Re: Octospora

Ueli Graf, (vor 5408 Tagen) @ Ingo Jürgens

Hallo Ingo,
was hast du für eine Mikroskopkamera und was für eine Software?
Würde mich sehr Interssieren weil ich auch daran bin mir etwas zuzulegen.
Ich finde die Qualität und auch die Auflösung ist sehr gut.

LG Ueli

Die von mir verwendete Technik (Mikroskop + Kamera + Software) habe ich für
rund 1500,00 Euro erworben, ist also nichts Besonderes.
Hallo Wolfgang,
danke für die Darstellung der physikalischen Grundlagen und gleich eine
Frage: Sind meine folgenden Ausführungen korrekt oder sehe ich da was
falsch?
Eine geschätzte Unsicherheit von 1-1,5 µm bedeutet, dass die Messergebnisse
in dieser Höhe vom tatsächlichen Wert abweichen können, also von Messung
zu Messung mal mehr oder weniger drüber oder drunter liegen (der Messwert
kann im Einzelfall aber auch genau passen).
Eine permanente Abweichung in nur eine Richtung ist bei korrekter
Kalibrierung nicht zu erwarten, die Messergebnisse des 40ers streuen nur
weiter um den tatsächlichen Wert als die des 100ers.
Die Auflösung des 100ers ist höher und damit steigt die Genauigkeit der
Messergebnisse (geringere Streuung um den tatsächlichen Wert). Aber selbst
bei der höchst möglichen Apertur von ca. 1,40 (meist ist es weniger)
erreichen auch 100er-Objektive "nur" eine Auflösung von 0,196 µm
(gegenüber 0,423 µm bei einem 40 er mit nA = 0.55). Eine gewisse, wenn
auch kleinere Unsicherheit gibt es also auch beim 100er.
Also: Bei kleinen Sporen (mit z.B. 5 µm Durchmesser) ist selbstverständlich
zur Untersuchung und zur Messung das 100er zu verwenden, aber wenn ich ab
15 µm zur Messung das 40er verwende, dann ist zumindest die relative
Abweichung (in %) vom tatsächlichen Wert nicht größer, wie beim 100er in
Verbindung mit einer 5 µm Spore.
Ich habe nochmal mein Objektmikrometer heraus gekramt und verschiedene Längen
im Bereich von 10 bis 100 µm gemessen, mit dem 100er lassen sich die
Abstände zwischen den Linien absolut exakt ausmessen. Und wenn man beim
40er beim Setzen der Messpunkte die von der Software angebotene digitale
Vergrößerung nutzt und sehr genau (!) hinschaut, dann liegt die maximale
Abweichung gegenüber dem 100er bei 0,2 µm (siehe beigefügte Aufnahmen).
In der Praxis (bei einem natürlichen Objekt) ist dieser Wert sicher nicht zu
erzielen (vor allem bedingt durch das schwierigere Setzen der Messpunkte),
aber Abweichungen von 1 bis 1,5 µm allein bedingt durch das schwächer
auflösende Objektiv lässt dieser Versuch irgendwie nicht erwarten
(erklären kann ich es nicht).
Die von mir verwendete Technik (Mikroskop + Kamera + Software) habe ich für
rund 1500,00 Euro erworben, ist also nichts Besonderes.
LG Ingo
Messung mit dem 100er

Messung mit dem 40er

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