Täubling spec. (8 Fotos) *PIC*

interhias ⌂, (vor 7392 Tagen)

Servus zusammen,

was meint ihr denn zu folgenden Täublingen, sie wuchsen im (eher kalkreichen) Mischwald (Buche, Fichte, Tanne) auf einem Waldpfad, bei alten Buchen.

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Aus der Hand heraus hätte ich auf R. velutipes getippt und der Sulfovanillin-Test auf dem Stielexsikkat bestätigt dies mit einem leuchtenden Rot. Die Sporen scheinen aber viel zu groß und sind stark netzig wie die von R. lepida. Außerdem bilde ich mir ein, Dermatozystiden gefunden zu haben, auch wenn sie in SV schwach bis gar nicht reagieren.
Euer Rat ist gefragt, denn ich fliege aus jedem Schlüssel;-)

Beschreibung:
Hut: 6-8,5 cm breit, bei nassem Wetter schmierig bis schleimig, Hutrand kammartig gerieft, verschiedene Rottöne von rosaviolett über Pink bis lachsrosa, im Zentrum durchweg ockerlich ausgeblasst und bisweilen mit rostbräunlichen Flecken, Huthaut zur Hälfte leicht abziehbar; Stiel: bis 7 cm lang, bis 3 cm breit, weiß, nur an wenigen Stellen rosa überhaucht, apikal feinflaumig bereift, sonst schwach längsrillig, voll, zur Basis hin bisweilen wattig ausgestopft; Lamellen: zum Stiel hin oft gegabelt, ziemlich dick und dicht stehend, am Grund mit Anastomosen, weiß bis cremeweiß; Fleisch: weiß, ziemlich hart, im Schnitt weder grauend noch gilbend; Geruch: unauffällig, +/- neutral; Geschmack: völlig mild, auch in den Lamellen; HDS: Pileozystiden in SV nur schwach grau bis negativ, schlecht zu sehen, bisweilen septiert; Haare zylindrisch mit meist abgrundeten Enden, stark septiert und oft verzweigt, 3-5 µm breit, querseptierte zylindrische (Primordial?)Hyphen mit in HCL unlöslichen mit CF anfärbbaren Inkrustationen; Sporen: 8,3 x 7,4 (7,5-10 x 6,5-9), Q=1,13 (1,1-1,2), Plage amyloid; Ornament: aus niedrigen Warzen (0,5-0,8 vorstehend), die mit feinen bis gratigen Verbindungen zu einem meist engmaschigen Netz verbunden sind; Sporenpulver: cremeweiß (Ib); Chemie (Reaktion auf Hutfleisch): FeSO4: blassrosa; Guajak: nur sehr schwach, teils braun bleibend, stellenweise sehr langsam schmutzig blaugrün verfärbend; Phenol: sehr langsam violettbraun; KOH: negativ; SV auf Exsikkat-Stiel: leuchtend rot;

Mikros:

Sporen in Melzer:
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HDS in Wasser
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HDS-Hyphen nach Anfärben mit Carbol-Fuchsin und zweimaligem Auswaschen mit HCl (3%), nur am Rand des Präparats zu sehen (???):
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Dermatozystide (denke ich mal, nicht häufig und schlecht zu sehen, in SV negativ bis ganz schwach grauend) in Kongo
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Gruß aus München
Hias

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Re: Täubling spec. (8 Fotos)

Markus Wilhelm ⌂, (vor 7392 Tagen) @ interhias

Servus Hias,

nach den Merkmalen scheint es doch eher eine R. lepida zu sein, du erwähnst ja das recht harte Fleisch, und die Pileozystiden sehen auch so aus, ebenso die Sporen. Was fehlt sind die doch meist typisch rot angehauchten Stiele, aber die Farben vom Hut kommen hin. Was auch nicht stimmt, R. lepida sollte mit SV nicht röten, aber ist das wirklich konstant?

Mit Grüssen, Markus

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Re: Täubling spec. (8 Fotos)

Jochen Girwert, (vor 7392 Tagen) @ interhias

Hallo Hias,

das sieht ja interessant aus. Ich hätte auch auf velutipes getippt. Habe eben ein Exsikkat von velutipes vorgekramt und mir die Sporen angesehen. Die sehen tatsächlich ganz anders aus, als bei Deinem Pilz.
Die Inkrustrationen zu suchen, das ist ja oft eine frustende Arbeit; bei velutipes sollen sie aber sehr deutlich sein. Auf Deinem Bild, meine ich, täuschen angefärbte Partikel in den Haaren die Inkrustration nur vor.
Wenn SV die typische prompte und sehr kräftige Reaktion auslöst, dann darf man wahrscheinlich nicht an den Harten Zinnobertäubling denken, ist sie nur irgendwie da, so steht in MHK / Bd. 5: "...mit Sulvovanilin schwach purpurfarben".
Schließlich hat Sarnari in der Sektion noch R. heteroderma aufgeschlüsselt, aber nicht dargestellt. Abgetrennt wegen irgendwelcher Merkmale in der Subcutis.

Also, lass es uns bitte wissen, wenn Du zu einem Ergebnis gekommen bist.

Alles Gute, Jochen.

Servus zusammen,
was meint ihr denn zu folgenden Täublingen, sie wuchsen im (eher kalkreichen)
Mischwald (Buche, Fichte, Tanne) auf einem Waldpfad, bei alten Buchen.


Aus der Hand heraus hätte ich auf R. velutipes getippt und der
Sulfovanillin-Test auf dem Stielexsikkat bestätigt dies mit einem
leuchtenden Rot. Die Sporen scheinen aber viel zu groß und sind stark
netzig wie die von R. lepida. Außerdem bilde ich mir ein, Dermatozystiden
gefunden zu haben, auch wenn sie in SV schwach bis gar nicht reagieren.
Euer Rat ist gefragt, denn ich fliege aus jedem Schlüssel;-)
Beschreibung: Hut: 6-8,5 cm breit, bei nassem Wetter schmierig bis
schleimig, Hutrand kammartig gerieft, verschiedene Rottöne von rosaviolett
über Pink bis lachsrosa, im Zentrum durchweg ockerlich ausgeblasst und
bisweilen mit rostbräunlichen Flecken, Huthaut zur Hälfte leicht
abziehbar; Stiel: bis 7 cm lang, bis 3 cm breit, weiß, nur an wenigen
Stellen rosa überhaucht, apikal feinflaumig bereift, sonst schwach
längsrillig, voll, zur Basis hin bisweilen wattig ausgestopft; Lamellen:
zum Stiel hin oft gegabelt, ziemlich dick und dicht stehend, am Grund mit
Anastomosen, weiß bis cremeweiß; Fleisch: weiß, ziemlich hart, im
Schnitt weder grauend noch gilbend; Geruch: unauffällig, +/- neutral;
Geschmack: völlig mild, auch in den Lamellen; HDS: Pileozystiden in SV
nur schwach grau bis negativ, schlecht zu sehen, bisweilen septiert; Haare
zylindrisch mit meist abgrundeten Enden, stark septiert und oft verzweigt,
3-5 µm breit, querseptierte zylindrische (Primordial?)Hyphen mit in HCL
unlöslichen mit CF anfärbbaren Inkrustationen; Sporen: 8,3 x 7,4 (7,5-10
x 6,5-9), Q=1,13 (1,1-1,2), Plage amyloid; Ornament: aus niedrigen
Warzen (0,5-0,8 vorstehend), die mit feinen bis gratigen Verbindungen zu
einem meist engmaschigen Netz verbunden sind; Sporenpulver: cremeweiß
(Ib); Chemie (Reaktion auf Hutfleisch): FeSO4: blassrosa; Guajak: nur
sehr schwach, teils braun bleibend, stellenweise sehr langsam schmutzig
blaugrün verfärbend; Phenol: sehr langsam violettbraun; KOH: negativ; SV
auf Exsikkat-Stiel: leuchtend rot;
Mikros: Sporen in Melzer:

HDS in Wasser


HDS-Hyphen nach Anfärben mit Carbol-Fuchsin und zweimaligem Auswaschen mit
HCl (3%), nur am Rand des Präparats zu sehen (???):
Dermatozystide (denke ich mal, nicht häufig und schlecht zu sehen, in SV
negativ bis ganz schwach grauend) in Kongo

Gruß aus München
Hias