Zur Fundortgenauigkeit

Peter K., (vor 8273 Tagen) @ Birgit

Bei der angegebenen

Auflösung von in Nordrichtung 347m und Ostrichtung 579m fallen die aber
vermutlich nicht auf, eine noch größere Unterteilung verbietet sich so
aber. Aber gerade deswegen wäre ich auch zusätzlich noch an
"Prüfwerten" mit mehr als einem Unterquadranten interessiert (da
hab ich bisher leider nut ganz wenige).

Hallo an Birgit,
Hallo an Alle,

zunächst einmal möchte ich mich bei Birgit herzlich für die Eigeninitiative der
Programmentwicklung bedanken. Auch wenn momentan noch wenige Waldläufer ein GPS besitzen, so wird die Anzahl der Nutzer sicher bald zunehmen. Und Dank an Georg für das download-Angebot.

In der Floristischen Kartierung (Pilze eingeschlossen) ist ein wichtiges Kriterium die möglichst genaue Fundortangabe,da in der naturschutzfachlichen Bewertung von Flächen kaum damit geholfen ist, wenn in einem MTB-Quadranten
(z. B: 8033/3) eine Zielart erfasst wurde.

Ohne GPS bzw. Koordinaten aus den MTB kann man sich natürlich ergänzend mit der Bezeichnung des Flurnamens (z. B. Goaslweide) bzw. der Flur-Nr. behelfen.

Der Einsatz eines GPS-Gerätes gibt aber nebenbei auch noch Auskunft über die genaue Höhenkote, die man bei den MTB nur näherungsweise schätzen kann.

Die Frage der Genauigkeit möchte ich an folgendem Beispiel erläutern:

Gerd hat freundlicherweise ausgerechnet, das in der 5. Hierarchiestufe
ein 1024-tel Quadrant ca. 347 x 579 m (= 200.913 m² = ca. 20 ha) entspricht.
Den Lesern der ZfM ist vielleicht die Gebietsgröße der Goaslweide bekannt. Für alle anderen Pilzfreunde hier nochmals: 3,8 ha.
In diesem kleinen Biotop, eine mit Weidezaun umschlossene Viehweide, sind bisher > 890 Pilzarten nachgewiesen, von denen fast 200 in den Roten Listen
für Deutschland u./o. Bayern zu finden sind.

Würden die Daten nur als Quadrant 8033/3 erhoben, kann später Niemand, der das Gebiet nicht kennt, eine Zuordnung vornehmen. Ist die Art nun auf dem schützenswerten Magerrasen gefunden worden oder auf der benachbarten Fettwiese?
Wenn also naturschutzrelevante Arten nicht entsprechend genau kartiert werden, sind sie für die Flächenbewertung nutzlos.

Im Krieglsteiner-Atlas von 1990-1991 wurden die Verbreitungsangaben noch auf MTB-Genauigkeit erhoben und dargestellt.
Zehn Jahre später, als die Pilzflora Baden-Württembergs begonnen wurde, waren Daten im Viertel-Quadranten erforderlich. Alle Funddaten, die nicht auf diese Ebene rekonstruierbar sind, waren nun unbrauchbar.

Inzwischen sind mit modernen Datenbank-Systemen wie z. B. www.Biooffice.at auch Punktkarten möglich, die bei entsprechend vielen Funddaten bessere Arealbilder ermöglichen (z. B. die Verbreitung von Arten entlang von Flussauen).

Daher unser Apell an alle Kartierer, möglichst genaue, zukunftsfähige Daten zu erheben. Als Mindestanforderung würde ich derzeit den 64-tel-Quadranten
(also MTB 8033/3/1.2) sehen. Das sollte mit angemessenen Aufwand und Topografischen Karten 1:25000 machbar sein.

So, nun hoffe ich, dass ich Niemanden verschreckt habe und wünsche mir viele Pilzfinder und -Melder für Axels-Online-Kartierungsprojekt und die Pilzflora von Deutschland. Denn das allerwichtigste bei der Pilz-Kartierung sind neben den Pilzen die Finder.

Viele Grüße aus Bayern,

Peter

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