Untreue wird bestraft. Mit Rißpilz! *PIC*

pilzmel ⌂, (vor 7670 Tagen)

Hallo Pilzfreunde,
am (in Sachsen) langen Wochenende bin ich mir selber untreu geworden und habe den nächst erreichbaren Wald aufgesucht. Immerhin schon zum zweiten Male in diesem Jahr. Allererster Eindruck, nachdem ich mich an das Halbdunkel gewöhnt hatte: C. metachroa (Staubfüßiger Trichterling) steht in voller Blüte, und es wird Zeit sich zu erinnern, wo der Weihnachtsbaumständer abgeblieben ist.
Und prompt fand ich Rißpilze, eine Riesenmenge unter Kiefern.

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Kleine Burschen, Hut max. 3 cm breit. Jung mit Velum, Stiel knollig und gänzlich bereift. Kein auffälliger Geruch. Nicht selten langgezogene rötliche Flecken auf dem Hut. Dort ist das Fleisch ca. 1 mm tief weinrot bis fast violett, sonst überall weißlich.
Mikroskopisch habe ich die Pilze noch nicht allzu gründlich examiniert, aber in etwa sieht das so aus:

[image]

Sporen 7,5-9,4 x 5-6,2 µm.
Hat da jemand einen hilfreichen Wink?
Dafür verspreche ich auch, nichts zu den ebenfalls entdeckten Weichritterlingen zu fragen.
In den heimatlichen Gefilden gab´s (für mich) noch ein Highlight auf altem Pappelschredder einer Rodungsfläche. Ich schaue mir den Ort regelmäßig an, weil dort hin und wieder interessante Arten erscheinen, z.B. Falbe Ackerlinge. Diesmal war es eine gigantische Menge des Steifstieligen Mürblings Psathyrella conopilus. Den Pilzwald hat ja Georg patentieren lassen, also zeige ich nur Einzelexemplare von ganz frisch bis vornehm verblasst.

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Beste Grüße! Pilzmel

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Inocybe sindonia

Axel Schilling ⌂, (vor 7670 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzmel,
prüfe doch mal auf Inocybe sindonia, die sind zur Zeit noch häufig. Wahrscheinlich hast du ältere Exemplare (Verfärbungen!) erwischt.
Gruß
Axel

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Vielen Dank! *oT*

pilzmel ⌂, (vor 7669 Tagen) @ Axel Schilling

- kein Text -

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Re: Untreue wird bestraft. Mit Rißpilz!

Andreas 2, (vor 7669 Tagen) @ pilzmel

Hallo Pilzmel,

mein erster Gedanke war auch I. sindonia, aber dafür sind die Sporen unpassend breit. Die rötl. Verfärbungen könnten, wie Axel schon sagt, alters- oder krankheitsbedingt sein, und müssen nicht unbedingt ein gutes Merkmal dieses Pilzes sein. In der Hoffnung, doch noch was gescheites rauszukriegen, hier noch ein paar Fragen:

Werden die Verfärbung beim Trocknen deutlicher?
Von welchem Stielteil hast du denn die Kaulos gezeichnet?
Was verstehst Du unter Velum, faserige oder häutige Reste auf dem Hut oder meinst du die spinnwebenartige Cortina zwischen Stiel und Hutrand?

Psathyrella conopilus habe ich auch erst vor einer Woche, für mich zum 1. Mal gefunden. Fundort: Laubwald über Muschelkalk im Thüringer Eichsfeld. Mit der Lupe konnte ich die kleinen Häärchen auf dem Hut nur an sehr jungen Frk. erkennen, mit dem Mikroskop waren sie aber auch auf alten Exemplaren nicht zu übersehen.

Gruß, Andreas

Hallo Pilzfreunde,
am (in Sachsen) langen Wochenende bin ich mir selber untreu geworden und habe
den nächst erreichbaren Wald aufgesucht. Immerhin schon zum zweiten Male
in diesem Jahr. Allererster Eindruck, nachdem ich mich an das Halbdunkel
gewöhnt hatte: C. metachroa (Staubfüßiger Trichterling) steht in voller
Blüte, und es wird Zeit sich zu erinnern, wo der Weihnachtsbaumständer
abgeblieben ist.
Und prompt fand ich Rißpilze, eine Riesenmenge unter Kiefern.

Kleine Burschen, Hut max. 3 cm breit. Jung mit Velum, Stiel knollig und
gänzlich bereift. Kein auffälliger Geruch. Nicht selten langgezogene
rötliche Flecken auf dem Hut. Dort ist das Fleisch ca. 1 mm tief weinrot
bis fast violett, sonst überall weißlich.
Mikroskopisch habe ich die Pilze noch nicht allzu gründlich examiniert, aber
in etwa sieht das so aus:

Sporen 7,5-9,4 x 5-6,2 µm.
Hat da jemand einen hilfreichen Wink?
Dafür verspreche ich auch, nichts zu den ebenfalls entdeckten
Weichritterlingen zu fragen.
In den heimatlichen Gefilden gab´s (für mich) noch ein Highlight auf altem
Pappelschredder einer Rodungsfläche. Ich schaue mir den Ort regelmäßig an,
weil dort hin und wieder interessante Arten erscheinen, z.B. Falbe
Ackerlinge. Diesmal war es eine gigantische Menge des Steifstieligen
Mürblings Psathyrella conopilus . Den Pilz wald hat ja Georg patentieren
lassen, also zeige ich nur Einzelexemplare von ganz frisch bis vornehm
verblasst.


Beste Grüße! Pilzmel

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Re: Untreue wird bestraft. Mit Rißpilz!

pilzmel ⌂, (vor 7669 Tagen) @ Andreas 2

Hallo Andreas,
vielen Dank.
Ich vermute mal, I. sindonia wird gut im Rennen liegen. Im Schlüssel habe ich mich von den rötlich-violetten Tönen irritieren lassen. Eine Rosafärbung wird ja sogar zugestanden. Wird beim Trocknen nicht deutlicher, aber das Fleisch darunter ist schön violett.
Die Sporen könnten sich noch strecken? Um ein aktuelles Beispiel zu bemühen: Die unreifen, blassen Sporen bei P.conopilus sind ja auch viel breiter als ausgefärbte. Den Rißpilz-Abwurf habe ich noch nicht gemessen.
Die Kaulos stammen von der Stielspitze. Der aufgeschirmte Hut wies keine deutlichen Velumspuren auf, aber junge Exemplare hatten besagte Spinnweben. Solche dicken, kompakten, wie ich sie auch in meiner Garage habe. Also nicht nur ein paar Fäden.
War übrigens auch erfreut, das weltweit einzigartige Phänomen der Psathyrellen-Haare mal live zu sehen.
Beste Grüße! Andreas