Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

Konrad, (vor 8064 Tagen)

Es würde mich interessieren mal zu erfahren, wie Leute, die sich mit Pilzen richtig gut auskennen - und derer gibt es ja einige hier -, gelernt haben, Pilze zu erkennen. Nachdem ich viele Jahre lang nur die narrensicheren Arten gesammelt habe (Röhrlinge, Tintlinge, Schirmpilze, Champignons), versuche ich seit diesem Jahr, mein Spektrum zu erweitern. Aber ich merke, dass auch ein gutes Pilzbestimmungsbuch dabei für mich keine allzu gewaltige Hilfe ist, weil es darin meistens nur ein, zwei Bilder von jeder Art gibt. Pilze erkennen ist, so scheint mir, eine Form von Mustererkennung, die man am besten lernt, wenn man viele Exemplare mit der jeweiligen Benennung gezeigt bekommt. Will sagen: Am besten hat man jemanden, der's einem beibringt.
Seht Ihr das auch so?

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

Werner, (vor 8064 Tagen) @ Konrad

Es würde mich interessieren mal zu erfahren, wie Leute, die sich mit Pilzen
richtig gut auskennen - und derer gibt es ja einige hier -, gelernt haben,
Pilze zu erkennen. Nachdem ich viele Jahre lang nur die narrensicheren
Arten gesammelt habe (Röhrlinge, Tintlinge, Schirmpilze, Champignons),
versuche ich seit diesem Jahr, mein Spektrum zu erweitern. Aber ich merke,
dass auch ein gutes Pilzbestimmungsbuch dabei für mich keine allzu
gewaltige Hilfe ist, weil es darin meistens nur ein, zwei Bilder von jeder
Art gibt. Pilze erkennen ist, so scheint mir, eine Form von
Mustererkennung, die man am besten lernt, wenn man viele Exemplare mit der
jeweiligen Benennung gezeigt bekommt. Will sagen: Am besten hat man
jemanden, der's einem beibringt.
Seht Ihr das auch so?

Klar ist das so. Angefangen habe ich mit meiner Oma. Dann mit ein paar Büchern. Und richtig gelernt habe ich in Hornberg. Das ist eigentlich das Beste, was "man sich antun" kann. Da steigt die Lernkurve gewaltig steil nach oben und vor allem das Grundlagenwissen. Allerdings ist der erste Kurs manchmal etwas frustrierend, weil man nur einen Bruchteil der Info "im Hirnkastl abspeichern" kann. Aber es bleibt trotzdem immer viel hängen.

Gruß,

Werner - und ich bin noch keiner, der sich "richtig gut auskennt", kann aber jetzt immerhin 95% der gefundenen Pilze in die richtige Gattung auf Anhieb einordnen - was vor 4 Jahren bei bestenfalls 20% der Fall war.

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

zuehli ⌂, (vor 8064 Tagen) @ Konrad

Hallo Konrad,

Um die Pilze kennenzulernen muß man jahrelange Erfahrung sammeln. Dazu ist es einmal unerläßlich div. Pilzbücher zu haben (Die Weisheit, die mir mein Lehrmeister mit auf den Weg gegeben hat: Pilzbücher kann man nie genug haben - bei mir stehen mittlerweile an die hundert im Regal), und auch damit zu arbeiten. D.h. sich Pilze selber erarbeiten und bestimmen. Weiter ist es dabei unerläßlich, sich Bestätigung und Rat von Dritten zu holen.
Ganz klar sind auch Kurse ganz nützlich, entweder Volkshochschule, oder eine der "Pilzschulen" (z.B. Hornberg).
Dann hilft nur noch die Beschäftigung mit der Materie...
(Aber Vorsicht: Kann zur Sucht werden!)
Gruß Harald

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

Lexi2,5, (vor 8064 Tagen) @ Konrad

Also ich hab erst vor drei Jahren die Pilze kennengelernt - ebenfalls nur die Sicheren. Hier im Forum gibt es unglaublich nette und hilfsbereite Leute, die Dir zu fast jeder Zeit Bestimmungshilfe geben. Ich habe bereits mit einigen Kontakt ausserhalb des Forums. Ausserdem gibt es in größeren Städten (sogar in Städten wie Bielefeld, daher komme ich ursprünglich) auch Vereine, in denen Du Hilfe bekommst und auch Kontakte knüpfen kannst.

Viel Spaß beim Lernen! Es ist eine wunderschöne Wissenschaft!
Gruss,
Lexi

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

Matthias, (vor 8064 Tagen) @ Konrad

Hallo Konrad,
ich bin durch meine Vater vor gut 30 Jahren zu den Pilzen gekommen, damals gab es etwa 15 Arten die wir kannten. Durch recht viel Literatur kam ich dann selbst weiter ( habe mittlerweile ca 90. Pilzbücher und ca. 20 Pilzzeizschriften).
Die verschiedenen Pilzforen im Internet tragen auch ihren Teil dazu bei und dadurch war ich nun auch schon auf einigen Treffen und Pilzkundlichen Veranstaltungen wo man immer neues höhrt und sieht.
Viele Grüsse
Matthias

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

Wolfgang P., (vor 8064 Tagen) @ Werner

Und richtig gelernt habe ich in Hornberg. Das ist eigentlich das
Beste, was "man sich antun" kann.

Geht mir so ähnlich. Eine Pilgerfahrt nach Hornberg (www.pilzzentrum.de) ist für einen Pilzbegeisterten so wie eine Fahrt nach Mekka für einen Muslimen.

Wolfgang

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

Piwo, (vor 8063 Tagen) @ Konrad

Es würde mich interessieren mal zu erfahren, wie Leute, die sich mit Pilzen
richtig gut auskennen - und derer gibt es ja einige hier -, gelernt haben,
Pilze zu erkennen. Nachdem ich viele Jahre lang nur die narrensicheren
Arten gesammelt habe (Röhrlinge, Tintlinge, Schirmpilze, Champignons),
versuche ich seit diesem Jahr, mein Spektrum zu erweitern. Aber ich merke,
dass auch ein gutes Pilzbestimmungsbuch dabei für mich keine allzu
gewaltige Hilfe ist, weil es darin meistens nur ein, zwei Bilder von jeder
Art gibt. Pilze erkennen ist, so scheint mir, eine Form von
Mustererkennung, die man am besten lernt, wenn man viele Exemplare mit der
jeweiligen Benennung gezeigt bekommt. Will sagen: Am besten hat man
jemanden, der's einem beibringt.
Seht Ihr das auch so?

hallo Konrad,

gelernt haben es mir der Großvater und der Hunger der Kriegs-und Nachkriegszeit. Lange schon geht es mir nicht mehr ums Essen.
Aber ein paar Tipps: du kannst nie genug Pilzbücher haben, bestimme eher nicht nach Abbildungen. Vergleiche mal Abbildungen einer Art in unterschiedlichen Büchern und du wirst staunen wie verschieden eine Art aussehen kann. Nutze die Texte, d.h. lerne mit Schlüsseln arbeiten. Du kannst dir 1000 Pilze zeigen und erklären lassen, die die du dir selbst erarbeitet hast, bleiben besser in deinem Gedächtnis. Notiere dir schon am Fundort alles Wichtige. Übernimm dich am Anfang nicht d.h. nimm nur wenige Pilzarten zum Bestimmen mit. Wenn du von dreien zwei herausbekommst, hast du ein gutes Gefühl. Wenn du aber von Zehn nur drei lösen kannst, kommt der Frust auf und du wirfst die Flinte vielleicht ins Korn. Bedenke auch, daß du nie alles lösen wirst, denn einen Menschen, der alle Pilze kennt gibt es nicht, obwohl es immer wieder behauptet wird. "Ich kenne da einen der kennt alle Pilze!"

Viel Spaß beim Pilzen wünscht

Piwo

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

Patty, (vor 8063 Tagen) @ Konrad

Es würde mich interessieren mal zu erfahren, wie Leute, die sich mit Pilzen
richtig gut auskennen - und derer gibt es ja einige hier -, gelernt haben,
Pilze zu erkennen. ....

Also ich bin gerade noch dabei zu lernen. Bis zu diesem Sommer kannte ich etwa 5 Pilze gut genug um sie zu erkennen und dass von meinen Großeltern her.
Inzwischen habe ich 8 Pilzbücher und mein "Spektrum" schon erheblich erweitert.
Ich mache das auf 2. Arten:

1. ich gehe in den Wald und nehme ca. 4 - 5 mir bislang unbekannte Pilze mit nach Hause. Dort breite ich meine Bücher aus und suche erst nach passenden Bildern, dann lese ich die Beschreibung und die Beschreibungen der meißt dabei stehenden "Verwechslungsmöglichkeiten". Bisher habe ich fast alles durch Ausschlussverfahren bestimmen können. (Täublinge lasse ich generell stehen, die sind mir zu frustrierend!).

2. ich suche mir interessante Pilze aus einem Buch aus oder welche die hier im Forum auftauchen (dann weiß ich dass es die im Moment geben kann), informiere mich über typische Standorte und gehe dann gezielt diesen Pilz suchen. Das ist die frustrierendere Variante (Habe 2 Wochen gebraucht bis zu meinem ersten "krausen Küken"). Aber man lernt so Standorte besser einzuschätzen.

Ich denke das ist um sich mit der Materie vertraut zu machen der richtige Weg. Für weiterführende Lerneffekte und kompliziertere Pilze ist es dann sicher Hilfreich wenn man jemanden hat der einem zeigt worauf es ankommt.

Aber ich kann nur bestätigen: Vorsicht, macht süchtig!

Gruß Patty

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Re: Wie habt Ihr Pilze sammeln gelernt?

interhias ⌂, (vor 8063 Tagen) @ Konrad

Will sagen: Am besten hat man

jemanden, der's einem beibringt.
Seht Ihr das auch so?

Servus Konrad!

Ja und nein. Natürlich lernt es sich am Leichtesten, wenn einem eine ausgemachte Koryphäe das Pilzesuchen beibringt.
Dennoch finde ich es sehr reizvoll, mir die Kenntnis neuer Arten auf eigene Faust und bei den Speisepilzen auf eigenes Risiko anzueignen (mithilfe von Literatur).

Steinpilze, Maronen, Parasol, Reherln und Blautäuberln habe ich in der Kindheit von meinen Cousins gezeigt bekommen. Den Rest habe ich mir selber erschlossen, zuerst Speisepilze von Stockschwämmchen bis Nebelkappe, was eine Menge Selbstversuche mit sich brachte. Seit etwa zwei Jahren interessieren ich alle Pilze, die mir vors Objektiv kommen.

Das Problem mit den wenigen Bildern in den Pilzbüchern ist mir wohl bekannt. Es gibt inzwischen jede Menge hervorragende Pilzgalerien im Netzt, die helfen da weiter.

Gruß
Hias