Hallo Pilzfreunde,
weil zur Winterzeit weniger Forumsuser reinschauen und ergo mich entsprechend
weniger derselben für bekloppt halten könnten, stelle ich euch mal meinen
privaten Psathyrella -Schlüssel vor.
Den habe ich mir übers vergangene Jahr zurechtgefummelt, um die lieben
Kleinen wenigstens grob vorzusortieren. Wohlgemerkt, "meine"
Garten-, Wiesen-, Straßenrand-, Mulchbeet- Psathyrellen . So einigermaßen
scheint das zu funktionieren, wenn auch permanent Korrekturen erforderlich
sind. Die in mir zugänglicher Literatur enthaltenen Schlüssel hapern gerne
an "Makro-Orientiertheit" und sind sehr "velumlastig".
Weil es sonst die Fomatierung zerhaut, den Entwurf als Link, und zwar hier .
Womit die Chance besteht, das Ganze zu ignorieren.
Aber Meinungen würden mich schon sehr interessieren.
Beste Grüße! Pilzmel
Hallo Andreas,
Dein Schlüssel stellt wie Du ja erwähnst nur eine ziemlich geringe Anzahl der in Deutschland vorkommenden Arten dar, vermutlich auch nur einen Bruchteil der in Deinem Umkreis vorkommenden. Dadurch läßt sich natürlich leicht schlüsseln, zieht aber permanente Ausweitung des Schlüssels nach sich. Bei den kleinsporigen Arten ist am meisten Zuwachs zu erwarten, da schlüsselst Du 4 Arten - etwa 50 dürften in Deutschland vorkommen, alle theoretisch auch in Sachsen.
Dennoch ist es nicht schlecht, sich so etwas für sein Gebiet bzw. die eigenen Funde zu machen, dann sieht man schnell ob man etwas (für sich) Neues gefunden hat und lernt auch einiges über die Artmerkmale und ihre Variabilität. Ich habe solche provisorischen Arbeitsschlüssel für Mollisia und für Amanitopsis gemacht, H.O. Barals provisorischer Leotiales-Schlüssel erfreut sich europaweiter Beliebtheit und ist im Prinzip auch nix anderes als ein persönlicher Arbeitsschlüssel der Eigenfunde (allerdings hat Zotto halt mehr gefunden als vermutlich jeder andere in Deutschland ...).
Mach ruhig weiter daran und freu Dich dran, wie der Schlüssel jedes Jahr wächst. Und Du wirst feststellen, wie nach und nach weitere Schlüsselmerkmale dazukommen um weitere Funde einordnen zu können. Und ich prophezeie Dir mal jetzt schon, dass eines Tages auch Dein Schlüssel hie und da über Velummerkmale ausschlüsseln wird 
Sachlich hätte ich anzumerken, dass mir nicht klar ist, was "rhomboide" Cheilozystiden sein sollen. Ebenfalls bei P. niveobadia: Bist Du sicher, dass gefärbte Pleuros ein gutes Trennmerkmal ist? Ich hatte einen Fund von niveobadia, bestätigt von Enderle, der zeigte das Merkmal nicht. Da das aber in meiner Anfangszeit war, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich wirklich genau genug beobachtet habe.
Ferner scheint mir Psathyrella piluliformis zu fehlen, oder gibt's die bei Dir tatsächlich nicht?
beste Grüße,
Andreas