Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht? *PIC*

arysch, (vor 7855 Tagen)

Hallo zusammen,
gestern gefunden: auf dem Rindenmulch in Dortmund, in der Nähe waren Lerche und Kiefer. Hutgröße ca. 1-2cm, Höhe 4-5cm, dunkelbraun, Lamellen ocker, Stiel ziemlich dick. Fruchkörper kompakt. Büschelig. Geschmack und Geruch würzig-pilzig, angenehm. Ich dachte an Milden Kiefernzapfen-Nagelschwamm (Strobilurus stephanocystis), allerdings sind mir die Lamellen etwas zu dunkel und auch der ganze Körper etwas zu kompakt. Oder doch?

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Schöne Grüße
Artur

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Re: Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht?

Christoph ⌂, (vor 7855 Tagen) @ arysch

Hi Artur

das ist sicher kein Strobilurus. Versuchs mal bei Gymnopus ("Rübling").

Grüße
Christoph

Hallo zusammen,
gestern gefunden: auf dem Rindenmulch in Dortmund, in der Nähe waren Lerche
und Kiefer. Hutgröße ca. 1-2cm, Höhe 4-5cm, dunkelbraun, Lamellen ocker,
Stiel ziemlich dick. Fruchkörper kompakt. Büschelig. Geschmack und Geruch
würzig-pilzig, angenehm. Ich dachte an Milden Kiefernzapfen-Nagelschwamm
(Strobilurus stephanocystis), allerdings sind mir die Lamellen etwas zu
dunkel und auch der ganze Körper etwas zu kompakt. Oder doch?


Schöne Grüße
Artur

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Re: Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht?

Wolfgang P., (vor 7855 Tagen) @ Christoph

das ist sicher kein Strobilurus. Versuchs mal bei Gymnopus
("Rübling").

Genauer gesagt, versuchs mal mit Gymnopus ocior, dem Gelbblättrigen Rübling.

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Re: Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht?

arysch, (vor 7854 Tagen) @ Wolfgang P.

Danke für den Tipp, in der Tat - Rübling wäre passender.

Allerdings finde ich den Gymnopus ocior nicht mal in dem neuen Horak "Röhrlinge und Blätterpilze in Europa", geschweige denn von "Der große BLV Pilzführer für unterwegs", "Der große Kosmos Pilzführer" oder Dähncke "1200 Pilze". Offensichtlich komme ich ohne die großen Werke ("Pilze der Schweiz" oder "Pilze in Baden Württemberg" oder ...) nicht mehr aus?

Schöne Grüße
Artur

Genauer gesagt, versuchs mal mit Gymnopus ocior, dem Gelbblättrigen Rübling.

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Re: Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht?

hoennetaler, (vor 7854 Tagen) @ arysch

Hallo Artur!

In meinem Garten war im letzten Jahr eine buchstäbliche "Gymnopus ocior-Plage". Vom Frühjahr bis zu den ersten Frösten. Bin aber bis dato auch nur bis zu den Rüblingen gekommen. Der Gymnopus ocior ist auch in meinen Pilzbüchern nicht vertreten. Scheint aber gar nicht so selten zu sein.
Kann vielleicht noch jemand was zur Giftigkeit oder auch Ungiftigkeit sagen? Bei uns im Garten ist immer viel los (spielende Kinder) und mit einer fundierten Aussage eines Experten könnte ich das Gewissen meiner Frau
beruhigen ;-)!

Gruß
Jürgen

Danke für den Tipp, in der Tat - Rübling wäre passender.
Allerdings finde ich den Gymnopus ocior nicht mal in dem neuen Horak
"Röhrlinge und Blätterpilze in Europa", geschweige denn von
"Der große BLV Pilzführer für unterwegs", "Der große Kosmos
Pilzführer" oder Dähncke "1200 Pilze". Offensichtlich komme
ich ohne die großen Werke ("Pilze der Schweiz" oder "Pilze
in Baden Württemberg" oder ...) nicht mehr aus?
Schöne Grüße
Artur

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Gymnopus ocior

zuehli ⌂, (vor 7854 Tagen) @ hoennetaler

Hallo,

der gehört im weiteren Sinne zur Waldreund-Rüblings-Gruppe und wird in den meisten Büchern noch als Collybia geführt und dort kann man dann unter den Synonymen aquosa var.ocior, dryophila var.funicularis, exculpta, extuberans, luteifolia, succinea nachschlagen.

Alle Klarheiten beseitigt?
Gruß Harald

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Zustimmung

Boletus ⌂, (vor 7854 Tagen) @ zuehli

Hallo,

der gehört im weiteren Sinne zur Waldreund-Rüblings-Gruppe und wird in den
meisten Büchern noch als Collybia geführt und dort kann man dann unter
den Synonymen aquosa var.ocior, dryophila var.funicularis, exculpta,
extuberans, luteifolia, succinea nachschlagen.

Ich habe am letzten Wochenende G. ocior gleich büschelig, in vielen Gruppen auch auf Häcksel gefunden und mikroskopisch untersucht. Die Mikromerkmale sind mit der typischen dryophila-Huthautstruktur und den kleinen Sporen 3x5.5 µ praktisch identisch mit dryophila. Die Unterschiede erscheinen mir speziell durch makroskopische Eigenschaten wie robustere Fruchtkörper (vor allem jung), Farbe und das büschelige Wachstum bestimmt zu sein. Nach meinem Empfinden befindet sich die Art infolge der "Mode" Gartenrabatten zu mulchen in Ausbreitung.

Hier noch ein Link mit vielen Bildern zur Art: http://www.bioimages.org.uk/HTML/T81131.HTM

Beste Grüsse
Sepp

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Danke! *oT*

hoennetaler, (vor 7854 Tagen) @ Boletus

- kein Text -

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Re: Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht?

Tommy, (vor 7854 Tagen) @ arysch

Danke für den Tipp, in der Tat - Rübling wäre passender.
Allerdings finde ich den Gymnopus ocior nicht mal in dem neuen Horak
"Röhrlinge und Blätterpilze in Europa", geschweige denn von
"Der große BLV Pilzführer für unterwegs", "Der große Kosmos
Pilzführer" oder Dähncke "1200 Pilze". Offensichtlich komme
ich ohne die großen Werke ("Pilze der Schweiz" oder "Pilze
in Baden Württemberg" oder ...) nicht mehr aus?
Schöne Grüße
Artur

Hallo Artur,

Habe soeben nachgesehen. Selbst in "Pilze der Schweiz" findest' ihn nicht,
und Krieglsteiner führt die Art lediglich als Varietät von Gymnopus aquosus, schweigt sich aber hinsichtlich des häufigen Vorkommens auf Holzhäcksel aus.
Eine ausführliche Artbeschreibung liegt vor in :

A monograph of Marasmius, Collybia and related genera in Europe, part II
Vladimir Antonin & Machiel E. Noordeloos, IHW 1997, Libri Botanici Vol.17

Dass selbst Horak die Art nicht führt, ist allerdings schon etwas befremdlich.
Da ich selbst das Werk (noch) nicht habe, fehlt mir der Einblick.
Eventuell fasst er die Art ebenfalls als Varietät von aquosus auf. Die monographische Bearbeitung der Gattung durch das sehr kompetente Autorenpaar dahingehend unberücksichtigt zu lassen, scheint fragwürdig. Man hat den Eindruck, als wäre die Eile der Horak'schen Bearbeitung des "Moser" doch etwas auf Kosten gründlicher Recherche gegangen.

LG, Tommy

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Nicht richtig geguckt?

zuehli ⌂, (vor 7854 Tagen) @ Tommy

Habe soeben nachgesehen. Selbst in "Pilze der Schweiz" findest' ihn
nicht,
und Krieglsteiner führt die Art lediglich als Varietät von Gymnopus aquosus,
schweigt sich aber hinsichtlich des häufigen Vorkommens auf Holzhäcksel
aus.
Eine ausführliche Artbeschreibung liegt vor in : A monograph of Marasmius,
Collybia and related genera in Europe, part II
Vladimir Antonin & Machiel E. Noordeloos, IHW 1997, Libri Botanici Vol.17
Dass selbst Horak die Art nicht führt, ist allerdings schon etwas
befremdlich.
Da ich selbst das Werk (noch) nicht habe, fehlt mir der Einblick.
Eventuell fasst er die Art ebenfalls als Varietät von aquosus auf. Die
monographische Bearbeitung der Gattung durch das sehr kompetente
Autorenpaar dahingehend unberücksichtigt zu lassen, scheint fragwürdig.
Man hat den Eindruck, als wäre die Eile der Horak'schen Bearbeitung des
"Moser" doch etwas auf Kosten gründlicher Recherche gegangen.

Synonyme hin oder her, aber wenn man im neuen "Horak" mal ein Blick ins Inshaltsverzeichnis wirft, wird man dort auf S. 153 verwiesen, wo er bei G.dryophilus geführt wird (Macht die Verwirrung nicht einfacher).
Im Schweizer Bd.3 ists die Nr. 194, dort als Collybia luteifolia. Die anderen Synonyme stehen unter Nr. 190 und 200.
Ist also sehr wohl in diesen Werken zu finden, nur nicht ganz so vordringlich.
Gruß Harald

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Re: Nicht richtig geguckt? - G.dryophilus

arysch, (vor 7854 Tagen) @ zuehli

Danke! Alles klar, ich hätte aber selber nicht gefunden,
Gruß
Artur

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Re: Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht?

Tommy, (vor 7855 Tagen) @ arysch

Hallo zusammen,
gestern gefunden: auf dem Rindenmulch in Dortmund, in der Nähe waren Lerche
und Kiefer. Hutgröße ca. 1-2cm, Höhe 4-5cm, dunkelbraun, Lamellen ocker,
Stiel ziemlich dick. Fruchkörper kompakt. Büschelig. Geschmack und Geruch
würzig-pilzig, angenehm. Ich dachte an Milden Kiefernzapfen-Nagelschwamm
(Strobilurus stephanocystis), allerdings sind mir die Lamellen etwas zu
dunkel und auch der ganze Körper etwas zu kompakt. Oder doch?

Schöne Grüße
Artur

Hallo Artur,

Ich tippe hier auf Gymnopus impudicus. Die Art finden wir nicht selten schon im Frühjahr, und sie erscheint sehr gerne an gemulchten Stellen, nicht selten auch in Gärten und Parks. Mich stört hierbei lediglich der nicht geriefte Hutrand und die ziemlich dunkle Hutfarbe. So dunkel habe ich G. impudicus jedenfalls nie gesehen, und ohne Hutriefung eigentlich auch nicht.
Aber von Habitus, Substrat und Erscheinungszeit her wäre es sehr plausibel.

LG, Tommy

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Re: Kiefernzapfen Nagelschwamm? - oder doch nicht?

Tommy, (vor 7855 Tagen) @ arysch

Wolfgang P. hat Recht, G. ocior passt besser. Diese Art erscheint ja auch schon sehr frühzeitig, auf die hab ich ganz vergessen. Hier stört mich allerdings das Fehlen eines aus meiner Erfahrung typischen Merkmals :
Der gegenüber dem Scheitel deutlich hellere Hutrand.
Aber egal, es spricht viel mehr für G. ocior, als dagegen.

LG, Tommy