Fazit für mich und weitere Fragen

Birgit, (vor 8114 Tagen) @ Jürgen

Hallo Ihr alle,

vorab erst einmal danke an Andreas, Jürgen und Rudi. Vielen Dank an Andreas für den aufschlußreichen Schlüssel.

Bons Schnittbild von Boletus rhodopurpureus (auch die weinrote Stielbasis)
ist sehr typisch für die Art; allerdings - und hier ist die Kritik
berechtigt, müsste der Aspekt der Huthaut, entsprechend der Beschreibung,
mehr in Richtung lila-rosa oder orange-gelb gehen, der Stiel oben mit
kräftigerer gelber Grundfarbe versehen sein.
Was man in der Tat kritisieren kann, ist die irreführende deutsche Benennung
(dafür kann aber Bon nichts). Es gibt bei rhodopurpureus zwar gelegentlich
auch purpurfarbene Formen, aber grosso modo passt "Weinroter
Röhrling" besser zu Boletus rubrosanguineus (dem Falschen Satanspilz
aus dem Bergnadelwald).
Boletus legaliae (der Falsche Satanspilz aus dem Laubwald der Tieflagen) ist
m. E. bei Bon in der Kürze auch recht treffend charakterisiert, allerdings
fehlt der ausdrückliche Hinweis auf die Entwicklung der Hutfarbe von jung
hell mausgrau nach altrosa. Den Zichorie- bzw. Maggigeruch, der sich sehr
gut als Trennungsmerkmal zum "Stinker" Satanspilz eignet, zeigen
auch schon jüngere Exemplare sehr markant.

Würdest du also sagen, daß junge B. satanas, die nach Maggi riechen, immer Boletus legaliae sind? Dann war zumindestens ein Selbstversuch mit dem Essen von Satansröhrlingen über den hier im Forum mal berichtet wurde (von Boris) vermutlich ein Versuch mit Boletus legaliae, denn der junge Pilz roch nach Maggi. Auch ANdreas hat ja schon von jemanden erzählt, der B. satanas sogar an seine Bekannten verfüttert und auch von einem weiteren Esstest wurde hier berichtet. Vielleicht handelte es sich da gar nicht immer um B. satanas, wobei da als Verwechslungspartner wohl auch nach andere Purpurröhrlinge in Frage kämen. Die Frage geht jetzt nicht dahin, ob man die dann doch nicht essen kann, sondern eher in die Richtung, was die von manchen vertretene angebliche Essbarkeit von B. satnas angeht. Nachdem ich jetzt ein bißchen verunsichert bin, wärs nett, wenn Jürgen und Andreas nochmal nen Blick auf die unteren Bilder schmeißt und vielleicht doch nochmal sagt ob das wirklich Boletus satanas ist? Ja das ist ein bißchen komisch jetzt noch mal nach Bestätigung zu fragen, aber ich wäre Euch wirklich dankbar.

Zur Unterscheidung von B. legaliae und B. rubrosanguineus (früher: Boletus
splendidus ssp. splendidus und ssp. moseri) wäre noch zu sagen, dass
letztere Art insgesamt bei Reife intensiver weinrot wird (v. a. an Hut und
Stiel). Zudem scheinen beide in den Standortansprüchen ähnlich stark zu
divergieren wie z. B. das Artenpaar Boletus radicans und calopus - allein
schon von der extremen ökolog. Amplitude her ist doch eher
unwahrscheinlich, dass es sich bei legaliae und rubrosanguineus um ein und
dieselbe Sippe handelt.

also Boletus legaliae eher calciphil unter Laubbäumen und Boletus rubrosanguineus bodensauer unter Fichten? Dann hätten wir hier im Ammerseegebiett wos doch einige Boletus rubrosanguineus Fundstellen unter Buche/Eiche auf kalkreichem Boden geben soll (hab leider in Natura noch keinen gesehen), wahrscheinlich Boletus legaliae??? Und wenn da noch ne Fichte rumsteht, dann muß man nachdenken.... ;-) Und hat jetzt Boletus legaliae wirklich einen glatten Hut ohne schorfige Stellen?

Für mich stellt sich die Trennung bei folgenden Arten schwierig dar: Boletus satanas, Boletus legaliae, Boletus rubrosanguineus, vor allen Dingen, wenn sie noch jung sind. Da gehts vermutlich nicht nur mir so und so ganz überzeugt bin ich von den bisher aufgeführten Trennmerkmalen nicht, wenn die Pilze wie die von elfi noch im Jugendzustand sind. Naja wahrscheinlich werden die mir auch nicht so schnell über den Weg laufen ;-).

Also danke nochmal

Birgit

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