pluteus curtisii (evlt. patricius)

haste, (vor 9594 Tagen)

Liebe Leute,

habe heute (nebst einem Steinpilz, Parasolen etc) auf einem Strunk einen grossen weissen-crèmefarbenen Pilz mit braunen Schuppen gefunden, Sporen rosa. Optisch hat er auf den ersten Blick viel vom Parasol oder vom Riesenegerling.

Nach längerem Wälzen diverser Bücher komme ich - den Fussnoten nach - auf Pluteus curtisii bzw. patricius. Einmal war er im Bild: bei Cetto. Sah aber nur bedingt so aus. Weiss jemand mehr? Oder ob im Internet ein Bild von dem zu finden wäre?

Vielleicht ist das ein etwas gar exklusiver Wunsch. Aber wer weiss?!

Für allfällige Rückmeldungen vielen Dank im voraus.

Tschüss!

haste

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Re: pluteus curtisii (evlt. patricius)

Andreas Gminder, (vor 9593 Tagen) @ haste

Liebe Leute,
habe heute (nebst einem Steinpilz, Parasolen etc) auf einem Strunk einen
grossen weissen-crèmefarbenen Pilz mit braunen Schuppen gefunden, Sporen
rosa. Optisch hat er auf den ersten Blick viel vom Parasol oder vom
Riesenegerling.
Nach längerem Wälzen diverser Bücher komme ich - den Fussnoten nach - auf
Pluteus curtisii bzw. patricius. Einmal war er im Bild: bei Cetto. Sah
aber nur bedingt so aus. Weiss jemand mehr? Oder ob im Internet ein Bild
von dem zu finden wäre?
Vielleicht ist das ein etwas gar exklusiver Wunsch. Aber wer weiss?!
Für allfällige Rückmeldungen vielen Dank im voraus.
Tschüss!
haste

Hallöle,

kenne besagten Dachpilz nicht aus eigener Anschauung, aber ich kann die vielleicht mit ein paar weiteren Abbildungshinweisen dienen. Allerdings sind nach heute gängiger Auffassung einerseits P. curtisii und P. patricius Synonyme, andere Autoren fassen sie gar noch weiter und beziehen P. petasatus ebenfalls mit ein. Die ganze Nomenklatur ist sehr verworren in dieser Gruppe und ich kann nur Zitate zur Gesamtsippe geben:
Breitenbach-Kränzlin Bd. 4 Nr. 115
Bon-Lohmeyer (Pareys Buch der Pilze) S. 197
Cetto 1871 ist fraglich, 1872 ist besser
Dähncke S. 445
Gerhardt Bd.1 Nr. 151
Hennig-Kreisel Bd. 3 Nr. 39
Moser-Jülich 3 Pluteus 2
Lange Tf. 70C
Boudier 87
Bolets de Catalunya Nr. 388

Viel Spass mit den Dachpilzen, mich haben sie meist sehr frustriert :-(

Grüße,
Andreas

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Re: pluteus curtisii (evlt. patricius)

Georg, (vor 9593 Tagen) @ haste

Liebe Leute,
habe heute (nebst einem Steinpilz, Parasolen etc) auf einem Strunk einen
grossen weissen-crèmefarbenen Pilz mit braunen Schuppen gefunden, Sporen
rosa. Optisch hat er auf den ersten Blick viel vom Parasol oder vom
Riesenegerling.
Nach längerem Wälzen diverser Bücher komme ich - den Fussnoten nach - auf
Pluteus curtisii bzw. patricius. Einmal war er im Bild: bei Cetto. Sah
aber nur bedingt so aus. Weiss jemand mehr? Oder ob im Internet ein Bild
von dem zu finden wäre?
Vielleicht ist das ein etwas gar exklusiver Wunsch. Aber wer weiss?!
Für allfällige Rückmeldungen vielen Dank im voraus.
Tschüss!
haste

Deine Beschreibung passt auf Pluteus petasatus. Ich hab den vor etlichen
Jahren mal auf einem Sägemehlhaufen vor unserer Scheune gefunden. Riecht
irgendwie seltsam süsslich... Hast Du dran gerochen? Er kann sehr gross
werden (meiner war so ca. 15cm im Durchmesser).

Georg

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Re: pluteus curtisii (evlt. patricius)

haste, (vor 9592 Tagen) @ Georg

Deine Beschreibung passt auf Pluteus petasatus. Ich hab den vor etlichen
Jahren mal auf einem Sägemehlhaufen vor unserer Scheune gefunden. Riecht
irgendwie seltsam süsslich... Hast Du dran gerochen? Er kann sehr gross
werden (meiner war so ca. 15cm im Durchmesser).
Georg

Liebe Leute,

mit grosser Freude und Staunen habe ich das nun schon doppelte Echo auf meine, wie ich fürchtete, doch sehr/zu spezielle Frage gelesen. (Es war mein erster Versuch, nachdem ich diese Internet-Pilzecke eben erst entdeckte.)

Dank auch an Andreas Gmünder, der so viele Bücher gewälzt hat. Breitenbach und Dähncke waren auch meine erste Spur. Aber Hutfarbe und -struktur beim Seidigen Dachpilz passten gar nicht auf unseren Fund. Wir hatten drei Stück mitgenommen, sie sahen von oben wirklich wie kleine Parasol-Hüte aus. Cetto 1871/1872 habe ich nicht. Das müsste wohl ein fünfter Band sein; ich habe nur vier.

Das mit dem Geruch war wirklich auffällig. Wir schnüffelten zu Viert. In den Büchern war von verwelkten Holunderblüten war die Rede ... Könnte schon sein. Gestern brachte ich den Pilz zur lokalen Pilzkontrolle. Der Mann dort meinte zuerst ohne Zögern, das sei doch ein Riesenchampignon. Bei einer Routine-Korbkontrolle wäre er wohl glatt so durchgegangen. Erst als ich auf die fehlende Manschette hinwies, wurde er stutzig. Dann war er ganz begeistert. Habe er noch nie gesehen. Er will ihn nun noch irgendwelchen Spezialisten zeigen. Wenn ich was höre, hänge ich die Meldung später hier rein.

Dies für den Moment. Und nochmals vielen Dank!

haste

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Re: pluteus curtisii (evlt. patricius)

Wolfgang F, (vor 9592 Tagen) @ haste

habe heute (nebst einem Steinpilz, Parasolen etc) auf einem Strunk einen
grossen weissen-crèmefarbenen Pilz mit braunen Schuppen gefunden, Sporen
rosa. Optisch hat er auf den ersten Blick viel vom Parasol oder vom
Riesenegerling.
Nach längerem Wälzen diverser Bücher komme ich - den Fussnoten nach - auf
Pluteus curtisii bzw. patricius. Einmal war er im Bild: bei Cetto. Sah
aber nur bedingt so aus. Weiss jemand mehr? Oder ob im Internet ein Bild
von dem zu finden wäre?

Hallo Haste,

ich glaube die Gattung Pluteus noch nicht so recht. Alle (?) Pluteus-Arten haben glatte Huthaut (Kutis oder Hymeniderm, also längsfaserige liegende Hyphen oder aufrechte, kugelige Zellen), nie Schuppen. Soweit ich mich erinnere, ist das Teil der Gattungsdefinition. Der obstige Geruch könnte für Volvariella sprechen, die müßte aber eine Art Scheide an der Stielbasis haben (fällt leicht ab, kann also fehlen). Wenn die Sporenfarbe rosa stimmt (hast Du nur die Lamellenfarbe angegeben oder einen Abdruck gemacht?), bleibt sonst nicht viel. Waren die Lamellen ganz frei? Waren die Schuppen abstehend oder eingewachsen?

Wolfgang F.

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Re: pluteus curtisii (evlt. patricius)

haste, (vor 9591 Tagen) @ Wolfgang F

Lieber Wolfgang - noch einer, der sich um meinen Pluteus kümmert! Ich komme aus dem Staunen nicht heraus!
Ich habe das schönste Exemplar also nochmals aus dem Kühlschrank geholt. Ist übrigens noch erstaunlich gut erhalten. (Wäre da nicht eine Restunsicherheit, ich würde mir den Kerl heute Abend vielleicht sogar braten. Gefährliches sollte es ja nicht haben. Dass es keine Delikatesse wäre, nehme ich an, zumal mich der Geruch nun doch immer mehr auch an den Dachpilz erinnert, den ich gelegentlich ass und der dann wie gebratener Rettich schmeckte. Beziehungsweise eben nicht besonders schmeckte.) Doch nun zu den Fragen. Was ich da vielleicht fälschlich als Schuppen bezeichnet habe, ist klar eingewachsen. Irgendwie dachziegelartig, aber fest. Falls Du die Pilze der Schweiz von Breitenbach hast: auch Pluteus thomsonii (126) ist ein bisschen in der Richtung. Nur ist der ja viel kleiner, und auch dunkler. Lamellenfarbe: Jetzt ziemlich so, wie ich es bei "normalen" Dachpilzen in Erinnerung habe. Anfangs war es nur ein rosa Schimmer. Auf dem weissen Teller, auf dem ich ein kleineres Exemplar absporen liess, ging es je nach Dichte (?) von altrosa bis rostrot. Scheide: keine. Kann mir auch kaum vorstellen, dass die bei allen Exemplaren - total etwa sieben - weg waren oder dass sie mir nicht aufgefallen wären. Inzwischen haben sich kleine schwarze Viecher der am Strunk belassenen bemächtigt. (Ich ging nochmals hin, weil ich herausfinden wollte, was für ein Baum es mal war. Fand es aber nicht heraus.) Inzwischen sind da auch Glimmertintlinge (?) in Scharen dran.
So bleibe ich bei der Annahme, es sei ein Pluteus und im Sinne der ersten Rückmeldung von Andreas Gminder die Sippschaft curtisii-patricius-petasatus ziemlich vielgestaltig und verworren. Frustrierend fand ich meine halt etwas laienhafte Exkursion "in die Dachpilze" dank Eurer internetten Unterstützung übrigens keineswegs, sondern im Gegenteil höchst spannend.
So. Nun aber Schluss. Habe noch frische Scheidenstreiflinge zum Braten sowie einige Steinpilze zu trocknen.
Gruss allerseits! haste

Hallo Haste,
ich glaube die Gattung Pluteus noch nicht so recht. Alle (?) Pluteus-Arten
haben glatte Huthaut (Kutis oder Hymeniderm, also längsfaserige liegende
Hyphen oder aufrechte, kugelige Zellen), nie Schuppen. Soweit ich mich
erinnere, ist das Teil der Gattungsdefinition. Der obstige Geruch könnte
für Volvariella sprechen, die müßte aber eine Art Scheide an der
Stielbasis haben (fällt leicht ab, kann also fehlen). Wenn die Sporenfarbe
rosa stimmt (hast Du nur die Lamellenfarbe angegeben oder einen Abdruck
gemacht?), bleibt sonst nicht viel. Waren die Lamellen ganz frei? Waren
die Schuppen abstehend oder eingewachsen?
Wolfgang F.