Re: Dikaryophysen bei Dacrymyces
Hallo Ingo,
wenn Dikaryophysen ein Unterscheidungsmerkmal zwischen lacrymalis und capitatus darstellen, dann hätte man ja tatsächlich ein mikroskopisches Trennmerkmal. Das Problem ist allerdings, bei McNabb werden alle drei Arten mit einfachen Dikaryophysen beschrieben. Auch für die neuere Publikation von Malysheva "Rare and interesting species of heterobasidiomycetes from Russia" (FUNGI NON DELINEATI LIII) gilt dasselbe; auch hier werden die Arten wiederum nur makroskopisch unterschieden. Ich fürchte, mikroskopisch kommt man da einfach nicht weiter...
Herzlich Uwe
Hallo Uwe!
Aber schon sehr befriedigend, dass du auf die gleichen Schwierigkeiten stößt.
Übrigens hat mir Martin mit dem verlorengegangenen MacNabb ausgeholfen, und
der war es auch, der D. lacrymalis auch mit zylindrischen Dikaryophysen
beschrieben hat.
Also das Durcheinander und die verschiedenen Auffassungen sind auch bei den
Tränen nicht anders als bei anderen Pilzgattungen.
Genau! Zumindest, was D. capitatus angeht, sind oft nicht alle Fruchtkörper
gestielt. Nachdem aus meiner Winter-lacrymalis bei Zimmertemperatur auch
gestielte Fruchtkörper in der Dose gewachsen sind, hege ich da so meine
Zweifel, ob der Stiel nicht einfach auch standort- oder witterungsbedingt
sein kann.
Inwieweit man bei D. minor daran glauben darf, dass die tatsächlich auch
klein und knopfförmig bleiben, weiß ich noch nicht. Denn sobald sie größer
werden und ihre Gestalt verändern, nennt man ihn ja dann womöglich
plötzlich D. lacrymalis oder anders.
Da man nicht so richtig weiß, wem man nun glauben kann, bleibt wohl nichts
anderes übrig, als selbst ab und an mal darauf acht zu geben und
Unterschiede zu suchen.
Um so besser natürlich, wenn dann mal solche Klaas-Beiträge kommen, damit man
nicht allein im Nebel stöchert und mit Schattenwesen kämpft.
VG Ingo W