Invasion der Hirschlausfliegen

Boletus ⌂, (vor 7709 Tagen)

Hallo,

Ich war nur 1 Stunde im Wald heute. Auf der ganzen Runde wurde ich laufend durch Hirschlausfliegen belästigt. War Flugtag heute..hat die Witterung die Aktivität der Parasiten ausgelöst? (Samstag gleiche Route, keine Viecher) Nach meiner kleinen, leider pilzlosen Exkursion durfte ich dafür 15 diese lästigen Insekten aus Haaren und Kleidern entfernen.
Wie steht es mit der Hirschlausfliege als Krankheitsüberträger? Ist bei einem Stich (Biss?) auch eine Übertragung (Hirnhautentzündung, Borreliose etc.) möglich? Wer weiss Näheres?

Beste Grüsse
Sepp

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Hallo Sepp sollte für Menschen keine ........

Hans hurter, (vor 7709 Tagen) @ Boletus

Krankheiten übertragen können? Siehe Link Grüesslis Hans
http://www.faunoekjmueller-magdeburg.de/Lausfliegen/body_lausfliegen.html#hygBedeutg

Hallo,
Ich war nur 1 Stunde im Wald heute. Auf der ganzen Runde wurde ich laufend
durch Hirschlausfliegen belästigt. War Flugtag heute..hat die Witterung
die Aktivität der Parasiten ausgelöst? (Samstag gleiche Route, keine
Viecher) Nach meiner kleinen, leider pilzlosen Exkursion durfte ich dafür
15 diese lästigen Insekten aus Haaren und Kleidern entfernen.
Wie steht es mit der Hirschlausfliege als Krankheitsüberträger? Ist bei einem
Stich (Biss?) auch eine Übertragung (Hirnhautentzündung, Borreliose etc.)
möglich? Wer weiss Näheres?
Beste Grüsse
Sepp

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Danke Hans! *oT*

Boletus ⌂, (vor 7708 Tagen) @ Hans hurter

- kein Text -

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Re: Invasion der Hirschlausfliegen

bleem, (vor 7708 Tagen) @ Boletus

Hallo Sepp

Bartonella schoenbuchensis, ein 2001 entdecktes Bakterium, lebt in Hirschen und Rehen. Überträger ist die Hirschlausfliege. Bei Tier wie Mensch kann der Erreger Dermatitis verursachen.
Bartonellen sind gramnegative Bakterien; unterschiedlichste Arten sind bekannt. Wichtigster Vertreter ist B. henselae, Erreger der Katzenkratzkrankheit.
Als erster Vertreter seiner Art wurde im Jahr 1909 der nur in den Anden vorkommende Typ B. bacilliformis beschrieben. Der in menschlichen Erythrozyten lebende Keim löst das so genannte Oroya-Fieber und an der Haut Verruga peruviana aus.
Die durch B. schoenbuchensis hervorgerufene Dermatitis wurde seit 1968 mehrfach beschrieben, der Erreger in Schönbuch, einem Waldgebiet in Thüringen, erstmals entdeckt. Die Infektion kann neben Dermatitis auch Endokarditis verursachen.
Die wirksamste Therapie besteht in der Gabe von Aminoglykosiden. Auch Tetrazyklin-Derivate, moderne Makrolide und Fluorchinolone können eingesetzt werden.

Desweiteren folgendes:
Textursprung: http://www.dgk.de/web/dgk_content/de/smog-1-2005.htm

Wer am Wochenende zu einem Waldspaziergang aufbricht, ist sich vielleicht der Risiken bewusst, die durch Zeckenstiche oder den Verzehr einiger Pilzarten drohen. Niemand rechnet jedoch damit, sich mit einer exotischen Erkrankung zu infizieren, die von einem Bakterium ausgelöst wird, das erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde.

Eine Expertengruppe um den Infektionsexperten Rüdiger Braun von der Uni Stuttgart entdeckte bereits 2001 im Schönbuch, einem Naherholungsgebiet bei Stuttgart, ein Bakterium, das bei Hirschen und Rehen zu Fieber und eitrigen Erkrankungen des Fells führt. Nach seinem Entdeckungsort wurde der Erreger Bartonella schoenbuchensis genannt und gehört damit zur Bakteriengruppe Bartonella, die auch beim Menschen sehr ungewöhnliche Krankheiten verursacht.

Dazu gehört etwa die Peruwarze (Verruga peruviana). Sie wird von Bartonella bacilliformis ausgelöst und ist in Südamerika verbreitet. Überträger ist eine bestimmte Sandmücke, die nur in den nördlichen Anden in Höhen zwischen 1.000 und 3.000 Metern verbreitet ist. Bartonella bacilliformis kann auch das tödliche Oroya-Fieber hervorrufen.

Eine andere exotische „Bartonellose“ ist das Wolhynische Fieber, benannt nach einer heute zur Ukraine gehörenden Region, in der im Ersten Weltkrieg die Kriegsfront verlief. In den Schützengräber grassierte damals eine hochfiebrige Erkrankung, die vielen Soldaten das Leben kostete. Auslöser war Bartonella quintana. Überträger waren Wühlmäuse. Das Wolhynische Fieber gibt es heute noch: Nach Angaben Brauns tritt es gelegentlich im Obdachlosenmilieu von Großstädten auf.

Des Weiteren sind Bartonellen die Auslöser der Katzenkratzkrankheit, einer Lymphknotenschwellung nach einer Kratzverletzung durch eine infizierte Hauskatze.

Dass auch Bartonella schoenbuchensis Menschen infizieren kann, wurde lange vermutet, konnte aber erst kürzlich bewiesen werden, wie Braun erläutert. Die Gefahr bestehe nach einem Stich der Hirschlausfliege. Das fünf bis sechs Millimeter lange braune Insekt ist der Überträger von Bartonella schoenbuchensis. Nach dem Stich kann es – ähnlich wie im Fell des Rotwilds – zur Bildung von Pusteln auf der Haut kommen. Ob die Bakterien weitere Schäden im Körper anrichten, ist unbekannt. Braun schließt dies mit Blick auf die anderen Erkrankungen jedoch nicht aus. Denkbar sei sogar ein Befall der Herzklappen (Endokarditis).

Gefährdet ist jedoch weniger der Spaziergänger oder Wanderer als vielmehr Personen, die beruflich im Wald tätig sind, etwa Förster. Bei ihnen sollten Ärzte deshalb bei unklaren Erkrankungen auch an die Möglichkeit einer exotischen Infektion mit dem erst kürzlich entdeckten Erreger denken und entsprechende Tests durchführen, rät Braun.

Ciao bleem

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Wer legt denn den Schönbuch nach Thüringen???

Thomas Pruß, (vor 7708 Tagen) @ bleem

Moin bleem

Die durch B. schoenbuchensis hervorgerufene Dermatitis wurde seit 1968
mehrfach beschrieben, der Erreger in Schönbuch, einem Waldgebiet in
Thüringen, erstmals entdeckt.

Die Stuttgarter würden sich schön bedanken, wenn sie in ihr liebstes Naherholungsgebiet bis Thüringen fahren müssten.
Andreas allerdings wär’ wohl gottfroh! ;-))

Eine Expertengruppe um den Infektionsexperten Rüdiger Braun von der Uni
Stuttgart entdeckte bereits 2001 im Schönbuch, einem Naherholungsgebiet
bei Stuttgart….

Na, hallelujah, er ist heimgekehrt!

Grüßlis
Thomas

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Re: Invasion der Hirschlausfliegen

Boletus ⌂, (vor 7707 Tagen) @ bleem

Hallo bleem,

Vielen Dank für die ausführlichen, interessanten Informationen.

Beste Grüsse
Sepp