Ein unbekannter Xerocomus *PIC*

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7936 Tagen)

Da gerade die Röhrlinge etwas behandelt werden, hier eine noch nicht beschriebene Xerocomus, ich bin gespannt, was da die Spezialisten dazu meinen!
Die Art ist sicher im Komplex leonius/ moravicus/ tumidus zu suchen. Nach H. Engel ist es keine der Arten, vermutlich was neues. Der Standort, die Sporen und der Aufbau der HDS stimmen für diese Arten nicht.
Eine kurze Beschreibung in Stichworten:
Fundort: 25.Sept. 1996, Emmental (CH) auf 800 mnn, saurer Nadelwald mit Picea, Abies, Fagus. (also sicher nicht wärmeliebend!)
3-7 cm, s. Fotos, Poren berührt bräunend. Basismycel gelblich. Fleisch gelblich, unveränderlich bis schwach bräunend. Geruch unangenehm nach Bovist.
Sporen 10-14 ym, mit leicht dicken Wänden. HDS: mit kurzen tönnchenförmig eingeschnürten, septierten Gliedern, Pigment intrazellulär und zusätzlich inkrustiert.

Hier die Bilder:

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Na, was könnte das sein? Hat jemand schon was ähnliches gefunden?

Mit Grüssen, Markus

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Re: Ein unbekannter Xerocomus

Jürgen, (vor 7936 Tagen) @ Markus Wilhelm

Hallo Markus,

ich glaube du hattest mir das Dia schon vor Jahren mal zur Begutachtung geschickt. Weiß aber jetzt auf Anhieb nicht mehr, was ich damals geantwortet habe. Die alte Korrespondenz liegt bei mir auf einem anderen Rechner.

Aus heutiger Warte kann man m. E. soviel sagen: Die Aufsammlung hat sicher nichts mit X. moravicus - auch im weiten Sinne nicht - zu tun. Die Sporen (in moravicus subhyalin, kurzelliptisch, nur doppelt so lang wie breit) und die HDS (in moravicus schlanke, fädige Hyphen) sind da schlagender Beweis: Beides passt ganz und gar nicht. Der Gesamthabitus, die HDS und die Fleischfarbe sprechen auch gegen eine Zuordnung zur Gruppe um X. ferrugineus.

Ich würde den Fund aufgrund der Mikromerkmale, des rissigen Aspekts der Huthaut und der Ökologie in direkte Nähe von X. chrysenteronss. str. rücken. Von den drei unten erwähnten Rotfüßchen ist chrysenteron auch dasjenige[/i], das am wenigsten zum Blauen neigt - das würde hier zutreffen. Was freilich stört, ist das fehlende Stielrot und der insgesamt eher warm gelbbraune Aspekt der Fruchtkörper. Beide Merkmale, speziell solche Hüte wie auf deinen Fotos, habe ich aber bei X. chrysenteron in Einzelexemplaren auch schon gesehen. Bei der fo. aereomaculatus (siehe ENGEL 1996) zeigt zumindest der Hut partiell einen ähnlichen Farbton.

Ob deine Kollektion noch zur Variationsbreite von X. chrysenteron gehört oder was eigenes ist, müssten weitere Beobachtungen zur Konstanz dieser Merkmale zeigen.

Grüße Jürgen

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Re: Ein unbekannter Xerocomus

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7935 Tagen) @ Jürgen

vielen Dank, Jürgen!

das ist ja das Problem solcher Funde: wie konstant sind solche Funde! Leider ist das Fundgebiet schwer erreichbar. Aber der Einheimische Finder dieses "UMO's" sagt aus, dass dieser Pilz immer so aussieht, also schon nicht einfach eine Witterungsform. Ich weiss gar nicht mehr, wen ich alles damals kontaktiert habe....Dass Telamonien, Hebelomen oder Melanoleucas nicht bestimmbar sind, wird immer häufiger zur Normalität, bei Röhrlingen ist es einfach etwas ärgerlicher!

So wird es wird es eben wohl beim spec. bleiben.

Mit Grüssen, Markus