Unbekannter Glibber und Riesen *PIC*

Thomas Pruß, (vor 8332 Tagen)

Moin allerseits,
Zwischen den Tagen habe ich mich auch mal in der Feldmark und im Wald herumgetrieben, einerseits, um zu schauen, was da wächst, andererseits, um den durch die feiertägliche Völlerei drohenden Bauchansatz etwas zu minimieren. Ersteres war von Erfolgen gekrönt :-), zweites nicht :-(
Was ich gefunden habe, waren ein paar Arten, die ich in keiner Weise zuordnen konnte. Fundort war ein Buchen-Eschenwald auf dem Geestrücken oberhalb von Wohlde (Kreis Schleswig-Flensburg).
Sowohl die Glibberlinge als auch die – ich vermute Trameten – wuchsen an altem Eschenholz.

Bild 1:
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Bild 2
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Bild 3
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Tja und dann sind mir auf dem Weg heraus aus dem Wald noch ein paar Riesen begegnet. Hätte der Laguna kein ABS, wären an der Stelle auf der Straße jetzt gewiss schwarze Streifen. Das dürften nämlich die größten Samtfußrüblinge Deutschlands, Europas, wenn nicht weltweit gewesen sein. Ich habe nachgemessen: Die größten Pilze hatten einen Hutdurchmesser von nicht weniger als 13 cm:
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Auf der selben Exkursion fand ich in einem Knick in der Sorgeniederung, der aus alten Weiden besteht, ebenfalls Samtfüße, Austernpilze, Kammpilze, Stummelfüßchen, ein skelettiertes und ein heiles, totes Reh, sowie im Wald noch einen toten Habicht.

Grüsslis
Thomas

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Riesen-Nachtrag *PIC*

Thomas Pruß, (vor 8332 Tagen) @ Thomas Pruß

Ach ja, die Umlaute…
Danke Matthias, hier kommen die „Stockschwämmchen“, die Samtfußrüblinge sind:
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Grüsslis
Thomas

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Re: Unbekannter Glibber und Riesen

Andreas ⌂, (vor 8332 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo,

also deine Glibberteile sind in die Gattung Exidia, Tremella oder Myxarium einzuordnen. Genauer kann ich dir's nicht sagen, ist nicht mein Gebiet.

Bild zwei ist sicher keine Tramete, sondern ein Schichtpilz, weil die Umterseite glatt und nicht lamellig ist. Ich denke, es ist Stereum subtomentosum, weil er so schön einzeln wächst und sich meist an der Anwachsstelle zu einem Pseudostielchen verschmälert. Die Farben sind auch typisch, vor allem diese etwas rostige Zonung. Wenn Du frische, halbwegs feuchte Fruchtkörper auf der Unterseite reibst, dann wirst Du feststellen, dass die Art gilbt, was einzig unter den Schichtpilzen ist. Vor allem in der weißen Zuwachszone am Außenrand kann man das schön beobachten.

Bild drei dürfte der Buchen-Gallertkreisling (Ombrophila/Neobulgaria pura) sein, der aber meist noch schöner violett gefärbt ist und ziemlich groß wird (bis ca. 2-3 cm Durchmesser). Typischer Buchenholzpilz im Winter in milden Perioden.

Beste Grüße,
Andreas

Moin allerseits,
Zwischen den Tagen habe ich mich auch mal in der Feldmark und im Wald
herumgetrieben, einerseits, um zu schauen, was da wächst, andererseits, um
den durch die feiertägliche Völlerei drohenden Bauchansatz etwas zu
minimieren. Ersteres war von Erfolgen gekrönt :-), zweites nicht :-(
Was ich gefunden habe, waren ein paar Arten, die ich in keiner Weise zuordnen
konnte. Fundort war ein Buchen-Eschenwald auf dem Geestrücken oberhalb von
Wohlde (Kreis Schleswig-Flensburg).
Sowohl die Glibberlinge als auch die – ich vermute Trameten – wuchsen an
altem Eschenholz.
Bild 1:
Bild 2

Bild 3

Tja und dann sind mir auf dem Weg heraus aus dem Wald noch ein paar Riesen
begegnet. Hätte der Laguna kein ABS, wären an der Stelle auf der Straße
jetzt gewiss schwarze Streifen. Das dürften nämlich die größten
Samtfußrüblinge Deutschlands, Europas, wenn nicht weltweit gewesen sein.
Ich habe nachgemessen: Die größten Pilze hatten einen Hutdurchmesser von
nicht weniger als 13 cm:
Auf der selben Exkursion fand ich in einem Knick in der Sorgeniederung, der
aus alten Weiden besteht, ebenfalls Samtfüße, Austernpilze, Kammpilze,
Stummelfüßchen, ein skelettiertes und ein heiles, totes Reh, sowie im Wald
noch einen toten Habicht.
Grüsslis
Thomas

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Re: Unbekannter Glibber und Riesen

Thomas Pruß, (vor 8332 Tagen) @ Andreas

Moin Andreas,
stimmt, der Kreisling wuchs an einem alten Buchenstamm, die anderen auf Esche.

Bild drei dürfte der Buchen-Gallertkreisling (Ombrophila/Neobulgaria pura)
sein, der aber meist noch schöner violett gefärbt ist und ziemlich groß
wird (bis ca. 2-3 cm Durchmesser). Typischer Buchenholzpilz im Winter in
milden Perioden.

Grüsslis
Thomas

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Bild 1 sieht nach

Helmut, (vor 8332 Tagen) @ Thomas Pruß

Exidia thuretiana, dem Weisslichen Drüsling aus. Um sicher zu gehen, sei die Mikroskopie empfohlen, denn es gibt ähnliche Arten aus der Gattung Tremella. Literatur: Breitenbach & Kränzlin Band 2 Nr. 24.

Gruß

Helmut

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Re: Bild 1 sieht nach

Karl Keck ⌂, (vor 8332 Tagen) @ Helmut

Exidia thuretiana, dem Weisslichen Drüsling aus. Um sicher zu gehen, sei die
Mikroskopie empfohlen, denn es gibt ähnliche Arten aus der Gattung
Tremella. Literatur: Breitenbach & Kränzlin Band 2 Nr. 24.
Gruß
Helmut

Genau, Helmut,
an E. thuretiana habe ich auch gleich gedacht. Kommt außer an Buche, auch gern an Esche. Laut Kreisel auch an Pappel und Sorbus (Mehlbeere, Vogelbeere). Krieglsteiner (Großpilze Baden-Württembergs, Band 1, Seite 104) nennt noch 12 andere Laubholzarten als Substrate.
Evtl. käme auch Exidia cartilaginea in Frage, die aber irgendwie "rostig" wird.
Grüße, Karl

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Vielen Dank…

Thomas Pruß, (vor 8332 Tagen) @ Karl Keck

…allen Bestimmern. Ich erkenne, dass ich mir noch einiges an Literatur zulegen muss. Mal sehen, vielleicht gibt es ja Journalistenrabatt ;-)
Grüsslis
Thomas

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Re: Unbekannter Glibber und Riesen

Kazuya, (vor 8331 Tagen) @ Thomas Pruß

hallo,
Bild 1:
könnte z.B. der weißliche Drüsling (Exidia thuretiana) sein, der z.T. recht großflächige, aber eher dünne und meist gewundene Fk. bildet. Meines Wissens bevorzugt die Art Äste von Fraxinus wie auch Acer.
Bild 2
Soll das die Tramete sein? Sieht mir wie ein Stereum aus, sowas in Richtung S. hirsutum mit zottiger Hutoberfläche.
Bild 3
wenn ich da richtig sehe, sind die Fk. kreiselförmig. Dies könnte gut Neobulgaria pura sein, dessen typische Merkmale die weißlich-rosafarbenen Fk. und das Vorkommen bevorzugt an größeren Stämmen von Fagus sind.

beste Grüße,
Kazuya

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Re: Unbekannter Glibber und Riesen

Thomas Pruß, (vor 8331 Tagen) @ Kazuya

Moin Kazuya,
Neobulgaria pura kommt hin, ich bin der Sache noch mal nachgegangen. Das Problem war, dass ich mich bei dieser Aufnahmen mit geradezu widernatürlichen Lichtverhältnissen rumschlagen musste, weil die Pilze fast unter dem Stamm wuchsen. Da war’s nicht nur finster wie im Affena… sindern auch noch extrem schlammig, da reichlich Regen den Waldboden durchweicht hatte. Nach dieser Aufnahme sah ich aus als hätte ich ein Überlebenstraining bei Wildschweinen mit gemacht.
Grüsslis
Thomas

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Sag nix gegen deine guten Bilder, Thomas ;-) *oT*

Kazuya, (vor 8330 Tagen) @ Thomas Pruß

- kein Text -