Stropharia, wer kann helfen? *PIC*

Boletus ⌂, (vor 8153 Tagen)

Hallo,

Auch diese Stropharia wuchs, zum Teil direkt auf vermodernden Mulch-Hozstückchen, auf dem übermulchten Karrweg im Würenlinger Wald, von wo ich hier schon einige Arten gezeigt habe. Goldmistpilz, der weisse Mistpilz, , Olivfarbener Mistpilz Hasenpfote, Braunhaariger Tintling, Riesenträuschling, Schildborstling und weitere Arten entwickeln hier laufend neue Fruchtkörper. Auch die heutige Art scheint sich da wohlzufühlen, hat sie doch seit Ende Mai immer wieder Fruchtkörper entwickelt. Also höchste Zeit sie mal näher zu betrachten......

[image]
.....aber wieder mal ein Fall bei dem ich mit meiner Literatur nicht mehr weiterkomme.

Hut: bis 4cm, nicht schleimig, bei feuchter Witterung höchstens klebrig,blassgeb mit dunklerer Mitte, junge Exemplare am RAnd mit weissen vergänglichen Velumflöckchen.
Lamellen: grauviolettlich, im Alter graubraun mit olivlichem Reflex
Stiel: bis 7cm x 3-4mm, blass, weisslich-hellgrünlichgelb, unterhalb des Ringes faserig, über dem Ring +-glatt bis kleiig-bereift.
Manschette: Faserig, vergänglich, kann bei reifen Ex. nur noch erahnt werden,Velum spinnwebenartig
Mik: Sporen braun, dickwandig, 13-14/6.5-7mü, Basidien bauchig 35/11-13.5mü, Cheilozystiden fingerförmig teiweise mit aufgeblasener Spitze, Pleurozystiden auch nach längerer Suche nicht gefunden.
Weder mit "Moser" noch mit "B+k" kann ich das Puzzle zusammenfügen...dabei gibts doch gar nicht so viele Strophis ;-)
Wer kann weiterhelfen?

Beste Grüsse
Sepp

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Stropharia, wer kann helfen?

martin, (vor 8153 Tagen) @ Boletus

hallo sepp,

nach den beschriebenen und sichtbaren merkmalen würde ich den pilz für einen krönchenträuschling halten. wegen der helleren hutfarbe und den dunklen lamellen käme auch stropharia melasperma in frage.

grüße
martin

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Stropharia, wer kann helfen?

Werner2, (vor 8153 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp,
.
kann sein, aber ziemlich blass für S. coronilla, die ich immer nur von
Grasflächen und mit einer deutlich gerieften und ausgeprägten Manschette
kenne. Die ist auch viel cremegelber. Aber die meisten Stropharia wachsen ja bei Gras.
Die aufgeblasenen, fingerförmigen Cheilozystiden könnten auf S.pseudocyanea
hindeuten, die einen ungerieften, ziemlich flüchtigen Stielring aber deutlich kleinere Sporen aufweist.

Die großen Sporen machen aber erst mal jede weitere Spekulation zunichte.
Wenn Dú dich nicht vermessen hast, kommen eigentlich von der Sporengröße her
nur St. aeruginosa in Frage, die aber eigentlich grün sein sollte.
Vielleicht eine völlig untypisch und ausgeblasste S. aeruginosa. Die Sporen, die Zystiden und die starke Stielbeschuppung würden immerhin passen.

.
Gruss Werner2

Hallo,
Auch diese Stropharia wuchs, zum Teil direkt auf vermodernden
Mulch-Hozstückchen, auf dem übermulchten Karrweg im Würenlinger Wald, von
wo ich hier schon einige Arten gezeigt habe. Goldmistpilz, der weisse
Mistpilz, , Olivfarbener Mistpilz Hasenpfote, Braunhaariger Tintling,
Riesenträuschling, Schildborstling und weitere Arten entwickeln hier
laufend neue Fruchtkörper. Auch die heutige Art scheint sich da
wohlzufühlen, hat sie doch seit Ende Mai immer wieder Fruchtkörper
entwickelt. Also höchste Zeit sie mal näher zu betrachten......

.....aber wieder mal ein Fall bei dem ich mit meiner Literatur nicht mehr
weiterkomme.
Hut: bis 4cm, nicht schleimig, bei feuchter Witterung höchstens
klebrig,blassgeb mit dunklerer Mitte, junge Exemplare am RAnd mit weissen
vergänglichen Velumflöckchen.
Lamellen: grauviolettlich, im Alter graubraun mit olivlichem Reflex
Stiel: bis 7cm x 3-4mm, blass, weisslich-hellgrünlichgelb, unterhalb des
Ringes faserig, über dem Ring +-glatt bis kleiig-bereift.
Manschette: Faserig, vergänglich, kann bei reifen Ex. nur noch erahnt
werden,Velum spinnwebenartig
Mik: Sporen braun, dickwandig, 13-14/6.5-7mü, Basidien bauchig
35/11-13.5mü, Cheilozystiden fingerförmig teiweise mit aufgeblasener
Spitze, Pleurozystiden auch nach längerer Suche nicht gefunden.
Weder mit "Moser" noch mit "B+k" kann ich das Puzzle
zusammenfügen...dabei gibts doch gar nicht so viele Strophis ;-)
Wer kann weiterhelfen?
Beste Grüsse
Sepp

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Stropharia, wer kann helfen? *PIC*

Andreas ⌂, (vor 8153 Tagen) @ Boletus

Weder mit "Moser" noch mit "B+k" kann ich das Puzzle
zusammenfügen...dabei gibts doch gar nicht so viele Strophis ;-)

Hallo Sepp,

nee, da hattest Du schlechte Chancen, weil die Art nämlich in beiden nicht drin ist. Es handelt sich um Stropharia (bzw. Psilocybe) percevalii, eine Art die seit wenigen Jahren in starker Ausbreitung begriffen ist. Sie ähnelt sehr der Stropharia/Psilocybe squamosa, ist aber gelber im Hut, kräftiger im Wuchs, hat größere Sporen mit oft exzentrisch liegendem Keimporus und als gutes Merkmal eine meist rostfarben überhauchte Stielbasis. Achte mal darauf bei den nächsten Funden. Im Abbildungsverzeichnis 2. Auflage hatten wir sie deshalb "Rostfüßigen Träuschling" genannt. Der jetzige Name "Holzmulch-Klebkopf" gefällt mir nicht so gut.

Tanja und ich haben die Art dieses Jahr schon im Zoo von Eisenberg gefunden:

[image]

Wartet's mal ab, in 20 Jahren ist das eine ganz banale Art die keinen mehr sonderlich interessiert .....

Beste Grüße,
Andreas

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Stropharia, wer kann helfen?

Boletus ⌂, (vor 8152 Tagen) @ martin

hallo martin,
nach den beschriebenen und sichtbaren merkmalen würde ich den pilz für einen
krönchenträuschling halten.

Keine Übereinstimmung der Sporenmasse, Ring weniger vergänglich, Stiel auch unterhalb des Ringes glatt...deshalb kommt diese Art nicht in Frage

wegen der helleren hutfarbe und den dunklen
lamellen käme auch stropharia melasperma in frage.

Auch hier sind die Sporen etwas kleiner, dann spricht auch die Hutfarbe dagegen, zudem hat melasperma einen auf der Oberseite gerieften Ring.

Trotzdem vielen Dank für die Vorschläge

Beste Grüsse
Sepp

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Re: Stropharia, wer kann helfen?

Boletus ⌂, (vor 8152 Tagen) @ Werner2

Hallo Werner,

Wenn Dú dich nicht vermessen hast, kommen eigentlich von der Sporengröße her
nur St. aeruginosa in Frage, die aber eigentlich grün sein sollte.
Vielleicht eine völlig untypisch und ausgeblasste S. aeruginosa. Die Sporen,
die Zystiden und die starke Stielbeschuppung würden immerhin passen.

Interessant, die selben Gedanken sind mir bei der versuchten Bestimmung auch durch den Kopf gegangen.
Danke für den Beitrag!

Beste Grüsse
Sepp

Eintrag gesperrt
12 Aufrufe

Danke Andreas.....

Boletus ⌂, (vor 8152 Tagen) @ Andreas

......das ist mein Pilz! :-) Dein gutes Bild zeigt die Art so wie ich sie dieses Jahr x-mal angetroffen habe.

Nochmals zu L. ochraceolutea. Ich habe den Standort nochmals aufgesucht, es hat da immer noch ganz junge Exemplare. Auch ausserhalb des Fichtenjungwuchses erscheint sie jetzt im Laub-Mischwald (Acer, Betula, Alnus, Quercus, Fagus)
Ich hab noch die Sporen gemessen und alle liegen so um 4x3.5 mü. DAs spricht klar für die Art.
Was ich nicht begreife dass B&K den Pilz als sehr selten einstuft...ist er doch zur Zeit der häufigste Vertreter in diesem Wald.

Liebe Grüsse
Sepp

Eintrag gesperrt
11 Aufrufe

Re: Danke Andreas.....

Andreas ⌂, (vor 8152 Tagen) @ Boletus

......das ist mein Pilz! :-) Dein gutes Bild zeigt die Art so wie ich sie
dieses Jahr x-mal angetroffen habe.
Nochmals zu L. ochraceolutea. Ich habe den Standort nochmals aufgesucht, es
hat da immer noch ganz junge Exemplare. Auch ausserhalb des
Fichtenjungwuchses erscheint sie jetzt im Laub-Mischwald (Acer, Betula,
Alnus, Quercus, Fagus)
Ich hab noch die Sporen gemessen und alle liegen so um 4x3.5 mü. DAs spricht
klar für die Art.
Was ich nicht begreife dass B&K den Pilz als sehr selten einstuft...ist er
doch zur Zeit der häufigste Vertreter in diesem Wald.
Liebe Grüsse
Sepp

Hallo Sepp,

ich denke, dass die Einstufung schon ihre Richtigkeit hat. Du darfst die Reichhaltigkeit der Standorte nicht mit der Anzahl der Standorte verwechseln. Standorte gibt es sicherlich wirklich nicht gerade viele und dass sie an ihren wenigen Standorten gerne in größerer Zahl auftritt macht sie deswegen nicht weniger selten. Höchstens weniger gefährdet.
Ich habe das Gefühl, die Art ist etwas im Zunehmen begriffen, ebenso wie L. vinosorubescens das vielleicht auch ist und vielleicht können die beiden ihr ökologisches Spektrum etwas ausweiten und daher häufiger werden (oder zumindest den Rückgang der Auwaldstandorte ausgleichen).

Beste Grüße,
Andreas.