Mutterkorn & Käfer

Dr.Lutz Neitzert, (vor 9606 Tagen)

Zuletzt bin ich (mehrere Male) an einem stark mit MUTTERKORN infizierten Roggenfeld vorbeigekommen und immer saßen auf beinahe jedem Pilz GELBROTE WEICHKÄFER (Rhagonycha fulva) - zumeist in trauter Zweisamkeit (und in eindeutigen, nun ja, "schlüpfrigen" Positionen). Ist dies nun ein Zufall (- ich meine nicht die offensichtlich "aphrodisiakische" Wirkung von Claviceps purpurea! -) oder gibt es wissenschaftlich belegt irgendeine "symbiotische" Beziehung zwischen ebendiesem Insekt und ebenjenem Pilz?

MfG
L.Neitzert / Neuwied
http://home.rz-online.de/~dneitzer

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Re: Mutterkorn & Käfer *PIC*

.bleem, (vor 9606 Tagen) @ Dr.Lutz Neitzert

Hallo!
Hab mal in meinen schlauen Büchern geschaut und konnte keinen Zusammenhang finden Käfer-Mutterkorn.Es wird beschrieben das sie sehr zahlreich in Dolden von Wilden Kümmel,Wilder Möhre,Geißfuß,Engelwurz und vielen anderen Pflanzen vorkommen.War es ein Zufall?
Ciao bleem

[image]

Foto: Sabine Jelinek
Natur- und Fotokunst

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Re: Mutterkorn & Käfer

Klaas Reißmann, (vor 9605 Tagen) @ Dr.Lutz Neitzert

Zuletzt bin ich (mehrere Male) an einem stark mit MUTTERKORN infizierten
Roggenfeld vorbeigekommen und immer saßen auf beinahe jedem Pilz GELBROTE
WEICHKÄFER (Rhagonycha fulva) - zumeist in trauter Zweisamkeit (und in
eindeutigen, nun ja, "schlüpfrigen" Positionen). Ist dies nun
ein Zufall (- ich meine nicht die offensichtlich
"aphrodisiakische" Wirkung von Claviceps purpurea! -) oder gibt
es wissenschaftlich belegt irgendeine "symbiotische" Beziehung
zwischen ebendiesem Insekt und ebenjenem Pilz?
MfG
L.Neitzert / Neuwied
http://home.rz-online.de/~dneitzer

Da ich mich seit etlichen Jahren mit Käfern beschäftige, kann ich diese Frage mit einem klaren "Nein" beantworten. Rhagonycha fulva ist eine der spätesten Arten der Familie Cantharidae - Weichkäfer. Die Art taucht etwa ab Juni auf und ist dann immer in großer Anzahl vorhanden. Aufgrund dieser Tatsache ist es, da jetzt bei den Tieren auch Paarungszeit ist, überhaupt nicht verwunderlich, daß man an den Spitzen von Gräsern und Ähren, Sträuchern und Ästen, viele der Käfer findet, zur Zeit auch in eindeutiger Haltung. Die Käfer sitzen an der Spitze der Ähren, da sich die Geschlechter hier besser ausmachen, genauer gesagt riechen können.

Wenn ihr noch Insektenfragen habt, immer her damit. Eventuell kann ich helfen.

Viele Grüße

Klaas

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Re: Mutterkorn & Käfer

Sabine, (vor 9605 Tagen) @ .bleem

Hallo!
Hab mal in meinen schlauen Büchern geschaut und konnte keinen Zusammenhang
finden Käfer-Mutterkorn.Es wird beschrieben das sie sehr zahlreich in
Dolden von Wilden Kümmel,Wilder Möhre,Geißfuß,Engelwurz und vielen anderen
Pflanzen vorkommen.War es ein Zufall?
Ciao bleem

Hallo Bleem,

;-) ich gebe zu, dass sich das Foto aus meiner Homepage (Käferseite)
sehr passend zu eurem aktuellen Diskussionsthema ausmacht.

:( Allerdings finde ich es nicht o.k., einfach eines meiner Bilder
ohne Quellenangabe ins Forum einzubauen, wegen Urheberrecht!

Ein Hinweis würde ja reichen:
Quelle: http://nafoku.feynsinn.de/

Kannst du das noch nachträglich ändern?

Gruß
von Sabine
^..^

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Re: Mutterkorn & Käfer

.bleem, (vor 9605 Tagen) @ Sabine

Hallo Bleem,
;-) ich gebe zu, dass sich das Foto aus meiner Homepage (Käferseite)
sehr passend zu eurem aktuellen Diskussionsthema ausmacht.
ohne Quellenangabe ins Forum einzubauen, wegen Urheberrecht!
Ein Hinweis würde ja reichen: Quelle: http://nafoku.feynsinn.de/
Kannst du das noch nachträglich ändern?
Gruß
von Sabine
^..^

Hi Sabine!
Habe an dem Bild überhaupt nichts verändert und es liegt auch nicht auf meinem Server. Wenn Du also auf die Verknüpfungsadresse schaust wirst Du und auch alle anderen feststellen das es auf Deiner Homepage liegt. Die meisten Bildercopyright liegen im Bildhintergrund und das reicht in der Regel auch aus. Du weißt ja -ich hatte Dich vor einiger Zeit sogar angemailt und Dich um Erlaubnis gefragt wegen des Copyright's. Ich bin der Letzte der Bilder klaut. Natürlich ist es keine Absicht von mir Dich und Deine tolle Homepage nicht zu erwähnen aber die Hauptsache ist ja, das dieses Bild nicht geklaut ist-oder?. Sei nicht sauer!
Ciao bleem

Also für alle anderen Besucher des Forums: Das Bild mit den Käfern stammt von http://nafoku.feynsinn.de einer Homepage mit tollen Bildern aus der Natur.

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Re: weitere käferfrage

felix, (vor 9605 Tagen) @ Klaas Reißmann

Da ich mich seit etlichen Jahren mit Käfern beschäftige, kann ich diese Frage
mit einem klaren "Nein" beantworten. Rhagonycha fulva ist eine
der spätesten Arten der Familie Cantharidae - Weichkäfer. Die Art taucht
etwa ab Juni auf und ist dann immer in großer Anzahl vorhanden. Aufgrund
dieser Tatsache ist es, da jetzt bei den Tieren auch Paarungszeit ist,
überhaupt nicht verwunderlich, daß man an den Spitzen von Gräsern und
Ähren, Sträuchern und Ästen, viele der Käfer findet, zur Zeit auch in
eindeutiger Haltung. Die Käfer sitzen an der Spitze der Ähren, da sich die
Geschlechter hier besser ausmachen, genauer gesagt riechen können.
Wenn ihr noch Insektenfragen habt, immer her damit. Eventuell kann ich
helfen.
Viele Grüße
Klaas

gibt es hirschkäfer in absolut eichenlosen wäldern auch?

felix

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Und noch 2 Käferfragen!

Georg, (vor 9605 Tagen) @ Klaas Reißmann

Hi Klaas,
bezüglich Käfern fallen mir 2 Fragen ein, die ich mir schon länger stelle:

1. In Flaschenstäublingen finde ich des öfteren tief im Fruchtkörper kleine schwarze Käfer, die sich anscheinend von aussen hineingefressen haben. Sind das auf Stäublinge spezialisierte Arten oder nehmen die einfach was sie gerade finden?

2. Die Wilde Möhre (Daucus carotus) bildet manchmal in ihren Blütenständen eine einzelne zentrale purpur-schwarze Blüte. Was ist der Sinn dieser Blüte? Da die Möhre von auf dem Blütenstand herumlaufenden Käfern (Böcke glaube ich) bestäubt wird, habe ich mir folgendes überlegt: Die dunkle Einzelblüte dient als 'Lockvogel' für die Käfer. Anfliegende Tiere sehen den Blütenstand schon besetzt (sehen die dunkle Blüte als anderen Käfer) und gesellen sich hinzu. Könnte da was dran sein?

Gruss,

Georg

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Re: Und noch 2 Käferfragen!

Harry, (vor 9605 Tagen) @ Georg

Hi Klaas,
bezüglich Käfern fallen mir 2 Fragen ein, die ich mir schon länger stelle: 1.
In Flaschenstäublingen finde ich des öfteren tief im Fruchtkörper kleine
schwarze Käfer, die sich anscheinend von aussen hineingefressen haben.
Sind das auf Stäublinge spezialisierte Arten oder nehmen die einfach was
sie gerade finden?
2. Die Wilde Möhre (Daucus carotus) bildet manchmal in ihren Blütenständen
eine einzelne zentrale purpur-schwarze Blüte. Was ist der Sinn dieser
Blüte? Da die Möhre von auf dem Blütenstand herumlaufenden Käfern (Böcke
glaube ich) bestäubt wird, habe ich mir folgendes überlegt: Die dunkle
Einzelblüte dient als 'Lockvogel' für die Käfer. Anfliegende Tiere sehen
den Blütenstand schon besetzt (sehen die dunkle Blüte als anderen Käfer)
und gesellen sich hinzu. Könnte da was dran sein?
Gruss,
Georg

Hallo Georg,

ich heiße zwar nicht Klaas,aber bezüglich deiner Fragen kann ich dir vielleicht weiterhelfen.
Es gibt natürlich Hunderte von Käferarten die Pilze besuchen.Alleine 500 sind es in der Familie der Staphylinidae ( Kurzflügler).Diese Insekten gehören aber zu den mycetophilen Käferarten, das heißt, sie sind nicht unbedingt von Pilzen abhängig, sondern suchen diese nur auf weil sie sich meißt von anderen Pilzbesuchern ernähren.

Bei den Käfern in den Flaschenbovisten handelt es sich wahrscheinlich um Lycoperdina bovistae ( kein deutscher Name verfügbar) aus der Familie der Endomychidae ( Pilzfresser ) einem kleinen nur höchstens 4,5 mm großen Käfer,
der meißt in Lycoperdon,in seltenen Fällen auch in anderen Pilzen, vorkommt.

Mit den Vermutungen zu deiner zweiten Frage liegst du goldrichtig.Die dunkelpurpurne Einzelblüte in der Mitte des Blütenstandes dient in der Tat dazu um die für die zur Bestäubung wichtigen Insekten anzulocken. Diese "Lockblüte" wird auch Mohrenblüte genannt.Wahrscheinlich leitet sich daher der Name " Möhre " ab.

Ich hoffe dir geholfen zu haben.Vielleicht kann Klaas ja noch detaliertere Angaben machen.

Bye Harry

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Re: weitere Käferfrage ( Bild ) *PIC*

Harry, (vor 9605 Tagen) @ felix

gibt es hirschkäfer in absolut eichenlosen wäldern auch?
felix

Hallo Felix,

In der Literatur wird beschrieben,das sich die Weibchen in die Rinde verschiedener Eichenarten einbohren um ihre Eier darin abzulegen.Aber auch andere Laubgehölze( Buche,Ulme usw.) scheinen gelegentlich diesem Zweck zu dienen.In meinem Urlaub an der südfranzösischen Atlantikküste habe ich sehr viele Hirschkäfer beobachtet.Die vorherrschende Baumart dort ist die Pinie.Ganz selten habe ich dort Eichen angetroffen,aber einige mir unbekannte Laubgehölze,auf denen ich auch die meißten dieser Käfer beobachtet habe.
nachfolgendes Bild zeigt zwei kämpfende männliche Tiere auf einem dieser Gehölze.Ich glaube du kennst das Bild aus dem Naturforum schon.

[image]

Aufgrund dieser Beobachtungen liegt die Vermutung nahe,das es auch ohne Eichen geht, sicher bin ich mir dessen aber nicht.Vielleicht weiß Klaas mehr.

Bye Harry

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Re: Und noch 2 Käferfragen!

Till, (vor 9605 Tagen) @ Georg

bezüglich Käfern fallen mir 2 Fragen ein, die ich mir schon länger stelle: 1.
In Flaschenstäublingen finde ich des öfteren tief im Fruchtkörper kleine
schwarze Käfer, die sich anscheinend von aussen hineingefressen haben.
Sind das auf Stäublinge spezialisierte Arten oder nehmen die einfach was
sie gerade finden?

Hi Georg,

es gibt eine ganze Reihe auf Staeublinge spezialisierte Kaeferarten. Die von Harry genannten Lycoperdinas sind allerdings nicht schwarz sondern braun (bovistae) oder rot mit schwarzer Querbinde (succincta). Am haeufigsten sind in Bovisten eigentlich Cryptophagus lycoperdi (2mm, dunkelbraun, schlank) oder die Pocadius-Arten (Nitidulidae, mit dem Rapsglanzkaefer verwandt, ca 3 mm, rundlich, aber eben auch braun).
Kannst Du Dein Tier genauer beschreiben?
Wenn Du genau wissen willst, was Du da hast kannst Du mir gerne einen zur Bestimmung schicken - mail mir dann schick ich Dir die Adresse.

Schoene Gruesse Till

Nebenbei, zur Rhagonycha fulva, von der hier die Rede war:
Die Art hat besondere Bedeutung bei den Kaeferkundlern und ihr Erscheinen wird jedes Jahr mit Grausen zur Kenntnis genommen - sie laeutet die "Saure-Gurken-Zeit" ein - wenn sie erscheint, hat das Jahr kaefertechnisch seinen Hoehepunkt eindeutig ueberschritten! :)

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Re: weitere käferfrage

Till, (vor 9605 Tagen) @ felix

gibt es hirschkäfer in absolut eichenlosen wäldern auch?
felix

Hi Felix

Hirschkaefer koennen sich auch in (oder besser an) anderem Laubbaeumen entwickeln - das ist aber seltener. Ich hab' die Larven wiederholt in Niedersachsen an alten Buchenstubben gefunden.

Gruss Till

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Re: Mutterkorn & Käfer

Sabine, (vor 9605 Tagen) @ .bleem

Hi Bleem,

mittlerweile haben wir uns ja per Mail ausgetauscht,
und ich denke, wir können dieses Thema somit beschließen :-)

;) Alles klar!

Lieber Gruß
von Sabine
^..^

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Re: weitere Käferfrage ( Bild )

Klaas Reißmann, (vor 9604 Tagen) @ Harry

Hallo Felix,
In der Literatur wird beschrieben,das sich die Weibchen in die Rinde
verschiedener Eichenarten einbohren um ihre Eier darin abzulegen.Aber auch
andere Laubgehölze( Buche,Ulme usw.) scheinen gelegentlich diesem Zweck zu
dienen.In meinem Urlaub an der südfranzösischen Atlantikküste habe ich
sehr viele Hirschkäfer beobachtet.Die vorherrschende Baumart dort ist die
Pinie.Ganz selten habe ich dort Eichen angetroffen,aber einige mir
unbekannte Laubgehölze,auf denen ich auch die meißten dieser Käfer
beobachtet habe.
nachfolgendes Bild zeigt zwei kämpfende männliche Tiere auf einem dieser
Gehölze.Ich glaube du kennst das Bild aus dem Naturforum schon.

Aufgrund dieser Beobachtungen liegt die Vermutung nahe,das es auch ohne
Eichen geht, sicher bin ich mir dessen aber nicht.Vielleicht weiß Klaas
mehr.
Bye Harry

Hallo Harry und alle anderen,

es ist richtig, daß der Hirschkäfer die Eiche bevorzugt. Die Larven benötigen laut Literatur zwischen sechs und acht Jahre für ihre Entwicklung. Ein geringer Prozentsatz der Hirschkäferweibchen legt seine Eier aber auch in andere Gehölze, wie z.B. Buche, Kastanie, Obstgehölze und viele mehr. In Prag soll es einen Wald geben mit einer sehr großen Hirschkäferpopulation, in dem aber praktisch keine Eichen vorkommen, sondernhauptsächlich Weichhölzer wie Pappel und Weide. Hier ist auffallend, daß die Käfer fast ausnahmslos nur geringe Größen erreichen, praktisch nie die Ausmaße von 7 oder 8 cm.

Zu dem Bild kann ich nur gratulieren, da es sich um zwei sehr schöne Männchen handelt und es mir persönlich noch nicht geglückt ist zwei kämpfende Männchen zu sehen, geschweige denn zu fotografieren.

Grüße

Klaas

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Re: weitere käferfrage

Klaas Reißmann, (vor 9604 Tagen) @ Till

Hi Felix
Hirschkaefer koennen sich auch in (oder besser an) anderem Laubbaeumen
entwickeln - das ist aber seltener. Ich hab' die Larven wiederholt in
Niedersachsen an alten Buchenstubben gefunden.
Gruss Till

Hallo Till,

schön mal was von Dir zu hören, ohne die e-mail direkt an Dich zu senden. Deine letzte Mail ist angekommen und das versprochene reserviert.

Grüße

Klaas

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Re: Und noch 2 Käferfragen!

Klaas Reißmann, (vor 9604 Tagen) @ Harry

Hallo Georg,
ich heiße zwar nicht Klaas,aber bezüglich deiner Fragen kann ich dir
vielleicht weiterhelfen.
Es gibt natürlich Hunderte von Käferarten die Pilze besuchen.Alleine 500 sind
es in der Familie der Staphylinidae ( Kurzflügler).Diese Insekten gehören
aber zu den mycetophilen Käferarten, das heißt, sie sind nicht unbedingt
von Pilzen abhängig, sondern suchen diese nur auf weil sie sich meißt von
anderen Pilzbesuchern ernähren.
Bei den Käfern in den Flaschenbovisten handelt es sich wahrscheinlich um
Lycoperdina bovistae ( kein deutscher Name verfügbar) aus der Familie der
Endomychidae ( Pilzfresser ) einem kleinen nur höchstens 4,5 mm großen
Käfer,
der meißt in Lycoperdon,in seltenen Fällen auch in anderen Pilzen, vorkommt.
Mit den Vermutungen zu deiner zweiten Frage liegst du goldrichtig.Die
dunkelpurpurne Einzelblüte in der Mitte des Blütenstandes dient in der Tat
dazu um die für die zur Bestäubung wichtigen Insekten anzulocken. Diese
"Lockblüte" wird auch Mohrenblüte genannt.Wahrscheinlich leitet
sich daher der Name " Möhre " ab.
Ich hoffe dir geholfen zu haben.Vielleicht kann Klaas ja noch detaliertere
Angaben machen.
Bye Harry

Hallo Georg,

den Ausführungen von Till bezüglich der "Pilzkäfer" habe ich derzeit nichts hinzu zu fügen. Der Till ist Coleopterologe aus dem Norddeutschen und weiß da in mancher Hinsicht sicherlich sogar besser bescheid als ich.

Was die wilde Möhre angeht, so haben alle Blüten diese sogenannte "Mohrenblüte". Ich kann es nicht mit letzter Sicherheit sagen, aber ich meine beobachtet zu haben, daß diese Mohrenblüte zu Beginn der Blüte von Daucus carota purpur gefärbt ist und mit zunehmendem Alter der Blüte dunkler wird. Meines Wissens ist das aber keine "Scheinblüte" sondern schlicht und ergreifend der Stempel, also der weibliche Teil der Blüte, während drum herum das weiß blühende die männlichen Teile mit den Staubgefäßen sind. Da die besuchenden Insekten in der Regel über die gesamte Blüte laufen um an jeder kleinen Einzelblüte den Nektar zu trinken, erhöht das die Warscheinlichkeit einer Befruchtung des Stempels in der Mitte auf praktisch 100%.

Aber nagel mich nicht darauf fest, weil ich nicht gerade der Pflanzenchef bin.

Grüße

Klaas