Fundbericht/Frage *PIC*

Manfred Kurt, (vor 8169 Tagen)

Hallo liebe Pilzgemeinde,

ich war gestern mal wieder auf Pirsch. Dabei ist mir aufgefallen, dass es gegenüber der letzten Woche einen ordentlichen Wachstumsschub gegeben hat.

Ich habe einige Rotfußröhrlinge, Schwarzblauende Röhrlinge und als Erstfund ein paar Goldröhrlinge gefunden.
Hier zwei Bilder dazu:
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Außerdem gab es noch Stinkmorcheln - meist noch im Hexenei - ein paar Täublinge, Hexenbutter und ...
einige Wulstlinge.

Hierzu habe ich noch ein paar Fragen. Also, erstmal weiß ich um die Verwechslungsgefahr zw. Perlpilz - Phanterpilz und Grauem Wulstling.

Ich habe auch einige Pilze gesehen mit reinweissen Hüllresten und knackig braunem Hut die hätt ich mal so ganz locker als Pantherpilz gewertet und hab sie darum mit Verachtung gestraft.

Dann aber fand ich diese Pilze:
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Ich lese immer wieder von den "fleischrosa"-Tönen, die den Perlpilz kennzeichnen. Wie sieht es damit aus.
Gibt es den Pantherpilz auch in rötlich???
Wie verhält es sich mit der Fleischfarbe???
Ist der Pantherpilz immer und überall weiss???
Kann man wirklich sagen: Wenn der Pilz rötliche Frasstellen hat und langsam fleischfarben anläuft, dann ist es ohne Zweifel ein Perlpilz???

Bei dem aufgeschirmten Exemplar war der Hut nicht gerieft, die Manschette aber auch nicht deutlich gerieft , wie es bei Perlpilz sein sollte. Außerdem hat mich gestört, dass die Hüllreste so schön gleichmäßig verteilt waren. Das soll wohl auch ein Merkmal des Pantherpilzes sein. Die Knolle war nicht eingepfropft. Ich hätte da zu 95 % auf den Perlpilz getippt. Aber ich häng am Leben und so fehlen mir halt 5 %.

Kann mir jemand ein bisschen auf die Sprünge helfen?

Viele Grüsse
Manfred

PS. Leider hab ich noch keinen Pantherpilz außerhalb meiner Bücher gesehen. Ich finde wenn man sowas mal in Echt gesehen hat fällt einem die Unterscheidung viel leichter.

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Re: Fundbericht/Frage

Thomas Pruß, (vor 8169 Tagen) @ Manfred Kurt

Hallo Manfred,
was du abgelichtet hast, würde ich zu 100% als Perlpilz mitnehmen:

Ich lese immer wieder von den "fleischrosa"-Tönen, die den Perlpilz
kennzeichnen. Wie sieht es damit aus.

Die fleischrosa Töne sind typisch für den Perlpilz, niemals für den Pantherpilz.

Gibt es den Pantherpilz auch in rötlich???

Nein, der hat Brauntöne wie der hier:
http://www.pilzfotopage.de/Agaricales2/pages/Amanita%20pantherina.html
Bitte den ganzen Link kopieren und einsetzen.

Ist der Pantherpilz immer und überall weiss???

Ja!

Kann man wirklich sagen: Wenn der Pilz rötliche Frasstellen hat und langsam
fleischfarben anläuft, dann ist es ohne Zweifel ein Perlpilz???

Jein, denn es können Licht- und Feuchtigkeitsverhältnisse dazu führen, dass dieses Röten erst sehr spät einsetzt bzw. sogar ganz ausbleiben kann

Bei dem aufgeschirmten Exemplar war der Hut nicht gerieft, die Manschette
aber auch nicht deutlich gerieft , wie es bei Perlpilz sein sollte.
Außerdem hat mich gestört, dass die Hüllreste so schön gleichmäßig
verteilt waren. Das soll wohl auch ein Merkmal des Pantherpilzes sein. Die
Knolle war nicht eingepfropft. Ich hätte da zu 95 % auf den Perlpilz
getippt. Aber ich häng am Leben und so fehlen mir halt 5 %.

Sobald die Manschette eine Riefung aufweist, ist es kein Pantherpilz mehr. Außerdem scheint mir dein Exemplar ein ziemliches „Trumm“ zu sein. Pantherpilze sind schmächtiger.

Ich halte mich prinzipiell an die Riefung der Manschette. Sobald der Pilz keine Manschette mehr besitzt, oder sie so beschädigt ist, dass man keine eineindeutige Aussage mehr über die Riefung machen kann, lasse ich ihn stehen.

Hoffe, es hilft dir
Grüsslis
Thomas

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Re: Fundbericht/Frage

Werner, (vor 8169 Tagen) @ Manfred Kurt

Hallo Manfred,

Hierzu habe ich noch ein paar Fragen. Also, erstmal weiß ich um die
Verwechslungsgefahr zw. Perlpilz - Phanterpilz und Grauem Wulstling.

Wenn man sich etwas besser auskennt, besteht hauptsächlich zwischen Grauem Wulstling, Pantherpilz, Porphyrbraunem Wulstling und auch Rauhem Wulstling Verwechslungsgefahr. Aber auch untypische Perlpilze können damit verwechselt werden. Von Anfängern können alle durcheinandergebracht werden.

Ich habe auch einige Pilze gesehen mit reinweissen Hüllresten und knackig
braunem Hut die hätt ich mal so ganz locker als Pantherpilz gewertet und
hab sie darum mit Verachtung gestraft.

Es ist zwar eher unwahrscheinlich, daß Du Pantherpilze gefunden hast, ausgeschlossen ist das aber nicht. Die Farbe der Hüllreste ist bestenfalls ein sekundäres Merkmal. Sehr wichtig hingegen ist immer die Knolle. Ist die lappig, gegürtelt, gepfropft usw. Die Riefung des Rings ist zwar nicht unwichtig, darauf alleine sollte man aber keine Diagnose stellen, da es z.B. beim Rauhen Wulstling auch geriefte gibt. Beim Pantherpilz ist die "eingepfropfte Knolle" typisch. Der Porphyrbraune Wulstling hat eine gerandete Knolle, der Perlpilz eine knollig verdickte, gegürtelte Knolle. Der Graue Wulstling besitzt eine verdickte Basis mit mehr oder minder vorhandenen Ringzonen.

Beim Perlpilz ist das leichte Rosa der Huthaut bei typischen Exemplaren wie dem kleinen ganz unten ein gutes Merkmal. Fraßstellen und Schnittstellen werden fast immer leicht rosa.

Insbesondere der unterste, kleine Deiner Pilze ist mit 99,...%iger Wahrscheinlichkeit ein Perlpilz. Auch die darüber sind es mit hoher Wahrscheinlichkeit. Dennoch - betrachte meine Ausführungen bitte, bitte nicht als Anleitung zum Essen. Fotos bergen immer noch Fehlerquellen und deshalb sollte bei Verwechslungsmöglichkeiten mit extrem giftigen Pilzen niemals eine Fotofreigabe zum Essen erfolgen. Zeige Deine Pilze einem Pilzberater und lasse Dir von dem live die Merkmale zeigen, so daß Du sie aus dem effeff beherschst.

Auch habe ich schon mal einen Grauen Wulstling in der Hand gehabt, der den Eindruck leichten Rötens an einer Fraßstelle machte und es gibt in der Natur immer wieder Ausreißer, die das Sammeln von Perlpilzen nur dann erlauben, wenn man sich 100%ig sicher ist.

Schau Dir mal die Knollen der von mir genannten Arten in Büchern ausgiebig an und gehe dann mal mit einem Pilzberater oder jemandem, der sich gut auskennt in den Wald. Zumindest solltest Du anfangs Deine Funde so jemand vorlegen.

Gruß,

Werner

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Re: Fundbericht/Frage

Piwo, (vor 8169 Tagen) @ Werner

. . . Dennoch - betrachte meine Ausführungen bitte, bitte

nicht als Anleitung zum Essen. Fotos bergen immer noch Fehlerquellen und
deshalb sollte bei Verwechslungsmöglichkeiten mit extrem giftigen Pilzen
niemals eine Fotofreigabe zum Essen erfolgen. Zeige Deine Pilze einem
Pilzberater und lasse Dir von dem live die Merkmale zeigen, so daß Du sie
aus dem effeff beherschst.

Diese Aussage wünsche ich mir in ähnlicher Form bei allen Internetbestimmungen.

Piwo

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Re: Fundbericht/Frage

Huperzia ⌂, (vor 8169 Tagen) @ Thomas Pruß

Hallo Manfred,

Ich schließe mich Thomas voll und ganz an.
Es gibt Perlpilze, die nicht röten (oder nur sehr wenig), aber keine Pantherpilze, die röten.

Kann man wirklich sagen: Wenn der Pilz rötliche Frasstellen hat und langsam fleischfarben anläuft, dann ist es ohne Zweifel ein Perlpilz???

...vorsicht vor Verwechslung mit dem Ziegelroten Rißpilz *zwinker*....

Viele Grüße,

Tanja

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Die Antwort für alle ...

Manfred Kurt, (vor 8169 Tagen) @ Piwo

Hallo zusammen,

vielen Dank für die Informationen. So jetzt mein Feed-back an euch:

THOMAS
Auf meine Frage:
Wenn der Pilz rötliche Frasstellen hat und langsam fleischfarben anläuft, dann ist es ohne Zweifel ein Perlpilz?
Schreibst du: Jein, denn es können Licht- und Feuchtigkeitsverhältnisse dazu führen, dass dieses Röten erst sehr spät einsetzt bzw. sogar ganz ausbleiben kann.
Das heißt im Zweifelsfall würde ich einen Perlpilz als solchen nicht erkennen und ihn mangels Rötung nicht essen. ok, dieses Risiko nehm ich in Kauf, lieber ist mir die Verwechslung in die Richtung. :-)))

TANJA
Der Ziegelrote Rißpilz? Der hat doch auch Lamellen? Die schmecken mir fast immer!
;-)

WERNER
Wie bei allen Pilzbestimmungen ist wohl der "Gesamteindruck" entscheidend.
Während Thomas meist nach der Riefung der Manschette geht, ich mich mehr an der Rötung des Fleisches halte, ist für dich die Knolle wichtigstes Unterscheidungsmerkmal.
Also die "eingepfropfte" Knolle des Pantherpilzes kann ich mir vorstellen.
Werde beim nächsten "Treffen" im Wald mal ein paar detaillierte Bilder von Basis/Knolle, Manschette, Fleisch und Hut anfertigen.
Zu deiner Aussage: Pilzbestimmung anhand Bildern (siehe PIWO)

PIWO
Vollkommen richtig so. Absolut legitim. Kommt auch immer wieder mal in ähnlicher Form.
Wäre aber bei mir nicht nötig gewesen. Anhand meines Postings seht ihr ja, dass ich da sehr vorsichtig agiere.

In jedem Fall dank ich euch ganz lieb, dass ihr euch die Zeit genommen habt mir zu antworten. Ich werd in naher Zukunft mit ein paar vernünftigen Bildern noch einmal um euren Rat bitten.

Viele Grüsse
Manfred

PS. Würde ja gerne mal meine Funde einem Pilzsachverständigen vorlegen, aber ich habe hier im Internet keinen Eintrag im Freiburger Raum gefunden? Wie kann ich denn hier jemanden finden? Habt ihr einen Tipp für mich?

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Re: Die Antwort für alle ...

Werner, (vor 8168 Tagen) @ Manfred Kurt

Hallo Manfred,

WERNER
Wie bei allen Pilzbestimmungen ist wohl der "Gesamteindruck"
entscheidend.
Während Thomas meist nach der Riefung der Manschette geht, ich mich mehr an
der Rötung des Fleisches halte, ist für dich die Knolle wichtigstes
Unterscheidungsmerkmal.

Nein, da hast Du mich falsch verstanden. Für mich ist sicherlich auch zuerst mal die Rötung das Wichtigste - denn die erkennt man zuerst und auch recht sicher. Nur sollte man sich darauf ganz alleine nicht verlassen, wenn man den Pilz noch nicht gut kennt und sofort mit dem Auge die Gesamtheit erfaßt. Und deswegen habe ich die Knolle als sehr wichtiges Zweitmerkmal genannt. Die Riefung kommt dann auch noch dazu. Als ich meine ersten Perlpilze gesammelt habe, habe ich immer nach ALLEN Merkmalen gesucht und dies ist m.E. auch besonders am Anfang wichtig. Und bei einer so "gefährlichen" Art halte ich das für unerläßlich, wenn man sich nicht gut auskennt.

Trotzdem nach wie vor meine Warnung vor dem Essen. Denn selbst wenn z.B. die Gefahr bei den von Dir gezeigten Pilzen recht gering ist, ist es doch möglich, daß Du aufgrund mangelnder Erfahrung mal Exemplare mit einsackst, die böse ins Auge gehen. Das ist was anderes, als wenn man mal einen unbekömmlichen Röhrling verspeist.

PIWO
Vollkommen richtig so. Absolut legitim. Kommt auch immer wieder mal in
ähnlicher Form.
Wäre aber bei mir nicht nötig gewesen. Anhand meines Postings seht ihr ja,
dass ich da sehr vorsichtig agiere. ´

Nun, klar. Nur könnte es ja sein, daß Du aufgrund von Statements hier nun doch wie wild anfängst, "Perlpilze" zu sammeln. Und andere Mitleser könnten das auch tun - mit zweifelhaften Bestimmungen. Außerdem verpflichtet man sich als Pilzsachverständiger der DGfM auch, keine leichtsinnigen Beratungen abzugeben, wozu ich auch Fotobestimmungen von eßbaren aber gefährlichen Pilzen zähle. Deine Fotos scheinen zwar farblich recht gut zu sein, trotzdem möchte ich nicht die Verantwortung für Deine Gesundheit übernehmen. Was Du selbst tust, bleibt natürlich Dir überlassen. Ich habe aber bei solchen gefährlichen Gattungen in meinen Anfangstagen auch immer höllisch aufgepaßt und jeden einzelnen Pilz nach allen Merkmalen durchsucht und viele sicherlich gute Perlpilze nicht gegessen.

Noch problematischer wird es, wenn man seine nur zu 95% bestimmten Pilze anderen vorsetzt, insbesondere Kindern. Und genau deswegen halte ich eine Internetbestimmung solcher Arten für nicht ausreichend.

PS. Würde ja gerne mal meine Funde einem Pilzsachverständigen vorlegen, aber
ich habe hier im Internet keinen Eintrag im Freiburger Raum gefunden? Wie
kann ich denn hier jemanden finden? Habt ihr einen Tipp für mich?

Kuck doch mal hier: http://www.dgfm-ev.de/www/de/publikationen/gs_952_clubs.php3 Da sind Freiburger Sachverständige und Vereine genannt.

Gruß,

Werner

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Re: Die Antwort für alle ...

Manfred Kurt, (vor 8168 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

du hast sicherlich recht bei so einem gefährlichen Bereich nochmals auf das Risiko hinzuweisen. Aber ehrlich ich versprechs! Ich ess ihn nicht.
Wenn ein Pilz solch giftige Doppelgänger hat "ernte" ich nicht blindlings drauf los. Ich hab ihn ja auch dann letztendlich weggeschmissen.

Mir ist auch vollkommen klar, dass du "von Rechts wegen" verpflichtet bist keine leichtsinnige Beratung abzugeben. Was ich nicht bedacht habe ist, dass auch andere diesen Beitrag mitverfolgen und daraus ihre Schlüsse ziehen. Darum nochmal: Für mich ist ganz klar - Eine Bestimmung anhand von Bildern im Internet muss nicht richtig sein, birgt also ein Risiko.

Noch problematischer wird es, wenn man seine nur zu 95% bestimmten Pilze
anderen vorsetzt, insbesondere Kindern. Und genau deswegen halte ich eine
Internetbestimmung solcher Arten für nicht ausreichend.

Ich habe selbst 2 Kinder. Diese möchte ich noch möglichst lange um mich haben. Auch meine Freunde sind mir wert und teuer.
Niemals würde ich mir nicht definitiv bekannte Pilze jemand anderem vorsetzen.
Selbst bei Funden die ich als essbar einstufe, und die ich noch nie zuvor fand mache ich IMMER zunächst einen Selbstversuch. Das heißt, kleine Mengen nach Art getrennt zubereitet und ausschließlich für mich. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Wie gesagt bei wirklich "giftverdächtigem" bin ich megavorsichtig. So habe ich meine "Pilzlerkarriere" ausschließlich mit Röhrlingen begonnen. Habe mir den Satansröhrling (den ich in Natura noch nie angetroffen habe) genau angesehen und den Schönfuß und überhaupt alles was es an Röhlingen gibt. Und so fühle ich mich in dieser Ecke recht sicher.

Kuck doch mal hier:
http://www.dgfm-ev.de/www/de/publikationen/gs_952_clubs.php3 Da sind
Freiburger Sachverständige und Vereine genannt.

Tja. Auf der Seite vom dgfm war ich zwar schon. Aber denn doch zu schnell wieder weg. Also. Jetzt weiss ich zwei Anlaufstellen und da werd ich meine Funde baldmöglichst begutachten lassen.

Werner, vielen Dank nochmal für deine ernsthafte Warnung
und für den Tipp!

Viele Grüsse
Manfred

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Re: Die Antwort für alle ...

Werner, (vor 8168 Tagen) @ Manfred Kurt

Hallo Manfred,

Was ich nicht
bedacht habe ist, dass auch andere diesen Beitrag mitverfolgen und daraus
ihre Schlüsse ziehen.

Genau. Und darin liegt das Hauptproblem von Internetberatungen. Wenn man sich nur mal ansieht, wieviele Leute diesen Thread lesen, weiß man, daß man auch denen gegenüber eine Verantwortung hat.

Ein weiteres Problem ist ja auch immer, daß ich zwar 2, 3 relativ gute und sicher bestimmbare Fotos habe. Nur hat der Finder sicherlich selten seinen gesamten Fund fotografiert und wie es das Pech will, kann durchaus im restlichen Korb ein oder 2 verirrte Exemplare von etwas Giftigem drin sein, die vielleicht auch noch blöderweise an genau der gleichen Stelle wuchsen. Die werden aber dann von manchen Leuten einfach mit in die Pfanne gehauen, weil sie ja am gleichen Fleck wuchsen oder sehr ähnlich aussehen.

Auch wenn ich mir sicher bin, daß auf einem Foto dargestellte Pilze tatsächlich Perlpilze sind, muß ich das immer bedenken und formuliere deshalb sehr, sehr vorsichtig. Und es ist ja bei Weitem nicht jeder so vorsichtig wie Du. Ich habe auch schon Leute im Wald getroffen, die mir stolz ihre tollen Funde für die Pfanne zeigten und eine Art benannten, in Wirklichkeit aber 2 Arten im Korb hatten. Gottseidank gibt es ja wenig wirklich gefährliche Pilze und deswegen geht sowas in aller Regel gut aus - höchstens mal mit vermehrten Besuchen "auf dem Thron". Aber selbst das minimale Risiko einer gefährlichen Vergiftung sollte halt immer einkalkuliert werden. Und da wir nicht in Kriegszeiten leben und auf jegliche Nahrung angewiesen sind, halte ich dieses Risiko für unnötig.

Ich selbst habe in meiner Jugendzeit auch mal ein paar Kilo Gallenröhrlinge als "Steinpilze" gesammelt. Das war für mich recht lehrreich und ich war danach viel vorsichtiger. Nur wußte ich damals schon, daß mir außer einem verpatzten Gericht (etliche Maronen waren ja auch drunter) nix groß passieren kann. Meine ersten Anis-Champignons habe ich dagegen mit äußerster Hingabe und jeden einzeln bestimmt.

Ich habe selbst 2 Kinder. Diese möchte ich noch möglichst lange um mich
haben. Auch meine Freunde sind mir wert und teuer.
Niemals würde ich mir nicht definitiv bekannte Pilze jemand anderem
vorsetzen.

Klar, Du schon. Aber man liest ja immer wieder in der Zeitung von vergifteten Familien. Und deswegen - glaube zumindest ich - kann man nicht vorsichtig genug im Internet sein.

So habe ich meine
"Pilzlerkarriere" ausschließlich mit Röhrlingen begonnen. Habe
mir den Satansröhrling (den ich in Natura noch nie angetroffen habe) genau
angesehen und den Schönfuß und überhaupt alles was es an Röhlingen gibt.
Und so fühle ich mich in dieser Ecke recht sicher.

Ja, und selbst da ist das Risiko noch kalkulierbar. Ich denke, wenn jemand hier einen Flocki nach Bild bestimmt, ist das noch ok. Denn selbst der so geschmähte Satansröhrling ist ja nicht überaus giftig - nach meinem Kenntnisstand vertragen den manche Leute sogar und andere sitzen halt ordentlich auf der Schüssel. Hier war mal einer, der IIRC 200 oder 300g absichtlich gegessen hat und keine Folgen verspürte. Klar, es kann immer jemand geben, der eh eine schlechte gesundheitliche Verfassung hat und deshalb ins Krankenhaus muß. Aber da sehe ich die Gefahr noch gerade als kalkulierbar an. Wenn jemand aber mehrere (!) Pantherpilze ißt, kann das böse Folgen haben. Abgesehen von dem Rauschzustand (Gefahr z.B. beim Autofahren, in der Arbeit etc.) gibt es auch seltene Berichte von tödlichen Vergiftungen. Es gibt sicherlich Freaks, die mit Absicht geringe Mengen Pantherpilz zur Rauscherzeugung essen, nur sind selbst die meistens gerade noch so vernünftig, die nicht in Mahlzeitmenge zu verdrücken. Und dann ist ja noch der Wirkstoffgehalt recht unterschiedlich.

Auch hier im Forum hatten wir schon teilweise recht massive Fehlbestimmungen von leicht kenntlichen Speisepilzen. Ich erinnere mich auch noch an eine Zeit, als ich äußerst wichtige und eindeutige Merkmale bei Pilzen einfach nicht gesehen habe. Nur kommt bei einigen Leuten der "Jäger- und Sammlertrieb" durch und die sind dann auch manchmal so leichtsinnig, die Pfanne anzuheizen, obwohl sie den Pilz nicht wirklich kennen sondern lediglich im Buch/Internet grob verglichen haben und wichtige Merkmale übersehen haben.

Es freut mich, daß Du da nicht dazugehörst. Ich bin mir aber sicher, daß es auch hier Mitleser gibt, die nicht so vorsichtig wie Du sind.

Gruß,

Werner

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Re: Die Antwort für alle ...

Manfred Kurt, (vor 8168 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,

ich scheine grundsätzlich das Glück zu haben über einen relativ stablilen Verdauungsapperat zu verfügen. Einige Arten, die mit dem Warnhinweis "individuelle Unverträglichkeiten sind bekannt" versehen sind habe ich schon getestet (Hallimasch, Flockis, Goldröhrlinge...) und da gab es nie Probleme. Einzige Außnahme: Der Genuß von Flockis mit deutlich zu viel Wein. Schäm. Da saß ich dann wirklich ziemlich heftig "auf dem Thron".

Und da wir nicht in Kriegszeiten leben und auf
jegliche Nahrung angewiesen sind, halte ich dieses Risiko für unnötig.

Siehst du, da sind wir alle aber immer noch die Jäger und Sammler...
Mich packt gerade zu "Saisonbeginn" immer wieder das Jagdfieber. Ich merke das dann daran, dass ich nicht irgendwelche unbekannten Pilze nach Hause trage, sondern teilweise eindeutig zu alte Exemplare.
Oft sitze ich dann beim Pilzeputzen und sortiere einen Großteil aus weil
ich nicht nur keine Pilzvergiftung sondern auch keine Lebensmittelvergiftung haben möchte!

groß passieren kann. Meine ersten Anis-Champignons habe ich dagegen mit
äußerster Hingabe und jeden einzeln bestimmt.

Das kann ich mir denken. Denn ich höre manchmal von Leuten, die erzählen, dass sie Wiesenchampignons gesammelt haben und nicht einmal wissen, dass es da Verwechslungsmöglichkeiten gibt (Karbolchampignon, Perlhuhnegerling,?). Schon der Satz: Junge Exemplare des Knollenblätterpilzes kann man verwechseln mit...
lässt gedanklich bei mir das Pilzmesser zuschnappen.

Viele Grüsse
Manfred

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Flockis

Birgit, (vor 8168 Tagen) @ Manfred Kurt

Hallo Manfred

ich scheine grundsätzlich das Glück zu haben über einen relativ stablilen
Verdauungsapperat zu verfügen. Einige Arten, die mit dem Warnhinweis
"individuelle Unverträglichkeiten sind bekannt" versehen sind
habe ich schon getestet (Hallimasch, Flockis, Goldröhrlinge...) und da gab
es nie Probleme. Einzige Außnahme: Der Genuß von Flockis mit deutlich zu
viel Wein. Schäm. Da saß ich dann wirklich ziemlich heftig "auf dem
Thron".

Warum solltest du dich wegen der Flockis schämen? Es gibt - entgegen der Meinung einiger Pilzbücher (zumindestens hat wohl mal jemand behauptet, daß in seinem Pilzbuch sowas drinsteht) - keine Erkenntnisse, daß flockenstielige Hexenröhrlinge mit Alkohol unverträglich sind. Vielleicht war doch ein netzstieliger Hexenröhrling dabei, vielleicht waren die Pilze nicht lang genug gebraten (flockenstielige Hexenröhrlinge sind wahrscheinlich roh giftig) oder vielleicht reagierst gerade du mit einer individuellen Unverträglichkeit auf flockenstielige Hexenröhrlinge in Verbindung mit Alkohol? Auch bei netzstieligen Hexenröhrlingen ist die Alkoholunverträglichkeit selten und trifft nicht jeden, aber bei Flockis sind bisher keine Fälle bekannt (außer deinem ;-)). Einzelfälle lassen aber keine Verallgemeinerungen zu.

Das kann ich mir denken. Denn ich höre manchmal von Leuten, die erzählen,
dass sie Wiesenchampignons gesammelt haben und nicht einmal wissen, dass
es da Verwechslungsmöglichkeiten gibt (Karbolchampignon,
Perlhuhnegerling,?).

Naja der Perrlhuhnegerling ist zumindestens hier sehr selten, aber Karbolchampignons z.B. sind hier eigentlich immer häufiger als Wiesenchampignons uund ANischampignons.

Schon der Satz: Junge Exemplare des
Knollenblätterpilzes kann man verwechseln mit...
lässt gedanklich bei mir das Pilzmesser zuschnappen.

Ja das stimmt schon, es gibt zwar gute Unterscheidungsmöglichkeiten (die man aber auch genau kennen muß!), aber ich schau mir junge Anischampignons im Wald auch immer ganz genau an. Als wir noch als Kinder mit meinen Eltern Pilze sammeln geggangen sind, haben wir sicherhaitshalber außer Röhrlingen uund Reizkern nix gesammelt.

Liebe Grüße

Birgit

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Re: Flockis

Werner, (vor 8168 Tagen) @ Birgit

Hallo Birgit,

Warum solltest du dich wegen der Flockis schämen?

Stimmt. Vielleicht wäre die "Menge" Wein ja auch mit Forelle Müllerin Richtung "Häusl" gegangen? Ich glaube auch nicht, daß jeder Gang dorthin zwangsläufig mit den Pilzen zu tun hat. Da reicht bei mir schon etwas Butter oder Sahne, die einen nicht merklichen Stich hat. Nach diversen Gasthofbesuchen passiert mir das immer wieder und auch zuhause kommt das mal vor - ganz ohne Pilze.

Naja der Perrlhuhnegerling ist zumindestens hier sehr selten, aber
Karbolchampignons z.B. sind hier eigentlich immer häufiger als
Wiesenchampignons uund ANischampignons.

Komischerweise habe ich schon mehr Perlhuhnegerlinge als Karbolchampis gesehen. Hier ist der Anischampignon viel häufiger als der Karbolchampignon (Münchner Westen). Die Perlhühner kenne ich allerdings nur von einer Fundstelle, da dafür in Massen.

Und in Richtung Manfred: Goldröhrlinge habe ich noch nicht gegessen, dafür Netzstielige in Verbindung mit wenig (!) Alkohol, viele Hallimasch und auch so diverse andere, die möglicherweise Verdauungsprobleme verursachen. Der einzige Pilz, bei dem ich mir relativ sicher bin, daß er bei mir ein Problemchen verursacht hat, war der Glimmerschüppling (Phaeolepiota aurea), den Gerhardt als eßbar bezeichnet, diverse andere Autoren aber nicht.

Gruß,

Werner

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Achtung...

Karl-Heinz ⌂, (vor 8168 Tagen) @ Birgit

im DGfM Beratungsprotokoll (Anlage 2) für PSV, sind Boletus luridus, sowie Coprinus attramentarius als Giftpilze aufgelistet.

http://www.dgfm-ev.de/www/de/sachverstaendige/pilzberater.php3?sach=1&lang=&hl=Pilzsach...%E4ndige&type=

Grüße
Karl-Heinz

Hallo Manfred
Warum solltest du dich wegen der Flockis schämen? Es gibt - entgegen der
Meinung einiger Pilzbücher (zumindestens hat wohl mal jemand behauptet,
daß in seinem Pilzbuch sowas drinsteht) - keine Erkenntnisse, daß
flockenstielige Hexenröhrlinge mit Alkohol unverträglich sind. Vielleicht
war doch ein netzstieliger Hexenröhrling dabei, vielleicht waren die Pilze
nicht lang genug gebraten (flockenstielige Hexenröhrlinge sind
wahrscheinlich roh giftig) oder vielleicht reagierst gerade du mit einer
individuellen Unverträglichkeit auf flockenstielige Hexenröhrlinge in
Verbindung mit Alkohol? Auch bei netzstieligen Hexenröhrlingen ist die
Alkoholunverträglichkeit selten und trifft nicht jeden, aber bei Flockis
sind bisher keine Fälle bekannt (außer deinem ;-)). Einzelfälle lassen
aber keine Verallgemeinerungen zu.
Naja der Perrlhuhnegerling ist zumindestens hier sehr selten, aber
Karbolchampignons z.B. sind hier eigentlich immer häufiger als
Wiesenchampignons uund ANischampignons.
Ja das stimmt schon, es gibt zwar gute Unterscheidungsmöglichkeiten (die man
aber auch genau kennen muß!), aber ich schau mir junge Anischampignons im
Wald auch immer ganz genau an. Als wir noch als Kinder mit meinen Eltern
Pilze sammeln geggangen sind, haben wir sicherhaitshalber außer Röhrlingen
uund Reizkern nix gesammelt.
Liebe Grüße
Birgit

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Re: Achtung...

Werner, (vor 8168 Tagen) @ Karl-Heinz

im DGfM Beratungsprotokoll (Anlage 2) für PSV, sind Boletus luridus, sowie
Coprinus attramentarius als Giftpilze aufgelistet.

Ich staune ... aber ob das der Weisheit allerletzter Schluß ist, wage ich ganz milde zu bezweifeln. Kommt wohl von dem starren Schema der Einteilung in E, U, G. Auch bei L. helvus könnte man da ja etwas meckern, da eigentlich in jedem Pilzbuch steht, daß er als Gewürzpilz Verwendung findet. Gut, ich muß den Faltentintling und den Maggipilz nicht haben, den Netzstieligen esse ich dagegen schon ganz gerne. Klar - bei diesen Pilzen warnen ist ok, aber sie als giftig bezeichnen? Macht man sich da nicht beim Ratsuchenden unglaubwürdig, wenn der seine Funde selbst mal nachliest .... Ich weiß ja nicht, wie die DGfM das mit dem G meint und ob eine Warnung für ausreichend gehalten wird, wenn ich jemand aber die Netzstieligen und Faltentintlinge wegnehmen soll, geht mir das zu weit ... klar, wegnehmen kann ich sie ihm eh nicht, aber ihn unterschreiben lassen, daß er gefährliche Giftpilze im Korb hat????

Gruß,

Werner

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Re: Achtung...

Karl-Heinz ⌂, (vor 8168 Tagen) @ Werner

Hallo Werner,
ich habe nur auf die Fakten hingewiesen. Dieses Forum wird ja auch von kompetenten Fachleuten der DGfM verfolgt.
Vielleicht gibt es ja eine Stellungnahme dazu.

Gruß

Karl-Heinz

Ich staune ... aber ob das der Weisheit allerletzter Schluß ist, wage ich
ganz milde zu bezweifeln. Kommt wohl von dem starren Schema der Einteilung
in E, U, G. Auch bei L. helvus könnte man da ja etwas meckern, da
eigentlich in jedem Pilzbuch steht, daß er als Gewürzpilz Verwendung
findet. Gut, ich muß den Faltentintling und den Maggipilz nicht haben, den
Netzstieligen esse ich dagegen schon ganz gerne. Klar - bei diesen Pilzen
warnen ist ok, aber sie als giftig bezeichnen? Macht man sich da nicht
beim Ratsuchenden unglaubwürdig, wenn der seine Funde selbst mal nachliest
.... Ich weiß ja nicht, wie die DGfM das mit dem G meint und ob eine
Warnung für ausreichend gehalten wird, wenn ich jemand aber die
Netzstieligen und Faltentintlinge wegnehmen soll, geht mir das zu weit ...
klar, wegnehmen kann ich sie ihm eh nicht, aber ihn unterschreiben lassen,
daß er gefährliche Giftpilze im Korb hat????
Gruß,
Werner