Fälbling? (4 Bilder) *PIC*

Maren ⌂, (vor 7586 Tagen)

Hallo liebe Pilzfreunde,
ist dies ein Tonblasser Fälbling (Hebeloma crustuliniforme)?
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Ich habe ihn Ende November unter Eichen an einem Weg gefunden. Er roch nach Rettich. Die Oberfläche war allerdings nicht schmierig, weshalb ich nicht ganz sicher bin.
Danke.
Gruß Maren

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Re: Fälbling? (4 Bilder)

DirkW, (vor 7586 Tagen) @ Maren

hallo maren, ein fälbling ist es auf jeden fall :-) zwar ist denen meist nur mikroskopisch (wenn überhaupt;-) beizukommen, aber ich wage trotzdem mal einen tipp und sage tonblasser fälbling (h. crustuliniforme) stimmt.
oder ist es doch h. leucosarx (weißfleischiger fäbling), der unter weide und birke wächst - ist da ein weidenblatt rechts im bild? aber ich denke, die lamellen müssten im stadium deiner fruchtkörper dann viel heller sein ... oder doch nicht?
viele grüße
dirk

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Re: Fälbling? (4 Bilder)

Andreas ⌂, (vor 7586 Tagen) @ DirkW

Hallo,

hallo maren, ein fälbling ist es auf jeden fall :-) zwar ist denen meist nur
mikroskopisch (wenn überhaupt;-) beizukommen, aber ich wage trotzdem mal
einen tipp und sage tonblasser fälbling (h. crustuliniforme) stimmt.

Das wäre fast wörtlich auch meine Antwort gewesen. Alles auf dem Bild spricht für H. crustuliniforme. Am entscheidendsten ist dabei die auffallend grob flockige Stielspitze, die kaum erin anderer Fälbling so hat. Zusammen mit dem hellen Hut und tränenden Lamellen - also das würde mich schon wundern wenn das nicht der Tonblasse Fälbling wäre.

oder ist es doch h. leucosarx (weißfleischiger fäbling), der unter weide und
birke wächst - ist da ein weidenblatt rechts im bild? aber ich denke, die
lamellen müssten im stadium deiner fruchtkörper dann viel heller sein ...
oder doch nicht?

Die Lamellenfarbe habe ich nicht als Unterscheidungsmerkmal in Erinnerung, aber aufgrund der Stielspitze ist das schon nicht denkbar. H. leucosarx (der in unserem Sinne mit H. velutipes gleichzusetzen ist) hat eine fein bepuderte, fast bereift wirkende Stielspitze.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Fälbling? (4 Bilder)

DirkW, (vor 7586 Tagen) @ Andreas

hallo andreas, vielen dank für den hinweis auf die stielspitze!!
eine zunächst charakteristisch helle lamellenfärbung von leucosarx wird zb erwähnt bei bon und gerhardt. ich meine die art bei uns häufiger in sekundärbiotopen gefunden zu haben (birkenwäldchen auf halden), die mir viel schmächtiger und schlanker vorkommt als der tonblasse fälbling.
viele grüße
dirk

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Re: Fälbling? (4 Bilder) *PIC*

Andreas ⌂, (vor 7586 Tagen) @ DirkW

hallo andreas, vielen dank für den hinweis auf die stielspitze!!
eine zunächst charakteristisch helle lamellenfärbung von leucosarx wird zb
erwähnt bei bon und gerhardt. ich meine die art bei uns häufiger in
sekundärbiotopen gefunden zu haben (birkenwäldchen auf halden), die mir
viel schmächtiger und schlanker vorkommt als der tonblasse fälbling.
viele grüße
dirk

Hallo Dirk,

kann gut sein, dass wir von den selben Pilzen reden. Dieser Leucosarx ist zwar schlanker, wie Du schreibst, aber er kann nicht selten größer (im Sinne von "höher") werde als der oft recht gedrungene und kompakte crustuliniforme.

Vermutlich müssen wir uns an den Namen Hebeloma velutipes für dieses Hebeloma leucosarx ss. VESTERHOLT gewöhnen, denn Grilli stellte bei der Untersuchung des Typus von Hebeloma elucosarx Orton fest, dass die Typuskollektion zwei verschiedene Arten enthält, nämlich "unser" leuosarx = velutipes und eine zweite Art, die der Originalbeschreibung etwas näher kommt als der velutipes-leucosarx. Daher wird Grilli wohl dieses Element als leucosarx typifizieren, das andere Element (unseres ....) muss dann einen neuen ältesten Namen erhalten, der vermutlich mit H. velutipes gefunden wäre.
das erste Element im leucosarx-Typus ist vermutlich recht nahe mit H. lutense verwandt. Nachfolgendes Bild zeigt sehr wahrscheinlich H. leucosarx ss. str. Orton, wobei der extrem gerandete Knolle am rechten Fruchtkörper sooo ausgeprägt nicht artcharackteristisch ist. Bestätigung der bestimmung steht zwar noch aus, aber für den makroskopischen Eindruck kann das Bild auf jeden Fall herhalten. Gefunden übrigens im Schwarzwald auf der "Geutsche" bei Triberg, allen Hornberg-Besuchern wohlvertraut ....

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Übrigens gibt es noch weitere leucosarx-Kollektionen im herbar Orton, die teilweise sogar H. helodes enthalten .... Das zeigt doch mal wieder, dass Fälblinge wirklich nichts einfaches sind, immerhin ist ORTON ja nicht irgendwer und hatte trotzdem drei Arten miteineander vermengt.

beste Grüße,
Andreas

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Re: Fälbling? (4 Bilder)

DirkW, (vor 7586 Tagen) @ Andreas

ohje ...
ich weiß schon, warum ich um fälblinge weiterhin einen großen bogen machen werde. und muss gestehen alle noch verbliebene konzentration aufbringen zu müssen, um da gerade durchzusteigen.
die gerandete stielknolle sieht wirklich bizarr aus. ich würde als deutschen namen haarschleierlingsähnlicher klumpfuß-fälbling vorschlagen, da ich der meinung bin, dass fälblinge - ihrer taxonomischen eigenschaften gemäß - möglichst komplizierte namen haben müssen ... :-)))
viele grüße
dirk

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Vielen Dank für die Hilfe Dirk und Andreas! *oT*

Maren ⌂, (vor 7585 Tagen) @ DirkW

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