zu verarbeiten und einzuordnen. Wer soll das überhaupt noch verstehen. Das war unterträglich "schulmeisterhaft", auch wenn Du dir Mühe gegeben hast, das eine oder andere "wissenschaftlich" korrekt zu erläutern.
Ich bin über die Art und Weise hinsichtlich der Kritik bezüglich des Artikels von Kazuyas wirklich geschockt. Möchte auch nicht auf die Details, die z.T. sicher berechtigt sein mögen, eingehen. Das würde mir zu viel Mühe machen.
Ich kann nur nochmals sagen: Mir hat es völlig die Sprache verschlagen.
Wenn das die Art und Weise ist, mit interessierten, jungen Pilzkundlern umzugehen, kann ich mich nur enttäuscht von solchen Beträgen abwenden, welche im ersten Moment sehr "wissenschaftlich" und informativ erscheinen, aber die kaum einer versteht.
Vielleicht solltest Du zukünftig solche ausführliche, detaillierte Kritik dem Verfasser als E-Mail zukommen lassen, und nicht hier ins Forum stellen, wo sie mehr für Verwirrung sorgt, als zu informieren.

Mit enttäuschten Grüßen
Werner2

Hallo Kazuya,

also Dein "Fehler" ist, dass Du so tust als ob Dein Wissen das
einzig richtige ist. Du hast Deine Meinung (die auch meistens richtig oder
wenigstens vertretbar ist), aber Du solltest durchaus auch klarstellen,
dass es verschiedene Ansichten in der Mykologie gibt und dass keine davon
richtig oder falsch ist und dass das nur "DEINE" Interpretation
der Dinge ist.
gerade Systematik ist etwas sehr bewegliches und vieldiskutiertes.
Und zu sagen "Ich hatte damit anfangs auch meine Probleme" bedeutet
wohl, Du hast jetzt keine mehr oder kaum welche damit! Herzlichen
Glückwunsch, damit bist du vermutlich der einzige auf der Welt ....
analysiere ich also auch mal: Zunächst: Wenn Du das sehr enge Familienkonzept
von Jülich übernimmst (das recht umstritten ist übrigens), dann solltest
Du gleiches auch für die Blätterpilze anwenden. Damit käme müßte man dann
auch konsequenterweise die Familien Strobilomycetaceae, Marasmiaceae,
Lyophyllaceae, Dermolomataceae, Lepiotaceae, Psathyrellaceae
berücksichtigen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)
Ich schreibe mal ein paar Anmerkungen in fett/kursiv dazwischen, als
Alternative gedacht, ohne zu behaupten, dass das eine oder das andere das
"richtigere" oder bessere" wäre.
[...]
Safran-Schirmlinge gehören nach VELLINGA zur Gattung Chlorophyllum. Manche
Mykologen erkennen eine Familie Lepiotaceae an
Oder Xylariaceae
Oder Clavariaceae, z.B. Wiesenkorallen etc.
Wenn man die Schirmlinge nicht in eine eigene Familie stellt (was wohl eher
wenig sinnvoll erscheint), dann gehören sie in die Agaricaceae, nicht in
die Amanitaceae
nach Meinung vieler (u.a. Ainsworth/Bisby) beinhalten die Röhrlinge
(Boletales) neben den Boletaceae auch die Familien Gomphidiaceae,
Gyrodontaceae, Paxillaceae, Strobilomycetaceae und Xerocomataceae
Cantharellaceae beinhalten bei den meisten Autoren nur die Pfifferlinge,
aber manche ziehen auch Arten der Tricholomataceae mit Karotinoiden
hierher (z.B. Haasiella)!
ziemlich sicher falsch. Nach einigen Untersuchungen mit unterschiedlichem
Ansatz stellte sich immer wieder heraus, dass der Schopftintling zu den
Agaricaceae gehört . Die restlichen Tintlinge ergeben dann zusammen mit
Psathyrella die neue Familie Psathyrellaceae. Eine Familie Coprinaceae
wird es zukünftig nicht mehr geben
Und Risspilze, Fälblinge, etc.. Die Familie Crepidotaceae wird von vielen
als eigenständig abgetrennt, aber nicht von allen)
wird von vielen nicht anerkannt
gibt es nach manchen Mykologen doch! Schwindlingsartige wäre ein deutscher
Name dafür
wird vielfach weiter aufgeteilt in diverse Familien (Marasmiaceae,
Lyophyllaceae, Dermolomataceae, u.a.)
Wie gesagt, es gibt aber noch unendlich viele weitere Familien, die hier
nicht aufgeführt sind. Alleine bei JÜLICH (1984) sind wohl so an die 60
aufgeführt, für die Ascomycotina (Schlauchpilze) sind es nach ERIKSSON
& Hawksworth (1987) nicht weniger als 233 in 46 Ordnungen !!
Aber auch dass sind natürlich nur die Systeme DIESER Autoren,andere mögen da
weitaus andere Aufteilungen haben.
Ich möchte dagegen nicht unbedingt berichtigen, sondern Kritik dagegen
austeilen, dass so vieles als fixe Wahrheit oder Tatsache angesehen wird.
Das ist es in vielen Fällen nicht.
Am besten man sucht sich IRGENDEIN System heraus, benutzt das dann aber
konsequent. Bei den Universitätsmykologen genießt meines Wissens das von
AINSWORTH & BISBY im "Dictionary of Fungi" publizierte viel
Anerkennung.
Beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Ein unerträglicher Beitrag, aber verständlich

Thomas Pruß, (vor 8422 Tagen) @ Werner2

Moin Werner,
ich finde, die Kernaussage in Andreas’ Posting ist: „Am besten man sucht sich IRGENDEIN System heraus, benutzt das dann aber konsequent.“
Sonst kommt man wirklich in’s Schleudern.
Aus meinen Studienzeiten weiß ich, dass unter Systematiken oft ein recht rauer Umganston herrscht. Ich hab’ es bei den Ichtyhyologen kennengelernt, wenn die sich bspw. über die systematische Stellung der Coregonen (Felchen, Maränen) oder der Salmoniden (Forellenartige) in die Wolle kriegten. Anschließend gingen die aber miteinander ein Bierchen trinken. Also denke ich mal, dass Kazuya da nicht so empfindlich reagieren wird.

Was mich nur immer wieder verwundert ist, dass so viele Pilzarten einfach nicht in ein System passen wollen und von hier nach dort und wieder zurück geschoben werden. Wenn ich noch mal auf das Beispiel der Coregonen zurückkommen darf: Diese Arten entstanden erst in den letzten beiden Eiszeiten durch die räumliche Isolierung der Gewässer durch Gletscher. Da nimmt es nicht Wunder, dass die Artentstehung noch nicht abgeschlossen ist.
Nun gibt es Pilze aber schon ein paar Milliönchen Jahre länger als Coregonen oder Salmoniden. Ergo sollte man davon ausgehen können, dass hier die Artbildung weitgehend “abgeschlossen“ ist. Wieso tun sich die Mykologen dann so extrem schwer?

Generell bin ich der Meinung, dass man diese Art der Diskussion durchaus in diesem Forum durchziehen sollte. Immerhin handelt es sich dabei um Informationen, auch wenn die teilweise sehr konträr diskutiert werden. Für Laien mögen solche Diskussionen bestenfalls kurios erscheinen, aber auf der anderen Seite will praktisch jeder, der hier liest und postet, Informationen bekommen oder weitergeben. Ich bin auch kein Systematiker, sondern eher ein Feld-, Wald- und Wiesenmykologe mit starkem Hang zur Mykophagie. Aber ich habe beim Sortieren meiner Fotos ein ähnliches Problem wie Sabine, und da kommen mir solche Postings sehr gelegen.
Grüsslis
Thomas

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Ein unerträglicher Beitrag

Joachim, (vor 8422 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner2,
ich kann dir nur Recht geben. Ich war auch verwirrt über den Beitrag von Andreas.
Diese Art von Kritik ist wirklich viel besser als E-Mail angebracht.
Ich empfinde diesen Beitrag für Kazuya beleidigend, sorry Andreas, aber so wird es sicherlich nicht nur von mir aufgefasst. :-(
Mit freundlichen Grüßen
Joachim

Tut mir leid, Andreas,
aber mir hat es bei Deiner Kritik schlichtweg die Sprache verschlagen.
Ich habe selten etwas Vergleichbares ´hier im Forum gelesen.
Wer soll das, was Du hier erläuterst und kritisierst, überhaupt noch
nachvollziehen. Wem ist es denn überhaupt möglich, jede aktuelle
Veröffentlichung und Neu-Orientierung innerhalb der Systematik der
Pilzkunde zeitnah zu erfahren, zu verarbeiten und einzuordnen. Wer soll
das überhaupt noch verstehen. Das war unterträglich
"schulmeisterhaft", auch wenn Du dir Mühe gegeben hast, das eine
oder andere "wissenschaftlich" korrekt zu erläutern.
Ich bin über die Art und Weise hinsichtlich der Kritik bezüglich des Artikels
von Kazuyas wirklich geschockt. Möchte auch nicht auf die Details, die
z.T. sicher berechtigt sein mögen, eingehen. Das würde mir zu viel Mühe
machen.
Ich kann nur nochmals sagen: Mir hat es völlig die Sprache verschlagen.
Wenn das die Art und Weise ist, mit interessierten, jungen Pilzkundlern
umzugehen, kann ich mich nur enttäuscht von solchen Beträgen abwenden,
welche im ersten Moment sehr "wissenschaftlich" und informativ
erscheinen, aber die kaum einer versteht.
Vielleicht solltest Du zukünftig solche ausführliche, detaillierte Kritik dem
Verfasser als E-Mail zukommen lassen, und nicht hier ins Forum stellen, wo
sie mehr für Verwirrung sorgt, als zu informieren.
Mit enttäuschten Grüßen
Werner2
Hallo Kazuya,

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Systematik im Umbruch

Georg, (vor 8422 Tagen) @ Andreas

Hi Andreas,
grundsätzlich hast du recht, mit dem was du sagst. Aber angesichts der Tatsache,
dass mittlerweile fast monatlich neue Erkenntnisse zur Pilzsystematik
veröffentlicht werden, macht es meiner Meinung nach keinen Sinn, irgendwelche
von anderen angewandten Systeme zu kritisieren. Beispielsweise habe ich kürzlich
einen sehr interessanten Artikel gelesen, in dem die Pilze mittels Gensequenzierung
eingeteilt werden. Es wurden die wichtigsten Vertreter der Agaricales behandelt
(über 800 Arten). Zu lesen hier: 117clade.pdf

Dabei zeigte sich, dass viele althergebrachte und auf rein morphologischen
Gesichtspunkten basierende Einteilungen nicht haltbar sind (einige
aber doch sehr gut die Natur wiedergeben)

Beispiele:

Die Stäublinge (Lycoperdon) und Stielboviste (Tulostoma) gehören zu den Agaricaceae
(Champignonartige). Das hatte vorher niemand aufgrund der Morphologie vermutet,
wird aber durch biochemische Befunde gestützt.

Galerina ist keine natürliche Gruppe und muss wohl auf verschiedene Gattungen
aufgeteilt werden

Coprinus wird aufgeteilt in neue Gattungen und nur der Schopftintling
und Coprinus sterquilinus heißen weiterhin Coprinus, sind aber den
Champignons nahe verwandt. Der Rest der ehemaligen Tintlinge steht bei den
Psathyrellaceae verteilt auf 3 Gattungen.

Dachpilze (Pluteus) und Weichritterlinge (Melanoleuca) sind vielleicht nahe verwandt.
Auch das ist morphologisch kaum naheliegend.

Die Rettichhelmlinge bilden eine eigene Gattung (Prunulus)

und vieles mehr.

Was ich damit sagen will ist, dass meiner Meinung nach die Einteilung der
Pilze nach rein anatomischen Gesichtspunkten an ihre Grenzen stößt. Ein wesentliches
Merkmal der Pilze sind jedoch ihre biochemischen und ökologischen Eigenschaften.
Diese spiegeln vielfach besser die natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse
wider als Sporengröße, Zystidenform und Schnallenverhältnisse.

Wir können uns also noch auf viele Überraschungen gefasst machen, und bis sich das
Pilzsystem stabilisiert hat, ist ein System so gut wie das andere.

Georg

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Ich finds interessant !! *oT*

zuehli ⌂, (vor 8422 Tagen) @ Werner2

- kein Text -

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Ein unerträglicher Beitrag

Andreas ⌂, (vor 8422 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

es ging mir darum, klarzustellen, dass es nicht EINE Wahrheit gibt, sondern dass es viele Ansichten gibt, wie Du ja selber weißt.
Was ich als Erläuterung dazugeschrieben habe sollte das nur verdeutlichen. Niemand MUSS irgendwelchen Neuortientierungen in der Systematik folgen, das ist klar. Aber WENN sich jemand damit beschäftigt (was Kazuya ja tut) dann sollte er auch einen grundsätzlichen Überblick darüber haben, was es an verschiedenen Ansichten auf der Welt so gibt und nicht so tun, als ob sein momentaner Wissenstand "das Richtige" ist. Es gibt in der Systematik kein "richtig" oder "falsch"! Auch ich weiß nicht, was "richtig" ist und bringe das meiner Ansicht nach auch stets entsprechend zum Ausdruck, was mir nunmal bei Kazuyas Beiträgen völlig fehlt.
Mit platzt eben auch mal der Kragen, wenn jemand der Meinung ist, Systematik könne man aus ein paar Büchern lernen. Und das dem nicht so ist, interessiert vielleicht doch manch anderen Forumsteilnehmer, daher die Wahl des öffentlichen Beitrags.

Beste Grüße,
Andreas

Tut mir leid, Andreas,
aber mir hat es bei Deiner Kritik schlichtweg die Sprache verschlagen.
Ich habe selten etwas Vergleichbares ´hier im Forum gelesen.
Wer soll das, was Du hier erläuterst und kritisierst, überhaupt noch
nachvollziehen. Wem ist es denn überhaupt möglich, jede aktuelle
Veröffentlichung und Neu-Orientierung innerhalb der Systematik der
Pilzkunde zeitnah zu erfahren, zu verarbeiten und einzuordnen. Wer soll
das überhaupt noch verstehen. Das war unterträglich
"schulmeisterhaft", auch wenn Du dir Mühe gegeben hast, das eine
oder andere "wissenschaftlich" korrekt zu erläutern.
Ich bin über die Art und Weise hinsichtlich der Kritik bezüglich des Artikels
von Kazuyas wirklich geschockt. Möchte auch nicht auf die Details, die
z.T. sicher berechtigt sein mögen, eingehen. Das würde mir zu viel Mühe
machen.
Ich kann nur nochmals sagen: Mir hat es völlig die Sprache verschlagen.
Wenn das die Art und Weise ist, mit interessierten, jungen Pilzkundlern
umzugehen, kann ich mich nur enttäuscht von solchen Beträgen abwenden,
welche im ersten Moment sehr "wissenschaftlich" und informativ
erscheinen, aber die kaum einer versteht.
Vielleicht solltest Du zukünftig solche ausführliche, detaillierte Kritik dem
Verfasser als E-Mail zukommen lassen, und nicht hier ins Forum stellen, wo
sie mehr für Verwirrung sorgt, als zu informieren.
Mit enttäuschten Grüßen
Werner2
Hallo Kazuya,

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Uuups, ist das schwierig !

Andreas ⌂, (vor 8422 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hallo Sabine,Joachim, Werner, Georg und alle anderen,

ich möchte nochmals klarstellen, dass ich nicht Kazuyas System als solches kritisiert habe, sondern sein Art, sein Wissen als Fakt darzustellen. Und habe ein paar Beispiele von anderslautenden Ansichten und einige logische Ungereimtheiten (mal enge, mal weite Auffassung) angeführt. Sonst nix.

Jeder darf gerne glauben was er will, aber er sollte es nicht als allgemeingültige Fakten darstellen!

Beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
18 Aufrufe

Re: Systematik im Umbruch

42, (vor 8422 Tagen) @ Georg

Hallo Georg und alle anderen,

Beispiele: Die Stäublinge (Lycoperdon) und Stielboviste (Tulostoma) gehören
zu den Agaricaceae (Champignonartige). Das hatte vorher niemand aufgrund der
Morphologie vermutet, wird aber durch biochemische Befunde gestützt.

[...]

Coprinus wird aufgeteilt in neue Gattungen und nur der Schopftintling
und Coprinus sterquilinus heißen weiterhin Coprinus, sind aber den
Champignons nahe verwandt. Der Rest der ehemaligen Tintlinge steht bei den
Psathyrellaceae verteilt auf 3 Gattungen.
Wir können uns also noch auf viele Überraschungen gefasst machen, und bis
sich das Pilzsystem stabilisiert hat, ist ein System so gut wie das andere.

Also, in MEINER Systematik (selbstverständlich absolut subjektiv!) werden
weiterhin ALLE Tintlinge unter 'Coprinus' weiterlaufen und Stäublinge bzw.
Stielboviste niemals bei den 'Agaricaceae' landen - mögen auch irgendwelche
Gensequenzen etwas anderes aussagen. Und wenn jemand meint, ich sei
deshalb ein 'Gestriger', der nicht mit dem aktuellen Wissensstand mitzieht,
so möge dieser das eben glauben.

Liebe Grüße
Thomas

Eintrag gesperrt
20 Aufrufe

Re: Ein unerträglicher Beitrag, aber verständlich

Huperzia ⌂, (vor 8422 Tagen) @ Thomas Pruß

Was mich nur immer wieder verwundert ist, dass so viele Pilzarten einfach
nicht in ein System passen wollen und von hier nach dort und wieder zurück
geschoben werden. [...]: Nun gibt es Pilze aber schon ein paar Milliönchen Jahre länger als Coregonen
oder Salmoniden. Ergo sollte man davon ausgehen können, dass hier die
Artbildung weitgehend “abgeschlossen“ ist. Wieso tun sich die Mykologen
dann so extrem schwer?

Hallo Thomas,

Ich glaub nicht, daß sich hier die Mykologen schwer tun, sondern die Pilze sind einfach schwierig. Sie sind merkmalsärmer als Tiere und Arten sind nicht so klar durch Fortpflanzungsfähigkeit abgrenzbar. Auch ist die Evolution nicht abgeschlossen, sondern sicherlich noch sehr im Fluß.
Und so wie es schwer ist, einzelne Arten voneinander abzugrenzen (wenn Pilze unbestimmt bleiben liegt es meist nicht am Bestimmer, sondern meistens am Pilz), so schwer ist es auch ein System nachzuvollziehen.
Klar sind Pilze alt, aber die Pilzfossilien sind eben auch nur sehr spärlich vorhanden, weswegen es nicht möglich ist, die Systematik aus der erdgeschichte her aufzurollen wie bei den Tieren.
So bastelt sich jeder Systematiker seine mehr oder weniger plausiblen Theorien und vielleicht nähert man sich so irgendwann irgendeinem stimmigen Bild an.

Viele Grüße,

Tanja

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Uuups, ist das schwierig !

EricS ⌂, (vor 8422 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Hallo Sabine (und natürlich auch all Ihr anderen),

hättest Du damit gerechnet, daß Du mit Deinem Beitrag eine solche Diskussion entfachst? *gg* Nein, aber ernsthaft: diese Diskussionen sind so alt wie die Pilzkunde selbst und eine gewissermaßen unendliche Geschichte.

Das "perfekte System" wird es wohl doch nie geben, dazu ist die Natur viel zu dynamisch. Und wenn es doch mal klappen sollte, so werden wir es sicher nicht mehr erleben.

Persönlich lese ich sehr gerne Artikel über die Systematik der Pilze - auch wenn ich manchmal nicht besonders viel verstehe. Es ist einfach eine sehr spannende Geschichte, und - im Gegensatz zu manch Anderem - bin ich der Meinung, daß diese Wissenschaften von der Folge: "Erkenntnis - Zank - Alternativerkenntnis - Zank - Rückzieher - Zank ....... t.b.c." leben. Ohne Meinungsverschiedenheiten wäre das ganze doch irgendwie langweilig.

Zu lesen ist im Übrigen auch immer von "Pilzschulen". Das gibts die "Skandinavier", die "Franzosen" (sehr eigen!! *g*), ...! Und all diese Leute führen ähnliche Diskussionen, natürlich in größerem Maßstab als hier im Forum.

Georg hat es ja bereits angesprochen, daß die Systematik sich stets ändert und für uns Otto-Normal-Pilzfreunde manchmal teils absurde Blüten treibt. So gibt es mittlerweile einen unterirdisch wachsenden Edelreizker (d.h. quasi eine Trüffel in der Gattung Lactarius)... Ich denke daher, daß Du mit einer groben Einordnung nach Fruchtkörperform (Lamellenpilze, Röhrlinge, Porlinge & Schichtpilze, Stachelinge, Becherlinge etc.p.p.) für Deine Bilder besser fährst, als wenn Du versuchst, die "wahren" Verwandtschaftsverhältnisse mit einzubringen. Ich gehe da nach dem Fundort, da mich die Ökologie der Pilze stärker interessiert. So finden sich in meinen Ordnern manche Tintlinge neben diversen Becherlingen und der Grüne Knolli bei der Herbsttrompete etc.

Schau einfach, ob Dir nicht ein System einfällt, das gleichermaßen simpel ist und auch Deinen Ansprüchen genügt.

Viele Grüße,

Eric

PS: Wohnst Du in Freiburg i.Br.? Das ist nur 20km von mir weg ;-) Und noch was: wenn Du das angesprochene "Ainsworth & Bisby's Dictionary of Fungi" suchst, das steht in der Fakultätsbibliothek Biologie II/III in Freiburg. Die Fakultät findest Du beim Botanischen Garten.

Eintrag gesperrt
19 Aufrufe

Re: Uuups, ist das schwierig !

Wolfgang P., (vor 8422 Tagen) @ Sabine aus Freiburg

Am besten man sucht sich IRGENDEIN System heraus, benutzt das dann aber
konsequent. Bei den Universitätsmykologen genießt meines Wissens das von
AINSWORTH & BISBY im "Dictionary of Fungi" publizierte viel
Anerkennung.

:Das schau ich mir mal an.

das gibt's sogar online unter

http://www.indexfungorum.org/Names/fundic.asp

Allerdings mit ein paar kleinen Bugs bei den Nachträgen seit 2001.

Eintrag gesperrt
21 Aufrufe

Jetzt sind meine paar Pilzchen Online gegangen...

Sabine aus Freiburg, (vor 8422 Tagen) @ EricS

Hallo lieber Eric,

hättest Du damit gerechnet, daß Du mit Deinem Beitrag eine solche Diskussion
entfachst? *gg* Nein, aber ernsthaft: diese Diskussionen sind so alt wie
die Pilzkunde selbst und eine gewissermaßen unendliche Geschichte.

Das es so heftig wird, hätte ich nicht gedacht, dass es schwierig ist,
was ich vorhabe, war mir aber auf jeden Fall klar :)

Georg hat es ja bereits angesprochen, daß die Systematik sich stets ändert
und für uns Otto-Normal-Pilzfreunde manchmal teils absurde Blüten treibt.
So gibt es mittlerweile einen unterirdisch wachsenden Edelreizker (d.h.
quasi eine Trüffel in der Gattung Lactarius)... Ich denke daher, daß Du
mit einer groben Einordnung nach Fruchtkörperform (Lamellenpilze,
Röhrlinge, Porlinge & Schichtpilze, Stachelinge, Becherlinge etc.p.p.)
für Deine Bilder besser fährst, als wenn Du versuchst, die
"wahren" Verwandtschaftsverhältnisse mit einzubringen. Ich gehe
da nach dem Fundort, da mich die Ökologie der Pilze stärker interessiert.
So finden sich in meinen Ordnern manche Tintlinge neben diversen
Becherlingen und der Grüne Knolli bei der Herbsttrompete etc.
Schau einfach, ob Dir nicht ein System einfällt, das gleichermaßen simpel ist
und auch Deinen Ansprüchen genügt.

Das ist eine sehr gute Idee!

Damit hab ich also nun ganz mutig angefangen und meine kleine Pilzseite,
auf der sich bisher nur ein paar unsortierte Fotos befanden,
umfunktioniert zu einer kleinen Familienübersicht:

http://nafoku.de/pilze/pilze.htm

Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich noch einmal ganz herzlich
für die bisherigen Beiträge bedanken! Auch wenn sie kontrovers waren,
haben sie mich doch ermutigt und nicht entmutigt, die o.g. neuen
Seiten zu bauen.

PS: Wohnst Du in Freiburg i.Br.? Das ist nur 20km von mir weg ;-)

Das is ja nen Ding. Da könnten wir evtl. sogar mal zusammen losziehen :))

was: wenn Du das angesprochene "Ainsworth & Bisby's Dictionary of
Fungi" suchst, das steht in der Fakultätsbibliothek Biologie II/III
in Freiburg. Die Fakultät findest Du beim Botanischen Garten.

Danke, super!

Lieber Gruß
aus Freiburg
von Sabine

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Silbrigglänzende Schirmchen + Pilzfamilien

Kazuya, (vor 8421 Tagen) @ Kazuya

hallo,

schade, dass ich den Verlauf dieser Diskussion nicht so mitbekommen habe, sonst wäre ich wahrscheinlich eingeschritten...

Was solls, wenn jemand mit wenig Pilzkenntnis fragt, wohin denn nun der Safran-Schirmling gehört, dann komme ich dem doch nicht mit Chlorophyllum, wies Andreas hier doch tut. Diese Gattung kennen die Nichtspezialisten doch sowieso nur von Dähnckes 1200 Pilze, oder?

Ich habe in dem Beitrag nur nahe gebracht, wie es in der derzeitigen Literatur (2000 bis 2002) steht. Was soll ich sonst sagen? Die Klappe halten? Das wäre übertrieben...

Ich hatte eben keine wissenschaftlichen Arbeiten zur Hand, genau wie die Fragenden, die wohl ach keine solch derartige Literatur besitzen. Kaufen sie sich dann ein Pilzbuch, dass nach der +/- gültigen Systematik verläuft, so werden sie den Safran-Schirmling auch weiterhin bei den Agaricaceae wiederfinden (Gattung Macrolepiota oder, aber etwas veraltet, Lepiota).

Ich glaube die Frage so beantwortet zu haben, dass sie verständlich ist. Das mit dem "richtig" oder "falsch" war ein rückblick auf die Grundschule. So lernt mans bisweilen immer noch am besten kennen. Außerdem finde ich, dass man lediglich einen Überblick haben wollte, ohne ins wissenschaftliche zu greifen.

Gruß,
Kazuya

Eintrag gesperrt
17 Aufrufe

Re: Silbrigglänzende Schirmchen + Pilzfamilien

Sabine aus Freiburg, (vor 8421 Tagen) @ Kazuya

Hallo Kazuya,

Ich habe in dem Beitrag nur nahe gebracht, wie es in der derzeitigen
Literatur (2000 bis 2002) steht. Was soll ich sonst sagen? Die Klappe
halten? Das wäre übertrieben...

Das war für mich alles gut, was du da geschrieben hattest,
und ich habe deine Korrekturen bei meinen Pilzen eingebaut
und mich gefreut,so detailliert Auskunft zu bekommen. Nochmal danke :-)

Ich hatte eben keine wissenschaftlichen Arbeiten zur Hand, genau wie die
Fragenden, die wohl ach keine solch derartige Literatur besitzen. Kaufen
sie sich dann ein Pilzbuch, dass nach der +/- gültigen Systematik
verläuft, so werden sie den Safran-Schirmling auch weiterhin bei den
Agaricaceae wiederfinden (Gattung Macrolepiota oder, aber etwas veraltet,
Lepiota).

Ich hab ein dickes, uraltes dreibändiges Werk, das ich mir mal
vor vielen Jahren zugelegt hab (bzw. die ersten zwei Bände davon):

-----------------------------------------------------
Der große Pilzführer Band I
Bruno Cetto
BLV Verlagsgesellschaft
ISBN 3-405-12116-7

mit einer handschriftlichen Widmung von Bruno Cetto:

"Dem Andenken meiner verehrten Eltern, die
seit frühester Kindheit in mir die Liebe zur Natur geweckt."

Bruno Cetto
------------------------------------------------------

sowie
------------------------------------------------------
Der große Pilzführer Band II
Bruno Cetto
BLV Verlagsgesellschaft
ISBN 3-405-12081-0

mit einer handschriftlichen Widmung von Bruno Cetto:

"Dieses Buch ist all jenen gewidmet, die im Umgang mit
Pilzen wie in jeder anderen Form liebevoller und
begeisterter Hingabe an die Natur Erhebung des Geistes
und Befreiung aus den Ängsten des Alltags unserer
bedrängnisreichen Zeit finden."

Bruno Cetto
--------------------------------------------------------

Diese Bücher sind so alt, dass die ganzen Namen sicherlich
nicht mehr stimmen, aber sie sind mir trotzdem wertvoll.

Und der Cetto hats wohl auf den Punkt gebracht, was wichtig ist,
mit seinen Widmungen :-)

Lieber Gruß
von Sabine