Ein paar Unbekannte (7 Bilder, 665 KB) *PIC*

Iris, (vor 8152 Tagen)

Hallo Zusammen,
heute möchte ich Euch gerne wieder um Hilfe bei der Bestimmung einiger Pilze bitten. Der erste erinnert an einen weißen Trichterling. Allerdings ist das Sporenpulver ocker-grünlich (wie bei einem Filzkrempling den Zuehli mal zum Stammtisch mit hatte). Von daher denke ich, dass es vielleicht der Metrods Filzkrempling (Tricholoma metrodii/tricholoma) ist. Von der Beschreibung (weiß, Huthaut mit mattglanz) und dem Standort kommt es hin. Alle Pilze sind im Fichtenwald im Moos gewachsen. Aber die Lamellenfarbe würde ich nicht unbedingt als fleischfarben ansehen.
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Auch bei diesen Pilzen bin ich nicht weiter gekommen. Sie wuchsen an einem ähnlichen Standort wie der erste (allerdings ohne Moos). Die Lamellen hatten einen grauen Ton und die Sporenpulverfarbe ist weiß. Die Huthaut war leicht speckig und nach dem Regen hatten die meisten Pilze in der Hutmitte ein Loch. Der Stiel war hohl. Ich habe keine Ahnung was das sein könnte. Ich dachte erst an ein Graublatt (Tephrocybe), aber der Wuchsort war zumindest keine offensichtliche Brandstelle.
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Dieser sieht für mich wie ein Öhrling (Otidea spec.) aus. Aber welcher ? Wahrscheinlich kann man die Makroskopich nur schwer bis zur Art bestimmen.
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Dies dürfte entweder der Rötliche oder Braunrote Lacktrichterling sein (Laccaria laccata oder L. proxima). Ich würde zu dem Rötlichen Lacktrichterling (L. laccata) tendieren, da der laut Gerhardt etwas weiter entfernt stehende Lamellen haben soll als L. proxima. Aber eine sichere Unterscheidung scheint da ohne Mikroskop auch nicht möglich zu sein.
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Dann habe ich auch noch diesen gefunden.
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Ich vermute es handelt sich um den Rotbraunen Riesen-Träuschling (Stropharia rugosoannulata). Den hatte ich zwar schon einmal gefunden, damals aber mit wesentlich brauneren Tönen. Da aber der Name schon „Rotbraun“ sagt, vermute ich, dass er auch in diesem Rot vorkommen kann. Auf dem Bild kann man es leider nicht so schön sehen, aber er hatte einen schön grob gezähnten, dicken Ring.

Zum Schluss gab es dann doch noch etwas Bekanntes. Beim vorbei Fahren fiel dieser große Birkenpilz (Leccinum scabrum) auf. Gewachsen am Straßenrand unter Birken und Eichen. Sein Fleisch (bei dem kleinen) hat sich im Schnitt nicht verfärbt. Den großen habe ich gleich stehen gelassen. Ganz in der Nähe stand auch noch ein Sommer-Steinpilz (Boletus aestivalis). Mein erster für dieses Jahr.
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Und dann noch ein Paar Pfifferlinge. Bei denen würde mich interessieren, ob man sie anhand des Bildes dem Pfifferling (Cantharellus cibarius) zuordnen kann, oder ob es eher eine Varietät ist.
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Für Tipps oder Verbesserungsvorschläge bin ich sehr Dankbar und freue mich schon auf Eure Hilfe.
Viele Grüße

Iris

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Re: Ein paar Unbekannte (7 Bilder, 665 KB)

Andreas ⌂, (vor 8152 Tagen) @ Iris

Hallo Iris,

ich mach' mal den Anfang zu Deinen Pilzen, zu denen sicher auch andere eine Meinung haben. So richtig eindeutig sind die meisten ja nicht, aber wenn sie's wären, dann hättest Du ja auch keine Probleme damit, gell ;-)

Der erste erinnert an einen weißen Trichterling. Allerdings ist
das Sporenpulver ocker-grünlich (wie bei einem Filzkrempling den Zuehli
mal zum Stammtisch mit hatte). Von daher denke ich, dass es vielleicht der
Metrods Filzkrempling (Tricholoma metrodii/tricholoma) ist. Von der
Beschreibung (weiß, Huthaut mit mattglanz) und dem Standort kommt es hin.
Alle Pilze sind im Fichtenwald im Moos gewachsen. Aber die Lamellenfarbe
würde ich nicht unbedingt als fleischfarben ansehen.

Ich würde das schon als Ripartites ansehen. Die einheitliche Färbung und der glänzende Schein auf dem Hut paßt nicht schlecht, auch die Lamellenfarbe finde ich ganz o.k. Dazu noch die Sporenpulverfarbe, da gibt's wohl kaum Gegenstimmen.

Auch bei diesen Pilzen bin ich nicht weiter gekommen. Sie wuchsen an einem
ähnlichen Standort wie der erste (allerdings ohne Moos). Die Lamellen
hatten einen grauen Ton und die Sporenpulverfarbe ist weiß. Die Huthaut
war leicht speckig und nach dem Regen hatten die meisten Pilze in der
Hutmitte ein Loch. Der Stiel war hohl. Ich habe keine Ahnung was das sein
könnte. Ich dachte erst an ein Graublatt (Tephrocybe), aber der Wuchsort
war zumindest keine offensichtliche Brandstelle.

Ich würde auch zunächst an ein Graublatt denken. Die meisten Arten kommen eh nicht auf Brandstellen vor, nur die 2-3 Kohlen-Graublätter. Aber welche Art das sein könnte - keine Ahnung. Völlig ausschließen kann man auch die Trichterlinge nicht, aber der Stiel sieht schon sehr nach Lyophyllum aus.

Dieser sieht für mich wie ein Öhrling (Otidea spec.) aus.
Wahrscheinlich kann man die Makroskopich nur schwer bis zur Art bestimmen.

Beides richtig. Auch mikroskopisch findet man nicht immer überzeugende Bestimmungslösungen.

Dies dürfte entweder der Rötliche oder Braunrote Lacktrichterling sein
(Laccaria laccata oder L. proxima). Ich würde zu dem Rötlichen
Lacktrichterling (L. laccata) tendieren, da der laut Gerhardt etwas weiter
entfernt stehende Lamellen haben soll als L. proxima. Aber eine sichere
Unterscheidung scheint da ohne Mikroskop auch nicht möglich zu sein.

Ich tippe auch auf L. laccata und zwar auf die var. pallidifolia. Hies auch schon Laccaria affinis. Nicht weil ich dem Pilz das ansehen würde, sondern weil ich fast ausschließlich diese Varietät finde. Die "echte" laccata mit den breitelliptischen, nicht globosen Sporen ist mir schon lange nimmer untergekommen. Gibt's Laccaria laccata überhaupt noch oder ist der ausgestorben? *gg*
L. proxima steht im Torfmoos oder zumindest sehr nass und ist wesentlich robuster als Dein Pilz. Stiele von 10 cm Länge sind keine Seltenheit (logisch, wenn er im Torfmoos wächst ....), aber sie sind auch recht dick, so etwa 0,4-0,8 cm.

Dann habe ich auch noch diesen gefunden.
Ich vermute es handelt sich um den Rotbraunen Riesen-Träuschling (Stropharia
rugosoannulata). Den hatte ich zwar schon einmal gefunden, damals aber mit
wesentlich brauneren Tönen. Da aber der Name schon „Rotbraun“ sagt,
vermute ich, dass er auch in diesem Rot vorkommen kann. Auf dem Bild kann
man es leider nicht so schön sehen, aber er hatte einen schön grob
gezähnten, dicken Ring.

Stimmt alles.

Zum Schluss gab es dann doch noch etwas Bekanntes. Beim vorbei Fahren fiel
dieser große Birkenpilz (Leccinum scabrum) auf. Gewachsen am Straßenrand
unter Birken und Eichen. Sein Fleisch (bei dem kleinen) hat sich im
Schnitt nicht verfärbt.

Nimm nächstes Mal nach dem Durchschneiden einen halbierten Pilz und schabe mit dem Messerrücken ein paar Mal über die Schnittfläche. Nach 20 Minuten hast Du zwei verschiedene (halbe) Arten, denn die erste Pilzhälfte bleibt unverfärbt und die zweite wird schön rosalich angelaufen sein.
So kann man aus einem Fruchtkörper zwei Arten für die Fundliste machen *ggg*

Und dann noch ein Paar Pfifferlinge. Bei denen würde mich interessieren, ob
man sie anhand des Bildes dem Pfifferling (Cantharellus cibarius) zuordnen
kann, oder ob es eher eine Varietät ist.

Gefühlsmäßig würde ich auf den Laubwald-Pfifferling tippen, wegen des robusten Habitus und den stark anastomosierenden Leisten. Aber das ist nun wirklich mehr geraten von mir.

Beste Grüße,
Andreas

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Re: Ein paar Unbekannte (7 Bilder, 665 KB)

Iris, (vor 8151 Tagen) @ Andreas

Hallo Andreas,
danke für Deine Bestätigung/Anmerkungen. Ich bin ja schon froh das ich wenigstens die Gattungen einigermaßen richtig hatte :-).

Nimm nächstes Mal nach dem Durchschneiden einen halbierten Pilz und schabe
mit dem Messerrücken ein paar Mal über die Schnittfläche. Nach 20 Minuten
hast Du zwei verschiedene (halbe) Arten, denn die erste Pilzhälfte bleibt
unverfärbt und die zweite wird schön rosalich angelaufen sein.
So kann man aus einem Fruchtkörper zwei Arten für die Fundliste machen *ggg*

Och, eigentlich muß ich meine Listen nicht länger machen ;-) mir reicht bei meiner Auflistung schon meine Unbekannten. Aber dass mit dem Anschneiden habe ich trotzdem ausprobiert. Das klappt tatsächlich ! Aber deswegen bleibt es trotzdem ein Birkenpilz, oder ?

Gefühlsmäßig würde ich auf den Laubwald-Pfifferling tippen, wegen des
robusten Habitus und den stark anastomosierenden Leisten. Aber das ist nun
wirklich mehr geraten von mir.

Wenn ich es richtig gefunden habe, müßte der Laubwaldpfifferling dann Cantharellus cibarius var. pallens sein. Oder gibt es noch einen anderen Namen ?

Vielen Dank

Iris