The good, the bad and the ugly
Warum eigentlich nicht mit dem Elektronenmikroskop hantieren ?
Krieglsteiner hat mal gesagt, wenn man die bei der Pilzbestimmung verwendeten Verfahren beim Menschen anwenden würde, wären wir wohl alle verschiedene Arten und da hat er wohl recht. Wo ist bei so variablen Organismen die Grenze zu ziehen? Tunnelelektronische Atomstrukturaufnahmen der Huthaut? Vermessungen der Orbitalstruktur der Basidien? Massenspektopraphische Analysen der Sporen? What you see is what you get...
Übrigens schwanken auch innerhalb einer Art die Wirkstoffgehalte bei Pilzen erheblich. Siehe Fliegenpilz.
Was in der Wissenschaft machbar ist, wird auch gemacht, das ist eine Message die ich mittlerweile bekommen habe, aber man erlaube mir auch manchmal über den Sinn des ganzen nachzudenken. Bei aller Spezialisierung vermisse ich in der Wissenschaft vor allem einen Blick für globale Zusammenhänge. Wer kennt z.B. ein Pilzbuch in dem auch Begleitpflanzen (ausser den Mykorrhizapartnern) genannt werden, meines Wissens ist Krieglsteiner der einzige der sich ueberhaupt mit diesem Thema beschäftigt...
Gestern habe ich gehoert, dass nur 10% aller
Lebewesen biologisch kathalogisiert sind
(die meisten unbekannten schwimmen allerdings
im Meer rum).
"Wenn du 10 Pilze kennst, weißt du du kennst ein paar Arten..
Wenn du 100 Pilze kennst, glaubst du du kennst ein paar Arten..
Wenn du 1000 Pilze kennst, weißt du daß du nichts weißt!"
(Verfasser unbekannt)
Komisch. In meinem Fachgebiet ist es
nicht ungewoehnlich, mit Leuten aus
anderen Fachgebieten zusammenzuarbeiten.
(ich dachte, das ist ganz besonders in der
Informatik ausgepraegt...).
Vielleicht hab ich ja einfach nur die falsche Uni besucht. KL ist extrem technokratisch, nicht mal Biologie wurde als Nebenfach angeboten. Von den Geisteswissenschaften ganz zu schweigen, die hat man gleich in Trier zurückgelassen. Die Abwesenheit der rechten Hirnhälfte tut meiner Meinung nach Wissenschaft nicht gut...
Die Konventionen
in verschiedenen Fachbereichen in Sachen
korrekter Referenzierung sind nach meinen
Beobachtungen durchaus unterschiedlich.
Das ist (genauso wie die Ueberbewertung
der aeusseren Form (ich habe mal mitgekriegt,
wie jemand 2 Noten abgezogen wurden, weil beim
Ausdruck (wie ueblich auf den letzten Druecker)
der Font wegen Tonermangel fleckig war))
nur ein Zeichen von brandschatzenden Vogonen.
Nach meiner Einschaetzung gibts solche Vogonen
aber nicht nur in der Wissenschaft, die gibt
es ueberall. Was erwartest Du ?
Schliesslich sind wir hier in Deutschland 8-)
Viel zu viel Macht. Wird Zeit das sich das mal ändert. Gröneveld z.B. belebt seine Vorlesungen indem er sie gelegentlich auf einen Gen-Acker verlegt.
Seine lieben Kollegen wollen ihn absägen, schaffen es aber nicht, denn kein Gesetz verbietet so etwas. 
Wenn Du uebrigens die Leute mal drauf
ansprichst, warum die Standards in
der aeusseren Form so hochgeschraubt
wurden, wirst Du uebrigens feststellen,
dass die sich damit verteidigen werden,
dass auch die Studenten mit ihren
immer perfekter werdenen Abgabedokumenten
die Erwartungen hochgetrieben haben...
Und ich finde, so ganz unrecht haben
sie damit auch nicht...
Wissensinflation auf Kosten des Inhalts nenn ich das. Ich habe schon genug Hochglanzfolienseminare mit Formeln im Dutzend billiger erlebt, wenn das Auditorium nichts mehr versteht findets der Prof i.A. toll. Volkshochschulen (auch wieder so ein Wort das implizit mit einer Abwertung verbunden ist) sind i.A. motivierter dass jeder was mitbekommt, weil bei ihnen der eigene Erfolg noch direkt von der Zufriedenheit der Hörerschaft abhängt...
cu, Boris