Tote in Russland...

Aurelia, (vor 9600 Tagen)

Hi
was ich mal wieder aus den Nachrichten gefischt hab...(vom Sa):

"Elf Tote bei Pilzvergiftungen in Russland

Moskau (AP) Nach dem Genuss giftiger Pilze sind in SÏdrussland elf Menschen gest
orben und 150 weitere erkrankt. Unter den Toten und Erkrankten seien auch 18
Kinder, sagte ein Sprecher des Ministeriums fÏr KatastrophenfÌlle am Donnerstag.
Die Vergifteten hÌtten die Pilze in den ersten zwÎlf Julitagen in der Stadt Wor
onesch,
475 Kilometer sÏdlich von Moskau, gegessen. Ab sofort dÏrften auf den MÌrkten de
r Stadt und der Umgebung keine Pilze mehr verkauft werden. Im Sommer sammeln
viele Russen Pilze fÏr ihre Suppen oder zum Marinieren. Oft vergiften sich ganze
Familien damit. Manche Pilze sind auch gefÌhrlich, weil sie in einer verseuchte
n
Umgebung wachsen."

was die wohl gegessen haben...? Entweder die armen Leute haben so nen Hunger, dass sie einfach alles essen, oder es sind Kremplingreaktionen oder... letzterer Satz koennte ein Beweis dafuer sein, dass Tschernobyl essbare Pilze zu Giftpilzen macht, vgl Georgs Posting zu "Gefahren beim Pilzesammeln" (glaub ich aber natuerlich nicht ernsthaft).

Aurelia

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Re: Tote in Russland...

david.ge, (vor 9600 Tagen) @ Aurelia

was die wohl gegessen haben...? Entweder die armen Leute haben so nen Hunger,
dass sie einfach alles essen, oder es sind Kremplingreaktionen oder...
letzterer Satz koennte ein Beweis dafuer sein, dass Tschernobyl essbare
Pilze zu Giftpilzen macht, vgl Georgs Posting zu "Gefahren beim
Pilzesammeln" (glaub ich aber natuerlich nicht ernsthaft).
Aurelia

Hello Aurelia

vergiftung wegen Gegendverseuchtung in Entwickelnden Laendern ist wirklich moeglich-dort sind ja "Gruenne" zu schwach. Aber Chernobyl ist kaum schuldig. Als dieser Unfall geschah, ging Wind nach Nord-West(Beloruss,Poland), bald regnete es und dadurch wurden Flusse, die nach Sueden fliessen(ins schwarze Meer) verseucht. Voronej befindet sich genug weit nach Osten und wurde nicht beschaedigt.
Gruss
David

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mutierte gruene knollenblaetterpilze

Helmut Pitthan, (vor 9599 Tagen) @ Aurelia

hallo,

in der stuttgarter zeitung von heute (18.7.2000) steht, dass die vergiftungen nach aussagen eines russischen militaerarztes folge des verzehrs von mutierten gruenen knollenblaetterpilzen (amanita phalloides) waren.
frage : welche teile eines pilzes (koennen) mutieren ?
woran kann man als laie eine mutation erkennen ?

gruss, helmut

Hi
was ich mal wieder aus den Nachrichten gefischt hab...(vom Sa): "Elf
Tote bei Pilzvergiftungen in Russland
Moskau (AP) Nach dem Genuss giftiger Pilze sind in SÏdrussland elf Menschen
gest
orben und 150 weitere erkrankt. Unter den Toten und Erkrankten seien auch 18
Kinder, sagte ein Sprecher des Ministeriums fÏr KatastrophenfÌlle am
Donnerstag.
Die Vergifteten hÌtten die Pilze in den ersten zwÎlf Julitagen in der Stadt
Wor
onesch,
475 Kilometer sÏdlich von Moskau, gegessen. Ab sofort dÏrften auf den MÌrkten
de
r Stadt und der Umgebung keine Pilze mehr verkauft werden. Im Sommer sammeln
viele Russen Pilze fÏr ihre Suppen oder zum Marinieren. Oft vergiften sich
ganze
Familien damit. Manche Pilze sind auch gefÌhrlich, weil sie in einer
verseuchte
n
Umgebung wachsen."
was die wohl gegessen haben...? Entweder die armen Leute haben so nen Hunger,
dass sie einfach alles essen, oder es sind Kremplingreaktionen oder...
letzterer Satz koennte ein Beweis dafuer sein, dass Tschernobyl essbare
Pilze zu Giftpilzen macht, vgl Georgs Posting zu "Gefahren beim
Pilzesammeln" (glaub ich aber natuerlich nicht ernsthaft).
Aurelia

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Re: mutierte gruene knollenblaetterpilze

Bruno, (vor 9599 Tagen) @ Helmut Pitthan

hallo,
in der stuttgarter zeitung von heute (18.7.2000) steht, dass die vergiftungen
nach aussagen eines russischen militaerarztes folge des verzehrs von
mutierten gruenen knollenblaetterpilzen (amanita phalloides) waren.
frage : welche teile eines pilzes (koennen) mutieren ?
woran kann man als laie eine mutation erkennen ?
gruss, helmut

Hallo Helmut,
es soll ein mutierter Fliegenpilz sein (was ein Quatsch!), so die erste Vermutung. Mittlerweile wird angegeben, dass der grüne Knollenblätterpilz mit einer Täublingsart verwechselt wird. Ist zwar auch abenteuerlich, aber könnte eher stimmen als diese Frankenstein-Geschichte.
Bruno

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Re: Tote in Russland...

Rainer, (vor 9599 Tagen) @ Aurelia

Hallo zusammen,

hierzu die Original-Pressemitteilungen der letzten Woche aus unserem Firmenticker ;-) :

»Wegen Pilzvergiftungen 95 Tote in Russland - Medien=

Moskau, 17. Jul (Reuters) - In Russland sind nach Medienberichten in diesem Sommer 95 Menschen an Pilzvergiftungen gestorben und hunderte in Krankenhäusern eingeliefert worden. Die Nachrichtenagentur RIA meldete am Montag, allein in der vergangenen Woche habe es 32 Todesopfer gegeben. 24 davon seien in der zentralrussischen Stadt Woronesch und acht in Wolgograd ums Leben gekommen. Pilze sammeln ist in Russland ein sehr beliebter Zeitvertreib. Jedes Jahr sterben jedoch Menschen, weil sie giftige Pilze essen, die sie für harmlos halten.

Der russische Militärarzt General Gennadi Onischtschenko sagte dem Radiosender "Echo Moskau" am Montag, Grund für die Vergiftungen sei unter anderem, dass eine Art des giftigen Grünen Knollblätterpilzes sich verändert habe. Diese mutierte Variante sehe normalen Pilzen ähnlich. Viele der Opfer seien zudem ältere Menschen mit Sehschwäche. Wie Medien berichteten, erhielten Pilzhändler in Woronesch Verkaufsverbot. Dort seien auch Polizisten mit Lautsprechern in der Nähe von Wäldern im Einsatz, um die Bevölkerung vor dem Sammeln jeglicher Pilze zu warnen.

kla/bob REUTERS « 171814 Jul 00
____________
15:52 dpa bdt0505 3 vm 358 dpa 0502

Russland/Unglücke/KORR/ »(Zusammenfassung 1600) 32 Tote durch Pilze in Südrussland - «Pilz-Frontgebiet» Woronesch Von Günther Chalupa, dpa =

Moskau (dpa) - Südrussland wird gegenwärtig von Giftpilzen überschwemmt, und immer mehr Menschen fallen ihnen zum Opfer. Nachdem die Zahl der Todesopfer am Montag bereits auf 32 angestiegen war und aus immer mehr Gebieten neue Hiobsbotschaften eintrafen, nahm Russlands Vize-Gesundheitsminister Gennadi Onischtschenko dies zum Anlass für eine Warnung über den Rundfunk. Grund für die rapide steigende Zahl von Vergiftungen sei nicht etwa ein mutierter Fliegenpilz, wie ursprünglich vermutet, sondern die Verwechslung von hochgiftigen Grünen Knollenblätterpilzen mit einem essbaren Täubling.

«Ich fordere und verlange von erwachsenen Menschen nur, dass sie nicht die Pilze sammeln, die sie nicht kennen», sagte er im Radio-Sender «Echo Moskwy». Ein Pilz sei lediglich «grobes Gewebe und Moder» ohne großen Nährwert. «Die schwierige materielle Lage kann nicht das Risiko rechtfertigen, das diese Leute eingehen», warnte er alle Pilzsammler und -Verkäufer.

Am schwersten hatte die Giftpilz-Welle das Gebiet Woronesch erfasst. Dort starben in den vergangenen Tagen bereits 24 Menschen nach dem Verzehr giftiger Pilze. Von den über 200 Patienten - unter ihnen 31 Kinder - in den Krankenhäusern seien zehn auf der Intensivstation, erklärte Onischtschenko. In der Region Wolgograd starben bis Montag bereits acht Menschen an Pilzvergiftungen. Über 90 Menschen befanden sich zur Behandlung ihrer Vergiftungserscheinungen in den örtlichen Krankenhäusern. Aus Lipezk wurden am Montag 34 Patienten mit Vergiftungserscheinungen gemeldet, während erste Fälle inzwischen auch in Belgorod, Irkutsk, der Region Tula, sowie in den Republiken Karatschajewo-Tscherkessien und Tschuwaschien auftraten.

Um weiteren Vergiftungen Einhalt zu gebieten, haben die Behörden der Region Woronesch inzwischen intensive Maßnahmen ergriffen. Über die Lautsprecheranlagen auf den Straßen der Dörfer werden die Bewohner in regelmäßigen Abständen aufgefordert, keine Pilze zu sammeln. Rund um die Wälder haben die Behörden «Pilz-Patrouillen» aufgeboten, auf den Märkten wurde ein Verbot für den Verkauf von Pilzen verhängt. In den regionalen Fernsehprogrammen werden regelmäßig die neuesten «Verlustzahlen von der Pilzfront» eingeblendet. Das Ganze erinnerte Onischtschenko «an Kriegszeiten».

Ein Vertreter der Gesundheitsbehörden in Wolgograd führte die Massenvergiftungen auf die vermehrte Erscheinung «mutierter Fliegenpilze» zurück, die den Wald-Champignons sehr ähnlich sähen. Onischtschenko wies dies entschieden zurück. Schuld an der Vergiftungswelle sei vielmehr eine Verwechslung - junge Grüne Knollenblätterpilze sähen einem Täubling zum Verwechseln ähnlich. dpa ch xx si «171551 Jul 00
__________
09:09 dpa bdt0092 4 vm 127 dpa 0086

Russland/Unglücke/ »Bereits über 30 Tote durch Pilzvergiftungen in Südrussland =

Moskau (dpa) - Die Pilz-Saison hat in diesem Sommer im Süden Russlands bereits über 30 Menschenleben gefordert. Im Gebiet Woronesch starben in den vergangenen Tagen 24 Menschen nach dem Verzehr giftiger Pilze, berichtete am Montag die Agentur Interfax. Über 200 Menschen, unter ihnen 31 Kinder, wurden mit Vergiftungserscheinungen in den Krankenhäusern behandelt. Die Behörden leiteten inzwischen Sofortmaßnahmen ein, wie intensive Aufklärungs-Kampagnen in der Bevölkerung und «Pilz-Patrouillen» der Polizei in den Wäldern.

In der Region Wolgograd starben bis Montag bereits acht Menschen an Pilzvergiftungen. Über 90 Menschen befanden sich zur Behandlung ihrer Vergiftungserscheinungen in den örtlichen Krankenhäusern. Ein Vertreter der Gesundheitsbehörden führte diese Massenvergiftungen auf die vermehrte Erscheinung «mutierter Fliegenpilze» zurück. Diese sähen den einfachen Wald-Champignons sehr ähnlich. dpa ch xx fl «170908 Jul 00
______________
17:07 ap- AP-189 4 vm 106 APD2225

Russland/Pilze AM »

16 Tote bei Pilzvergiftungen in Russland - Abendmeldung

(neu: weitere Opfer) =

Moskau (AP) Nach dem Genuss giftiger Pilze sind in Südrussland 16 Bewohner gestorben und 247 weitere erkrankt. Betroffen seien auch 18 Kinder, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Katastrophenfälle am Donnerstag. Elf der Vergifteten hätten die Pilze in den ersten zwölf Julitagen in der Stadt Woronesch, 475 Kilometer südlich von Moskau, gegessen. Ab sofort dürften auf den Märkten der Stadt und der Umgebung keine Pilze mehr verkauft werden. Fünf weitere Menschen starben laut einer Meldung der Nachrichtenagentur ITAR-TASS in der südlichen Region Belgorod und der Stadt Wolgograd.

Im Sommer sammeln viele Russen Pilze für Suppen oder zum Marinieren. Oft vergiften sich ganze Familien damit. Manche Pilze sind auch gefährlich, weil sie in einer verseuchten Umgebung wachsen.

Ende

AP/311,rd-pr/mp
_____
13:22 ap- AP-112 4 vm 90 APD2148

Russland/Pilze »

Elf Tote bei Pilzvergiftungen in Russland =

Moskau (AP) Nach dem Genuss giftiger Pilze sind in Südrussland elf Menschen gestorben und 150 weitere erkrankt. Unter den Toten und Erkrankten seien auch 18 Kinder, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Katastrophenfälle am Donnerstag. Die Vergifteten hätten die Pilze in den ersten zwölf Julitagen in der Stadt Woronesch, 475 Kilometer südlich von Moskau, gegessen. Ab sofort dürften auf den Märkten der Stadt und der Umgebung keine Pilze mehr verkauft werden. Im Sommer sammeln viele Russen Pilze für ihre Suppen oder zum Marinieren. Oft vergiften sich ganze Familien damit. Manche Pilze sind auch gefährlich, weil sie in einer verseuchten Umgebung wachsen.

Ende

AP/144/pr/gü

«131321 jul 00

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Re: Tote in Russland...

Oli, (vor 9599 Tagen) @ Rainer

Moskwy». Ein Pilz sei lediglich «grobes Gewebe und Moder» ohne großen
Nährwert.

Hab gar nicht gewußt, wie gut Moder eigentlich schmecken kann. Wieder was dazugelernt. Und für die schlanke Lienie sind sie also auch noch geeignet. Aha Aha. Sehr Interessant.

Gruß Oli.

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Re: mutierte gruene knollenblaetterpilze

Birgit, (vor 9599 Tagen) @ Helmut Pitthan

Hallo Helmut,

frage : welche teile eines pilzes (koennen) mutieren ?

Prinzipiell können alle Teile eines Pilzes mutieren, Mutation erfolgt dauernd und ständig allerdings meist in eher kleinen Schritten. Wenn das Ergebnis der Mutation der Umwelt nicht besser angepaßt ist als das Original, wird es sich allerdings gegen die Konkurrenz nicht durchsetzen und wieder aussterben. Mutation ist prinzipiell nix schlechtes ohne sie wären wir alle nicht hier. Es gab mal den Fall eines Schmetterlings in ENgland, glaub ich, der sich an weiße Birkenstämme mit seinen Flügeln angepaßt hatte, damit er getarnt auf den Stämmen sitzen konnte. Als durch Industrieabgase die Birkenstämme geschwärzt wurden, hat sich relativ schnell eine mutierte Schmetterlingsform mit dunkleren Flügeln gebildet.

Mutationen können natürlich sehr viel schneller vonstatten gehen, wenn stark erhöhte Radioaktivität vorhanden ist. Da in der Tschernobylgegend wohl immer noch reichlich Radioaktivität vorhhanden ist, wäre es dort doch eigentlich möglich, daß mutierte Tiere, Pflanzen, Pilze auftauchen.

woran kann man als laie eine mutation erkennen ?

eine funktionelle Mutation wohl gar nicht, ansonsten evtl. an Mißbildungen und Abweichungen der äußeren Gestalt. Wachstumsbedingungen können da wohl aber auch ne ROlle spielen, sicheren Aufschluß gibt da wohl nur eine genetische Untersuchung. Diese kann allerdings auch keine letzte Sicherheit geben, da man zum Erkennen geringfügiger Mutationen ja die gesamte Erbsubstanz des Originals kennen müßte.

Die Gefahr über einen mutierten Fliegenpilz oder Knollenblätterpilz in "Wolf im Schafspelz-Gestalt" zu stolpern ist aber extrem gering. Die Mutationen, die Mißbildungen verursachen sind sehr viel zahlreicher als die funktionellen Mutationen, da der Mutationsprozeß dem Gesetz des Zufalls unterliegt und nicht zielgerichtet ist.

Gruß

Birgit

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Re: mutierte gruene knollenblaetterpilze

MUFTI, (vor 9599 Tagen) @ Birgit

Wenn das Ergebnis
der Mutation der Umwelt nicht besser angepaßt ist als das Original, wird
es sich allerdings gegen die Konkurrenz nicht durchsetzen und wieder
aussterben.

Genausogut reicht wahrscheinlich auch. Ansonsten duerfte es nicht Menschen
mit blauen Augen und welche mit braunen Augen geben 8-)

Da in der Tschernobylgegend wohl
immer noch reichlich Radioaktivität vorhhanden ist, wäre es dort doch
eigentlich möglich, daß mutierte Tiere, Pflanzen, Pilze auftauchen.
eine funktionelle Mutation wohl gar nicht, ansonsten evtl. an Mißbildungen
und Abweichungen der äußeren Gestalt.

In der Naehe von Tschernobyl gibt es jede Menge von Mutationen.
Berichte schreiben, dass sich dort die Waldreben so veraendert hat, dass sie
riesige Blaetter ausbildet. Ausserdem scheinen dort weiss gefaerbte Amseln
in groesserer Zahl auftauchen....

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Re: mutierte gruene knollenblaetterpilze

Thomas Pruß, (vor 9599 Tagen) @ Birgit

Hallo Helmut,
Prinzipiell können alle Teile eines Pilzes mutieren, Mutation erfolgt dauernd
und ständig allerdings meist in eher kleinen Schritten. Wenn das Ergebnis
der Mutation der Umwelt nicht besser angepaßt ist als das Original, wird
es sich allerdings gegen die Konkurrenz nicht durchsetzen und wieder
aussterben. Mutation ist prinzipiell nix schlechtes ohne sie wären wir
alle nicht hier. Es gab mal den Fall eines Schmetterlings

der Birkenspinner (Endromis versicolora)

in ENgland,

glaub ich, der sich an weiße Birkenstämme mit seinen Flügeln angepaßt
hatte, damit er getarnt auf den Stämmen sitzen konnte. Als durch
Industrieabgase die Birkenstämme geschwärzt wurden, hat sich relativ
schnell eine mutierte Schmetterlingsform mit dunkleren Flügeln gebildet.
Mutationen können natürlich sehr viel schneller vonstatten gehen, wenn stark
erhöhte Radioaktivität vorhanden ist. Da in der Tschernobylgegend wohl
immer noch reichlich Radioaktivität vorhhanden ist, wäre es dort doch
eigentlich möglich, daß mutierte Tiere, Pflanzen, Pilze auftauchen.
eine funktionelle Mutation wohl gar nicht, ansonsten evtl. an Mißbildungen
und Abweichungen der äußeren Gestalt. Wachstumsbedingungen können da wohl
aber auch ne ROlle spielen, sicheren Aufschluß gibt da wohl nur eine
genetische Untersuchung. Diese kann allerdings auch keine letzte
Sicherheit geben, da man zum Erkennen geringfügiger Mutationen ja die
gesamte Erbsubstanz des Originals kennen müßte.
Die Gefahr über einen mutierten Fliegenpilz oder Knollenblätterpilz in
"Wolf im Schafspelz-Gestalt" zu stolpern ist aber extrem gering.
Die Mutationen, die Mißbildungen verursachen sind sehr viel zahlreicher
als die funktionellen Mutationen, da der Mutationsprozeß dem Gesetz des
Zufalls unterliegt und nicht zielgerichtet ist.
Gruß
Birgit

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spanner

Till, (vor 9599 Tagen) @ Thomas Pruß

der Birkenspinner (Endromis versicolora)

Nö, der Birkenspanner (Biston betularia). Kommt auch in Deutschland in seiner melanistischen Form vor, hier bei Hamburg z.B sind beide Formen nicht selten, dazwischen gibts auch alle moeglichen Übergänge.

Der Birkenspinner ist braun.

Mit besserwisserischen Grüßen :P

Till

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Man lernt nie aus

Thomas Pruß, (vor 9598 Tagen) @ Till

gegen einen Insektenforscher komme ich nicht an :-(
Grüsslis
Thomas

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Re: Tote in Russland...durch Marktpilze *oT*

hansuwe, (vor 9598 Tagen) @ Aurelia

- kein Text -

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Re: Tote in Russland...

Peter Reil, (vor 9596 Tagen) @ david.ge

Diese "Mutations-Geschichte" von irgendwie getarnten Knollenblätterpilzen in Russland, geisterte auch schon vor ein paar Jahren durch die Presse. In der Pilzberatung wurden wir damals ständig darauf angesprochen. Diese Pilze könnten ja auch bei uns vorkommen. Besonders nervend waren die selbsternannten besserwissenden Atomgegner, die bei jeder Wiederholung der Geschichten diese mit dazugedichteten Wahrheiten noch etwas aufpeppten. Angst und Radioaktivität geben eine gute Mischung. Solche "Horrorszenarien" sorgen für anhaltende Leserzahlen in der Saure-Gurken-Zeit.

Würde man schreiben, dass ein paar Pilzsammler ihre Fähigkeiten überschätzt haben und den Giftpilz z.B. ganz banal mit Champignons verwechselt haben, wer würde sich schon dafür interessieren?

PS: Es gab und gibt bisher keinen tatsächlichen Beleg für diese Geschichten! Und wer glaubt schon, was in der Zeitung steht?!

Peter

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Re: Tote in Russland...

felix, (vor 9596 Tagen) @ Peter Reil

Diese "Mutations-Geschichte" von irgendwie getarnten
Knollenblätterpilzen in Russland, geisterte auch schon vor ein paar Jahren
durch die Presse. In der Pilzberatung wurden wir damals ständig darauf
angesprochen. Diese Pilze könnten ja auch bei uns vorkommen. Besonders
nervend waren die selbsternannten besserwissenden Atomgegner, die bei
jeder Wiederholung der Geschichten diese mit dazugedichteten Wahrheiten
noch etwas aufpeppten. Angst und Radioaktivität geben eine gute Mischung.
Solche "Horrorszenarien" sorgen für anhaltende Leserzahlen in
der Saure-Gurken-Zeit.
Würde man schreiben, dass ein paar Pilzsammler ihre Fähigkeiten überschätzt
haben und den Giftpilz z.B. ganz banal mit Champignons verwechselt haben,
wer würde sich schon dafür interessieren?
PS: Es gab und gibt bisher keinen tatsächlichen Beleg für diese Geschichten!
Und wer glaubt schon, was in der Zeitung steht?!
Peter

ich glaube nicht, dass es atomgegner gibt, die von irgendjemand anderem ernannt wurden als von sich selbst. außerdem halte ich atomgegner nicht für besserwissend sondern für zivilcouragiert.

felix

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Re: mutierte gruene knollenblaetterpilze

Andreas Gminder, (vor 9596 Tagen) @ Bruno

Hallo Helmut,
es soll ein mutierter Fliegenpilz sein (was ein Quatsch!), so die erste
Vermutung. Mittlerweile wird angegeben, dass der grüne Knollenblätterpilz
mit einer Täublingsart verwechselt wird. Ist zwar auch abenteuerlich, aber
könnte eher stimmen als diese Frankenstein-Geschichte.
Bruno

Hallo,
die Verwechslung von Grünen Knollis mit grünen Täublingen ist überhaupt nicht abenteuerlich, sondern sehr gut möglich !! In den dortigen Wäldern gibt es massenhaft Russula aeruginea die ähnlich gefärbt ist wie Amanita phalloides. Bei uns in einem Eichenhain bei Stuttgart war es immer frappierend anzusehen wie schwer die paar Grünen Knollis zwischen den vielen Russula heterophylla zu erkennen waren (von oben betrachtet natürlich nur). Und schließlich hatte ich jetzt die Gelegenheit in Schlesien Massenvorkommen von Russula parazurea zu sehen. Die sind alle ziemlich dunkel(olivlich-)grün mit bräunlich entfärbender Hutmitte gewesen. Nicht unähnlich mit dunkler gefärbten Exemplaren von A. phalloides!! Und wenn man im Sammelrausch diese -zig hunderte (ungelogen!) von Pilzen sammeln will, dann kann einem ganz leicht der eine oder andere unerkannte Knolli drunterrutschen.
Ich halte das für die wahrscheinlichste Verwechslungsmöglichkeit, abgesehen vielleicht noch vom Grünling. Jedenfalls viel eher zu verwechseln als Knolli und Champignons!

Und was die mutierten Fliegenpilze anbetrifft: Ob die dort alle den Königsfliegenpilz wirklich kennen, der ja wesentlich giftiger als der normale Fliegenpilz sein soll? Und wiederum in Schlesien hatte ich mehrere Fundstellen, an denen Pantherpilz und Perlpilz in größeren Mengen durcheinanderwuchsen. Ob man nicht vielleicht eine dieser Amanita-Arten als "mutierten Fliegenpilz" angesehen hat.

Hut ab vor dem Gesundheitsminister der kein Blatt vor den Mund genommen hat und sagt wie's tatsächlich ist: Verwechslung von essbaren mit giftigen Pilzen aufgrund mangelnder Kenntnisse (und mangelnder Marktkontrollen, Karin Montags "Tödliche Pilze" läßt grüssen ....). Könnte jederzeit auch bei uns passieren!

Andreas

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Re: mutierte gruene knollenblaetterpilze

felix, (vor 9596 Tagen) @ Andreas Gminder

Hallo,
die Verwechslung von Grünen Knollis mit grünen Täublingen ist überhaupt nicht
abenteuerlich, sondern sehr gut möglich !! In den dortigen Wäldern gibt es
massenhaft Russula aeruginea die ähnlich gefärbt ist wie Amanita
phalloides. Bei uns in einem Eichenhain bei Stuttgart war es immer
frappierend anzusehen wie schwer die paar Grünen Knollis zwischen den
vielen Russula heterophylla zu erkennen waren (von oben betrachtet
natürlich nur). Und schließlich hatte ich jetzt die Gelegenheit in
Schlesien Massenvorkommen von Russula parazurea zu sehen. Die sind alle
ziemlich dunkel(olivlich-)grün mit bräunlich entfärbender Hutmitte
gewesen. Nicht unähnlich mit dunkler gefärbten Exemplaren von A.
phalloides!! Und wenn man im Sammelrausch diese -zig hunderte (ungelogen!)
von Pilzen sammeln will, dann kann einem ganz leicht der eine oder andere
unerkannte Knolli drunterrutschen.
Ich halte das für die wahrscheinlichste Verwechslungsmöglichkeit, abgesehen
vielleicht noch vom Grünling. Jedenfalls viel eher zu verwechseln als
Knolli und Champignons!
Und was die mutierten Fliegenpilze anbetrifft: Ob die dort alle den
Königsfliegenpilz wirklich kennen, der ja wesentlich giftiger als der
normale Fliegenpilz sein soll? Und wiederum in Schlesien hatte ich mehrere
Fundstellen, an denen Pantherpilz und Perlpilz in größeren Mengen
durcheinanderwuchsen. Ob man nicht vielleicht eine dieser Amanita-Arten
als "mutierten Fliegenpilz" angesehen hat.

wie die statistiken der vergiftungszentralen in mitteleuropa zeigen, wird der knolli tatsächlich am meisten mit dem grünen täubling und dem grünling verwechselt!!

felix

Hut ab vor dem Gesundheitsminister der kein Blatt vor den Mund genommen hat
und sagt wie's tatsächlich ist: Verwechslung von essbaren mit giftigen
Pilzen aufgrund mangelnder Kenntnisse (und mangelnder Marktkontrollen,
Karin Montags "Tödliche Pilze" läßt grüssen ....). Könnte
jederzeit auch bei uns passieren!
Andreas

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Re: Tote in Russland...

Aurelia, (vor 9596 Tagen) @ Peter Reil

jeder Wiederholung der Geschichten diese mit dazugedichteten Wahrheiten
noch etwas aufpeppten. Angst und Radioaktivität geben eine gute Mischung.
Solche "Horrorszenarien" sorgen für anhaltende Leserzahlen in
der Saure-Gurken-Zeit.
Würde man schreiben, dass ein paar Pilzsammler ihre Fähigkeiten überschätzt
haben und den Giftpilz z.B. ganz banal mit Champignons verwechselt haben,
wer würde sich schon dafür interessieren?
PS: Es gab und gibt bisher keinen tatsächlichen Beleg für diese Geschichten!
Und wer glaubt schon, was in der Zeitung steht?!

...SaureGurkenzeit, Leserzahlen durch Horrorszenarien oder Ominoeses, daran hab ich auch schon gedacht: irgendwie hat mich die Geschichte mit Pilzvergiftungen in Russland, die jedes Jahr auftaucht, an die "Eis-Block"-Stories erinnert (vgl Wetterforum, war dort schon Thema). Die kommen auch immer wieder auf (Eisbloecke in Spanien, mitten im Sommer, unter blauem Himmel... ). Das sind Geschichten, die irgendwie zum Nachmachen/Weitererzaehlen anreizen und worauf dann die Medien offenbar gerne reagieren. Wahrscheinlich war da ein Fall, und das wird dann ganz gross aufgebauscht.

Gruss Aurelia

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Re: spanner

Jogibaer, (vor 9585 Tagen) @ Till

War ein versehen